„Payback“ – John Inman

Klappentext
Als Tyler Powells Leben von einem furchtbaren Verbrechen erschüttert wird, sehnt er sich nach Rache. Während er sich bemüht, die Trümmer seiner Existenz zusammenzusetzen, kann er kaum an etwas anderes denken. Rache.

Wird er diesem Verlangen nachgeben und zu dem werden, was er am meisten hasst? Zu einem Mörder?

Erst mit Hilfe von Detective Christian Martin, der in Tylers Fall ermittelt, sieht er die Möglichkeit eines neuen Lebens – durch die verblüffende Enthüllung einer Liebe, mit der Tyler niemals wieder gerechnet hatte.

Wird es ihm gelingen, diese Liebe in sein Leben zu lassen, oder ist es bereits zu spät? Ist Rache ihm wichtiger als sein Glück – und das Glück des Mannes, der ihn liebt? Auch wenn Tyler entschlossen ist, seinen Rachedurst zu stillen, ohne dabei jede Hoffnung auf eine Zukunft mit Christian zu opfern, weiß er, dass es sich um ein schweres oder gar unmögliches Unterfangen handelt. Möglicherweise wird er am Ende gezwungen sein, eine unerträgliche Entscheidung zu treffen.

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Jetzt weiß ich wieder, warum ich eigentlich keine Krimis lese …  Ich heule … ich heule eigentlich permanent während ich sie lese.

Kein Mensch soll das erleben müssen, was Tyler durchgemacht hat. Ob ich das so nachvollziehen kann, dass er Rache will – ja, durchaus. Wenn ich jetzt mehr ins Detail gehe, spoilere ich und zwar so sehr, dass ich es lieber lasse … naja, nicht so ganz … ein bisschen muss ich 😉  Weiterlesen

„Der steinerne Garten“ (Band 1) – Jayden V. Reeves

Klappentext
Gay Drama. Empfohlen ab 16 Jahren.

Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen Nuts-Transport zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird.

Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

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Um diese 607 Seiten zu lesen, brauchte ich die Ostertage. Dieses Buch hätte ich  nicht so „zwischen Tür und Angel“ lesen mögen, denn es kommen „Dinge“ darin vor, die mir ganz schön zugesetzt haben.

Ich weiß nun auch wieder, warum ich dramatische Geschichten, Krimis und Thriller nicht wirklich mag bzw. warum sie nicht ganz oben auf meiner „must have“-Liste stehen. Vielleicht bin ich zu emotional, zu sensibel oder zu gerne im „Lummerland“? Dass das Leben kein Ponyhof ist, weiß ich selbst, aber ich muss es mir ja dann nicht auch noch selbst ins Haus holen.
Ich bin bereits einige Tage um diesen Titel herumgeschlichen, aber aus den vorgenannten Gründen (noch) nicht bereit gewesen es zu kaufen. Als mir dann das Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde, musste ich, bevor ich zugesagt habe, erst noch ein paar Details geklärt haben. Wie ihr seht, wurden meine Fragen im Vorfeld beantwortet und nun war es die Tage „fällig“.

*****

Ich lese viele Bücher, gute Bücher, aber so detailliert ausgearbeitet wie dieses, waren nur wenige. Ganz egal, ob es um die Schreibweise, den korrekten Umgang mit deutscher Grammatik und der Zeichensetzung, die anspruchsvolle Handlung oder die schonungslose Darstellung der Protagonisten ging. Zudem wurde kein Nebenstrang vernachlässigt, was mir immer ganz wichtig ist.
Allerdings habe ich selten von so vielen A***löcher auf einem Haufen gelesen. Nicht nur, dass diverse Charaktere kriminell sind oder zumindest eine kriminelle Vergangenheit haben, nein, auch die charakterlichen Eigenschaften und teilweise nicht vorhandenes (oder falsch verstandenes) Rückgrat, waren bemerkenswert angehäuft.

Am Anfang dachte ich mir noch „mein Gott“ Riley, in was bist du denn da reingerutscht – und ich hatte Mitleid mit ihm. Je weiter ich jedoch im Buch kam, umso weniger konnte ich ihn leiden (und trotzdem hatte er mich). Oberflächlich, naiv, gedankenlos, egoistisch, selbstzerstörerisch, aber auch ohne Probleme, andere „über die Klinge“ springen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass wenn er in psychologischer Behandlung gewesen wäre, es eine relativ vernichtende „Diagnose“ aka Einschätzung seiner Persönlichkeit gegeben hätte. Für mich war er eine wandelnde Zeitbombe, die jederzeit zum vernichtenden „Schlag“ ausholen könnte und dies dann ja auch letztendlich, als er sich wieder einmal „schlecht behandelt“ gefühlt hatte, auch getan hat. Klar, hätte man es auch wieder mal auf die schwierige Kindheit schieben können, aber diese „Ausreden“ sind mir in diesem Fall einfach zu billig. Riley hat Defizite, aber diese liegen meiner Meinung nach nicht (nur) in seiner Vergangenheit, sondern in seiner Psyche.

