„Sutphin Boulevard (Fünf Stadtbezirke 1)“ – Santino Hassell

Klappentext
Ein Titel der Fünf Stadtbezirke Serie

Michael Rodriguez und Nunzio Medici sind seit zwei Jahrzehnten Freunde. Sie haben alles miteinander geteilt; vom Verlassen ihrer gestörten Familien im Scherbenviertel von South Jamaica in Queens, bis hin zum Unterrichten in einer der schwulenfreundlichsten Schulen in Brooklyn. Zumindest dachten sie so, bis eine schwüle Nacht des Tanzens zu einer unerwarteten Begegnung führt, die für immer ihre Freundschaft verändert.

Jetzt sind beiläufige Berührungen und verweilende Blicke mit sexueller Spannung überladen, und Michael kann das Gefühl der Hände seines besten Freundes auf ihm nicht vergessen. Als es sowohl im Beruf als auch zuhause zu Problemen kommt, sucht Michael immer wieder Vergessen in der ungezwungenen Intimität und dem überwältigenden Sex, die er bei Nunzio findet. Aber die Dinge bleiben nicht lange so einfach.

Als Michaels Welt anfängt, unter einer Flut aus Tragödie und Komplikationen zusammenzustürzen, weiß er, dass er eine Entscheidung treffen muss: Erlösung auf dem Weg der Selbstzerstörung finden oder die Liebe des Mannes zu akzeptieren, der seit zwanzig Jahren an seiner Seite ist.

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Ab und zu fällt es mir wirklich schwer, für ein Buch die passenden Worte zu finden …

Eigentlich wollte ich ja Band 2 „Sunset Park“ lesen, das am Dienstag erschienen ist, aber nach den ersten paar Seiten, hatte ich das Gefühl, dass das ohne eben diesen ersten Band für mich nicht funktionieren würde, obwohl mir versichert wurde, dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen könne. Dafür bin ich dann aber doch zu sehr Buch-Serien-Junkie. Ich liebe es, Charaktere immer wieder zu treffen und mögliche Verbindungen zu knüpfen und somit … schwups landete auch Buch 1 auf meinem Reader *g*.

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass so aus dem „Leben gegriffen“ geschrieben wurde. Egal ob Aktionen oder Reaktionen der Protagonisten, alles kam für mich absolut greifbar rüber. Michaels Elternhaus war eigentlich eine Katastrophe, die nur durch die Mutter immer wieder mit einem gefühlten „heile Welt“ Deckchen zugedeckt wurde. Durch einen eisernen Willen, einem unglaublichen Selbsterhaltungstrieb und seinem guten Freund Nunzio gelang es ihm, sich zumindest körperlich aus diesem Milieu zu entfernen, auch wenn er sich vom Kopf her noch lange nicht davon gelöst hat. Dies kommt, bedingt durch den Tod des Vaters, ganz deutlich und ziemlich „brutal“ zum Vorschein.
Was passiert, wenn plötzlich all die verborgenen Ängste hochkochen, sich die Gefühle zu seinem besten Freund verändern und die so mühsam aufrecht erhaltene, gut bürgerliche Fassade zusammenbricht, erfahren wir sehr direkt und in einem – meiner Meinung nach – erstklassigen und sehr realistischen Schreibstil. Santino Hassell schafft es, dass man meint, alle Gegebenheiten direkt mitzuerleben, er zeigt auf, wie schnell es nach unten gehen kann, obwohl man sich alle Chancen und einen eigentlich sicheren Lebensstandard erarbeitet hat. Er gibt einem zudem das Gefühl, dass er weiß von was er schreibt. Selten habe ich ein so intensives Buch gelesen, selten war ich während eines Buches so angespannt, dass ich es immer mal wieder aus der Hand legen musste, um selbst wieder Luft zu holen. Und doch ist es ein Buch, das einem die Hoffnung gibt, dass wenn man etwas wirklich will, es auch schaffen kann – gerne auch mit Hilfe des besten Freundes.

Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.
Winston Churchill

Sicherlich fragt ihr euch, ob es denn so gar keinen „Kritikpunkt“ an dieser Geschichte gibt. Doch, einen habe ich: Manchmal war mir Michael etwas zu labil, was für mich dann doch im Widerspruch zu seinem erreichten Status stand. Ich denke aber, dass uns hier jeder Psychologe einen stundenlangen Vortrag über Kindheit, Lebensumstände und Verdrängung halten wird …
UND, mir kam Nunzio eindeutig zu kurz, denn auch er hat eine ziemlich bescheidene Kindheit hinter sich gebracht und gerne hätte ich mehr über ihn erfahren, da er mir auf den „ersten Satz“ sympathisch war 🙂

Ob ich eine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen will – ja, unbedingt.
Ob es eine Geschichte – so mal für zwischendurch – ist – nein, keinesfalls, dafür ist sie meiner Meinung nach zu intensiv.
Ob die Geschichte so im wirklichen Leben stattfinden kann – auf jeden Fall, sie ist uns näher als wir uns wahrscheinlich eingestehen wollen.

Nun freue ich mich auf Band 2, in dem es um Michaels kleinen Bruder Raymond geht. Der Klappentext liest sich vielversprechend, zumal man ihn hier in diesem Buch schon mal ein bisschen kennenlernen durfte.

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„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

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Klappentext
Buch 1 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drin war, als es dann aber soweit war, habe ich mich über jede Stunde geärgert, in der ich nicht in diesem Buch lesen konnte.

Nach und nach erfährt man, was Daniel in der Vergangenheit alles widerfahren ist und kann sein Verhaltensmuster so mit der Zeit wirklich gut verstehen. Aber auch Rex hat sein Päckchen zu tragen und fühlt sich aufgrund (s)eines Handicaps, für das z.T. auch seine Vergangenheit eine Verantwortung trägt, nicht als wirklich vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Aber er hat Träume und so wie ich rausgelesen habe, auch den Willen, diese irgendwann umzusetzen. Zudem erzählt der Klappentext schon viel über die beiden Jungs, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen muss.

Mit ganz leisen Schritten führt uns Roan Parrish durch diese sehr hintergründige Geschichte. Eigentlich ist es ganz schön harter Tobak, den sie uns so nebenbei ganz flüssig erzählt. Sie braucht nicht das ganz große Drama, sondern sticht immer ganz nebenbei in die Wunden der beiden tollen Protagonisten. Ich musste zwischendurch das Buch aus der Hand legen, um auch mal Luft zu holen, denn so ab und zu habe ich mich selbst wieder erkannt. Aus reinem Selbstschutz werden Mauern aufgebaut, die ewig lange standhalten, bis diese eine Person kommt und diesen Schutzwall Stück für Stück wieder einreißt.

Dazu noch ein schönes, friedliches Kleinstadtidyll (sowas kann für einen Großstadtmenschen auch ganz schnell bedrückend wirken), tolle neue Freunde und viele unbekannte Eindrücke. Dies kann dazu führen, dass man sich selbst den Spiegel vorhält und dann endlich den Menschen findet, der hinter der Fassade steckt.

„Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene,
sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen.“

                                                                                               Ron Kritzfeld

Rex und Daniel sind ein tolles Paar, die irgendwann über ihren Schatten springen, um einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu wagen. Dazu, wie gesagt, tolle Freunde und ein seltsamer Bruder, die alle ihre eigene(n) Geschichte(n) verdient haben.
Im Englischen gibt es sie schon (hier & hier), d.h. wieder einmal warte ich nun dringend entweder auf die deutschen Übersetzungen oder aber auf ein großes Zeitfenster, um die Originale zu lesen …

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Ich kann euch diese Geschichte, die im aktuellen Verlauf ohne wirklich große „Katastrophen“ auskommt, aber dennoch ausreichend Drama „versteckt“ hält, wärmstens empfehlen. Solltet ihr wie ich etwas schwer in die Geschichte reinkommen, bleibt dran – ihr werdet es nicht bereuen.

Bis bald,

El Ma

Nachtrag:  Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr hier bei Frau Laberladen, hier bei Gaylesen, hier bei Ulla, bei Sabrina hier und hier in Mattys Schmökerecke.  (Das dürften jetzt fast alle Gay-Buchblogger sein, die ich kenne *g*. Wobei sich ein Besuch bei den anderen dreien Jules, I love Gaybooks und Like a Dream auch so auf jeden Fall immer lohnt – einen guten Tipp bekommt man dort immer.)

