„Duett“ – Eden Winters

Duett

Klappentext
Auch nicht die Anordnungen der englischen Eroberer können Aillil Callaghan von seinem schottischen Erbe trennen. Er trägt die verbotenen Farben seines Clans mit Stolz und erwartet den Tag, an dem er zum Clan-Oberhaupt ernannt wird, um den guten Namen seiner Familie wieder herzustellen und darum zu kämpfen, Schottland von der Tyrannei der Engländer zu befreien. Ein Engländer in seinem Haus? Ein Gräuel! Doch der Hauslehrer, den sein Vater für Aillils jüngere Brüder angeheuert hat, kann auch dem Callaghan-Erben noch etwas beibringen.

Der Violinist und Gelehrte Malcolm Byerly floh einst voller Angst aus Kent und suchte nichts mehr, als eine ruhige Stelle, kluge Köpfe zum Unterrichten und niemanden, der seine Geheimnisse aufdecken würde. Doch er hatte nicht mit dem Engländer hassenden Barbaren eines älteren Bruders seiner Schützlinge gerechnet, oder damit, dass sich unter rot-grünem Karomuster eine verwandte Seele verbergen könnte. Die geteilte Liebe zur Musik reißt die Mauer zwischen ihren beiden verschiedenen Welten ein.

Aillils Vater gefährdet ihre Liebe, aber ein viel gefährlicherer Feind reißt sie schließlich auseinander. Sie verschwinden in die schottischen Legenden.

Zwei Jahrhunderte später kommt der Konzertviolinist Billy Byerly im Callaghan-Schloss an – und fühlt sich seltsamerweise sofort zu Hause. Die Legenden erzählen von einem verschwundenen Lord, der die Burg heimsucht und darauf wartet, dass sein Liebster zu ihm zurückkehrt. Billy glaubt nicht an Legenden, Geister oder eine Liebe, die ein Leben überdauern kann.

Aber der „Verschwundene Lord“ weiß, was er will.

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Schon als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss. Wer sich ein bisschen mit der schottischen Geschichte beschäftigt (hat), weiß, dass die „gemeinsame“ Vergangenheit „England/Schottland“ keine schöne und angenehme ist. Auch heute noch gibt es – egal auf welcher Ebene – viele „kleine“ Nicklichkeiten zwischen den Almanachs und den Sassenachs. Von daher wollte ich unbedingt die Geschichte des stolzen Aillil Callaghan lesen. Das auch ein bisschen Mystik – diese gehört ja zu Schottland wie die Highlands und die Burgen & Schlösser – mit enthalten ist, war dann das Tüpfelchen auf dem „i“ UND ich wurde nicht enttäuscht.

Fast über die Hälfte des Buches wird die Geschichte aus der Zeit um 1760 erzählt. Zu dieser Zeit lernt der stolze Aillil als Erbe des Clans den Engländer Malcolm Byerly kennen. Dieser wird als Hauslehrer für die jüngeren Brüder von Aillil angestellt. Da es bisher nur negative Erfahrungen mit den Sassenachs für Aillil gab und er eine vorgefertigte Meinung über diesen Menschenschlag hat, ist es ein schwieriger und von Misstrauen geprägter Weg bis die beiden sich näher kommen. Immer auf der Hut, vor seinem Vater und dessen „Freunde“, aber auch vor seinen eigenen Gefühlen, geht Aillil seinen Weg. So verschlossen, verschroben und derb er sich auch gibt, er hat – denen gegenüber, die er mag und liebt – ein riesengroßes Herz. Bereits ganz am Anfang des Buches hat er es geschafft, dass, egal was er tut, ich zu ihm gehalten hätte.

„Dein Herz ist frei, hab den Mut ihm zu folgen.“
                                         -Zitat aus Braveheart-

Aber es gibt ja auch noch Malcolm, einen jungen, schwulen Gelehrten, der sich aus Angst vor Bestrafung, permanent zurückhält, versteckt und nur in seiner Musik aufgeht. Als er genau zum richtigen Zeitpunkt ein Angebot erhält, nach Schottland zu gehen, nimmt er dieses an und lernt so die Callaghans kennen. Der große, derbe Aillil verschreckt ihn einerseits, fasziniert ihn jedoch auch über alle Maßen. Über die Musik kommen sie sich näher und näher. Näher, als es zu der damaligen Zeit gesund für beide ist.

Beide Männer müssen auf der Hut sein. Für sie stellen das Oberhaupt des Callaghan-Clans und dessen Freunde die größte Gefahr für eine Trennung dar. Das diese auf eine ganz andere Art daherkommt, damit konnte man (auch) als Leser bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich rechnen. Ich habe mit den beiden Männern mitgelitten und massig Tränen vergossen (grade beim Schreiben schon wieder). Zudem konnte ich mir bis dahin immer noch nicht vorstellen, wie der Sprung in die Gegenwart gelingen soll. Hier aber hat Eden Winters eine wunderbare Brücke geschlagen, so dass das Ganze in sich absolut schlüssig und nachvollziehbar ist.

Der Weg, bis die beiden Liebenden wieder zueinander finden, wird von Mystik und Druiden, ebenso wie von treuen Freunden – egal in welcher Epoche das Buch gerade spielt – begleitet und von der Autorin liebevoll erzählt.

Als Billy Byerly nach 250 Jahren das Schloss besucht, ist das für ihn wie ein „nach Hause kommen“ und dies kommt auch genau so beim Leser an. Die zweite Hälfte des Buches erzählt u.a. wie Billy sich fühlt, wie er mit seinen Déjà-vus zurechtkommt und wie ein „Lord“ seinen „Besitz“ verteidigt.
Viel mehr kann ich eigentlich nicht dazuschreiben, denn sonst müsste ich spoilern. Ich darf euch allerdings versichern, dass sich jede Seite dieses Buches lohnt, es gibt keine Längen oder „schwachen Stellen“, inklusive einem wunderschönen Happy End. Als Leser hat man die Chance, seine eigene Phantasie spielen zu lassen und dadurch auch das mystische Detail nur soweit an sich herankommen zu lassen, wie man möchte.
Ich liebe diese Geschichte und werde sie sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen haben.

„Omnia vincit amor“
                                  Vergils 10. Ekloge (10, 69)

Mit einer vollen Kauf- und Leseempfehlung verabschiede ich mich so, wie es wohl auch Aillil getan hätte

whiskyCaledonia (Bagpipes – klick aufs Bild)

Leig e math a bhith còmhla riut

El Ma

Ein weiteres Review findet Ihr bei Mathilda Gracehier

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2419 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 234 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press; Auflage: 1 (23. August 2016)
Preis bei Kauf:   €  5,14   (Kauf = klick aufs Bild)

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Ein Kommentar zu “„Duett“ – Eden Winters

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