Buchbesprechung: „Erhoffte Versprechen“ (Keeping Promise Rock 2) – Amy Lane

erhoffte Versprechen

Klappentext
Buch 2 in der Serie – Keeping Promise Rock

Shane Perkins wollte immer ein Held sein. Doch dann wird seine Karriere zerstört, weil er nicht aufgeben wollte und gekämpft hat. Als er aus dem Krankenhaus entlassen wird, bleiben ihm nur eine leere Wohnung, eine Unmenge Geld und die Sehnsucht nach einem Menschen, der ihn vermissen wird, falls er noch einmal im Dienst verwundet werden sollte. Er endet als Polizist in einer Kleinstadt namens Levee Oaks. Seine Sehnsucht nach einer eigenen Familie bringt ihn dazu, sich mit seiner flatterhaften, unbeständigen Schwester Kimmy zu versöhnen. Kimmy ist Tänzerin, und als Shane sie das erste Mal mit ihrem Tanzpartner auf der Bühne sieht, bleibt ihm die Luft weg.

Mikhail Wassiljewitsch Bayul tanzt wie ein Engel, hat aber keine sehr himmlische Vergangenheit. Nach seiner Ausreise aus Russland hat er sich zwei Dinge versprochen: Nicht mehr auf der Straße zu landen und mit seiner Mutter vor ihrem Tod noch eine wunderbare Reise zu machen. Es kommt für ihn nicht infrage, Verpflichtungen einzugehen und anderen Menschen Versprechen zu machen. Aber das war, bevor er Shane kennenlernte. Der ernsthafte, mutige und so bescheidene Shane spricht Mikhails Sprache und – was Mikhail am meisten überrascht – Shane hat die unerwartete Eigenschaft, seine Versprechen zu halten.

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Und nun zum zweiten Band der Serie:
Auch mit diesem Buch hat es Amy Lane geschafft, mir die Charaktere nahe zu bringen, sehr nahe. Ich habe wieder mit ihnen mitgelitten, wollte sie schütteln oder sie trösten, je nach Situation. Wenn ein Autor dies bei mir schafft, hat er bzw. sie für meinen Geschmack schon vieles richtig gemacht 🙂

Shane ist einfach zu gut für diese Welt. Sehenden Auges läuft er in einen Verrat, nur weil er zu anständig und zu korrekt ist. „Clever“ ist er dahingehend, dass er aus dieser Situation für sich das Beste heraus holt. Dumm nur, dass das Ganze auch ganz anders hätte ausgehen können… Er hat einen Traum, den er sich nun erfüllt könnte, tut es aber (noch) nicht.
Als er dann in der Provinz landet, merkt er auch hier, dass nicht alles Gold ist, was einem so entgegen glänzt. Levee Oaks ist ein kleines, stockkonservatives und bigottes Örtchen, das nach außen hin immer noch auf heile Welt macht und den Schmutz einfach unter den Teppich kehrt. Amy Lane zeigt in einigen Situationen auf, dass die vermeintlichen „Helden“ auch Jahre nach „Crick“ noch richtig Dreck am Stecken haben und dass man so anständig sein kann wie man will, dann doch nicht in das ach so angepasste, saubere Leben passt…

Mikhail hat schon so viel hinter sich, dass mir nicht nur beim Lesen seiner Lebensgeschichte, sondern auch jetzt hier beim Schreiben, wieder eine Gänsehaut aufsteht. Kaum ist er im gelobten Land an-, wieder auf den Beinen und etwas zur Ruhe gekommen, erkrankt seine Mutter schwer. Er tut alles (fast alles) dafür, dass er ihr ihren letzten Wunsch erfüllen kann. Bei einem seiner Auftritte auf einem Mittelaltermarkt, trifft er Shane, den Bruder seiner Tanzpartnerin Kimmy. Mickey ist vorsichtig, misstrauisch, zynisch und dennoch ein liebenswertes kleines Kerlchen, der von all seinen schönen Erinnerungen kleine „Beweise“ sammelt, um sich immer wieder daran zu erfreuen. Die Kiste ist weder groß noch sehr voll, als die beiden aufeinander treffen. Größer wird die Kiste nicht, aber von mal zu mal voller :-). Über jede Kleinigkeit, die Mikhails Herz erwärmt, freut man sich mit und gönnt ihm jeden – noch so kleinen – Lichtblick.

