Hier wird gebloggt – warum und wieso, erfahrt ihr hier

Über den Blog „Laberladen„, den ich übrigens wärmstens empfehlen kann, bin ich über diese Fragen gestolpert, die ihren Ursprung aber bei Tobis „Lesestunden“ haben – hier werde ich mich dann wohl die nächsten Stunden mal aufhalten, denn der erste Blick in den Blog war sehr vielversprechend 🙂
Die persönlichen Beiträge der beiden Blogger zu diesem Thema findet ihr bei „Laberladen“ hier und bei „Lesestunden“ hier.

Neugierig wie ich bin, habe ich mir die Fragen angesehen und mir gedacht: DIE könntest du ja auch mal beantworten – und schon bin ich dabei 🙂

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Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?
Ich entscheide immer aus dem Bauch heraus. Ich lese im Jahr (inkl. diverser Kurzgeschichten) bestimmt 250 – 300 Bücher. Ich habe leider nicht die zeitlichen Ressourcen, für jedes einzelne Buch eine Rezension zu schreiben. Von daher beschränke ich mich auf die Bücher, die mich emotional positiv berühren. Hier fällt es mir relativ leicht, das niederzuschreiben, was mich bewegt, mir gefallen und mich berührt hat. Bei Büchern, die dies nicht schaffen, habe ich keinerlei Energie, das empfundene festzuhalten. Wenn ihr also die Menge an Büchern, die ich lese mit der Menge an Reviews vergleicht, könnt ihr ersehen, wie viele oder wie wenige Bücher es in den Blog „schaffen“.

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?
Wie gesagt, die Bücher bzw. ihre Protagonisten geben mir das Gefühl etwas über sie schreiben zu wollen. Somit gibt das Buch bzw. geben dir Charaktere vor, dass ich nach Beendigung eine Rezi schreiben „soll“. Ähnlich wie bei einem Autor, dessen Muse spricht *g*.

Was willst du mit deinem Blog erreichen?
Meine Antwort hierzu ist wahrscheinlich nicht das, was den typischen Blogger antreibt, einen Blog zu betreiben.
Für mich ist mein Blog mein privates Bucharchiv und genau aus dem Grund werden auch nur Bücher besprochen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Genau deshalb wollte ich für mich in einer kurzen Zusammenfassung festhalten, was in dem jeweiligen Buch „geschieht“ und was es bei mir „ausgelöst“ hat. Ich schreibe also keine sachlichen, sondern eher emotionalere Reviews. Dies kann man mögen oder auch nicht. Von daher ist mein Header-Text nicht nur so dahin geschrieben, sondern eher der Leitspruch für meine Beiträge.

Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal flutscht es nur so raus und ich muss mich eigentlich bremsen, um nicht zu viel hineinzubringen (z.B. bei „Sag mir, dass es wahr ist„) und manchmal muss ich ein Buch auch erst einmal sacken lassen – bereite dann den Standardrahmen wie z.B. Cover, Klappentext und das Informative vor – und schreibe dann erst am nächsten Tag die Buchbesprechung (wie z.B. bei „Zuviel: dick, sensibel, ungeliebt„). Ich kann also gar nicht genau sagen, wieviel Zeit ein Blogbeitrag so in Anspruch nimmt. Wenn ein Buch es in den Blog „schafft“, dann ist Zeit auch nebensächlich, denn dann ist es jeden „Aufwand“ wert.

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?
Dies ist sehr unterschiedlich, da nicht jedes Buch Emotionen bei mir weckt. So kann es also durchaus sein, dass auch einmal eine Zeit lang nichts geschrieben wird, weil ich ausschließlich Bücher erwischt habe, die sich zwar gut lesen lassen, aber keine tieferen Emotionen in mir geweckt haben.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?
Leider nein, ich hatte mir das am Anfang zwar vorgenommen, allerdings sind nicht alle Bücher so geschrieben, dass ich mich hinsetzen müsste, um einen Beitrag für den Blog zu schreiben. Nun erscheinen die Buchbesprechung in dem Rhythmus, den mir mein Bauchgefühl vorgibt.