Gedankenlosigkeit tötet. Andere.
Stanislaw Jerzy Lec

Bei Nathanyel war mir relativ schnell klar, in welche Richtung seine Symptome gehen. Hätte sich Riley nur ein bisschen mehr, als nur um sich selbst und seine Befindlichkeiten gekümmert, hätte er bei allen Anzeichen, allen Gesprächen mit Nathanyels Verwandten und ein bisschen nachlesen der Symptome ganz schnell herausfinden können, was Sache ist – so blauäugig kann man gar nicht sein …

Die gemeinsame Geschichte der beiden jungen Männer ist keine leichte Kost. Es ist erschreckend, wie klar dargestellt wird, wie die wirkliche Welt sein kann. Ja, das Buch ist Fiktion und dennoch ist man so in der Geschichte drin, dass man Angst hat, die Zeitung aufzuschlagen und genau so eine Geschichte zu lesen.
Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst einmal tief Luft holen, denn mitzuerleben, wohin sich ein sich gegenseitiges hochschaukeln, bewusste Manipulation von verschiedenen Protagonisten und manche Mauern, die man sich selbst gedanklich gebaut hat, hinführen können, ist erschreckend.
Zu lesen, wer Nathan ist, warum er zum Teil so geworden ist, wie er ist, wie wenig Akzeptanz er von seiner Familie und auch anderen Personen erhält, ist teils schwer zu ertragen. Wenn man dann aber liest, wie manipulativ er mit seiner exorbitanten Intelligenz ist, hält sich das Mitgefühl für ihn sehr rasch wieder in Grenzen. Denn ja, ich bin der Meinung, das eine Beeinträchtigung (und das ist seine Erkrankung) zwar vieles, aber nicht alles entschuldigt.

Wie gesagt, dieses wirklich gut geschriebene Buch ist keine leichte Kost. An manchen Stellen war es etwas langatmig, jedoch nie so, dass man den Faden verloren hätte, denn irgendwie ging der Weg immer wieder zur Haupthandlung zurück.
Was es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte, war der etwas lapidare Umgang mit der Vergewaltigung. Mag Nathanyel auch eine gestörte Wahrnehmung haben, ist dies für mich kein Thema, über welches man einfach so hinweggehen sollte. Beide Männer gehen beim Sex nicht gerade zimperlich miteinander um, aber nicht jeder, der das Buch liest, ist versiert im Umgang mit Analverkehr, d.h. obwohl die einzelnen m/m Sexszenen eh schon nicht von Liebe und Rücksichtnahme geprägt waren, ist ein nicht im gegenseitigen Einvernehmen durchgeführter Akt noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Es gibt Menschen, die eine härtere Gangart bevorzugen, ohne Frage. Aber ohne die Zustimmung des Partners ist und bleibt es eine Vergewaltigung. Es mag Genres geben (z.B. japanische Manga) in denen dies gang und gäbe ist – bei uns hier Gott sei Dank nicht! Auch wenn eine Anzeige nicht zum Tenor des Buches gepasst hätte, hätte mir an dieser Stelle ein etwas differenzierter Umgang damit, ein besseres Gefühl gegeben.

Das Ende ist halb offen, d.h. man kann damit gut – bis zum Erscheinen des zweiten Bandes – leben. Auch diese Information war mir vor dem Lesen wichtig, denn ein Cliffhanger, den man mindestens ein Jahr so stehen lassen müsste, ist für mein Empfinden ein absolutes „no go“.

Trotz meiner Bedenken zum vorgenannten Punkt der Vergewaltigung, kann ich für dieses Buch (eben mit dem Hinweis, dass auch „nicht einvernehmlicher Sex/Vergewaltigung“ darin vorkommt) eine Leseempfehlung aussprechen – man sollte es eben einfach wissen.

Ich darf mich noch einmal herzlich bei Jayden V. Reeves für das Leseexemplar bedanken!

Bis bald

El Ma

 

Kaufen kann man es z.B. hier  | mehr über den Autor erfahrt und findet ihr hier

Was liest du? – Fragebogen von „LESESTUNDEN“

Es ist nicht das erste Mal, das Tobi vom Blog „Lesestunden“ einen Fragebogen erstellt hat. Irgendwie kommt es mir dieses Mal schwerer vor diesen zu beantworten, als bei den vorangegangenen – warum auch immer …

Aber ich versuche es einfach mal und wir schauen, was dabei rauskommt 😉 Soweit es mir möglich war, habe ich Bücher, Reviews usw. verlinkt. Klickt einfach drauf, das meiste sollte funktionieren.

Für neue Leser darf ich anmerken, dass ich seit +/- drei Jahren fast nur noch im m/m-Bereich lese, drum wundert euch nicht, dass es hier vor Männlichkeit nur so strotzt *g*

Hier nun die Fragen – und natürlich meine Antworten (bin ich froh, dass ich frei habe, das hat schon etwas länger gedauert 😉):

Ok, es geht ganz einfach los. Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

öhm …   das ist ein freiverfügbares Buch auf Fanfiction.de:
Die Zeichnung“ (inkl. der Fortsetzungen) von Shutterfly – mein Review dazu findet ihr hier

Okay: Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

ich lasse jetzt das oben einfach mal weg, Tobi merkt bestimmt nicht, dass es dann sechs Bücher sind *g*

  • Diana Wintermeer „Die Farben des Lichtsdas Review findet ihr hier (wobei alle ihre Bücher bisher absolut lesens- und empfehlenswert sind.
  • Kim Fielding „Die Blechdosedas Review findet ihr hier
  • Susann Julieva „Refugium: Seelenstaub (Buch 1) – das Review findet ihr hier  
  • Susann Julieva „Café der Nachthier gibt es noch kein Review, da ich immer noch nicht die passenden Worte für dieses Buch gefunden habe.
  • und alles von TJ Klune (hier möchte ich keines der Bücher, die ich gelesen habe, herausheben – ich liebe sie alle 😍

Welche Neuerscheinungen erwartest du sehnsüchtigst?