Bis die beiden einen gemeinsamen Weg finden, müssen sie viele Hürden überwinden, treffen u.a. auf Deacon und Crick und finden mit ihnen Freunde für’s Leben. Der Kreis schließt sich zum Ende hin, alle Wünsche und Träume werden zum größten Teil erfüllt und dennoch will man wissen, wie es mit den beiden, mit Deacon und Crick, mit Jeff, Benny, Jon und Amy weitergeht. D.h. für mich:  Teil 3 und 4 im Original… wenn ihr also mal längere Zeit nichts von mir hört, dann lese ich englische Originale ;-).

Es hätte, ebenso wie beim ersten Buch, ein halbes Herzchen mehr werden können (so sind es 4 💜), wenn man nach der Übersetzung noch einmal jemanden hätte drüberlesen lassen. Viele Kleinigkeiten, die einfach übersehen wurden, haben zwar mein Lesevergnügen nicht geschmälert oder mich aus dem Lesefluss gebracht, hätten aber nicht sein müssen.

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 788 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 394 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (15. September 2015)
Preis:   €    3,39   (Kauf = klick aufs Bild)

 

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Buchbesprechung: „Unvergessene Versprechen“ (Keeping Promise Rock 1) – Amy Lane

Unvergessene Versprechen

Klappentext:
Buch 1 in der Serie – Keeping Promise Rock

Carrick Francis besaß schon immer die zweifelhafte Gabe, Ärger und Probleme jeder Art wie ein Magnet anzuziehen. Das einzige, was ihn vor Haftstrafen oder Schlimmerem bewahrte, ist seine unverbrüchliche Freundschaft zu Deacon Winters. Deacon war seine Rettung und half ihm, seine unglückliche Kindheit und die Misshandlungen durch seinen Vater zu überstehen. Crick würde alles tun, um für immer bei Deacon bleiben zu können. Deshalb schiebt er seine Studienpläne auf als Deacons Vater stirbt. Er springt ein und hilft seinem Freund, so wie der ihm geholfen hat.

Deacon wünscht sich nichts mehr, als dass Crick seinen schlechten Erinnerungen und ihrer kleinen Stadt entflieht und eine strahlende Zukunft findet. Aber nach zwei Jahren, in denen seine Gefühle für seinen Freund immer tiefer werden, kann er der Versuchung nicht mehr widerstehen und gibt Cricks Annäherungsversuchen nach. Der schüchterne Deacon gibt endlich zu, dass er ein Teil von Cricks Leben werden möchte.

Aber Crick wartet nur darauf, von Deacon wieder verstoßen zu werden – so wie er in der Vergangenheit von seiner Familie verstoßen wurde. Eine seiner typischen, spontanen Fehlentscheidungen lässt ihn weit weg von zuhause enden. Deacon bleibt allein zurück. Er ist am Boden zerstört und muss hart kämpfen, bis er sein gebrochenes Herz wieder heilen und er in einer Welt überleben kann, in der Cricks Liebe ein ewiges Versprechen ist, das vielleicht niemals in Erfüllung gehen wird.

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Habe ich schon mal erwähnt, dass ich „sich weiterentwickelnde“ Geschichte mag? Gerne darf dies auch über mehrere Bände geschehen, wenn sich alle Protagonisten dann immer wieder darin finden. So hat man ein bisschen an deren Leben und Entwicklung teil und freut sich, ihnen immer mal wieder Hallo sagen zu können. Das einzige Problem bei englischsprachigen Serien ist nur, dass die Übersetzungen immer so lange auf sich warten lassen. D.h. in diesem Fall, Band 3 + 4 lassen noch auf sich warten 😦

Oh Mann, ich wusste oft nicht, ob ich Carrick schütteln oder tröstend in den Arm nehmen soll. Was manche Eltern ihren Kindern antun können, kann man sich – wenn man so etwas niemals selbst erlebt hat – gar nicht vorstellen. Wenn das Ganze dann auch noch unter einem bigotten Deckmäntelchen abläuft, dann…
Crick hat Gott sei Dank, seinen besten Freund, der für ihn schon von Anfang an die Sonne in seinem tristen Leben ist. Deacon und sein Vater geben ihm das, was einer Heimat am nächsten kommt, d.h. Liebe, Freundschaft und einen „Hafen“, in den er immer wieder zurückkommen kann. Wie nötig dies ist, zeigt sich im Laufe der Geschichte.

