Buchbesprechung „Das andere Ende der Brücke“ – Elisa Schwarz

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Klappentext
Nach dem Unfalltod seines Mannes gerät Patrick in eine graue Emotionslosigkeit. Nicht nur sein Beruf als Fotograf ist gefährdet, in dem er die Welt in aller Farbenpracht durch seine Linse gesehen hat, sondern auch in seinem normalen Leben hat er jede Hoffnung verloren. Erst durch die Begegnung mit einem alten Bekannten und eine dramatische Nacht mit ihren Folgen verändert sich sein Leben schlagartig.

Das Taschenbuch hat 568 Seiten

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Ich tue mich auch über eine Woche nach Beendigung dieses Buches schwer, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. In meiner Wahrnehmung hatte ich 80% des Buches Tränen in den Augen oder es liefen permanent Tränen an meinen Wangen entlang, ohne das ich wirklich weinen musste. Kein Mensch der noch keinen solchen Verlust hinnehmen musste oder auch weiß, dass ein Abschied bevor steht, kann nachvollziehen, wie Patrick sich fühlt. Jeder Mensch geht mit Trauer anders um, jeder Mensch muss seinen Weg finden, damit das Leben weiter geht. Für mich wäre – so aus dem Bauch heraus – Patricks Weg nichts, aber das weiß man wohl erst, wenn der Moment da ist.

Der Kummer, der nicht spricht, nagt am Herzen, bis es bricht.
                                                               William Shakespeare

Das Patricks Welt ein graues Einerlei ist und er keine Freude mehr an seinem Leben hat, kann man sehr gut nachempfinden. Seinen persönlichen Weg, gegen diesen seelischen Schmerz anzugehen muss man beileibe nicht verstehen, sollte man aber akzeptieren. Er hat Glück, dass er hierbei auf wirkliche Freunde trifft, denn ob jemand anderes so deutlich Patricks Grenzen gesehen hätte, wage ich zu bezweifeln. Als diese dann Patrick auch noch mitteilen, dass sie ihn auf diesem Weg so nicht mehr therapieren werden, bricht erneut ein Fixpunkt in seinem Leben weg…

Wie so oft im Leben, braucht es ein anderes Erlebnis, um aus dem „Grau“ wieder auftauchen zu können. Als genau so ein Ereignis eintrifft, ist er endlich bereit, ganz langsam wieder Licht in sein Leben zu lassen. Hierbei hilft ihm ein alter Freund seines Mannes aus gemeinsamen Zeiten, sehr sehr gute persönliche Freunde und ein Mann, der stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Ob Elisa Schwarz hier psychologisch korrekt recherchiert hat, kann ich nicht sagen. Was sie allerdings hat, sie hat ein sehr emotionales, gut nachvollziehbares Buch geschrieben. Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die hier ihre Schwierigkeiten haben könnten, allerdings darf man eben auch nicht übersehen, dass einem gezeigt wird, dass es auch wieder einen Weg zurück aus dem Grau in ein schönes Bunt gibt. Patrick muss und darf diesen schweren Weg gehen, er darf stolpern, er darf trauern, denn seine Freunde sind für ihn da.

Das Leben ist wundervoll. Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben.
Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel.
                                                                                                       Édith Piaf

Und obwohl ich weite Teile dieses wunderbaren Buches mit tränenverschleiertem Blick gelesen habe, hatte ich am Ende ein gutes, ja zufriedenes Gefühl. Und obwohl es ein so emotionales und sicherlich kein leichtes Thema ist, weiß ich, dass ich diese Geschichte nicht zum letzten Mal gelesen habe.

 

Carpe diem

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1228 KB
Verlag: dead soft verlag (5. Oktober 2016)
Kaufen kann man es hier & hier

sie hat

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