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„Ausgerechnet Jonas“ – Kay Monroe

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Klappentext
Jonas ist sieben, als seine Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Seither wächst er bei seinem elf Jahre älteren Bruder Jasper auf. Auch dessen Freund und späterer Ehemann Andrew kümmert sich zärtlich um den Kleinen und Jonas wächst in einer liebevollen Familie zu einem glücklichen Teenager heran, der keine Probleme hat, als er feststellt, dass er ebenfalls schwul ist.
Als er siebzehn ist schlägt das Schicksal erneut zu. Sein Bruder stirbt an Krebs. Andrew und Jonas geben sich gegenseitig den dringend nötigen Halt, um diesen Schicksalsschlag überwinden zu können und kommen sich dadurch immer näher.
Doch wie geht man damit um, wenn man merkt, dass man für den Witwer seines Bruders mehr empfindet als harmlose Zuneigung? Wie versteckt man seine Gefühle vor einem Mann, der einen großgezogen hat und man sich doch eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als von ihm als ebenbürtig betrachtet zu werden?
Und wie sieht es überhaupt mit den Gefühlen Andrews aus? Wird er jemals wieder einen Mann finden, den er so sehr lieben kann wie Jasper?

Ca. 42.000 Wörter  |  Die Taschenbuchausgabe hat 150 Seiten

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Die Bücher von Kay Monroe sind bekannt dafür, dass sie einen sehr hohen „Zuckergehalt“ und immer ein Happy End haben. Somit kam das Buch nach einer anstrengenden Arbeitswoche genau richtig, um entspannt ins Wochenende zu gehen.

Ich konnte mir die Zwickmühle in der Jonas und Andrew stecken richtig gut vorstellen. Es ist sicherlich nicht einfach, wenn aus „Bruderliebe“ eine Liebe zwischen zwei Erwachsenen wird. Es gibt keinerlei gesetzliche Hürden, nein, diese finden ganz alleine im Kopf der betroffenen Menschen statt. Diese Entwicklung von „er war der Mann meines Bruders und immer für mich da“ zu „er ist der Mann meines Lebens“ wird von der Autorin – inkl. aller Verwicklungen und Missverständnisse – sehr schön aufgedröselt.

Und nein, es geht nicht alles aalglatt durch und nein, es ist keine 150 Seiten lange „Friede, Freude, Eierkuchen“ Romanze. Die beiden müssen schon ein paar Hindernisse überwinden, haben aber stets gute Freunde an ihrer Seite, die ihnen immer wieder den nötigen Tritt in den Allerwertesten geben, damit sie wieder auf Spur kommen.

Ich mag so süße Geschichten zwischendurch, wenn ich mich z.B. im Büro mal wieder so richtig geärgert habe oder der Tag extrem stressig war, dann will ich keine großen Probleme mit diversen Protagonisten lösen. Dann will ich mich einfach durch eine Geschichte suhlen und von vorneherein wissen, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es manche Situationen heraufbeschwören könnten.

happyendgeschichteIn diesem Sinne

El Ma

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„Für einen regnerischen Nachmittag“ – RJ Scott

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Klappentext
Ein Titel der Geschichten eines seltsamen Kochbuchs Serie

Robbie MacIntyre arbeitet in einer kleinen Poststelle im alten Stationshaus am Rande des verschlafenen Dorfes Barton Hartshorn, nordwestlich von London. Er ist überrascht, als die Besitzerin, Maggie, eine enge Freundin, ihm nicht nur die Post, sondern auch das Stationshaus hinterlässt.

Der Rest ihres Besitzes geht an einen amerikanischen Schriftsteller, Jason Young, und als er in das Dorf zieht, ist Robbie von seiner Zuneigung zu dem Mann, der ein größeres Recht auf das Stationshaus hat als er, verwirrt.

Dann gibt es noch eine Kiste, die mehrere seltene Erstausgaben und ein Kochbuch enthält. Erst als die Geheimnisse der Zutaten zu einem bestimmten Rezept endlich gelöst werden, fängt alles an, Sinn zu machen, und eine Liebe, die vor siebzig Jahren im Keim erstickt wurde, wird endlich offenbart.