Deacon selbst ist ein herzensguter, hilfsbereiter und sehr schüchterner junger Mann, der alles für Crick tun würde, ihm dies aber bis zu Cricks verhängnisvoller Entscheidung noch niemals gesagt hat. Manchmal reichen Gesten halt einfach nicht aus…

Amy Lane hat hier eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt geschrieben, die nicht nur Crick und Deacon sondern auch deren Freunde mit einschließt. Wie wichtig Freunde sein können, wenn „Familie“ nicht greift, wird hier sehr schön aufgezeigt. Ebenso erzählt sie aber auch, wohin unüberlegte Entscheidungen führen können, wenn einem Freunde nicht mehr aus der Misere helfen können und was als Reaktion darauf, nicht nur dieser einen Person passieren kann.

Wer also auf Gefühle, Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt steht und zudem eine ausreichende Anzahl an Taschentüchern parat hält, dem empfehle ich gerne dieses Buch. Ich selbst werde mich nun mit dem zweiten Teil beschäftigen 🙂

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1095 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 401 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (17. März 2015)
Preis:   €   5,14   (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Seiltänzer“ – Mary Calmes

Seiltänzer

Klappentext
Der fünfundvierzigjährige Englischprofessor Nathan Qells ist sehr gut darin, anderen das Gefühl zu geben, dass sie ihm wichtig sind. Was er allerdings nicht gut kann – sie in seinem Leben zu halten. Er ist ein netter Kerl, er empfindet nur nicht so wie andere Menschen. Deshalb ist ihm auch in der ganzen Zeit, in der er Michael, den Jungen von gegenüber, betreut hat, nie aufgefallen, dass sich dessen Onkel und Vormund, der Mafiaschläger Andreo Fiore, immer mehr in ihn verliebt hat.

Dreo hat größere Probleme, als Nate auf sich aufmerksam zu machen. Er zieht seinen Neffen groß und versucht, seinen zwielichtigen Job hinter sich zu lassen und seine eigene Firma zu gründen. Doch dieses Vorhaben wird erschwert, als mehrere Unterweltgrößen durch Anschläge aus dem Weg geräumt werden. Trotzdem ist Dreo immer noch versessen darauf, sich ein neues Leben aufzubauen – ein Leben mit Nate als Mittelpunkt. Ein Leben, das genauso ist, wie Nate es sich immer erträumt hat. Unglücklicherweise, waren diese Anschläge nur Teil einer großen Umstrukturierung, und die Liebe, die Dreo offensichtlich für Nate empfindet, bringt auch diesen in die Schusslinie.

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Und wieder habe ich eines der Bücher gelesen, das in meinem SuB schon ganz weit unten gelegen hat, da am Erscheinungstag gekauft und dann vergessen… Manchmal hat es echt Vorteile, wenn man seinen Reader aufräumt (ich hatte Zeit ohne Ende, da ich zuhause fast 3 Wochen ohne DSL leben musste), man entdeckt (immer wieder) ganz neue Schätzchen 🙂