Die Übersetzung des 3. Teils der „Auf den ersten Blick„-Serie von TJ Klune rund um Paul & Vince, Helena aka Sanford & Darren, Johnny Depp & Wheels 😁

Welche fünf Bücher sind schon am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

Oh mein Gott, jetzt tun sich Abgründe auf …

und das ist wirklich nur das allerunterste Ende des Fahnenmastes (aka meines SuB) 😳

Welche fünf Bücher von deinem Stapel ungelesener Bücher wirst du als nächstes lesen?

Welches Buch hat die schönste und bewegendste Liebesgeschichte?

  • nach schön möchte ich nicht beurteilen, dafür gibt es zu viele, die das gewisse Etwas haben
  • das bewegendste war für mich  Kim Fieldings „Die Blechdose“ (das Review findet ihr hier)

Welche Fantasy Reihe ist dein Favorit?

außer den Geschichten von J.R.R. Tolkien?   Die „Immortals after Dark“- Serie von Kresley Cole 😀

Welches Buch von welchen Autoren/welcher Reihe sollte endlich geschrieben werden?

Da einige meiner Lieblingsautor*Innen ihre Helden schon in „Serien“ verpackt haben (d.h. neue Geschichten mit immer wieder auftretenden Protagonisten). Bin ich hier für den Moment erst einmal zufrieden.
Ich kann und mag das nicht entscheiden, denn oft ist es so, dass mir ein Nebendarsteller so gut gefällt, dass ich gerne eine eigene Geschichte von ihm hätte – so grade wieder geschehen … D.h., diese Liste wäre für mich unendlich fortsetzbar (ich bin gierig, ich weiß *g*)

Was ist das anspruchvollste Buch, dass du jemals gelesen hast?

Im m/m Belletristikbereich? Außer, dass es ein paar wirklich herausragende Bücher gibt – wie z.B. „Café der Nacht“ von Susann Julieva? Bücher, wie „Die Mitte der Welt“ wurden verfilmt – wenn das als anspruchsvoll zählt, gut. Jeder versteht unter anspruchsvoll ja doch etwas anderes, die „Herr der Ringe“ Trilogie und „Der kleine Hobbit“ ging bei mir damals in einem Rutsch durch, Richard David Precht liest man halt, damit man es gelesen hat, da es zum guten Ton gehört (wobei ich seine Art der Erläuterungen mag), Umberto Ecos „Name der Rose“ zog sich, ging aber – aber dafür konnte ich mit „Das Foucaultische Pendel“ mal so gar nichts anfangen. Da kann das „Anspruchslevel“ noch so hoch sein, wenn mich ein Buch zu Beginn nicht fesselt, ist es durch, sorry. Die klassischen „Klassiker“, denen man genau diesen „Anspruch“ nachsagt, gingen mehr oder weniger an mir vorbei. Meine Meinung dazu: kann man lesen, muss man nicht (frei nach dem Motto „jedem das seine“) zumindest dann nicht, wenn man sie nur liest, um anderen etwas beweisen zu wollen (kenne ich tatsächlich jemanden) und nicht weil man sie wirklich mag.

Welches Buch fandest du am aller schrecklichsten?

  • Umberto Ecos „Das Foucaultische Pendel  und
  • E.L. James „Fifty Shades of Grey (und zwar alle Teile). Das war Hausfrauen-Möchtegern-BDSM – das schlimme ist jedoch, dass es Leser gibt, die das alles auch noch für bare Münze nehmen.

Welches Buch würdest du gerne einmal lesen, aber wagst dich noch nicht ran?

  • „Blinder Zorn“ von T.C. Jayden.
    Es ist der dritte Teil einer BDSM-Serie (bei der mir Teil 1 + 2 gut gefallen haben), nur geht es hier nicht so sehr um dieses Genre, nein, es ist ein Thriller, in dem es um Rache geht (körperlich und psychisch)
  • „Geister“ von Nathan Hill
  • „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara

Was ist das spannendste Buch, das du je gelesen hast?

Spannend?  Schwer zu sagen, gefesselt haben mich einige … u.a. Zero at the Bone: Eiskalt bis ins Mark“ von Jane Seville (ich mochte ihren „D“ sehr 😁) – ein Review dazu gibt’s hier

Welches Buch hat dich am meisten aufgerührt?

so aus dem Bauch heraus?

  • Kim Fieldings „Die Blechdose  – ein unglaublich berührendes Buch

Was ist das beste Sachbuch in deinem Schrank?

./.   Hier bin ich raus *g*
Sach-/Fachbücher im Bereich Assistenz, Verwaltung, Organisation und Sekretariat interessieren keinen Menschen

Was ist dein schönstes Buch in deinem Schrank?

