„Die Blechdose“ – Kim Fielding

Die Blechdose

Klappentext
William Lyons Vergangenheit hat ihn in eine Rolle gezwängt, die nicht seiner Persönlichkeit entspricht. Als er die Fassade nicht mehr aufrechterhalten kann, trennt er sich von seiner Frau und nimmt eine Stelle als Hausmeister für ein altes Gebäude an, das schon seit Jahren leer steht. Über mehr als hundert Jahre war die psychiatrische Anstalt von Jelley’s Valley die größte Einrichtung ihrer Art in Kalifornien. William hofft, dass er hier die Zeit und Ruhe findet, endlich seine Dissertation zum Abschluss zu bringen und seine Scheidung abzuwarten. Als er in der kleinen Stadt ankommt, lernt er Colby Anderson kennen, der den örtlichen Lebensmittelladen betreibt und sich um das Postamt kümmert. Colby ist, ganz im Gegensatz zu William, ein lebensfroher und liebenswerter junger Mann. Und er ist unverkennbar schwul. Obwohl William sich durch Colbys extravagantes Verhalten zunächst abgestoßen fühlt, lernt er ihre neue Freundschaft mit der Zeit doch zu schätzen, und er nimmt Colbys Angebot an, sich von ihm in die Freuden des schwulen Sex einführen zu lassen.

Williams Selbstverständnis wird auf den Kopf gestellt, als er eine Blechdose findet, die seit den 1940er Jahren in einer Wand des Asyls verborgen war. Die Dose enthält Briefe, die im Geheimen von einem Patienten namens Bill verfasst wurden, der wegen seiner Homosexualität hier eingeliefert wurde. William fühlt sich durch die Briefe unmittelbar angesprochen und beginnt, sich für Bills Schicksal zu interessieren. William hofft, dass die über siebzig Jahre alten Briefe und Colbys Unterstützung ihm dabei helfen können, sein wahres Ich zu finden.

********************

Oh mein Gott…, was für ein Buch… Dies ist nun schon das zweite, sehr beeindruckende Buch, das ich von Kim Fielding lesen durfte und wieder stieg der Taschentuchverbrauch beim Lesen bestimmter Passagen in ungeahnte Höhen, wobei diese sich mit denen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, gelungen abwechseln.

Berührend, ergreifend, beeindruckend, traurig, emotional, liebevoll und sanft. Mir würden noch viel viel mehr Adjektive zu diesem Buch einfallen und doch würde keines von ihnen als Alleinstellungsmerkmal diesem Buch gerecht werden, denn nur die Summe aus allen gibt für dieses Buch ein kleines „Stimmungsbild“ ab.

Eigentlich dreht sich die Geschichte ja um William und Colby und wird aus der Sicht von William erzählt. William ist ein sehr konservativer Mann, der sein eigentliches Sein immer hinter einer Maske aus Lügen und Verdrängung versteckt hat. Bedingt durch ein zutiefst religiöses und strenges Elternhaus, hat er lernen müssen, dass Homosexualität falsch, krank, pervers und verboten ist. Als er sich als Jugendlicher vor seinen Eltern geoutet hat, wurde er von diesen in „Behandlung“ gegeben – dies verfolgt ihn auch heute noch. William hat gelernt, seine persönlichen Bedürfnisse immer hintenan zu stellen und den Normen zu entsprechen. Dies funktioniert so lange, bis er sich aufgrund einer privaten Entscheidung in die Einliegerwohnung einer ehemaligen Klinik für psychisch Kranke in Jelley’s Valley als „Hausmeister“ zurückzieht, um dort seine Dissertation zu schreiben. Gleich zu Beginn seines Aufenthaltes trifft er auf Colby. Colby ist ein unglaublich sympathischer, fröhlicher, intelligenter und geouteter junger Mann, der es versteht, nach und nach William das „verschluckte Lineal“ aus dem Kreuz zu ziehen.

William verändert sich im Laufe der Zeit. Er wird in Bezug auf seine Homosexualität entspannter und offener. Hieran ist Colby zu einem ganz großen Teil beteiligt, aber auch die Entdeckung einer Blechdose mit darin enthaltenen Briefen trägt zu dieser Entwicklung bei. Mit dieser Entdeckung kommen wir zur (für mein Empfinden) eigentlichen „Hauptperson“ dieses Buches:  Bill.