Mir hat die Geschichte mit ihren Hauptprotagonisten Nathan und Andreo richtig gut gefallen. Ich mag Männer wie Andreo, die im Leben stehen und sich aus pragmatischen Gründen für einen Weg in ihrem Leben entscheiden müssen, der ihnen eigentlich gar nicht behagt. Wenn sie dann zum gegebenen Zeitpunkt auch noch den Ausstieg aus diesem Leben finden, habe ich den größten Respekt davor. Andreo steht mitten im (gefährlichen) Leben und tut alles, was ein Mann tun muss, um seinen minderjährigen Neffen ein adäquates Leben zu ermöglichen und ihm so gut es geht, die Eltern „zu ersetzen“.
Nathan ist ein jung gebliebener, manchmal leicht naiver, Englischprofessor, der sich – gar nicht so bewusst – mit um Michael kümmert, da dieser sich „irgendwie so“ in sein Leben geschlichen hat. Lange Zeit hat Nathan sein Schwulsein unterdrückt, um seinem heißgeliebten „One-Night-Sohn“ gemeinsam mit seiner nun Exfrau eine familiäre Umgebung zu schaffen. Auch nach der Trennung ist und bleibt sie seine beste Freundin, die immer für ihn da ist und ihm so manches Mal den Kopf zurecht rückt (was er doch hin und wieder braucht *g*).
In diesem Zusammenhang habe ich mir so ab und an beim Lesen gedacht: „Junge, werd‘ doch langsam mal erwachsen…“. Meist aber hat es Mary Calmes hinbekommen, so für ihn die Kurve zu kriegen, dass er – wenn man sein Alter berücksichtigt – nicht lächerlich wirkte.

Es war schön zu lesen, wie sich Nathan und Dreo einander annähern, wie sie gemeinsam den nicht ungefährlichen Ausstieg von Dreo meistern, für den es nun dank Nathan und seinen Gefühlen endlich auch einen guten Grund gibt. Hier nimmt die Geschichte dann auch eine leichte Crime-Wendung, die sich gut in die restliche Geschichte einpasst. Man beneidet die beiden fast ein bisschen um ihre besten Freunde, um ihre Familien inkl. auch einiger Personen aus Dreos Mafiakreisen. Warum im Klappentext von einem Mafiaschläger gesprochen wird, kann ich nicht nachvollziehen –  meiner Meinung nach ist Dreo ein Personenschützer, der im Rahmen seines Aufgabengebietes einfach nur seinen Job macht. Denn dass er eigentlich ein anständiger Kerl ist, findet man ganz schnell heraus 🙂 .

Es ist nicht die Zeit, die dich ändert, sondern die Menschen, denen du in dieser Zeit begegnest.
                                                                                                            Verfasser unbekannt

Den Schreibstil von Mary Calmes fand ich sehr angenehm und da ich noch drei (ungelesene) Bücher von ihr auf dem Reader habe, werde ich ihr in der nächsten Zeit sicherlich wieder „begegnen“. Ich freue mich schon heute darauf.

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 885 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 245 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (15. Juni 2015)
Preis:   €  5,14   (Kauf = klick aufs Bild)

„Das graue Halsband“ – H.B. Pattskyn

Das graue Halsband

Klappentext
Jason Kennly muss sich das graue Halsband einfach näher ansehen, das er bei einer Science-Fiction-Messe im Verkaufsraum entdeckt hat, obwohl er es sich von seinem knappen Studentenbudget auf keinen Fall leisten kann. Aber anschauen kostet ja schließlich nichts. Doch dann entdeckt er etwas, was er sich sogar noch dringender wünscht als das graue Halsband: den Besitzer des Lederwarenstandes, Henry Durand, der darauf besteht, dass Jason das Halsband anprobiert. Als Henry Jason bittet, sich ihm für eine Bondage-Demo als Model zur Verfügung zu stellen, stimmt Jason trotz seiner mangelnden Erfahrung als Sub zu und verbringt letztendlich ein unverbindliches Wochenende damit, zusammen mit einem praktisch völlig fremden Mann seine „perverse“ Seite zu erforschen.

Dann ist die Messe vorbei, Jason und Henry gehen ihrer getrennten Wege, und das wirkliche Leben beginnt wieder. Mit seiner Identität als devoter Mann und Masochist klarzukommen, fällt Jason nicht leicht. Plötzlich muss er sich Ängsten, Zweifeln und einer besten Freundin stellen, die alles tun würde, um ihn von „diesem widerlichen Typen“ weg und wieder mit dem Exfreund zusammenzubringen, der ihn links liegen lassen hat. Jason möchte nichts weiter, als mit Henry zusammenzusein – aber was, wenn das bedeutet, dass er sein Sklave werden muss?