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Das war jetzt die zweite Geschichte von RJ Scott (die erste „Ein Weihnachtswunder“ findet ihr hier), die ich gelesen habe und wieder hätte ich mich in sie „reinlegen“ können. Obwohl es „nur“ eine Novelle ist und ich noch stundenlang hätte weiterlesen können, ist alles drin, was man eben gerne drin haben möchte. Wenn sie so weitermacht, dann darf sie sich ebenfalls bei meinen TOP-Autoren einreihen 😀.

Die beiden Hauptprotagonisten werden zwar nicht in aller Ausführlichkeit beschrieben, aber dennoch so, dass man meint, sie aus genau der kleinen Poststelle vom gemütlichen Kaffeetrinken zu kennen. Zudem bekommt man einen schönen Einblick rund um die beiden Männer, die Gegend, die beiden Häuser und ganz wichtig: dank der Kiste, auch in die Vergangenheit – die ja eigentlich der Hauptgrund dafür ist, dass es diese Geschichte und das Zusammentreffen der beiden Männer überhaupt gibt. Wie gesagt, es ist eine Novelle, aber es ist all das, was man wissen muss und möchte, wunderbar darin verpackt.

Die Autorin hat es geschafft, mit der Art, wie sie die Geschichte erzählt, ein genaues Bild des Dorfes und seiner Umgebung zu „malen“. So leicht es war, dran und drin zu bleiben 😀, so leid hat es mir auch getan, mich am Ende von Robbie und Jason zu verabschieden.

Ich bin neugierig darauf, da es ja ein Titel „der Geschichten eines seltsamen Kochbuchs“ ist, wie es rund um dieses „alte“ Kochbuch weitergeht. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, dabei vielleicht Robbie und Jason und ihren Apfelmus-Zimt-Kuchen wiederzutreffen. Aber auch für den Fall, dass es komplett neue Geschichten werden, wenn sie wieder in dieser Qualität geschrieben werden, bin ich sicher dabei.

Wenn ihr euch mal einen schönen Nachmittag machen wollt, nehmt diese Geschichte, ein Stück Apfel-Zimt-Kuchen und einen Kaffee/Tee und genießt 😋

Bis bald,

El Ma

PS  eine weitere Meinung zu dem Buch findet ihr hier bei Ulla 

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„Dir zu gehören“ – Anna Martin

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Fortsetzung zu Andere Wege
Ein Titel der Neue Wege Serie

Es ist drei Jahre her, seit Jesse Ross sich zwischen seinem Master und seiner festen Freundin entscheiden musste – drei Jahre, seit er eine Liebesbeziehung mit Will, seinem Dom, eingegangen ist und endlich offen zu seiner sexuellen Orientierung steht. Von außen betrachtet ist die Beziehung zwischen Jesse und Will beständig, stabil und romantisch; alle gehen davon aus, dass sie demnächst heiraten und eine Familie gründen werden. Erst ein Autounfall deckt die zutapezierten Risse in ihrem gemeinsamen Leben auf.

Traumatisiert durch den Unfall muss Will, der den Wagen gefahren hat, feststellen, dass sein Selbstvertrauen in Scherben liegt. Nachdem er Jesse unabsichtlich Schmerzen zugefügt hat, sieht er sich außerstande, ihm im Schlafzimmer wehzutun, und stellt plötzlich seine Eignung als Jesses Dom in Frage. In dieser physisch und emotional völlig verfahrenen Situation kämpft Jesse darum, die Teile ihrer angeknacksten Beziehung zusammenzuhalten. Die physischen Wunden heilen zwar mit der Zeit, doch das emotionale Trauma hat bei beiden Männern mehr Schäden hinterlassen, als irgendjemand ahnen konnte …

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Ich hab’s probiert, ehrlich. Nachdem ich das Buch fertig hatte, habe ich mich gefragt, was ich an der Geschichte nicht verstanden habe. Den ersten Teil hatte ich schon vor längerer Zeit gelesen und irgendwie ist er mir nicht so wirklich im Gedächtnis geblieben, so dass ich ihn mir nach dem zweiten Teil noch einmal vorgenommen habe.