Bill erzählt in mehreren Briefen über seinen bewegenden, traurigen und schmerzhaften Aufenthalt in der Klinik. Diese Briefe und der Besuch eines Fotografen bringen William mit Colbys Hilfe dazu, das unendlich traurige Schicksal Bills und vieler anderer Patienten in der „JV-Klinik“ zu recherchieren.

Obwohl Bill mit seiner Lebensgeschichte so viele traurige Emotionen weckt (und mich beim Schreiben dieses Reviews schon wieder die Tränen überwältigen), schafft es Kim Fielding mit der Liebesgeschichte um William und Colby ein gutes Gleichgewicht zu schaffen, so dass man sich trotz des ganzen Leids, das geschildert wird, nicht in der Trauer um Bill verliert. Ja, man leidet mit Bill, aber man freut sich über jeden von Williams Fortschritten und verliebt sich in Colby, aufgrund seines sonnigen Gemüts und seiner fürsorglichen Art, von Kapitel zu Kapitel mehr :-).

Und ein kleiner Tipp an alle Leser, die gerne mal mit dem Ende eines Buches beginnen: Lasst es in diesem Fall sein. Das Ende ist perfekt und würde – wenn man es vorab liest – zum einen keine wirkliche Hilfestellung bzgl. eines Happy Ends geben und zum anderen den wirklich wundervollen Abschluss des Buches kaputt machen.

Wie auch beim letzten Buch „Brutus, der Dorftrottel“ reichen die maximalen 5 💜 hier nicht aus. Vielleicht sollte ich speziell für solche Bücher die Kategorie „Fielding 💜“ gründen 😉

„Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“
                                                                                 Berthold Brecht

Fàilte El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 785 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 229 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (8. September 2014)
Preis:   €  6,49   (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Brutus, der Dorftrottel“ – Kim Fielding

Brutus

Klappentext
Brutus führt ein einsames Leben in einer Welt, in der Magie nichts Ungewöhnliches ist. Er ist über zwei Meter groß, hässlich, und stammt aus einer Familie von schlechtem Ruf. Niemand, er selbst eingeschlossen, hält ihn für gut genug, mehr als nur Knochenarbeit zu verrichten. Aber Heldentum kommt in allen Formen und Größen. Als er bei der Rettung eines Prinzen schwer verletzt wird, ändert sich sein Leben schlagartig. Er wird in den Palast von Tellomer gerufen, um als Wärter für einen Gefangenen zu dienen. Das hört sich recht einfach an, stellt sich aber als die größte Bewährungsprobe seines bisherigen Lebens heraus.

Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ist Gray Leynham ein Hexer und Verräter. Sicher ist nur, dass er Jahre im Elend verbracht hat: blind, in Ketten gelegt und nahezu stumm durch sein fürchterliches Stottern. Und er träumt vom Tod anderer Menschen. Träume, die sich bewahrheiten.

Brutus gewöhnt sich an das Leben im Palast und lernt Gray kennen. Er entdeckt dabei seinen eigenen Wert – erst als Freund, dann als Mann, und schließlich als Geliebter. Brutus lernt auch, dass Helden manchmal vor schwierige Entscheidungen gestellt werden und dass es nicht ungefährlich ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

********************

Und wieder einmal hat mich ein Buch – das auf den ersten Blick, vielleicht auch bedingt durch den Titel, erst einmal nicht so viel her macht – zutiefst berührt. Schon gleich im ersten Kapitel hat Kim Fielding es geschafft, dass mich Brutus‘ Schicksal zu Tränen gerührt hat.
Auch in einer Welt, in der es keinerlei technische Errungenschaften oder Zeitungen gibt, die einem vorgaukeln könnten, was gerade schön und angesagt ist, haben Menschen Vorurteile.
Brutus ist groß, unbeholfen, hässlich und dumm. Es wurde ihm solange eingeredet, dass er es mittlerweile selbst glaubt und verinnerlicht hat. Niemand sieht sein großes Herz, nennt ihn bei seinem wirklichen Namen oder will wissen wie es ihm geht und wie er sich fühlt, denn er ist ja nur das „Arbeitstier“ und der Dorftrottel, bis…

Und wieder einmal bewahrheitet sich der Spruch, sei zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und dein Leben nimmt einen besseren Verlauf. Brutus rettet den Prinzen und verletzt sich dabei selbst schwer. Prinz Alfrid ist Brutus sehr dankbar und kümmert sich darum, dass er wieder gesund werden kann und legt mit einem Schreiben, dass er Brutus überreicht, den Grundstein für ein neues Leben.

