Meine Lieblinge: „Minnesota Christmas 1-3“ – Heidi Cullinan

„Winterkuss“, „Winterfunke“ & „Winterfeuer“
(Minnesota Christmas 1- 3) –  Heidi Cullinan

 

winterkuss-1Buch 1 der Serie

Während eines Schneesturms mitten im Nirgendwo zu stranden, wäre schon schlimm genug, doch Stylist Frankie trifft es noch schlimmer: Er wird mit drei attraktiven Männern in einer kleinen Hütte eingeschneit und muss sich ausgerechnet mit dem kalten Marcus ein Bett teilen. Doch unter Marcus‘ rauer Schale verbirgt sich ein fürsorglicher Mann, der in seiner Vergangenheit einmal zu oft verletzt wurde. Kann Frankie das Eis zwischen ihnen zum Schmelzen bringen?
Entspricht 208 Romanseiten.

winterfunke-2Buch 2 der Serie

Arthur ist frustriert: verlassen vom besten Freund und bequemen Fick, vorübergehend ohne Job und eine Familie im Nacken, die nur sein Bestes im Sinn hat. Als seine Mutter ihn für eine Kinder-Benefizveranstaltung einspannen will, spricht zunächst nichts dagegen – bis Arthur erfährt, wer ihn dabei unterstützen soll. Ausgerechnet der verklemmte Bibliothekar Gabe soll als Elf neben Weihnachtsmann Arthur kleine Waisen glücklich machen. Doch unter Gabes kalter Fassade schlummert ein Funke, der schnell ein erotisches Feuer zwischen ihnen zum Lodern bringt.
Entspricht 270 Romanseiten.

winterfeuer-3Buch 3 der Serie

Paul ist einsam: Nachdem seine beiden besten Freunde ihr Liebesglück gefunden haben, bleibt er als fünftes Rad außen vor. Da hilft es ihm auch nicht, dass Krankenpfleger Kyle mit Schneepenissen und nicht jugendfreien Nachrichten um seine Aufmerksamkeit buhlt – denn Kyle ist nicht nur zu jung, sondern auch das genaue Gegenteil von dem, was Paul sich wünscht. Als Paul jedoch mit Kyle zusammen an der Weihnachtsaktion der Gemeinde arbeiten muss, offenbart Kyle eine Seite an sich, die für Paul alles verändern könnte…
Entspricht 256 Romanseiten.

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Ich hatte ja vor kurzer Zeit schon mal geschrieben, wie schwer es mir fällt, Anthologien zu reviewen. Keinen Deut leichter ist es für mich Buchserien zu „beschreiben“. Ich liebe sie (die Serien 🙂 ), ich liebe es, zu erfahren, wie es Protagonisten im Laufe einer gewissen Zeit ergeht. Wenn ich Charaktere mag, dann will ich wissen, wie es ihnen nach dem Happy End ergeht. Kommt alles so, wie sie es sich im Laufe der Geschichte ausgemalt haben, gibt es auch bei ihnen den „normalen“ Alltag mit dreckigen Socken, Wartezeiten, wenn das Essen bereits fertig ist und der liebe Partner immer noch nicht da ist usw.  Oft hilft mir schon ein Epilog, um den letzten Wissensdurst zu befriedigen, aber oft gehört auch noch mehr dazu. Aus diesem Grund lese ich Serien meist erst, wenn man weiß, dass ein gewisser Part in sich abgeschlossen ist.

Dieser Meinung war ich auch bei der Minnesota Christmas Serie und war erstaunt, dass auch der dritte Band zwar korrekt endet, es für mich aber eben keinen vollkommen befriedigenden Abschluss gab aka einen Prolog gab, da doch so einige Seitenstränge angeschnitten wurden, die im Laufe der Geschichten aber nicht weiterverfolgt wurden (und ich hasse das *grr*). Ich also ab zu *a* und nachgesehen, ob das wirklich alles sein soll nach der dritten Geschichte – zumal ich diese im Februar 2016 gekauft hatte und bisher über keine „Fortsetzung“ gestolpert bin. UND was haben meine trüben Augen gesehen?  Es gibt einen vierten Teil, eine Weihnachtsgeschichte, der allerdings bisher noch nicht übersetzt wurde (Lieber Cursed-Verlag, es ist eine Winterserie! – also hurtig drangesetzt 😉 ). Ich habe es mir jetzt erst einmal auf Englisch geholt und weiß nun, was ich an den Weihnachtstagen lesen werde *g*.