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Und wieder habe ich ein Buch gelesen, das ich bereits kurz nach seinem Erscheinen gekauft und dann auf dem Reader habe schlummern lassen. Warum ich „Das graue Halsband“ so stiefmütterlich behandelt habe, kann ich heute gar nicht mehr sagen, doch das ging mir in der Vergangenheit ja mit anderen Büchern – die mich dann umgehauen haben – auch schon so.
Da ich in letzter Zeit immer häufiger über das Thema BDSM gestolpert bin, habe ich mich in der Vergangenheit schon über diverse Bücher (z.B. von T.C. Jayden, A.C. Lelis und einigen mehr) her gemacht. All diese Bücher sind eine Leseempfehlung wert – keine Frage, ich hätte sie aber – mit dem Wissen von heute – lieber erst nach „Das graue Halsband“ lesen wollen. Nicht weil irgendetwas an den genannten Büchern „falsch“ ist, sondern weil einige davon doch relativ „kühle“ Sessions beschreiben, bei denen der typische Romance-Leser eben genau diese „Romantik“ vermisst. Mittlerweile habe ich gelernt, dass es Pairings gibt, die, wenn sie in einer Session sind, eben genau diese Emotionen außen vor lassen und „privates“ von den „Sitzungen“ trennen – eine Vorstellung, die mir vom persönlichen Verständnis bzgl. einer Partnerschaft sehr schwer fiel.
Das ich das Buch überhaupt gelesen habe, habe ich Jules zu verdanken. Er hat auf seinem Blog doch schon so einiges über BDSM inkl. diverser Rezensionen (die zu „Das graue Halsband“ findet ihr hier) zu Büchern aus diesem Genre geschrieben und hat mir – nachdem er für mich, bei Rückfragen zu diesem Thema, immer ein offenes Ohr hatte – dieses Buch ans Herz gelegt, da mir bei vielen anderen Büchern einfach das „Gefühl“ gefehlt hat. Mit eben dieser Empfehlung hat er mir den Glauben daran, dass BDSM eben nicht nur „mechanisch“ ist und eine Technik „abarbeitet“, zurückgegeben. Es geht eben sehr wohl auch mit Gefühl und Zärtlichkeit 🙂

„Das graue Halsband“ ist bisher das meiner Meinung nach beste Buch, das ich zum Themenbereich BDSM lesen durfte. H.B. Pattskyn erzählt so ganz nebenbei, dass man als Neuling in diesem Bereich unsicher sein darf, dass Lesen von „Technik“-Büchern alleine nicht genügt und das blindes Vertrauen keine gute Startposition ist, um sich einem „Master“ auszuliefern. Gleichzeitig beschreibt sie aber auch, dass ein „Master“ eine Riesenverantwortung für seinen „Boy“ (ich fand diesen Ausdruck so liebevoll 😉 ) hat, aber halt auch nicht davor gefeit ist, Fehler zu machen, die durchaus auch zu traumatischen Erfahrungen für den devoten Partner führen können.
Eben genau diese Kombination „Verlangen, Vertrauen, Gefühle und Emotionen“ in diesem Buch haben mir „den Glauben“ daran zurückgegeben, dass BDSM nicht nur „Handlung“ ist. Für mich gehören – wenn man nicht in einen Club geht und nur einmal eine Session haben will – unbedingt zwischenmenschliche Gesten dazu. Dies hat die Autorin wunderbar rübergebracht 🙂

Sie erzählt aber auch, welch Vorurteile dadurch geschürt werden, wenn gewaltbereite Menschen/Schläger, unter dem Deckmantel BDSM, einfach nur ihr Gewaltpotential ausleben.

Jason und Henry sind ein tolles Pairing, ich kann jetzt nicht sagen, wer mir lieber war, wobei ich beide zwischendurch gerne mal geschüttelt hätte *g*. Jason, ist der devote, unentschlossene und bequeme junge Mann, der sich seinem Schicksal ergeben hat und sich darin suhlt. Das er auch anders kann und er mit seinen Aufgaben wächst, ist eine Entwicklung in diesem Buch, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Von Henry erfährt man im Laufe des Buches ein bisschen mehr, aber eigentlich bleibt sein Hintergrund lange im Dunkeln und so richtig tief wird auf ihn auch nicht wirklich eingegangen. Da die Geschichte ja aus Jasons Sicht erzählt wird, passen die Informationen, die man über Henry erhält durchaus.