In diesem neuen Leben, lernt er Gray kennen und trotz seiner Vorgeschichte und Handicaps lieben. Bis er dies erkennt, lernt er vieles über sich selbst, seinen Wert und auch, dass er gar nicht so dumm und schrecklich ist, wie ihm alle immer versucht haben weiß zu machen.
Man muss diesen riesigen Kerl einfach in sein Herz schließen und da Gray blind ist, kann er dies auch ohne Vorbehalte und mit „sehendem“ Herzen.

Die Geschichte von Brutus und Gray ist wunderbar geschrieben. Man kann sich beim Lesen so richtig hineinfallen lassen und hofft, bangt, leidet und freut sich mit den beiden Männern. Brutus lernt, dass man ihn „einfach so“ akzeptiert und mag wie er ist. Er findet Freunde und endlich auch Freude am Leben. Viele richtige Entscheidungen fällt er gefühlt aus dem Bauch heraus und doch hat er sie auf irgendeine Art und Weise (meist) gut durchdacht.

Mir fällt es schwer, meine Gefühle für dieses Buch auf den Punkt zu bringen. Ich habe während des Lesens viele Tränen vergossen, mich aber auch über so viele Kleinigkeiten freuen können, dass ich jetzt nicht einfach sagen könnte: „es war ein trauriges Buch“ oder aber „es war eine schöne Lovestory“. Aber dadurch, dass das Buch einige Facetten aufzuweisen hat die tiefer gehen, kann ich auf jeden Fall sagen: Für mich war es ein besonderes Buch!
Aus diesem Grund kann und möchte ich diese Geschichte eigentlich nicht wie gehabt bewerten. Aber wenn ich müsste, würde ich weit mehr als die 5 💜 vergeben.

Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.
                                                                  Johann Wolfgang von Goethe

 

Fàilte El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1583 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 275 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press; Auflage: 1 (29. März 2016)
Preis:  € 3,99  (Kauf = klick aufs Bild)

 

 

Buchbesprechung: „Anna & Eva – Nur eine Frage der Liebe“ – J. Walther

Anna und Eva

Klappentext
Anna ist sofort fasziniert, als ihr die auf herbe Art schöne Eva begegnet und setzt alles daran, sie kennenzulernen. Schneller als gedacht kommen sich die beiden Künstlerinnen näher, obwohl es für Eva die erste Erfahrung mit einer Frau ist. Doch gelingt es Eva wirklich, sich auf eine Frau einzulassen? Und kann Anna mit dem umgehen, was Eva ihr anvertraut? Eine Erzählung um sexuelle Identität und wahre Weiblichkeit.

********************

Ich finde das Cover wunderschön und im Stil sehr gut zu den anderen Büchern aus der Reihe passend. Zudem sind mit den beiden abgebildeten Frauen die beschriebenen „Typen“ gut getroffen worden und man kann sich sehr gut vorstellen, wer Anna und wer Eva ist.

Ich hatte mich sehr auf diese Sidestory von „Nur eine Frage der Liebe“ gefreut und wurde nicht enttäuscht. Allerdings wurde ich dadurch überrascht, dass „Anna & Eva“ wieder eher im Stil von „Benjamins Gärten“ und „Phillips Bilder“ geschrieben wurde und nicht in dem etwas „leichteren“ von „Nur eine Frage der Liebe“.

Die Geschichte von Anna & Eva hat mich schon interessiert, als ich das erste Mal von ihnen gelesen hatte, denn gerade Evas Geschichte und die Annäherung an Anna kam mir damals viel zu kurz. Und genau das ist es was mir persönlich auch in diesem Buch etwas fehlt.
Die Entwicklung der Beziehung der beiden Frauen wird sehr schön erzählt und das so, als wenn man ihnen durch die verschiedenen Sequenzen „als direkter Zuschauer“ folgt. Manche „Umschwünge“ in der Beziehung der beiden Frauen gehen mir etwas schnell, hier hätte ich gerne ein paar „Gedankengänge“ mehr gehabt, aber im Gesamten ist es wieder einmal eine schöne, „typische“ J. Walther Geschichte 🙂

Als einziges Manko empfinde ich – und dies liegt wahrscheinlich nur an mir und meinem Interesse an dem Thema Transsexualität (siehe Blogeintrag hier) – dass an der Vergangenheit von Eva leider nur ein kleines bisschen gekratzt wird. Da sich aber nicht jeder Leser für diese Thematik interessiert, denke ich, dass für jeden, der gerne die Bücher von J. Walther liest, auch diese Erzählung wieder ein Lesegenuss ohne Einschränkung sein wird.