Leider hat mich auch das nicht viel weiter gebracht, denn auch danach blieben mir die Protagonisten im zweiten Teil fremd. Ich wurde einfach nicht mit ihnen warm. Dabei ist das Buch wirklich klasse geschrieben, die BDSM-Szenen sehr bildhaft, sehr gekonnt beschrieben. Dass ich beim Lesen meine Probleme mit den Reaktionen der Protagonisten hatte, war wohl wirklich dem verblassten ersten Teil geschuldet (der mir auch beim zweiten Lesen gut gefallen hat), denn es hat sich, eben mit dem Wissen aus Teil 1, eigentlich abgezeichnet, dass es irgendwann Probleme geben könnte.

Es fällt mir schwer hier eine wirklich aussagekräftige Rezension zu schreiben, denn für mich ist, gerade bei BDSM, eine Verbindung zu den Protagonisten wichtig und diese kam einfach nicht zustande. Vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung für diese Bücher – ich weiß es nicht, denn Anna Martin kann Charaktere so zum Leben erwecken, dass man sie mögen muss. In „Teeträume“ zum Beispiel wäre ich ohne Probleme mit den Typen um die Häuser gezogen und hätte eine WG gegründet. Es liegt also nicht daran, dass sie es nicht kann.

Ich konnte so manche Reaktion von Will, aber auch von Jesse nicht wirklich nachvollziehen. Evtl. habe ich an die „Reaktionen“ eines Doms auch eine zu hohe Erwartung? Vielleicht bin ich dazu zu gerade gestrickt, denn ich habe (auch im realen Leben) große Probleme damit, wenn ein Mann eine Firma leitet, dazu dann auch noch der dominante Part in einer Beziehung jedweder Art ist und dann zum „Mimöschen“ wird. Vielleicht war genau das der Part, an dem ich emotional ausgestiegen bin, ich weiß es nicht. Vielleicht kann jeder andere von euch dieses Verhalten besser nachvollziehen als ich und hat evtl. für sich sogar eine Erklärung dafür. Von daher kann ich dieses Mal wirklich nur empfehlen, es selbst zu lesen. Über eine Rückmeldung zu eurem Lesegefühl würde ich mich freuen, denn irgendwie stehe ich da und weiß nicht *schulterzuck*

Wer also auf gut geschilderte BDSM (mit einem hohen SM-Faktor) und dennoch auf ein sich liebendes Paar (die beiden leben die Kombination 24/7) steht, der wird, wenn er mit den Protagonisten warm wird, sicherlich ein schönes Leseerlebnis haben.

El Ma

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Mein Monatsrückblick 02/2017

Oh mein Gott, kaum ist der Januar-Monatsrückblick geschrieben, ist auch schon gleich der Februar „fällig“. Kommt es nur mir so vor oder war der Januar erst gestern vorbei?

Nun denn, hilft nichts, mal schauen, was der Februar so hergegeben hat. Wie immer nimmt die aufgelistete Buchübersicht keine Rücksicht auf die tatsächliche Lesereihenfolge 🙂

pinselspielePinselspiele – Mathilda Grace  |  4 💜 von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

dir-zu-gehoerenDir zu gehören (Neue Wege 2)  – Anna Martin  |  ???
Review folgt

valentine-cappuValentine Cappu & Cats – Chris P. Rolls & Cat T. Mad  |  4 💜 von 5 💜
süße, kurze Geschichten für zwischendurch 🙂

dein-stern-am-himmelDein Stern am Himmel (Lang Downs 1) – Ariel Tachna  |  4 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

hol-die-einen-sternHol Dir einen Stern (Lang Downs 2) – Ariel Tachna  |  4-4,5 💜  von  5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

stubentiger-wider-willenStubentiger wider Willen – Chris T. Kat  |  für mich ein Buch der Kategorie „nicht Fisch nicht Fleisch“
mein Review dazu findet ihr hier

ausgerechnet-jonasAusgerechnet Jonas – Kay Monroe  |  4,5 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

blinded-date-2Blinded Date II: Second Date – Chris P. Rolls  |  4 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

die-stille-seite-der-musikDie stille Seite der Musik – Svea Lundberg  |  3 💜  von 5 💜
mein Review findet ihr hier

dumm-wie-dodoDumm wie Dodo – Ashan Delon (BX Valentinsgeschichte)  |  4 💜  von 5 💜
Eine süße Geschichte für zwischendurch, die Ashan Delon am Valentinstag in der vollständigen Version zum Lesen bereit gestellt hat. Da die Geschichte demnächst in den Verkauf geht, von mir hier schon mal vorab eine Leseempfehlung 🙂

von-lon-an-adamVon Lon an Adam – Chris McHart  |  3,5 💜  von 5 💜
Eine nette Kurzgeschichte für zwischendurch, eigentlich eine 4 💜 Geschichte, allerdings muss ich eine flüchtige Korrektur beanstanden. Das man mal einen Buchstaben übersieht – ok, das aber ganze Wörter fehlen, die eine Verbindung zum vorangegangenen Satz bilden – geht nicht wirklich … Von daher das 1/2 💜 Abzug.