Tja, was soll ich sagen… Ich habe alle drei Bände in einem Rutsch gelesen, weil mich die Geschichte der 3 Freunde und ihrer zukünftigen Partner berührt und wirklich interessiert hat. Es sind Bücher, die man wunderbar zu dieser Jahreszeit lesen kann (und froh ist, dass wir hier sehr gemäßigte Winter haben 😉 ). Einen bequemen Leseplatz, eine Tasse Tee, eine kuschelige Decke und „Minnesota Christmas“ dazu – perfekt!

Genießt (falls möglich) die Stille zwischen den Feiertagen, macht es euch mit einem guten Buch gemütlich und lasst die Welt einfach mal draußen.

Winterliche Grüße

El Ma

Die gesamte Serie findet ihr hier & hier  |  den Cursed-Verlag findet ihr hier
mehr über die Autorin hier

(Ach so… wer den 4. Band (englisch) – Santa Baby (Minnesota Christmas Book 4 – haben will,  findet ihn hier *g*)

Buchbesprechung „Auf der Suche nach Zach“ – Rowan Speedwell

auf-der-suche-nach-zach

Fünf Jahre lang war Zach Tyler, Sohn eines der reichsten Software – Mogulen der Welt, als Geisel gefangen, gefoltert und missbraucht worden. Als er endlich aus dem venezolanischen Dschungel befreit wird, ist er physisch und psychisch zerrüttet. Doch langsam beginnt er das Leben aufzubauen, das er hätte haben sollen, wenn ihn nicht ein unschuldiger Kuss in diese Hölle geschickt hätte.

Sein bester Freund aus der Kindheit, David, hat diese Jahre mit überwältigenden Schuldgefühlen und Trauer verbracht. Jede Beziehung die David einging fiel auseinander, wegen seiner Gefühle für einen Jungen, von dem er glaubte, dass er tot sei. Als Zach gerettet wird, ist David überglücklich – und dann am Boden zerstört, als Zach ihn zurückweist.

Zwei Jahre später kehrt David nach Hause zurück, und er und Zach müssen sich mit der Kluft zwischen ihnen auseinander setzen, mit dem, was sie füreinander empfinden und dem, was ihnen die Zukunft bieten könnte. Aber Zach hat Geheimnisse, und eines von denen könnte sehr wohl ihre zerbrechliche Liebe zerstören.

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Und wieder einmal habe ich eine Perle aus den Untiefen meines SuB befreit und kann (wieder einmal) gar nicht sagen, warum es dort soooo lange lag. Wahrscheinlich – wie bei vielen anderen auch – kam einfach immer wieder was neues, für den Moment interessanteres usw. soooo ganz zufällig neu dazu und Zach rutschte einfach immer weiter nach hinten.

Dabei hat er das gar nicht verdient. Die Geschichte ist meiner Meinung nach keine ganz leichte Kost, war aber wunderbar zu lesen und hat mich wirklich gefesselt. Ich hatte bisher noch kein Buch von dieser Autorin, aber dieses macht neugierig auf mehr. Tja, und da „Auf der Suche nach Zach“ ein für mich „etwas anderes“ Buch ist, gibt es auch ein etwas anderes Review.

Fluctuat nec mergitur.
Von den Wogen geschüttelt, wird es doch nicht untergehen.
                                                Unbekannt  (Inschrift auf dem Stadtwappen von Paris)

Zachs Geschichte macht es mir nicht einfach dies hier zu schreiben. Ich habe keine Ahnung, ob und wie man das verarbeiten kann, was Zach passiert ist. Es hat mich tief berührt, dass und wie er die zurückliegenden Jahre überhaupt überlebt hat und auch, wie er nun im Nachgang damit umgeht, auch wenn er (und auch ich) das Gefühl hatte, dass seine Therapiestunden „für die Katz“ sind. Erst als er ein einschneidendes Erlebnis hat, öffnet er sich soweit, dass er endlich an der Vergangenheit arbeiten kann. Ich weiß, dass ich eigentlich auf die Romanze zwischen David und Zach eingehen sollte, aber das Thema, auf dem eben die Beziehung zwischen den beiden aufbaut ist hart und war für mich beim Lesen mit sehr vielen Emotionen verbunden. Zach hat sich während der Zeit der Entführung der Situation angepasst, ist aber nicht daran zerbrochen. Er hat sich vor der Welt verschlossen und im richtigen Moment reagiert – auch wenn er das für sich erstmal ganz anders sieht…