Meine Sonderedition des Insel Verlages der „Geschichten aus 1001 Nacht“ von Hugo von Hofmannsthal

Was ist das älteste Buch, das du je gelesen hast?

  • „Fränkische Sagen und Gedichte“ – gesammelt, neu erzählt und herausgegeben von Karl Stritzke (1947)
  • und mein erstes, von Oma aus ihrem Regal genommen und mir überlassen, eigenes Buch Der Trotzkopf von Emmy von Rhoden (von 1962) es steht heute noch bei mir im Regal (nicht mehr schön, aber ich habe es noch)

Welches Buch hat dich so richtig geärgert?

Jedes, das als Fortsetzung geplant wurde und nicht weitergeschrieben wird. Das ist etwas, das nehme ich persönlich und lasse den Autor/die Autorin fortan links liegen – egal was er/sie noch bringt.

Was ist dein liebster Klassiker?

Wenn es denn schon als Klassiker zählt Die gute Erde“ von Pearl S. Buck (Frauenliteratur halt) aber eben auch die vorgenannten „Sagen und Gedichte aus Franken“. Wenn das nicht zählt, dann führe ich eben alle meine Märchenbücher auf, die ebenfalls im Regal stehen *g*.

Was ist dein absoluter Favorit unter den Kinderbüchern?

Was ist der schönste Bildband in deinem Regal?

Dank Tobi: Lesen“ von Steve McCurry *g*
(ganz knapp vor meinem Schottlandbildband)

Welche Bücher sind ganz oben auf deiner Wunschliste?

nun ja … und das war jetzt nur die Spitze des Eisbergs

Wer ist dein absoluter Lieblingsautor?

boah … das ist ja wohl noch heftiger, als das mit dem Lieblingsbuch …  ok …

  • TJ Klune 😁

Welchen Autor findest du am faszinierendsten?

  • auch TJ Klune – ich würde gerne wissen, ob er im realen Leben auch so sarkastisch, humorvoll und witzig (nein, das ist für mich nicht das Gleiche) ist, wie in seinen Büchern

Welches Buch hat dein Denken am stärksten beeinflusst?

ich möchte das jetzt nicht an einem Buch festmachen, es war und ist ein ganzes Genre. Seit ich Bücher aus dem Bereich m/m lese, hat sich meine Toleranzgrenze in jedem Bereich erweitert. Viele Dinge sehe ich heute aus einem anderen Blickwinkel. Was mich nur immer wieder erschreckt ist, das eine Community, die Toleranz für sich einfordert, in vielen Bereichen ebenso oberflächlich und gedankenlos ist, wie ich es sonst nur von heterosexuellen Menschen kannte. Man sieht also auch hier wieder, egal welche Präferenzen jemand hat „Mensch bleibt Mensch“ – hat doch auch was, oder?

Wenn ein guter Freund/gute Freundin krank im Bett liegt, welches Buch empfiehlst du?

sorry, hier wäre es mit einem Buch nicht getan gewesen 😜

Zu welchen Buch greifst du, wenn du Liebeskummer hast und dich trösten willst?

  • Zu Mathilda Grace‘ Ostküstenreihe (mehr dazu gibt’s hier auf ihrem Blog), alternativ
  • zu den Serien von Tobias Jäger (mehr dazu gibt’s hier auf seinem Blog)

Welches Buch hatte das schönste Setting?

  • Duett“ von Eden Winters (spielt in Schottland und über mehrere Generationen hinweg – ein wundervolles Buch) – mein Review findet ihr hier
  • Die Kanada-Reihe“ von Tobias Jäger (hier ist der Name Programm)

Aus welchem Buch hast du am meisten für dich mitgenommen?

Das war eine Benefiz-Anthologie, in der es überwiegend um Menschen mit einem Handicap (ob sichtbar oder nicht) geht

Beides sind Bücher, die zeigen, dass auch Menschen mit einem Handicap eine große Liebe finden können, einfach nur deswegen, weil manche Menschen „mit dem Herzen sehen“ und nicht nur mit dem Augen 💜

Welches Buch konnte dich sprachlich am meisten begeistern?

Welche Romanfigur konnte dich am meisten begeistern?

Was ist dein teuerstes Buch im Regal?

Das ist ein Handarbeitsbuch *g* „Tudor Roses“ von Alice Starmore ich habe es ersteigert, als auf eine Neuauflage noch auf Jahre hinweg keine Chance bestand.

Welche Bücher hast du am öftesten erneut gelesen?

Was war dein erstes Buch, das du je gelesen hast und an das du dich erinnern kannst?

„Max und Moritz“ von Wilhelm Busch 🙂  oder der „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann – eins von beiden war’s

Du machst Urlaub in einem einsamen Haus am Meer. Welche Bücher nimmst du mit?

Die Vorstellung:  Ein Traum 😃. Die Frage selbst geht aber ja wohl gar nicht … Ich würde mich ja zu Tode schleppen. Nix da, das Tablet geht mit, da ist alles drauf, was ich im Urlaub bei mir haben möchte 😉

Welche Bücher kannst du Schriftstellern empfehlen?