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?
Wieder nein, da es Bücher scheinbar nicht interessiert, dass es genau an dem Tag, an dem ich etwas veröffentlichen möchte oder sollte, auch emotional gut geschrieben sein sollte *g*

Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?
Ich habe bisher nur zweimal einen Beitrag vorgefertigt und dann erst später veröffentlicht. Dies geschah aber nur aus dem Grund, da ich in einer Woche schon 2 richtig gute Bücher gelesen hatte und nicht innerhalb von 5 Tagen drei Artikel bringen wollte.
Das zweite Mal ging es um das Thema Transsexualität, hier war der Beitrag für etwas anderes, dass dann nicht stattfand, gedacht und musste dann auf den passenden „Auftritt“ warten. Hierfür erschien mir der Valentinstag als „Tag der Liebe“ genau richtig. Also musste er warten bis er „dran“ war 🙂

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?
Nein, denn wie o.a. bereits erwähnt, bin ich ein „aus dem Bauch“ heraus Schreiber und Gefühle, die aus gelesenen Büchern entstehen, kann man nicht planen.

Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?
Ich schreibe direkt in WP, korrigiere den Entwurf gefühlte tausend Mal, schaue mir den Beitrag in der Vorschau an, korrigiere wieder und stelle ihn dann online.

Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?
Keine Ahnung, wer das mal gesagt hat, aber „wenn et läuft, dann läuft et“.
Wenn es nicht läuft und ich mich in einen Beitrag hineinquälen muss, wird es ihn nicht geben. Ich werde mich nicht hinsetzen und einen Beitrag mühsam über mehrere Etappen hin erstellen. Mein Blog soll mir Spaß machen, meine Empfindungen festhalten und keine Qual sein.

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?
Nein, nicht weil ich nicht mit der Qualität zufrieden war, sondern weil ich das gelesene einfach nicht in Worte fassen konnte. Dies passiert mir immer mit Büchern, die mich emotional nicht berührt haben.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?
Ein Bild von meinem Blogarbeitsplatz *g*. Nicht wirklich… Ich sitze in meinem Ohrensessel „Strandmon“, die Füße auf dem passenden Hocker, Decke über den Beinen und das MacBook auf dem Schoß und auf den Knien dann die Katze. Nebendran auf einem kleinen Tischchen der Reader  bzw. das Buch und die lebensnotwendigen Dinge wie Getränke, Gummibärchen, Kekse und das Telefon.

Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?
Immer alleine.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es mit anderen nicht so gut funktioniert (Blogrunden usw.). Hier denke ich, ist/war meine Erwartungshaltung vielleicht einen Ticken zu hoch, drum lasse ich lieber ganz, denn mein Blog soll mir Spaß machen und nicht in Arbeit oder Stress ausarten (dies habe ich im Berufsleben genug).

Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?
Eigene Fotos nutze ich nur ganz selten. Am Anfang habe ich noch ein paar allgemeinere Sachen gebloggt, zwischenzeitlich habe ich mich auf Buchbesprechungen beschränkt, so dass ich ausschließlich die Cover der Autoren/Verlage nutze. Da ich mir die Genehmigungen bei den Verlagen im Vorfeld (bei der Bloggründung) eingeholt habe und bei SB-Autoren bei Bedarf anfrage, ist es nicht notwendig eigene Bilder zu nutzen. Da ich selbst ein sehr visueller Mensch bin, war es für mich nie eine Option Buchbesprechungen ohne Cover online zu stellen, da so meiner Meinung nach die Zuordnung und der Wiedererkennungswert ein vielfaches höher und leichter ist.

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?
Hier gibt es ein entschiedenes Jein ;-). Ich habe dies bisher vielleicht zwei oder drei Mal getan, wobei ich a) nicht gerne nach einem Rezi-Exemplar anfrage und b) bei Anfragen immer das Problem habe ggf. ablehnen zu müssen, da ich gerne frei entscheiden möchte, ob und wie ich eine Rezi schreibe.
Ich bin der Meinung, dass man egal wie man das Buch findet, immer den „Dankeschön“-Bonus mit hineinschreibt (bei tollen Büchern kein Problem) und auch verpflichtet ist eine Rezi zu schreiben (auch wenn ich es „sonst“ nicht getan hätte). Um genau diesem zu entgehen, schränke ich den Gebrauch von „Rezensionsexemplaren“ extrem ein und kaufe mir ein Buch lieber selbst. Es wird sicherlich immer mal wieder ein angebotenes Buch geben, dass mich „zucken“ lassen wird. Sollte es mir dann wider Erwarten im Nachhinein doch nicht gefallen haben, werde ich dies der Autorin/dem Verlag per PN mitteilen, sollte im Anschluss daran trotzdem noch Wert auf eine Rezi gelegt werden, werde ich diese selbstverständlich schreiben, d.h. der Verpflichtung (und genau das ist es dann) nachkommen – alles andere empfände ich als nicht korrekt. Ich habe das Buch genommen, also habe ich etwas zurückzugeben – egal auf welchem Weg.