Fàilte El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2618 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 100 Seiten
Verlag: HJW (15. April 2016)
Preis:  €  2,99  (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Katzenauge“ – Calli Hall

KatzenaugeKlappentext
Aiden Sunshine Youngblood, Polizeikommissar mit äußerst rauer Schale, wird in die tiefste anhaltinische Provinz zwangsversetzt. Plötzlich findet er sich zwischen diebischen Putzfrauen, Polizeirevieren ohne Tür, auf Zwerge fixierten Dörflern und einem von Zipfelmützen aufgespießten Drogendealer wieder. Als dem bekennenden Antidosenöffner dann auch noch der Kater “Bobbelchen” vom fahnenflüchtigen Bürgermeister aufs Auge gedrückt wird, sind Tote plötzlich nicht mehr sein größtes Problem…

Mit einem verschmitzten Augenzwinkern werden Aidens Bemühungen, dem Wahnsinn zu entrinnen, zwischen Gartenzwergen, fehlendem Internet und DDR-Vergangenheit torpediert.

***************************

Tja, was soll ich sagen? Ganz ehrlich, mir fehlen die Worte. Das Buch habe ich kurz nach dem Erscheinen gelesen und wollte die Rezi eigentlich gar nicht veröffentlichen, da aber derzeit viele Autoren bemängeln, dass so wenige Rezensionen veröffentlicht werden (Tenor: jede Rezi ist eine wertvolle Rezi, da man aus jeder etwas mitnehmen kann), habe ich mich entschlossen, dieses im Archiv „gelagerte“ Review hervorzuholen.

Leider traf diese Geschichte so gar nicht meinen Geschmack und Sinn für Humor. Ich fand sie weder besonders witzig, noch spannend, noch zusammenhängend. Vieles passiert aus dem “Stand” heraus, ohne dass es in irgendeiner Art und Weise einen irgendwie gearteten Zusammenhang bzw. angenehmen Lesefluss für mich gab. Vielleicht ist es auch etwas zuviel, wenn man in eine Geschichte drei Themen unterbringen will: Gay-Romance, Krimi und Gestaltwandler sowie Dämonen. Es war für mich eines der Bücher, die ich ohne Probleme weglegen konnte um etwas anderes zu machen. Dies ist mir schon länger nicht mehr passiert. Hier hatte ich mich beim Kauf zu sehr auf die guten Rezensionen bei *a* verlassen. Dies zeigt mir wieder einmal, dass Geschmäcker doch verschieden sind.

Womit ich ein massives Problem hatte, war, dass man ein komplettes ostdeutsches Dorf als Volltrottel hingestellt hat, es hätte sicherlich auch Dörfer im tiefsten Bayern, BW, Hessen, NRW oder Ostfriesland gegeben. Sprachlich mag es zwar zur teils hektischen Entwicklung der Geschichte gepasst haben, ich persönlich fand es, wie oben schon erwähnt nicht wirklich witzig. Sicher hat jedes Dorf, jede Veranstaltung, jeder Kurs immer mindestens einen “Anderen” dabei, aber ein ganzes Dorf als “eigenartig” hinzustellen…
Sollte es als Satire gedacht gewesen sein, sorry, dann habe ich es nicht verstanden.

Ich weiß zudem auch nicht, wenn ich es einsortieren müsste, in welches Genre ich es stecken sollte. Eine Gestaltwandler-Romance war es für mich definitiv nicht.

Mein Fazit: Man kann diese Geschichte lesen, aber man muss es nicht. Gott sei Dank gibt es für jede Sparte Liebhaber, so dass auch diese Geschichte mit Sicherheit ihre Fans haben bzw. finden wird.

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 5697 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: MAIN Verlag (28. August 2015)
Preis:   €  5,99  (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Accidental Fatherhood & Accidental Family (San Antonio Tales 1 & 2)“ – Tobias Jäger

Accidental FatherhoodKlappentext
Eigentlich hatte Adam nichts Anderes vor, als nach seiner Visite im Krankenhaus seine beiden Schützlinge aus dem Big-Brother-Programm abzuholen und ein ruhiges Wochenende auf seiner neu erworbenen Pferderanch zu verbringen.

Doch kurz vor Feierabend reagiert er auf einen Notfallcode des Krankenhauses und findet sich schnell in einer Situation wieder, auf die ihn nicht einmal seine Ausbildung als Psychiater vorbereiten konnte.

