„Die Farbe des Lichts“ (Gesamtausgabe) – Diana Wintermeer

Die Farbe des Lichts

Klappentext
Der liebenswerte, warmherzige Chris begegnet an einem verschneiten Wochenende im Dezember dem angesehenen New Yorker Maler Richard Grayes. Der Künstler zeigt sofort Interesse an dem jungen Studenten und auch Chris erliegt schnell dem offensiven Charme des Malers. Zusammen durchleben die beiden einen stürmischen und schneereichen Winter, doch Glück und Leid liegen für sie eng beieinander, denn nicht nur Chris hadert mit sich und seinen Gefühlen. Auch Richard verbirgt ein trauriges Geheimnis …

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Selten fiel es mir so schwer die richtigen Worte für eine Buchbesprechung zu finden, da mich dieses Buch emotional eiskalt erwischt hat.
Bei „Die Farbe des Lichts“ handelt es sich um eine sehr liebevolle, aber – für mein Empfinden – auch eine Geschichte mit sehr traurigen Aspekten, die im ersten Teil aus Chris‘ Sicht erzählt wird.
Als sich die beiden Hauptprotagonisten kennenlernen, sind sie so grundverschieden, wie zwei Männer es nur sein können. Chris ist als Sportstudent nicht sehr kunstinteressiert, in einer festen Beziehung mit Kate und hat gerade seinen Job verloren, mit dem er sich den Studienunterhalt verdient hatte. Richard ist ein anerkannter Künstler, 20 Jahre älter als Chris, vermögend und eigentlich nicht wirklich zu einer Beziehung bereit. Diese beiden so unterschiedlichen Männer treffen aufeinander, nähern sich an und lassen sich von ihren Gefühlen tragen. Chris lernt, dass „man sich letztendlich in den Menschen verliebt. Nicht in das Geschlecht oder das Alter“. Richard gibt irgendwann den Kampf gegen seine „sich selbst kasteienden“ Gedanken auf und lässt seine Gefühle für Chris zu.

Diana Wintermeers Geschichte hat mich mehr als einmal zum Taschentuch greifen lassen, da sie die Gefühle der beiden Protagonisten – jeder für sich und auch dem anderen gegenüber – sehr einfühlsam und dennoch intensiv rüberbringt. Es geht um Verlustängste, ebenso wie um ein „sich auf den anderen einlassen“, aber auch dieses „was passiert wenn…“, das mich emotional sehr mitgenommen hat. Chris lässt seine latent schwule Seite zu und sich auf Richard ein. Richard hingegen findet für sich einen Weg aus seinem selbsterrichteten „Käfig“, so dass er sich mit einem gutem Gefühl Chris gegenüber öffnen und seine Frieden finden kann.

Im zweiten Teil des Buches kann man dann noch einmal die Sicht Richards auf die Entwicklung der Geschichte lesen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, denn so abgeklärt wie er ab und an im ersten Teil rüber kommt, ist er keineswegs.

Frei nach dem Motto „hüte Dich vor Deinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen“ finden beide Männer – jeder zu seiner Zeit, das was sie zutiefst beschäftigt. Richard hat sein Leben lang nach seiner Muse, seiner Idealvorstellung eines Models / Mannes gesucht und mit Chris dann wohl auch endlich gefunden. Spät, zu spät, aber er durfte – wenn auch nur kurz – mit Chris die Liebe seines Lebens leben. Aber auch Chris‘ Gedanken driften immer wieder in seine Vergangenheit ab und sein damit verbundener Wunsch wird ebenfalls erfüllt, so dass es auch in dieser Geschichte – trotz aller Widrigkeiten – ein (anderes) Happy End gibt. Mancher mag damit nicht zurechtkommen und hätte es sich sicherlich anders gewünscht – aber…  nicht nur im wirklichen Leben, sondern manchmal auch in Geschichten kommt es eben anders als man es gerne hätte – und nicht immer ist dies das schlechtere Ende.

Das schönste Fazit aus diesem Buch ist für mich – egal wie man zum Happy End in diesem Buch steht:

„Die Liebe gewinnt immer“

Für mich ist dieses Buch von Diana Wintermeer – ebenso wie Honigsommer – eine volle Kaufempfehlung. Die Sinnenlust-Bücher kenne ich noch nicht, die stehen dann als nächstes an 🙂

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 875 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 310 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Preis:   € 4,49  (Kauf = klick aufs Bild)

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3 Kommentare zu “„Die Farbe des Lichts“ (Gesamtausgabe) – Diana Wintermeer

  1. Eine schöne Rezension. Und ich geb dir wirklich recht. Ich hab selten so eine tolle Geschichte gelesen. Und ich musste selten so viel weinen. Wirklich großartig!
    Du sagst es selbst, manch einer mag nicht mit dem Ende klar kommen, aber wenn man genau darüber nachdenkt, ist es doch eigentlich perfekt, genau so, wie es ist. Alles andere wäre irgendwie nicht richtig gewesen.

    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    • ich hatte die beiden Einzelbände ja schon vor längerem gelesen und sah mich damals nicht in der Lage eine Rezi zu schreiben, so sehr hatte mich das Thema mitgenommen. Erst als die Gesamtausgabe herauskam und ich gefragt wurde, ob mir die Geschichte den nicht gefallen hätte – habe ich mich hingesetzt und versucht, meine Gefühle in Worte zu fassen, das war glaube ich eine der für mich „schwierigsten“ Rezensionen die ich geschrieben habe.

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