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?
Ich bin bei FB, habe da einen nicht allzu großen Freundeskreis im Bereich des Gay-Book-Genres und einen noch kleineren im Bereich der „Hetero-Literatur“ und nutze diese Möglichkeit, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Informationen zu bekommen und weiterzugeben. Am interessantesten finde ich die Möglichkeit, mich mit anderen Buch-Bloggern auszutauschen und die unterschiedlichsten Wahrnehmungen bzgl. eines Buches zu besprechen. Auch wenn hier bisher ausschließlich Beiträge über Gay-Books zu finden sind, lese ich selbstverständlich auch andere Bücher (Biografien,  Sachbücher, Romance im Allgemeinen usw.) nur kommen diese im Moment halt einfach etwas zu kurz.

Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?
Am Anfang war der Zeitaufwand schon relativ groß, aber jetzt läuft es und ich finde es auch nicht gut, das Grundgerüst „zu oft und zu sehr“ zu verändern. Kleine Anpassungen wird es im Laufe der Zeit immer wieder mal geben – diese dienen dann aber eher dazu, mir das Blogger-Leben einfacher zu machen.

Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?
Recherche? Ich kaufe und lese ein Buch, weil es mir empfohlen wurde oder weil ich irgendwo über eine gute Bewertung gestoßen bin oder aber weil mir ein Klappentext gut gefallen hat.
Beim Kauf (beim großen *a*) sehe ich dann schon, wieviele „Sterne“ ein Buch bekommen hat. Bei z.B. fünfzehn 5* Rezis und einem für mich selbst unbefriedigendem Leseerlebnis, schaue ich dann schon in verschiedenen Rezensionen bei *a* und auf diversen Blogs nach, was mein Empfinden von dem der anderen Leser unterscheidet. Bei einem emotional befriedigenden Lesegefühl schreibe ich einfach aus dem Bauch heraus, was gerade aus mir heraus will – ohne irgendwelchen zusätzlichen Input.

Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?
Da es meinen Blog noch nicht so lange gibt, bisher noch nicht – kann aber ja noch kommen *g*

Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben?
Nein, sie beeinflussen höchstens mein Kaufverhalten. Was nach dem Lesen geschieht, obliegt ganz alleine nur mir und meinem Bauchgefühl.

Wie groß ist dieser Einfluss?
siehe einen Punkt vorher

Wie entscheidend ist für dich die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?
Da ich noch nicht so lange blogge, habe ich natürlich schon viele Bücher gelesen, die hier noch gar nicht auftauchen. Da aber immer wieder neue Bücher erscheinen, rutschen diese leider immer wieder nach hinten. Ich würde heute kein Buch mehr rezensieren wollen, dass ich z.B. vor zwei Jahren gelesen habe, hier würde ein re-reading notwendig, wie z.B. bei „Sag mir, dass es wahr ist“. Dieses Buch habe ich kurz nach dem Erscheinen gelesen, als ich noch keinen Blog hatte und für unglaublich gut und witzig empfunden. Ich hätte aber aus der Erinnerung heraus keine Rezi schreiben wollen. Da dieses Buch zu 100% meinen Sinn für Humor getroffen hat, war es mir auch beim zweiten Mal lesen ein wahres Vergnügen und ich konnte mich wieder vollkommen darauf einlassen. Dies passiert mir (leider) nicht oft mit und bei vielen Büchern.

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So, jetzt habe ich doch alle Fragen schneller beantwortet als gedacht. Ich hoffe, es gibt euch einen kleinen Einblick, was in mir beim bloggen so vorgeht und warum ich was wie mache :-).

 

Fàilte

El Ma

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2 Kommentare zu “Hier wird gebloggt – warum und wieso, erfahrt ihr hier

  1. Pingback: Mein Blogalltag

  2. Pingback: Wie läuft das mit dem Bücherbloggen? | lesestunden

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