Keine Ahnung …  Da nie ein Autor nur für mich alleine ein Buch schreiben würde, wäre das wohl Perlen vor die S… geworfen, oder?  Wenn ein Autor keinen Humor hat, dann brauche ich ihm z.B. die Bücher von TJ Klune gar nicht empfehlen usw.

Welches Buch hast du als grausamsten oder erschreckendsten empfunden?

Ich kann keine Thriller oder Horrorgeschichten lesen, weil ich hierzu zu emotional bin. Wie gesagt, es liegt „Blinder Zorn“ seit dem Erscheinungstag auf dem Reader – ich kann nicht ran, weil es um einen Sadisten geht, der seinen Zorn an (unfreiwilligen) schwächeren Personen auslässt.
Crime-Romance geht, reine Krimis würde ich wiederum 1:1 vom Kopf her ins reale Leben umsetzen, dass hieße, ich würde jedesmal wenn ich den Müll rausbringe, das Böse hinterm Zaun erwarten. Also … auch nix für mich 😨

Welche Reihe an Büchern kaufst du alle ausnahmslos und sammelst du?

Alles – ausnahmslos – und immer (nicht sofort, es kann dann auch aus zweiter Hand sein):

Von welchen Autoren hast du am meisten Bücher im Schrank stehen?

Lynsay Sands  |  Nora Roberts  |  Kresley Cole  |  Lara Adrian  |   Susan Mallery

… nach dem Reader hast du ja nicht gefragt (Gott sei Dank *schweißabwisch*)

Welches Buch sollte ich wirklich wirklich wirklich unbedingt lesen?

Wenn Du Gay-Romance liest, dann darf ich dir

  • alle Bücher von TJ Klune empfehlen. Sein schwarzer und wirklich sarkastischer Humor ist genial.
  • ansonsten „Café der Nacht“ &
  • Refugium Sternenstaub von Susann Julieva
  • und die „Blechdose“ von Kim Fielding
  • nicht zu vergessen:  „Die Zeichnung“ von Shutterfly (kein großes Drama, aber wirklich toll erzählt und viele Impressionen aus Berlin und Italien (Urlaub für zuhause)

Au Backe, das war ja mal eine Liste *g*. Sie war lang, aber sie hat mal wieder riesig viel Spaß gemacht.
Tobi aka „Lesestunden.de“ – vielen Dank, dass du dir immer die Mühe machst und dir die Fragen ausdenkst 💜.
Wenn ihr neugierig seid, wer noch so mitmacht, schaut einfach auf seinem Blog vorbei, ich gehe davon aus, dass er die Teilnehmer wieder verlinken wird.

Anders als ich, liest Tobi wirklich die Klassiker und stellt auch immer mal wieder außergewöhnliche Bücher vor – ein Besuch bei ihm lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall.

In diesem Sinne, bis bald

El Ma

 

Nachtrag;
Ihr findet weitere Antworten auf Tobis Fragen auch hier bei „Gaylesen„, Frau „Laberladen“ und „TheWorldofbigEyes„. Sollte noch ein mir bekannter Blog, der im m/m-Genre veröffentlich, dazukommen, ergänze ich gerne 😀

„So nötig wie Kopfweh“ – J.H. Knight

Klappentext
Seit seinem fünfzehnten Lebensjahr zieht Tommy O’Shea seine sieben jüngeren Geschwister alleine groß. Sein drogensüchtiger Vater und seine ebenfalls drogensüchtige Stiefmutter sind ihm dabei alles andere als eine Hilfe. Er hat es bisher immer geschafft, die Kinder zu ernähren und vor der Pflegeunterbringung zu bewahren. Dafür braucht er seine gesamte Energie, und eine Romanze, die sein Leben noch komplizierter macht, hat er so nötig wie Kopfweh.

Der junge Polizist Bobby McAlister gehört nicht in Tommys raue Welt, aber Tommy kann ihn einfach nicht loswerden. Während aus ihrer ungewöhnlichen Freundschaft ganz zaghaft eine Beziehung wird, überstehen sie gemeinsam die alltäglichen Stürme von Tommys Leben mit viel Gelächter und mehr als einem Streit.

Tommy ist es nicht gewohnt, Außenseitern zu vertrauen, und er hat in seinem ganzen Leben noch nie um Hilfe gebeten. Doch als ein tragisches Schicksal die Familie O’Shea trifft und alles bedroht, wofür Tommy gekämpft hat, muss er beides lernen, um sich von dem brutalen Schlag zu erholen.

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Wenn ich noch etwas gewartet hätte, hätte dieses Buch durchaus auch noch ein rundes Jubiläum auf meinem SuB schaffen können, da kurz nach dem Erscheinen gekauft und … Aber, die Vorsätze meinen SuB betreffend stehen noch, so dass nun immer mal wieder ein „altes“ Buch hervorgeholt wird. Und wieder einmal wurde ich mehr als positiv überrascht 😀.

Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, da man gleich mit dem ersten Satz schon mitten in der Geschichte drin ist und keine Gelegenheit hat, die doch ziemlich vielen Protagonisten für sich zu sortieren und kennenzulernen. Es lohnte sich aber auf jeden Fall dran zu bleiben und so mitzuerleben, wie es in einer Großfamilie am unteren Existenzlevel zugehen kann. Wieviel Liebe, Verständnis und gegenseitige Fürsorge möglich sind, um gemeinsam das tägliche Leben zu meistern.