Man muß stark sein, um zu ertragen, als schwach zu erscheinen.
                                               © Helga Schäferling, (*1957), deutsche Sozialpädagogin

Das es schwierig ist mit Zachs Vorgeschichte eine Liebesbeziehung – auch wenn er ihn aus der Zeit „davor“ schon kannte – zuzulassen, ist mehr als verständlich, zumal er auch keine allzu guten Erinnerungen an diese Zeit hat – nicht zu vergessen, er war damals ein triebgesteuerter Teenager.

DAS größte zwischenmenschliche Problem war für mich, dass das, was Zach immer und immer wieder mit seinem Therapeuten besprach (und auch da hat er sehr dosiert gearbeitet), hat er sich in der Kommunikation mit David komplett gespart… schwierig, für beide Seiten.

Ich habe mich über jeden klitzekleinen Fortschritt, den Zach macht, gefreut als wenn es mein eigener gewesen wäre. Klar hat die Geschichte ein Happy End, aber… „mein“ glückliches Ende in und mit diesem Buch ist, dass Zach auch den letzten großen Schritt in „sein eigenes Leben“ macht und endlich diese Horrorzeit aufgearbeitet hat bzw. wirklich aktiv daran arbeitet.

Am Ende wird alles gut.
Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.

                                                                       Oscar Wilde

In diesem Sinne…

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 942 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 294 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (1. Juli 2013)
Kaufen kann man es hier & hier

 

Persönliches | Rückblick | Ausblick

Bevor jeder von euch in die wohlverdienten Weihnachtstage eintaucht, möchte ich mich bei allen bedanken, die im vergangenen Jahr für mich „da waren“. Egal ob in Form von Geschichten, die mir ein Abtauchen in eine andere Welt ermöglicht haben oder aber, wenn Fragen bei mir aufgetaucht sind und ihr die dann „einfach so“ beantwortet habt.

Ich habe in diesem Jahr gelernt, dass alles vergänglich ist und oft schneller geht, als man es wahr haben möchte. Ich möchte hier niemandem irgendetwas aufdrücken, darum nur mein Ratschlag

„Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter“
                                 Verfasser unbekannt

Wie mich die Seite „Glücksdetektiv“ gelehrt hat, sollte man dieses Sprichwort/Zitat nicht unbedingt wortwörtlich nehmen, aber der Sinn dahinter ist gut dargestellt. Wen es interessiert, den Artikel dazu findet ihr hier.

Ganz ehrlich, das was uns 2016 gezeigt hat, macht mir im Ausblick auf 2017 Angst (zumindest ein wenig). Ja klar, insbesondere die Möglichkeit von Terroranschlägen, aber eben auch unser (der Menschen im allgemeinen) Umgang miteinander. Verschiedene Eindrücke und Erlebnisse hinterlassen ein merkwürdiges Gefühl in mir.

  • Im Kleinen wird zensiert, aussortiert und kategorisiert.
  • Im Großen wird Politik gemacht, die einem Angst macht. Parolen werden in den Raum geworfen, die weder Hand noch Fuß haben und dennoch von vielen Menschen aufgesogen werden wie das Wasser in der Wüste.
  • Gesetze müss(t)en angepasst werden und zwar dringend. Dies muss aber gut durchdacht und nicht im Schnellschussverfahren durchgezogen werden, nur weil gerade mal wieder etwas passiert ist 😦 .
  • Es wird immer mehr polarisiert und abgegrenzt, wir haben mittlerweile sehr wohl eine Art Kastensystem in Deutschland (nicht so offensichtlich wie das in Indien, wo es durch Farben gezeigt wird), nein hier ist es viel subtiler…
    – Die Unterschiede zwischen arm und reich;
    – Zwischen der schulischen Elite und denen, die aus welchen Gründen auch immer, eben nicht die Möglichkeit haben, diesen Weg zu gehen;
    – Oft schauen wir auf Menschen herab, die nicht „den“ Status haben – egal, ob finanziell, intellektuell oder optisch, wir merken gar nicht mehr, wie arrogant wir oft in unserem Handeln sind 😦 ;
    – Immer noch (nach über 25 Jahren) gibt es einen Graben zwischen Ost und West,
    – und seit einiger Zeit eben auch wieder die sehr deutliche Abgrenzung in der Parteipolitik. Dennoch hat keine Partei mehr ein wirklich deutliches Profil – und wenn dann doch einmal die eine oder andere heraus sticht, macht es eher Angst denn Hoffnung.