Zwischen den beiden Hauptprotagonisten gibt es Gefühle, dies spürt man beim Lesen, und genau dadurch wurde diese Geschichte für mich greifbar. Wie diese sich entwickeln und wie die beiden damit umgehen wird von der Autorin sehr gut und teils sehr intensiv erzählt.

Mit Jasons Freunden und Familie tat ich mich etwas schwer. Wie ich seine BF Kendra einordnen soll, weiß ich auch nach Beendigung des Buches nicht, aber hier hat Jason die meiner Meinung nach richtige Entscheidung getroffen. Sein On-/Off-Freund ist… ohne Worte.

Ob jemand in einer BDSM-Beziehung auch als Sklave leben will, muss er selbst entscheiden. H.B. Pattskyn hat einen Weg aufgezeigt, wie eine Entwicklung sein kann. Auch das ein vermeintlich schwacher Sub (denn das sind Subs mMn keinesfalls, genauso wenig wie Bottoms immer passiv sein müssen 😉 ) durchaus eine eigene Meinung haben kann/darf/soll und dass der handelnde „Master“ eine Riesenverantwortung für seinen „Boy“ hat, bringt sie sehr gut rüber.

Das Weiche besiegt das Harte, das Schwache triumphiert über das Starke.
                                                                                                    Laotse

Ich ziehe meinen Hut vor dieser gelungenen Darstellung einer BDSM-Beziehung und würde jedem, der einen Einstieg in dieses Buchgenre sucht, dieses Buch wärmstens empfehlen, denn es zeigt – wie gesagt – auf, dass es nicht nur eine rein technische Abwicklung von Abläufen ist, sondern es sehr wohl mit Zärtlichkeit, Verständnis, Wärme und Zuneigung einhergehen kann.

Ein winzig kleines Manko hat dieses Buch dennoch: Es hört einfach auf…
Vielleicht gibt es ja doch noch irgendwann eine Sidestory, eine Parallelgeschichte aus der Sicht von Henry (seine Sicht hätte mich auch sehr interessiert & welche Rolle spielt Derrik?), in der man dann auch eine Art Epilog (… nach sechs Monaten, einem Jahr) ergänzen kann. Keine Frage, die Geschichte ist „fertig“ und dennoch… man will mehr *g*.

Fàilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 884 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 283 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (21. April 2015)
Preis:   €  5,14  (Kauf = klick aufs Bild)

Mal schnell und kurz so zwischendurch :-)

Unbezahlbar

Klappentext
Buch 1 in der Serie – Die Göttlichen

Funken sprühen, als Amor seinen Pfeil auf zwei Sterbliche in Las Vegas richtet: Randy Jones, ein ganz normaler junger Mann im Wochenendurlaub, schaut am Würfeltisch in Garretts Augen und es ist um ihn geschehen. All seinen Prinzipien zum Trotz lässt er sich auf ein leidenschaftliches, zweitägiges Abenteuer mit Garrett ein – und stellt erschüttert fest, dass er sich verliebt hat.

Der zynische Milliardär Garrett Shiffler hat alles, was man sich mit Geld kaufen kann. Da ihn andere Menschen vor allem als Geldquelle betrachten, hat er den Glauben an Unschuld und Liebe schon vor langer Zeit verloren. Doch als Randy verschwindet und ihn mit unerwarteten Gefühlen zurücklässt, nimmt er sich vor, Randy für sich zu gewinnen – und diesmal muss er mit seinem Herzen anstatt seinem Bankkonto kämpfen.

Währenddessen fragt sich Amor, was geschehen ist. Seine Pfeile verfehlen niemals ihr Ziel, es sei denn, das Schicksal selbst greift ein. Wenn Garrett Randy zurückgewinnen möchte, ist er auf sich allein gestellt, denn jetzt kann ihm selbst Amor nicht mehr helfen.