Bereits mit 16 Jahren musste Tommy für seine sechs Geschwister die Eltern ersetzen, da seinem Vater der Alkohol und seiner Stiefmutter die Drogen wichtiger waren, als die Kinder. Einige Jahre und viele negative Erfahrungen später, trifft er auf Bobby, der dadurch, dass er einfach immer wieder auftaucht so nach und nach einen festen Platz im Leben der Familie O’Shea und ganz besonders bei Tommy einnimmt.
Fast unbemerkt beeinflusst Bobby die Familie positiv und als auch noch dessen Mutter,  nach einem weiteren Tiefschlag für Tommy, einfach in ihr Leben stürmt, scheint sich eigentlich alles zum Guten zu wenden, wenn da nicht immer wieder neue Nackenschläge wären. Zudem muss sich die Familie jedesmal neu sortieren, wenn Vater und Stiefmutter ohne Vorwarnung auftauchen. Aber auch das kostet Kraft, viel Kraft, von der sowohl Tommy als auch seine Schwester Colleen nicht mehr allzu viel haben.

Woher soll ich die Stärke nehmen, weiterzumachen, wenn meine Stärke im Lauf der Zeit
durch die sinnlosen Versuche, stark zu sein, aufgebraucht wurde?
© Margot S. Baumann
(*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin

Mit Bobby und Judy wird das Leben der Familie O’Shea etwas leichter, aber es wären nicht die O’Sheas, wenn auf Sonnenschein nicht wieder Starkregen folgen würde …

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn es erschreckend ist, dass so ein Leben überhaupt möglich ist. Das eine so große Familie es schaffen kann, permanent unter dem Radar zu leben und trotzdem zu überleben. Für mich hätte der Epilog durchaus noch etwas länger sein können, aber er gibt einem dennoch, so wie er geschrieben wurde, einen versöhnlichen Abschluss.

Dieses nicht ganz einfache Thema wurde von der Autorin meiner Meinung nach wunderbar umgesetzt. Trotz aller Problematik kommen Gefühle und Emotionen nicht zu kurz. Man muss die O’Sheas, aber auch Bobby und seine Mutter sowie Gene einfach mögen.

Bis bald,

El Ma

 

Kaufen kann man es hier & hier  |  den Verlag Dreamspinner Press findet man hier
mehr zur Autorin findet ihr hier

Monatsrückblick 03/2017

Und  bis man schaut ist schon wieder ein Monat rum …  wie man sieht, schafft man ganz schön was, wenn man drüber bleibt und sich nicht immer durch andere Sachen ablenken lässt 😉

Nun denn, hier die Zusammenfassung für den März:

 

die-muse-2

Eine Muse im Heuhaufen – Remmy Duchene  |  3 💜 von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier 

Tanz inklusive (Alles Liebe 1) – Karo Stein  |  3,5 💜  von 5 💜
eine nette Geschichte für zwischendurch.

Herzschmerz inklusive (Alles Liebe 2) – Karo Stein  |  4 💜  von   5 💜
hat mir einen Ticken besser gefallen als Buch 1 – ebenfalls wunderbar geeignet um einen stressigen Tag vergessen zu lassen.

Sutphin Boulevard

Sutphin Boulevard (Fünf Stadtbezirke 1) – Santino Hassell  |  4,5 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

Sunset Park

Sunset Park (Fünf Stadtbezirke 2) – Santino Hassell  |   5  💜  von  5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

Mitten im Irgendwo – Roan Parrish  |  5 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

Nie passiert irgendwas – Sue Brown  |  „ich weiß nicht, wie ich es einordnen soll“
ein ausführliches Review findet ihr hier

                                                

Andrew Greys – Geschichten aus der Ferne 1-3  |  Ein weites Land
Miteinander (1) 
Dunkle Wolken (2)  |  Unruhige Zeiten (3)
ein ausführliches Review findet ihr hier

Kaktuskavalier – A.C. Lelis  |  3,5 💜  von 5 💜
Review folgt

Kaffeekavalier – A.C. Lelis  |  4,5 💜  von 5 💜
Review folgt

Café der Nacht – Susann Julieva  |  5  💜 von 5 💜
Review folgt


Mein Fazit für den Februar:

Ich darf mich wirklich glücklich schätzen, es war jetzt schon der zweite Monat in Folge, in dem ich ein gutes Händchen für Bücher hatte. Ein paar gelesene Bücher hatte ich schon richtig, richtig lange auf dem Reader – von einem gibt’s mittlerweile sogar schon eine Neuauflage 🙀😹

Mein Buch des Monats:

Ok, das war diesen Monat echt ein Kopf an Kopf rennen zwischen „Mitten im Irgendwo“ von Roan Parish und „Café der Nacht“ von Susann Julieva. Zwei völlig unterschiedliche Bücher und doch hat jedes das gewisse Etwas.

Mein Highlight:

Das war diesen Monat eines der ältesten Bücher, das ich auf dem Reader habe: „Café der Nacht“. Wie es mir gefallen hat, lest ihr demnächst in meinem Review. Mich hat das Buch echt umgehauen. Es war so völlig anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Ich weiß immer noch nicht, wie ich die richtigen Worte für dieses Buch finden soll (genau aus diesem Grund steht auch das Review noch nicht).