Es ist traurig, dass persönliche Präferenzen auch hier wichtiger sind, als die Menschen und ihr Wunsch nach Sicherheit und das Gefühl eine Einheit in diesem Land zu sein 😦 .
Als Beispiel darf ich hier die aktuelle Situation in den USA her nehmen, die durch die Wahl von Herrn Trump die innere Zerrissenheit dieses großen Landes zeigt. Noch nie wurde uns so offensichtlich aufgezeigt, wie sehr den Menschen dieses „Wir-Gefühl“ fehlt. Solange sich die Menschen in einem Land untereinander nicht einig sind und an einem Strang ziehen, hat jeder Stachel, der von irgendwoher hineingetrieben wird die Chance ein Stückchen mehr kaputt zu machen. Hierzu brauchen wir gar keine Terroristen, wir schaffen das ganz wunderbar auch alleine…

Und trotz allem, werde ich nach diesem für mich – auch aus sehr persönlichen Gründen – beschissenen Jahr 2016 die Ärmel hochkrempeln und weiter machen. Vielleicht nicht mehr so wie 2016, aber eben weitermachen :-).
Ich werde meine persönlichen Prioritäten neu sortieren, den Fokus mehr auf meine mir wirklich wichtigen Dinge legen, vielleicht auch meine FB-Aktivitäten etwas einschränken, denn ich merke, dass mir vieles dort nicht mehr gut tut.
Es gibt aber eben auch Personen, mit denen ich durch das „WWW“ in Kontakt gekommen bin, die mir wichtig geworden sind und die mir geholfen haben im Gleichgewicht zu bleiben.
Hier den goldenen Mittelweg zu finden, wird mich noch einige Zeit beschäftigen. Aber egal, Mitte bleibt Mitte und die möchte ich für mich (am liebsten in einem bequemen Sessel sitzend und mit einer guten Geschichte in der Hand 😉 ) finden.

Weihnachten wird dieses Jahr anders sein, es wird in unserem Familienkreis jemand Wichtiges am Tisch fehlen. Aus diesem Grund wird es vielleicht stiller und besinnlicher – dies muss aber ja nicht wirklich schlechter sein.

Deshalb gibt es in diesem Jahr auch kein Weihnachtslied, sondern eines, das für mich und meine derzeitige Gefühlslage wie die berühmte „Faust aufs Auge“ passt.

Nichtsdestotrotz wünsche ich Euch allen da draußen ein schönes, friedliches, besinnliches und glückliches Weihnachtsfest und falls wir uns nicht mehr lesen, einen guten und vor allem gesunden Start ins neue Jahr.

„Refugium: Seelenstaub“ (Buch 1) – Susann Julieva

refugium

Klappentext
Poe läuft die Zeit davon: Von mysteriösen, dunklen Mächten gejagt, schlägt er sich mit seinem besten Freund Remy als Taschendieb und Trickbetrüger durchs Leben. Doch auch Remy flieht vor einem Schicksal, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt – wären da nicht Poes geheimnisvolle Kräfte, die das Blatt noch wenden könnten. Während ihre Lage immer bedrohlicher wird, begreift Poe, dass es für ihn keine Zukunft ohne Remy gibt, denn dieser ist der Teil seiner Seele, den er unmöglich verlieren kann…

Entspricht 332 Romanseiten. Buch ist in sich abgeschlossen.