Accidental FamilyKlappentext
Nach ihrer Rückkehr aus Virginia erholt sich Johnnys Arm von seinen Verletzungen viel schneller als erwartet. Außerdem beginnt er seinen Einzelunterricht bei Mary. Adam und Cindy machen sich sogleich an die Arbeit, um Jay und Ronnie dabei zu helfen, sich ihren Traum zu erfüllen und Kinder zu adoptieren.
Als Miguel und seine Söhne San Antonio besuchen, bittet er Adam auch um seine Hilfe für die Stiftung, mit der die Familie Sanchez bedürftigen Kindern in Brasilien hilft. Ursprünglich sollte er nur dabei helfen, die psychische Verfassung dieser Jungs zu beurteilen, aber ihre Zusammenarbeit führt schnell zu anderen Ideen. Dadurch nimmt ihr Vorhaben immer größere Dimensionen an, die sich bald auf alle Beteiligten auswirken.

***************************

Eigentlich wollte ich für jedes der beiden Bücher ein separates Review schreiben. Da aber beide Geschichten nahtlos ineinander übergehen und ich beim Beenden des ersten Teils kaum erwarten konnte, den zweiten zu beginnen, gibt es nun einen gemeinsamen Text.

Wenn mich jemand fragen würde, ob es sich hierbei um eine Gay-Geschichte handelt – weil ich ja hier auf diesem Blog bisher ausschließlich und überhaupt… – , würde ich ihm mit einem ganz klaren „Jein“ antworten. Es gibt ein schwules Paar, das (im Band 2) auch eine der Hauptrollen einnimmt, aber eigentlich geht es um das große Ganze. Es ist keine Romanze und doch ist es eine besondere Art von „Liebesgeschichte“, es ist kein Krimi oder Thriller und doch gab es Situationen, die mir eine Gänsehaut beschert haben. Ich hatte Tränen in den Augen, weil ich mitgelitten habe, ich habe zwischendurch herzhaft gelacht, immer wieder geschmunzelt und mich über jeden Fortschritt der Jungs gefreut. Tobias Jäger schafft es, in einem ruhigen Stil eine wunderbare Geschichte über wiedergewonnenes Vertrauen, eine wunderbare Gemeinschaft, Empathie und Tierliebe zu schreiben. Er erzählt über das abgrundtief Schlechte, dass in manchen Menschen sitzt und dem besonders Kinder hilflos ausgeliefert sind. Aber auch, dass es Menschen gibt, die versuchen, mit allem was ihnen zur Verfügung steht, entstandenen Schaden wieder auszugleichen und gutzumachen.

Ich habe mir gewünscht, dass man in (realen) Fällen, wie in den beiden Geschichten beschrieben, öfter den „kleinen Dienstweg“ nehmen und manche bürokratischen Schritte einfach abkürzen könnte. Es ist doch völlig egal, welche Konfession, welches Geschlecht oder auch Pairing einem Kind hilft! Hauptsache es wird geholfen! Tobias Jäger hat es mit dieser ruhigen Geschichte geschafft, dass ich das Buch Abends als letztes aus – und Morgens als erstes wieder zur Hand genommen habe, nur weil ich wissen wollte, wie es Joey, Grant, Johnny, Pieter, Edward, Ruben und auch Ginger 😉 ergeht.

Wie drücke ich jetzt am besten aus, wie gut es mir gefallen hat?
Diese beiden Geschichten haben es geschafft, dass sie demnächst nicht mehr nur auf dem Reader sein werden, sondern sich auch zu meinen anderen Lieblingen ins Regal stellen dürfen. Ihr dürft davon ausgehen, dass da nur Bücher stehen, die einen besonderen Stellenwert – zusätzlich zu den  5 💜 haben.

Es gibt aus dieser Reihe auch noch einen 3. Teil (dieser kann – wenn man denn möchte –  auch unabhängig gelesen werden), der mit manchen „Geschehnissen“ das Gesamtpaket in sich abrundet.

„Das Problem ist nicht das Verzeihen, sondern wieder zu vertrauen. „
Verfasser: unbekannt          

Fàilte

El Ma

*************************************************************

Teil 1:   Format: Kindle Edition  |  Dateigröße: 1897 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 411 Seiten  |  Verlag: Tobias Jäger; Auflage: 1 (10. Oktober 2015)  Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.  |  Preis:  €  4,99  (Kauf = klick aufs Bild)

**************

Teil 2:   Format: Kindle Edition  |  Dateigröße: 977 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten  |  Verlag: Tobias Jäger; Auflage: 1 (7. Dezember 2015)  Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. | Preis: € 4,99  (Kauf = klick aufs Bild)

 

Buchbesprechung: „Adoptive Family (San Antonio Tales 3)“ – Tobias Jäger

Adoptive FamilyKlappentext
Seit dem Tod seiner Frau und seines ältesten Sohnes erzieht Christian seine vierzehnjährigen Söhne alleine. Hilfe bekommt er dabei von seinem Vater, der nach dem Unfall in das Haus der Millers eingezogen ist.