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Bei den ganzen Büchern, die ich in der DSL-freien Zeit lesen durfte, war auch mal wieder eine Kurzgeschichte dabei: „Unbezahlbar“ von M.A. Church.

Ich fand die Geschichte nett, nur was Amor dabei sollte, hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Da es sich um eine Serie handelt, in der es um verschiedene Götter gehen soll, was ja auch am Ende des ersten Buches mit einer Fortsetzung angekündigt wird, war ich schon enttäuscht, dass es die Teile 2 (im englischen 01/2013 erschienen) und 3 (im englischen 06/2013 erschienen) bis heute noch nicht in die Übersetzung geschafft haben. Vielleicht hätte sich mit den Bänden 2 & 3 der Kreis um Amor bzw. die Götter geschlossen, so haben ihn die beiden Verliebten meiner Meinung nach ja nicht wirklich benötigt um sich zu finden.

„Unbezahlbar“ hat sich locker und flockig lesen lassen, die Protagonisten haben ihre statustypischen Charaktereigenschaften komplett und in allen Facetten ausgelebt. Der große, megareiche Garrett, der eigentlich nichts möchte, als um sich selbst willen geliebt zu werden und der kleine, unscheinbare, aber liebenswerte Randy, den Garretts Geld mal so gar nicht interessiert.

Man erlebt mit den beiden ein schönes Wochenende mit vielen „Höhepunkten“ sprich die Taktrate der „zwischenmenschlichen Beziehungen“ ist relativ hoch, aber immer sauber. Was in anderen Geschichten oft gar nicht erwähnt wird, hier wird jeder Akt (auch die BJs) mit Kondom vollzogen (und der Verbrauch an diesem WE war echt enorm 😉 ). Ab dem Zeitpunkt, als Randy einfach verschwindet und Garrett zurücklässt, wurden sehr viele Klischees und romantische Details eingearbeitet. Wer auf zuckersüße Romantik und ein bisschen Drama steht, ist hier voll in seinem Element.

Wie gesagt, wenn man die „Amor aka Götter“-Sache einfach „überliest“, kann man dieses Buch gut als einzelne Kurzgeschichte lesen – die Folgebände sind für das Verständnis dieser Geschichte nicht notwendig.

Fàilte

El Ma


Format:
Kindle Edition
Dateigröße: 376 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 84 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (25. November 2014)
Preis:   € 2,93   (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Lichtblick“ – Lisa Worrall

Lichtblick

Klappentext
Nachdem er bei einem tragischen Unfall nicht nur sein Augenlicht, sondern auch die Liebe seines Freundes Alec verloren hat, will sich Josh fremden Menschen gegenüber nie wieder öffnen. Als seine Freunde Greg und Mario ihn jedoch in ein Blindencamp schleppen und er auf den Campleiter Charlie trifft, gerät dieser Entschluss gehörig ins Wanken und er versucht, das Herz des anderen Mannes für sich zu gewinnen. Charlie hat selbst mit seiner Vergangenheit zu kämpfen und versucht verzweifelt, sich gegen Joshs Avancen zu wehren. Doch ihre Gefühle sind ein Lichtblick, dem sich auch Charlie nicht lange entziehen kann…

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Gleich vorneweg möchte ich festhalten, dass ich Autoren, die Bücher mit und über Menschen mit Handicap schreiben, sehr zu schätzen weiß.
Hier gibt es mit Josh nicht nur einen Protagonisten, der sein Sehvermögen verloren hat, nein, auch Charlie hat mit Problemen hinsichtlich einer Augenerkrankung zu kämpfen. Zudem werden auch immer wieder – bedingt durch Charlies Umfeld – andere Sehbehinderte mit in die Geschichte integriert.

Beide Männer haben bedingt durch ihre Erkrankung sehr schlechte Erfahrungen mit Expartnern hinter sich, aber gleichzeitig auch sehr gute Freunde, die immer für die beiden da waren und immer noch sind. Einige dieser Freunde sind meiner Meinung nach aber so beschützend, ja fast einengend, dass es mir des Öfteren negativ aufgestoßen ist.