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Wow!
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass Fantasy eigentlich so gar nicht mehr Genre ist, Urban-Fantasy habe ich bis dato gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Dennoch habe ich es auf einen Versuch ankommen lassen und mich auf eine Empfehlung und das „versuch’s einfach mal“ eingelassen. Und nochmal wow!
Selten gab es ein Buch, das mich auf jeder einzelnen Seite so mitgenommen hat. Ich habe mit Remy mitgelitten, mit Poe gebangt, mich mit beiden mitgefreut, wenn es wieder mal ein kleines Highlight für sie gab und ich habe Tränen mit und wegen ihnen vergossen (und zwar nicht wenige!).
Ich habe zusammen mit den beiden Jungs Abenteuer erlebt und eine Welt kennengelernt, die so bildhaft beschrieben wird, dass man meint selbst dort zu sein.

Poe weiß, dass er anders ist als andere Menschen. Dies durfte er schon als Teenager feststellen, als er seinen Freund Remy gerettet hat. Seit diesem Ereignis sind die beiden auf der Flucht und schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Sie erleben sagenhafte Abenteuer, lernen neue Menschen kennen und sind verwundert, dass diese es gut mit ihnen meinen. Bis zum großen Showdown stehen Poe und Remy Seite an Seite, auch während Remys ganz schweren Zeiten.

Ich habe einige Seiten gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, dies lag aber eher an meinen Vorbehalten dem Genre gegenüber als an der Geschichte selbst, denn die ist fantastisch  💜.

Für alle die Bedenken haben könnten, weil es das erste Buch einer Reihe ist, denen sei gesagt, das Buch ist in sich abgeschlossen und hat ein Happy End. Es werden aber doch einige sehr interessante Nebencharaktere vorgestellt, die meiner Meinung nach durchaus jeder für sich eine eigene Geschichte verdient haben.

Macht es wie ich, lasst euch darauf ein und genießt eine wunderbare Geschichte mit zwei absolut liebenswerten Protagonisten.

Liebe ist was dich lächeln lässt wenn du müde bist.
                                                                  Paulo Coelho

 Fragt Remy, er weiß das 🙂

Bis bald,
El Ma

Nachtrag:  Ich hole mir auf jeden Fall noch das Taschenbuch dazu 🙂 

Kaufen könnt ihr das Buch hier & hier  |  den Cursed Verlag findet ihr hier  |  mehr zur Autorin gibt es hier

„Zuflucht im Käfig“ – Tempeste O’Riley

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Klappentext
Kieferchirurg Kaden Thorn führt ein ruhiges Leben, jedoch ohne jede Hoffnung auf eine Liebe, wie er sie sich ersehnt. Seitdem er von Schwulenhassern brutal zusammengeschlagen wurde, kann er seine Beine nicht mehr gebrauchen und sitzt im Rollstuhl. Er hat die Hoffnung aufgegeben, je einen Dom oder auch nur einen „normalen“ Partner zu finden, der ihn liebt. Als er praktisch unter Zwang eine Einladung zum Abendessen bei seiner besten Freundin annimmt, ist das letzte, womit er dort rechnet, ein starker Dom, der über seinen Rollstuhl hinwegsehen kann.

Architekt Deacon James ist als Dom sehr anspruchsvoll, hat aber die letzten paar Jahre ohne Sub oder Partner zugebracht. Als einer seiner Angestellten ihn zu einer Dinnerparty einlädt, um ihm seine Lebensgefährtin vorzustellen, riecht Deacon ein abgekartetes Spiel, stimmt aber trotzdem zu. Er ist stolz auf seine ausgezeichnete Menschenkenntnis, und als er den jüngeren Zahnarzt kennenlernt, sieht er nicht den Rollstuhl, sondern einen liebenswerten, devoten Mann, der mehr als nur sein Interesse weckt.

Kades Ängste und die Dämonen der Vergangenheit, die ihn heimsuchen, sind eine Herausforderung für Deacon; er braucht sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung als Dom, um Kades Vertrauen und Hingabe zu gewinnen. Doch Deacon ist fest entschlossen, diese Schlacht erfolgreich zu schlagen, um Kade an seiner Seite und zu seinen Füßen zu haben.

