Buchbesprechung: „Alles ist möglich“ – Marguerite Labbe

Alles ist möglich

Klappentext
Nach nur einer Nacht mit Ash Gallagher ist sich Eli Hollister sicher, dass er schließlich den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt gefunden hat. Gut, dass er darauf nicht gewettet hat, denn wie sich herausstellt, ist Ash Student in einem seiner Kurse am örtlichen College. Eli kann die Anziehung nicht leugnen, doch jetzt wird es kompliziert. Er hat schon genug Probleme mit dem Leiter seiner Abteilung, dem es am liebsten wäre, Eli bekäme nicht die Festanstellung oder würde sogar gekündigt werden.

Ash freut sich darauf, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Nachdem er bei den Marines und in der Reserve gedient hat, möchte er nun sein militärisches Leben hinter sich lassen. Der Lust zu seinem Englisch-Professor zu verfallen, war das Letzte, womit er in diesem Semester gerechnet hat, doch je mehr Eli sich ihm widersetzt, desto hartnäckiger ist Ash. Als er feststellt, dass Eli auf der Suche nach einer festen Beziehung ist, wo er selbst doch nur an einer Affäre interessiert ist … oder etwa nicht? Alles ist möglich zwischen den beiden, wenn es um die Liebe und das Leben geht.

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Es hätte für diese Geschichte kein aussagekräftigeres Cover gefunden werden können. Dieses spiegelt meiner Meinung nach das innige Verhältnis zwischen den beiden Protagonisten sehr gut wieder.
Wir haben hier zwei wunderbare Charaktere, die einen sofort für sich einnehmen. Eli ist Professor an einem College und hat schon manchen Tiefschlag, sowohl persönlich als auch beruflich, hinnehmen müssen. Dennoch lässt er sich nicht verbiegen und will das letzte Semester bis zu seiner Festübernahme einfach nur gut überstehen. Hierzu lässt er die Spitzfindigkeiten seines Vorgesetzten mit einer stoischen Ruhe über sich  ergehen, bis ihm Ash über den Weg läuft. Von da an wird es für ihn schwieriger und anstrengender, aber auch emotionaler und liebevoller. Er trifft mit Ash endlich den Mann, der auf einer Wellenlänge mit ihm liegt, ihn aufzufangen vermag und stets für ihn da ist – wenn es da nicht das „Abhängigkeitsverhältnis“ Student / Professor gäbe. Eli ist auch für Ash der „Hafen in den er einlaufen kann“, wenn es ihm nicht gut geht, der seine Vergangenheit so akzeptiert wie sie ist und der ihn nicht zum Helden hochstilisiert, sondern in ihm einfach nur den Mann und möglichen Partner sieht. Allerdings haben beide auch Angst vor der Zeit nach dem Semesterabschluss, da keiner der beiden Männer weiß, wie es danach weitergeht.

Eli muss sich in dieser Zeit gegen Mobbing wehren und auch kleiner Krimi-Strang fehlt nicht. Manchmal weiß er gar nicht, wie ihm im letzten Semester geschieht und trotzdem ist er für Ash da, als dieser ihn braucht. Aber auch Ash ist in dieser schwierigen Zeit ein steter Rückhalt für Eli und steht ihm – dezent im Hintergrund agierend – zur Seite.

Es ist eine wunderbare Geschichte (mit Happy End) über die Liebe und wie man gemeinsam alle Widrigkeiten überstehen kann. Ich konnte direkt mitfühlen wie es den beiden geht. D.h., die Autorin konnte die Emotionen der beiden Charaktere gut beschreiben.
Allerdings hört die Geschichte für meinen Geschmack ziemlich abrupt auf. Mittlerweile weiß man ja, dass ich auf „nicht abgeschlossene Nebenstränge“ nun mal so gar nicht stehe. Dies ist aber mein persönliches Empfinden und vielleicht geht es ja anderen Lesern ganz anders und es wird nichts vermisst. Auch in diesem Buch wird etwas angerissen, bei dem man zwar weiß, dass es gut ausgehen wird, aber dennoch wirkt es  auf mich unvollständig. Hier hätte ein Epilog, mit einem Zeitsprung von z.B. 6 Monaten oder einem Jahr, die Geschichte wunderbar rund gemacht und man hätte gewusst, was sich in diesem Zeitraum alles ergeben hat. Klar geht es in einer Geschichte immer um die „Hauptdarsteller“. Wenn aber die Nebenprotas so explizit herausgestellt werden wie in diesem Fall, möchte ich schon wissen, wie es ihnen im Rückblick ergangen ist.
Vielleicht hat die Autorin ja Lust auf z.B. eine kleine Weihnachtsgeschichte rund um Eli und Ash und man erfährt, ob und wie sich alles in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Ich freue mich auf zukünftige Geschichten von Marguerite Labbe, denn mit „Alles ist möglich“ hat sie für mich einen sehr guten „Einstand“ auf dem deutschsprachigen Gay-Romance-Markt geschafft. Sie hat mich mit kleinen „Nebensächlichkeiten“ zum Grinsen gebracht (es kann schon grausam für Kinder sein, wenn eine Mutter einen Lieblingsfilm hat 😉 ).
Hätte es den für mich notwendigen Epilog gegeben, wäre es mit Sicherheit ein Herz mehr geworden, so sind es  4 💜.

Fáilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 914 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (8. März 2016)
Preis:  €  6,39  (Kauf = klick aufs Bild)

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