Andrew Greys „Geschichten aus der Ferne“ Miteinander (1) | Dunkle Wolken (2) | Unruhige Zeiten (3)

Ein weites Land – Miteinander
(Geschichten aus der Ferne 1)

Klappentext
Nach einem Jahr an der Universität gibt Dakota Holden sein Medizinstudium auf und kehrt nach Hause zurück, um die elterliche Ranch zu übernehmen und sich um seinen Vater zu kümmern, der an Multipler Sklerose erkrankt ist. Aus Pflichtgefühl erlaubt sich Dakota nur eine Woche Urlaub im Jahr. Diese verbringt er meist an exotischen Orten und gönnt sich soviel Spaß, wie er nur ertragen kann. Während seines letzten Urlaubs, einer Kreuzfahrt, schließt er mit Phillip Reardon eine Freundschaft, die bald eine wichtige Rolle in Dakotas Leben spielt.

Als Phillip beschließt, Dakotas Einladung zu einem Besuch auf der Ranch anzunehmen, ist Dakota glücklich, ihn wiederzusehen und auch seinen Freund, den Tierarzt Wally Schumacher kennenzulernen, Ungeachtet Wallys Bedürfnis, den Wölfen zu helfen, die von Dakotas Männern gejagt werden, um die Rinder zu schützen, verbindet die beiden bald viel mehr als ein starkes, beiderseitiges erotisches Interesse. Doch irgendwann wird sich entscheiden müssen, ob das Hochland von Wyoming weit genug ist für Dakotas Rinder, Wallys Wölfe und ihre Liebe.

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Ein weites Land – Dunkle Wolken
(Geschichten aus der Ferne 2)

Klappentext
Die benachbarten Farmen der Holdens und Jessups stehen sich alles andere als nachbarschaftlich gegenüber – Jefferson Holden und Kent Jessup hassen sich. Doch trotz des jahrzehntelangen Grolls seines Vaters, kann sich Haven Jessup nicht dazu durchringen, seine Nachbarn zu hassen. Erst recht nicht, nachdem ihn Dakota Holden während eines gewaltigen Sturms bei sich aufnimmt, und er Dakotas Freund, Phillip Reardon, kennenlernt.

Phillip akzeptiert Haven so wie er ist. Als Einziger sieht er hinter die Maske, die Haven benutzt, um sein Verlangen nach Männern zu verstecken. Doch ihre zaghafte Annäherung und ihre heimliche Beziehung stehen unter großem Druck. Sabotierte Zäune, verletzte Tiere, geschmacklose Pläne und Jessups Familiengeheimnisse, bedrohen Havens neu gefundenes Glück und seine Hoffnung auf eine Zukunft mit Phillip.

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Ein weites Land – Unruhige Zeit
(Geschichten aus der Ferne 3)

Klappentext
Liam Southard hätte mit Sicherheit nicht erwartet, von zwei schwulen Ranchern aufgenommen zu werden, als er seinem gewalttätigen Vater endlich entkommen kann. Bald darauf hat er einen neuen Job, eine neue Sicht auf seine Sexualität und ein Leben, das sich in eine neue Richtung wendet. Doch dann zielt jemand mit einer Schusswaffe auf ihn.

Zu Troy Gardeners Verteidigung; er weiß, dass das mit der Waffe ein Fehler war. Nach seiner gescheiterten Ehe lebt er in der abgeschiedenen Jagdhütte seines Onkels. Seine Nerven sind ein wenig angespannt, trotzdem möchte er sich bei Liam entschuldigen. Als er herausfindet, wie viel sie beide gemeinsam haben, möchte er sogar noch mehr. Dann taucht Liams Vater unerwartet bei ihnen auf und eine Bergbaugesellschaft bedroht die Wasserversorgung der Ranch. Das Leben hier wird garantiert nicht langweilig.

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Wie würde man bei uns sagen „a schwierige Woar“ …
Ich mag die Geschichten von Andrew Grey, allerdings nicht immer und zu jeder Zeit. Hier allerdings habe ich direkt nach Santino Hassell, der ja doch relativ schwer und „düster“ schreibt, das „heile Welt“ Szenario von A. Grey gebraucht. Die ersten beiden Bände hatte ich (wie gewohnt …) schon länger auf dem Reader, aber nach dem es ja mit Band 3 dieser Tage eine weitere Folge gab, durften sie ganz nach oben auf den SuB und so habe ich mit einem Schlag nicht nur ein neues, sondern auch zwei ältere Bücher „erledigt“.

Alle drei Geschichten spielen überwiegend auf der Ranch der Holdens, auf der sich im ersten Band Dakota und Wally kennenlernen.