taugh-to-loveTaught to Love – T.J. Masters  |  3 💜  von 5 💜
Eine Kurzgeschichte, die für mich eigentlich „nur“ eine Leseübung war und (leider) auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

bear-among-the-booksBear Among the Books – T.J. Masters  |  4-4,5 💜  von 5 💜
Ein ruhiges, stilles Buch, ohne große Sensationen, für mich war es zu diesem Zeitpunkt genau das, was ich gebraucht habe. Mein Gefühl beim Lesen: „wie ein gemütlicher Sonntag im Jogginganzug auf dem Sofa“. Für die einen eine tolle Idee, für die anderen zu eintönig. Mein Review zum Buch folgt demnächst. T.J. Masters schreibt in einem, für Anfänger, sehr angenehm zu lesenden Englisch.

kleinstadtheldenKleinstadthelden (Holly Creek 1) – Poppy Dennison  |  4 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

Omega for the pack – N.J. Lysk  |  2  💜 von 5 💜
ich weiß nicht, was ich erwartet habe … in der Titelzeile bei *a* stand M/M/M/M/M – das bedeutet für mich erstmal eine neue, außergewöhnliche Konstellation. Aber …
So richtig kam ich in die Geschichte nicht rein. Die Idee ist prima, nur leider meiner Meinung nach nicht ganz ausgegoren und das höchste der Gefühle war dann auch „nur“ eine 3er Konstellation. Ich will jetzt nicht gierig klingen, aber wenn fünf Männer (und zwar sehr agile Männer) in der Beschreibung stehen, dann ist ein abwechselndes Pärchen bilden mit dem „armen“ Omega nicht wirklich prickelnd ;-). Wen es interessiert, mit KU ja kein Problem, ansonsten würde ich sagen, man kann – aber muss nicht.  Ansonsten, ist es in einem nicht zu anspruchsvollen Englisch geschrieben, also durchaus auch „Anfänger geeignet“.

 

Mein Fazit für den Februar:

  • Poppy Dennison hat für mich mit den „Kleinstadthelden“ viel von dem wieder gut gemacht, was sie mit dem 4 Teil der „Triade“ bei mir „hinterlassen“ hat. Das heißt, ich freue mich nun wieder auf Neuerscheinungen von ihr 🙂

Mein Buch des Monats:

An „Einzelbüchern“ war im Februar keines dabei, dass so herausragend war, dass es hier Erwähnung finden müsste. Allerdings war es ein Monat, in dem ich viele gute Bücher lesen durfte – und das ist doch auch schon was.

Mein Highlight:

Die beiden Bände der „Long Downs“-Serie. Hier habe ich eine Serie gefunden, in der ich mich so wohl fühle, dass ich mir das englische Original-Bundle ebenfalls geholt habe (wann immer ich auch zum Lesen komme …)

 

Das war er also der Februar. Auch wenn ich nicht das Gefühl hatte wirklich viele Bücher gelesen zu haben. Irgendwie fühlte ich mich immer „unter Druck“, weil eben noch so viele Bücher auf der ToDo-Liste standen und stehen. Doch wenn man dann die Liste so anschaut, ist es im Nachhinein doch immer wieder ein „Oha“-Effekt.

Nun denn, der März hat bereits begonnen und ich hänge an zwei Büchern fest, bei denen ich noch nicht weiß wie ich sie finden soll. Buch 1 habe ich schon vor längerer Zeit gelesen und hatte eine Erinnerung im Kopf, die für mich gefühlt so gar nicht zu den Charakteren aus Buch 2 erinnerten. Von daher wird Buch 1 derzeit nochmals gelesen, so dass ich die Entwicklung des 2. Bandes ggf. besser nachvollziehen kann.

So, das war’s für heute – man liest sich 😉

El Ma