Buchbesprechung: „Benjamins Gärten“ – J. Walther

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Klappentext:
Nach dem Tod seiner Eltern lebt der 19- jährige Benjamin allein in seinem Elternhaus. Verhaftet in seinen Erinnerungen, lässt er sich treiben, ohne zu wissen, was er mit seinem Leben anfangen will. Auch wenn er in seinem Heimatdorf keine Perspektive für sich sieht, ist er eingesponnen in die Natur und die idyllische Umgebung. In die Großstadt zu ziehen kann er sich nicht vorstellen. Doch eines Tages taucht in der leer stehenden Villa der geheimnisvolle Marek auf. Benjamin muss sich entscheiden …

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In wunderschönen Bildern zeichnet J. Walther die Geschichte Benjamins. Sie zeigt, dass man, obwohl man in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt, wo jeder jeden kennt, einsam und alleine leben kann. Gefangen in seiner Trauer zieht sich Benjamin immer mehr in die Einsamkeit zurück, die ihm eine trügerische Geborgenheit bietet. Er lebt in seinen traurigen Erinnerungen, die ihn auch durch gelegentliche Träumereien an schöne Ereignisse nicht aus seiner Lethargie reißen können. Schon als Schüler war ihm bewusst, dass er auf Jungs/Männer steht, meint, dies jedoch in der dörflichen Umgebung nicht oder nur sehr begrenzt ausleben zu können.

Schon bei der ersten Begegnung ist er von Marek beeindruckt, als er ihn dann wirklich trifft, ist Marek für ihn der erste Schritt aus seinem „Hamsterrad“.

Es treffen zwei nicht einfache Charaktere aufeinander, die zwar sexuell gut und ohne Probleme harmonieren, jedoch in der Kommunikation miteinander große Schwierigkeiten haben. Benjamin tut sich schwer über sich, seine Vergangenheit, banale Alltäglichkeiten und seine (zu Beginn) nicht vorhandene Zukunftsplanung zu reden. Ich konnte mich in vielen Bereichen in Benjamin hineinversetzen. Gerade die Szenen, in denen er in der Ruhe und Einsamkeit die Sicherheit findet, die er in manchen Situationen braucht, hat J. Walther wunderbar skizzieren können.
Auch Marek ist kein leichter Charakter, der ebenso nie wirklich aus sich herausgeht und es so für Benjamin sehr schwer macht, über seinen Schatten zu springen und einfach mal nur belanglose Dinge zu erzählen.
Marek gibt Benjamin nicht das Gefühl, dass er an eine Zukunft glaubt, so das sich Benjamin wieder von Verlustängsten getrieben verschießt und förmlich auf den Abschied von Marek wartet.
Benjamin wächst an Marek, bringt es irgendwann fertig, mit den zurückliegenden Jahren abzuschließen und geht gestärkt aus der der Zeit mit Marek heraus.
Dieser Weg war für Benjamin – so schwer er auch zu gehen war – nötig, um wirklich frei und ohne Altlasten auf Marek zu- und eine gemeinsame Zukunft anzugehen. Ich gehe davon aus bzw. hoffe, dass man die Beiden als Paar in der Geschichte „Phillips Bilder“ wiedertrifft.

Benjamins Gärten war für mich keine Geschichte für „mal schnell“ zwischendurch. Dafür konnte ich (zu)viel zwischen den Zeilen herauslesen. Für mich war es keine leichte Kost. Vielleicht auch, weil ich mich in vielen Szenen selbst wiedererkannt habe.

Danke J. Walther für den kleinen in Bildern vorgehaltenen Spiegel.

Die Geschichte um Benjamin und Marek bekommt von mir tief berührte

♥ ♥ ♥ ♥ +

fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1983 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 154 Seiten
Preis: € 3,99

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Ein Kommentar zu “Buchbesprechung: „Benjamins Gärten“ – J. Walther

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