Dakota, ein Bild von einem Cowboy, der für seinen kranken Vater all seine eigenen Pläne aufgegeben hat, lernt bei einem Besuch seines Freundes Philipp den „Städter“ und Tierarzt Wally kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Allerdings treffen hier auch zwei Welten aufeinander, die Probleme aufwerfen, die man nicht so ohne weiteres lösen kann. Beide Männer müssen lernen, dass es nur funktionieren kann, wenn man aufeinander zugeht und die „Eigenheiten“ und Lebensanschauungen des anderen akzeptiert. Kein leichtes Unterfangen, zumal auch von Dakotas Seite aus die Interessen der Ranch und sein Vater oberste Priorität haben. Wie die beiden ihre Vorstellungen kombinieren, erzählt Andrew Grey in einem ruhigen, harmonischen Erzählstil. Wenn man seine Geschichten kennt, weiß man, dass zuviel Harmonie des Öfteren auch ganz schnell langweilig werden kann. An dieser Kante schrammt er knapp vorbei, so dass man mit „Miteinander“ einen netten Einstieg in eine Serie bekommt, in der es in der englischen Version „Ranch Serie“ mittlerweile bereits 7 Bände gibt.

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Im zweiten Band treffen Dakotas bester Freund Philipp und der Sohn des verfeindeten Nachbarn, Haven Jessup, aufeinander. Auch hier gibt es sofort eine unterschwellige Faszination. Dies kann Philipp für sich allerdings nur schwer einordnen, da er bisher noch nie das Verlangen gespürt hatte, einen Partner und nicht nur einen Kurzzeitlover ohne Ansprüche, haben zu wollen. Wie schwer Havens Leben mit und unter seinem Vater war und ist, erfahren wir im Laufe der Zeit. Der ganz leicht angehauchte Krimipart wird in die „Romanze“ mit eingewebt und erfüllt ihren Zweck.

Viel wichtiger war es für mich zu erfahren, ob Haven es schafft, endlich zu sich selbst zu stehen. Zu sehen, dass er mit Dakota und Wally (und diversen Rancharbeitern auf der Holden Ranch) richtig gute Freunde findet und das Philipp für sich feststellt, was wirklich wichtig im Leben ist.

Auch diese Geschichte ist jetzt nicht der Quell aufregenden Dramas, sondern macht einfach Spaß und garantiert gemütliche Lesestunden.

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Im dritten Teil kommen nun ganz „neue“ Männer auf die Holden Ranch, die sich mittlerweile so vergrößert hat, dass es eine komplett neue „Unternehmensstruktur“ gegeben hat und die Männer, die wir aus den Bänden 1 & 2 schon kennen haben mittlerweile jeder einen festen Aufgabenbereich. Da Wally immer noch als Tierarzt – auch für die anderen Rancher –  tätig ist und ein riesengroßes Herz hat, hat sich sein „Zoo“ noch um einige Exoten erweitert. Das dies manchmal auch schwierig sein kann, aber eben auch Vorteile mit sich bringt, ist ein schöner Nebenstrang, der sich durch alle drei Bände zieht.

Als Liam von den Männern der Holden Ranch gefunden wird, ist er mehr tot als lebendig. Seine Vorgeschichte ist hart, wird aber nicht allzu sehr dramatisiert. Nach seiner Regeneration kann er auf der Ranch bleiben und bekommt ein eigenes Aufgabengebiet, was für sein Selbstwertgefühl unglaublich wichtig ist. Als er auf Troy Gardener trifft, für den die Welt nur noch düster ist, treffen zwei Welten aufeinander – jede fasziniert von der anderen. Liam fand ich toll. So wie er sein Schicksal angenommen hat und damit umgeht – Respekt!

Tja, und dann gibt es Troy, erst vor kurzem aus dem Schrank raus, ein vor Selbstvorwürfen erschütterter Mann, den ich zu gerne ab und zu in den Allerwertesten getreten hätte. Aber auch er ist lernfähig ;-).
Auch in dieser Geschichte gibt es ein wenig Drama, in welchem Troy sein früheres Leben nützlich ist und er seinen Weg in die Gemeinschaft der Ranch findet.
Allerdings wird mir persönlich eben genau dieser Part, in dem Troy der Ranch weiterhilft, viel zu oberflächlich behandelt. Ein paar geheimnisvolle Anrufe hier, eine erwähnte Sitzung da und alles ist gut. Mir persönlich war das zu wenig – sorry.

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Ja, da wäre ich dann wieder mit der „schwierigen Woar“.
Es sind alles nette Geschichten für ruhige Stunden. Es gibt in jedem Teil einen „Drama“-Anteil, der für mich leider immer nur kurz abgehandelt wird und daher nicht wirklich befriedigend ist. In jedem Buch hat ein Protagonist sein Päckchen zu tragen, für mich hätte dieses aber durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Dafür etwas weniger „Kosenamen“ für die harten Kerle und gut wär’s *g*.
Wären die einzelnen Charaktere nicht so tolle Typen, die die Geschichten – jede für sich – rausreißen, würde ich sagen: „Nix für mich“. Da aber das Lesen der „Beziehungskisten“ wirklich Spaß macht, sagen ich „ganz ok“ und ich möchte gerne wissen, wie es mit den Jungs und auf der Großranch weitergeht und wer noch alles auf Dakota, Wally, Haven & Philipp zukommt.

Jetzt lese ich das Review zum X-ten Mal durch und finde immer noch, dass es nicht Fisch und nicht Fleisch ist – ok, passt zu den Büchern 😉 macht mich aber nicht wirklich glücklich …

Bis bald,

El Ma

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