Eines kalten Winterabends steht jedoch plötzlich Liam, ein zwölfjähriger Freund der Zwillinge, vor ihrer Haustür. Was zuerst nach einem Fall von Vernachlässigung aussieht, entpuppt sich schnell als viel mehr und bringt das ruhige Leben der Familie gehörig durcheinander.

***************************

Auch hier erzählt Tobias Jäger eine zu Herzen gehende Geschichte, die jedoch (notfalls 😉 ) auch ohne die beiden vorangegangenen Teile gelesen werden kann. Sollte man aber die ersten beiden gelesen haben, empfehle ich Teil 3, denn hier wird noch so manches geklärt.

Das Schicksal von Liam berührte mich sehr. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie stark manche Kinder sind bzw. sein müssen, um nicht an dem, was ihnen widerfahren ist, zu zerbrechen. Auch wird sehr gut erzählt, wie wichtig ein gesundes soziales Umfeld, gute Freunde und liebevolle Aufmerksamkeit & Zuwendung sind.

Es ist nicht einfach, die Geschichte von Liam zusammen zu fassen, ohne zu Spoilern. Trotz seiner Vorgeschichte ist Liam ein kleiner Sonnenschein, der zwischendurch von seinen Schatten eingeholt wird. Es ist schön zu verfolgen, wie er wieder Vertrauen fasst, wie er auflebt und mit welcher Kraft er die Prüfungen, die er bedingt durch seine Vergangenheit bestehen muss, meistert.
Als er dann noch einen Freund aus dieser Zeit rettet und dafür sorgt, dass das Unrecht gesühnt werden kann, merkt man, wie er ganz langsam wieder zu sich selbst findet.

Auch „Adoptive Family“ habe ich lachend, schmunzelnd, aber auch mit Tränen in den Augen gelesen. Es ist schwer, bei einer mehrteiligen Reihe immer ein bestimmtes Level zu halten. Bei den „San Antonio Tales“ ist es meiner Meinung nach gelungen. Von daher gibt es auch für den 3. Band 5 💜 und einen Platz im Regal.

Schlussbemerkung zu allen 3 Bänden:
Es gibt in dieser Reihe sicherlich manche Situation, die uns den Kopf schütteln lässt, weil man sich als rational denkender Mensch nicht vorstellen kann (oder will), dass sowas möglich ist. Auch manche Vorgehensweise wird dem einen oder anderen Leser einen ungläubigen Gesichtsausdruck bescheren, denn so wie es beschrieben ist, ist es bei uns sicherlich nicht durch- und umsetzbar. Ob so jede psychologische Handlung im realen Leben so anwendbar ist, sei dahingestellt. Allerdings wollte ich ja kein psychologisches Fachbuch lesen, sondern gut unterhalten werden.
Ich konnte bei diesem Buch meinen rationalen Verstand völlig außen vor lassen, was mir nur sehr selten gelingt. Ich wollte nicht googeln, wie die Gesetzgebung bei Adoptionen in den USA oder sogar in einzelnen Bundesstaaten ist. Ich wollte nicht wissen, ob rechtlich alles so in Ordnung ist, wie es beschrieben wurde und schon gar nicht hat es mich interessiert, ob es eine so starke mentale Verbindung zwischen Mensch & Tier sowie Mensch & Mensch wirklich gibt. Nein, ich habe diese Geschehnisse in diesen drei Büchern einfach nur als gegeben hingenommen und jede Seite genossen. Der Autor hat es mit seinen Protagonisten tatsächlich geschafft, dass ich abtauchen und die Welt draußen einfach draußen lassen konnte.

Sollte es sich Tobias Jäger überlegen (eine) weitere Geschichte(n) über San Antonio und ihre Bewohner schreiben zu wollen, ich bin dabei :-).

Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben.“
Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller

Fàilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1221 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 350 Seiten
Verlag: Tobias Jäger; Auflage: 1 (15. März 2016)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Preis: € 4,99  (Kauf = klick aufs Bild)