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„Perversität entsteht zum größten Teil im Auge des Betrachters“
                                                              Jan Wöllert

Ich mag es Bücher zu lesen, die von einer „anderen Lebensart“ als die der meinen erzählen. Ich mag es auch, das viele Menschen anders ticken als ich. Ich muss nicht alles „verstehen“ oder „selbst ausprobieren“, aber ich war und bin der Meinung, dass wenn zwei (+) erwachsene Menschen das gleiche wollen und dies einvernehmlich „praktizieren“, können und sollen Außenstehende dies nicht verurteilen.
Das ist das, was die Welt bunt, spannend und interessant macht. Wenn man dann noch „durch’s Schlüsselloch“ aka ins Buch schauen darf, um über andere „Gewohnheiten“ in den Schlafzimmern dieser Welt zu lesen, dann wird nicht nur der Voyeur in uns Menschen geweckt, sondern man lernt oft auch noch etwas dazu, was vielleicht über den eigenen Horizont hinaus geht.

Genau so ein Buch ist „Zuflucht im Käfig“. Es ist Buch, dass einem einen „für Laien nachvollziehbaren“ Blick hinter die Kulissen eines BDSM-Pärchens gibt. Aber es ist auch ein Buch, das mich etwas zwiegespalten zurück lässt. Nein, nicht das Thema BDSM gab mir dieses Gefühl, sondern das ganze Drumherum. Ich versuche es einfach mal auf ein paar wenige Punkte herunter zu brechen.

Positiv für mich war:
+  der liebevolle Umgang von Deacon und Kaden im täglichen Leben miteinander
+  das Gefühl, das Deacon sich auch nach einer Session fürsorglich um Kaden gekümmert hat und um sein Wohl besorgt war
+  das Selbstverständnis, mit dem Deacon mit Kadens Behinderung umgegangen ist und für jedes, aufgrund der Behinderung, auftretende Problem eine unkomplizierte Lösung fand

weniger gut fand ich:
–  das Kaden im Berufsleben sehr erfolgreich seinen Mann steht, eine tolle berufliche Karriere trotz und mit seiner Behinderung vorweisen kann, wenn es allerdings in den absolut privaten Bereich ging, mutierte er zur Mimose.  Schauspielern bzw. Maske tragen gut und schön, aber dafür war mir der Unterschied zu krass
–  zudem blieben die Protagonisten für mich leider nicht wirklich greifbar und relativ „weit weg“…  ob dies an dem extrem höflichen Umgangston lag, den ich auch in einer elitäreren Schicht als dem Durchschnitt etwas sehr „gestelzt“, sprich nicht zeitgemäß fand?  Ich kann nicht definitiv sagen an was es lag und es noch weniger an etwas festmachen.

Heraus zu heben ist für mich allerdings, dass es meiner Meinung nach ein sehr gutes „erstes Buch“ für den Bereich BDSM wäre (ebenso wie „Das graue Halsband“). Es zeigt, dass es eben nicht nur rein „technisch“ gute Sessions geben muss, sondern dass sehr wohl auch das Thema Master/Boy aka D/s mit Gefühl, Zuwendung und Zärtlichkeit vereinbar ist. Kaden war und ist von Herzen „Boy“ und genießt es, seinem Master die Verantwortung zu überlassen. Dies macht er im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeit sehr gut, denn Deacon ist mehr als zufrieden mit ihm.

Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben.
Wer andere glücklich macht, wird glücklich.

                                                    André Gide

Leider blieb mir der Grund, warum Kaden so wenig Selbstbewusstsein hat, zu blass. Das eine Mal, bei dem er sich nicht wahrgenommen gefühlt hat, nicht mit dem selben Erfolg wie vor seiner Behinderung bei diesem einmaligen Clubbesuch „angenommen“ worden zu sein, war mir als Begründung ebenfalls zu wenig – sorry.

Für mich ist das Buch trotz meiner ganzen „aber“ eine Leseempfehlung, denn wie immer sind diese, meine Eindrücke, ja subjektiv und das Buch an sich ist richtig gut.

Drum schaut euch die Welt an, verurteilt nicht das, was ihr nicht versteht, sondern (hinter)fragt und macht euch schlau. Erst dann bildet euch eine eigene Meinung.

Erkenntnis macht frei, Bildung fesselt, Halbbildung stürzt in Sklaverei.
                                                                                   Wilhelm Raabe

In diesem Sinne 🙂

El Ma

Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr bei Gaylesen, hier in Mattys Schmökerecke & auch bei Ulla werdet ihr fündig 🙂

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2322 KB
Verlag: Dreamspinner Press (6. Dezember 2016)
Kaufen kann man es hier & hier