Wir haben hier eine ruhige Geschichte, die sich schön entwickelt. Allerdings haben mich des Öfteren die sprunghaften Gedanken und Handlungen Charlies verwirrt. Das ein oder andere Mal hatte ich das Gefühl, ich habe irgendetwas nicht mitbekommen, weil er gerade eben „noch nicht will“ und es im anderen Moment aber tut (Beispiel? siehe unten – aber Achtung Spoiler). Beim ersten Mal habe ich noch zurückgeblättert, um zu schauen, ob ich nicht wirklich etwas überlesen habe – aber nein…
Die beiden Männer sind toll. Jeder für sich und auch miteinander und trotzdem konnte ich mit Charlies sprunghafter Art des Öfteren nur schwer etwas anfangen. Vielleicht hätte die Autorin die Geschichte ein bisschen „langsamer“ schreiben sollen. Ein paar Seiten (zwischen einigen Ereignissen) mehr, hätten der Geschichte eventuell gut getan.
Man kann spüren, wie sich die Gefühle der beiden entwickeln, dennoch habe ich mich zwischendurch gefragt, wie alt die beiden sind. Klar kann einen der Verlust des Augenlichts irrational werden lassen, aber so impulsiv, verstockt und bockig wie Charlie sich manchmal gibt…?
Charlie hat seine Familie und auch seine Freunde immer in alles mit einbezogen, allerdings kam mir deren Rolle während der „großen Krise“ sehr unbedeutend vor, was so somit nicht wirklich zum sonstigen Verhalten passt.
Mario, einer von Josh besten Freunden, der ihn immer so sehr betüddelt hat, dass man ihn manchmal am liebsten geschüttelt hätte und ihm sagen wollte, dass Josh zwar eine Behinderung hat, aber doch kein Kleinkind mehr ist, schaut sich über zwei Monate mit an, wie dieser vor sich hinvegetiert, bis er explodiert? – auch dies hat mich nicht ganz überzeugt.

Ich kann bei diesem Buch nicht festmachen, was mir „gefehlt“ hat, um es für mich zu einem richtig guten Buch hat werden zu lassen. Die Geschichte ist gut, der Plot hat was, aber einige Charaktere selbst… – vielleicht liegt es daran? Tut mir leid, ich kann hier den Finger nicht direkt in die Wunde legen, denn ich weiß nicht, wo ich sie finden soll. Ich mag Charlie, ich mag Josh und auch ihre Freunde sind (eigentlich) toll, wenn auch manchmal etwas zu viel des Guten.
Ich mochte die Idee mit dem Feriencamp für Sicht- und Sehbehinderte, ich fand auch die Beschreibung der Landschaft rund um das Camp sehr gut und last but not least, auch die Sexszenen sind gut und sehr liebevoll beschrieben und dennoch…  .

Ich habe gesehen, dass viele die Geschichte sehr gut fanden und das ist auch gut so, denn all das was ich nicht „festmachen“ konnte, hat andere Leser scheinbar nicht gestört. Dies ist eines der Dinge, die ich an Büchern mag. Sie hinterlassen bei jedem einen anderen Eindruck und malen für jeden andere Bilder im Kopf. Drum, lasst euch erst einmal auf jede Geschichte ein, Erfahrungen – egal in welche Richtung – könnt ihr nur selbst machen 🙂

Fàilte

El Ma


Format:
Kindle Edition
Dateigröße: 3499 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 172 Seiten
Verlag: Cursed Verlag (21. Oktober 2015)
Preis:  €   5,99   (Kauf = klick aufs Bild)

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Achtung Spoiler:
Kaum sagt sich Charlie, dass Josh nichts für ihn ist, steht er schon vor dessen Tür und f***t ihm das Gehirn raus. Kaum sagt er sich, dass Abstand das Beste für ihn und vor allem für Josh ist, steht er wieder vor seiner Tür und geht ihm an die Wäsche. – Hier wären ein paar Gedankengänge mehr für mich sehr wohltuend gewesen. So hatte ich, wie gesagt, immer das Gefühl etwas nicht mitbekommen zu haben.