Buchbesprechung: „Brutus, der Dorftrottel“ – Kim Fielding

Brutus

Klappentext
Brutus führt ein einsames Leben in einer Welt, in der Magie nichts Ungewöhnliches ist. Er ist über zwei Meter groß, hässlich, und stammt aus einer Familie von schlechtem Ruf. Niemand, er selbst eingeschlossen, hält ihn für gut genug, mehr als nur Knochenarbeit zu verrichten. Aber Heldentum kommt in allen Formen und Größen. Als er bei der Rettung eines Prinzen schwer verletzt wird, ändert sich sein Leben schlagartig. Er wird in den Palast von Tellomer gerufen, um als Wärter für einen Gefangenen zu dienen. Das hört sich recht einfach an, stellt sich aber als die größte Bewährungsprobe seines bisherigen Lebens heraus.

Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, ist Gray Leynham ein Hexer und Verräter. Sicher ist nur, dass er Jahre im Elend verbracht hat: blind, in Ketten gelegt und nahezu stumm durch sein fürchterliches Stottern. Und er träumt vom Tod anderer Menschen. Träume, die sich bewahrheiten.

Brutus gewöhnt sich an das Leben im Palast und lernt Gray kennen. Er entdeckt dabei seinen eigenen Wert – erst als Freund, dann als Mann, und schließlich als Geliebter. Brutus lernt auch, dass Helden manchmal vor schwierige Entscheidungen gestellt werden und dass es nicht ungefährlich ist, die richtige Entscheidung zu treffen.

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Und wieder einmal hat mich ein Buch – das auf den ersten Blick, vielleicht auch bedingt durch den Titel, erst einmal nicht so viel her macht – zutiefst berührt. Schon gleich im ersten Kapitel hat Kim Fielding es geschafft, dass mich Brutus‘ Schicksal zu Tränen gerührt hat.
Auch in einer Welt, in der es keinerlei technische Errungenschaften oder Zeitungen gibt, die einem vorgaukeln könnten, was gerade schön und angesagt ist, haben Menschen Vorurteile.
Brutus ist groß, unbeholfen, hässlich und dumm. Es wurde ihm solange eingeredet, dass er es mittlerweile selbst glaubt und verinnerlicht hat. Niemand sieht sein großes Herz, nennt ihn bei seinem wirklichen Namen oder will wissen wie es ihm geht und wie er sich fühlt, denn er ist ja nur das „Arbeitstier“ und der Dorftrottel, bis…

Und wieder einmal bewahrheitet sich der Spruch, sei zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und dein Leben nimmt einen besseren Verlauf. Brutus rettet den Prinzen und verletzt sich dabei selbst schwer. Prinz Alfrid ist Brutus sehr dankbar und kümmert sich darum, dass er wieder gesund werden kann und legt mit einem Schreiben, dass er Brutus überreicht, den Grundstein für ein neues Leben.

In diesem neuen Leben, lernt er Gray kennen und trotz seiner Vorgeschichte und Handicaps lieben. Bis er dies erkennt, lernt er vieles über sich selbst, seinen Wert und auch, dass er gar nicht so dumm und schrecklich ist, wie ihm alle immer versucht haben weiß zu machen.
Man muss diesen riesigen Kerl einfach in sein Herz schließen und da Gray blind ist, kann er dies auch ohne Vorbehalte und mit „sehendem“ Herzen.

Die Geschichte von Brutus und Gray ist wunderbar geschrieben. Man kann sich beim Lesen so richtig hineinfallen lassen und hofft, bangt, leidet und freut sich mit den beiden Männern. Brutus lernt, dass man ihn „einfach so“ akzeptiert und mag wie er ist. Er findet Freunde und endlich auch Freude am Leben. Viele richtige Entscheidungen fällt er gefühlt aus dem Bauch heraus und doch hat er sie auf irgendeine Art und Weise (meist) gut durchdacht.

Mir fällt es schwer, meine Gefühle für dieses Buch auf den Punkt zu bringen. Ich habe während des Lesens viele Tränen vergossen, mich aber auch über so viele Kleinigkeiten freuen können, dass ich jetzt nicht einfach sagen könnte: „es war ein trauriges Buch“ oder aber „es war eine schöne Lovestory“. Aber dadurch, dass das Buch einige Facetten aufzuweisen hat die tiefer gehen, kann ich auf jeden Fall sagen: Für mich war es ein besonderes Buch!
Aus diesem Grund kann und möchte ich diese Geschichte eigentlich nicht wie gehabt bewerten. Aber wenn ich müsste, würde ich weit mehr als die 5 💜 vergeben.

Welch eine himmlische Empfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.
                                                                  Johann Wolfgang von Goethe

 

Fàilte El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1583 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 275 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press; Auflage: 1 (29. März 2016)
Preis:  € 3,99  (Kauf = klick aufs Bild)

 

 

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2 Kommentare zu “Buchbesprechung: „Brutus, der Dorftrottel“ – Kim Fielding

    • Ich hatte das Gefühl, dass mir das Buch etwas „gibt“. Auch wieder nach dem Motto: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, …“. Ich mag Geschichten, die „unter die Haut“ gehen und einen zum Nachdenken bringen. Das geht bei mir aber nur, wenn die Geschichte gut und stimmig geschrieben ist und das hat Kim Fielding hier geschafft.

      Gefällt 1 Person

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