„Mord auf dem Berg“ – Jamie Fessenden

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Klappentext
Als Jesse Morales, frischgebackener College-Absolvent und angehender Krimiautor, sich auf eine Woche als Helfer im Observatorium des Mount Washington einlässt, rechnet er mit harter Arbeit. Womit er nicht rechnet, ist die Leiche, die er zwischen den Felsen im Nebel findet. Der Mann entpuppt sich als der junge Tourist Stuart Warren, für den ein Ausflug auf den Berg mit seinen Freunden tödlich endete.

Der verwitwete Polizist Kyle Dubois wird mit seinem Partner Wesley Roberts mitten in der Nacht zum Schauplatz des Verbrechens gerufen. Obwohl sich Jesse und er augenblicklich voneinander angezogen fühlen, fällt es Kyle schwer, einen so jungen Mann mit einer Vorliebe für Kriminalfälle ernst zu nehmen. Jedoch gelingt es Jesse bald, sich nützlich zu machen, indem er sich ein Zimmer im Hotel der Angehörigen und Freunde sucht, um sich unter sie zu mischen. Was er dort erfährt, könnte bei der Lösung des Falles helfen – oder ihn das Leben kosten.

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Ist euch das auch schon passiert, ihr fangt an ein Buch zu lesen und denkt euch schon auf den ersten Seiten, boah die Protagonisten gehen gar nicht oder mein Gott sind die süß oder aber auch so wie hier, dass man in ein Buch – so wie in seine Lieblingsjogginghose – hineinschlüpft, sich wohl fühlt und die Hauptcharaktere mag. Einfach so, ohne dass man es an irgendetwas festmachen kann oder die Charaktere bis dahin irgendetwas groß dafür getan haben 😀. Genau das ist hier passiert. Egal ob Jesse oder Kyle, die beiden sind grundsympathische Männer, die sich auf den ersten Blick hin zueinander hingezogen fühlen.

“Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?” – Das spart eine Menge Zeit.”
aus „Nachts unterwegs“

Da ist Kyle, der still für sich immer noch um seine Frau trauert und bis er auf Jesse trifft, sich noch nicht wirklich mit der Möglichkeit einer neuen Partnerschaft beschäftigt hatte. Er ist überrascht, als sich beim ersten Blick auf Jesse seine alten und lange versteckten „Gelüste“ auf einen Mann wieder bemerkbar machen.

“Dein Herz ist frei, hab den Mut ihm zu folgen.”
aus „Braveheart“

Jesse ist ein junger Mann, der seinen Weg noch sucht und für sein Leben gerne Krimiautor werden möchte. Als er oben auf dem Berg das erste Mal auf Kyle trifft, ist er fasziniert von diesem Mann, dass dieser auch noch Detektive bei der Polizei ist, ist das Sahnehäubchen obenauf für ihn.

Ich bin kein großer Fan von Kriminalromanen, aber dieser Plot trägt einen so selbstverständlich durch diese Geschichte, dass man gar nicht drüber nachdenkt, dass man dieses Genre eigentlich gar nicht mag *g*. Wie gesagt, diese beiden Männer gleichen vieles aus 😀.

Als Kyle dann den „Mord am Berg“ aufklären muss, kommt dies für Jesse wie gesagt in zweierlei Hinsicht wie gerufen. Zuerst einmal darf er in der Nähe dieses tollen Mannes bleiben und dann ist da ja auch noch dieser Mordfall, den er sehr gut für seine Hintergrundrecherche „brauchen“ kann. Als er sich jedoch immer weiter in diese Geschichte und den Täterkreis hineinbegibt, gerät er selbst in Gefahr 😟.

Die Geschichte ist klasse erzählt, die einzelnen Protagonisten wirklich hervorragend beschrieben und der Handlungsstrang (soweit ich das als Krimi-Laie beurteilen kann) sehr gut aufgebaut – inkl. einem sehr guten Spannungsbogen.

Zwei klitzekleine Kleinigkeiten hätte ich aber dennoch anzumerken *g*. Doch, es gibt ein Happy End und es gibt einen Epilog. Dieser ist wirklich nett, aber nicht das, was ich gerne gelesen hätte… Jahaaa, ich weiß, ich bin nervig ;-), aber ich hätte zu gerne gewusst (so vielleicht ein Jahr später) ob Jesse es wirklich geschafft hat, seinen Krimi zu veröffentlichen und das zweite ist, sooo oft, wie Kyle betont hat, dass er „wesentlich“ älter ist als Jesse, wäre ich fast mal schreiend von meinem Reader weggelaufen. Manchmal dachte ich er wäre Mitte 4o und nicht grade mal 30 Jahre alt.

Tja, normalerweise gäbe das Abzüge in der B-Note ;-), aber Kyle hätte bei mir noch ganz andere Sachen anstellen dürfen, ich hätte sie ihm verziehen 💜

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf die Tatsache legen, dass Kyle ja schon einmal verheiratet war und zwar mit einer Frau. Ich fand es toll, wie selbstverständlich in dieser Geschichte mit dem Thema Bi-Sexualität umgegangen wurde. Es war – außer Kyles Bedenken, was der Kollege dazu sagen würde, dass er jetzt einen Mann gut findet – kein großes Thema zwischen ihm und Jesse.

“I don’t understand the hatred and fear of gays and bisexuals and lesbians…
it’s a concept I honestly cannot grasp.
To me, it’s not who you love – a man, a woman, what have you…
it’s the fact that you love. That is all that truly matters.”

Al Pacino

Ach ja, leider gibt es noch keine weiteren übersetzten Geschichten von Jamie Fessenden, aber ich habe noch drei Originale von ihm auf dem Reader,  die – nachdem mir sein Schreibstil sehr gut gefällt – gleich mal auf die „muss ich lesen“-Liste geschoben werden. (Herr, lass Lesezeit vom Himmel regnen 😉)

Eine weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr in Mattys Schmökerecke.

 

In diesem Sinne

El Ma

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„Wie ein neues Leben“ – Jay Northcote

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Klappentext
Joels Leben könnte nicht besser sein: Er führt eine glückliche Beziehung mit Dan und mit der Mutter seiner über alles geliebten, dreijährigen Tochter verbindet ihn ein enges Verhältnis. Doch ein tragischer Unfall verändert alles. Als alleinerziehender Vater muss Joel nicht nur den Verlust einer guten Freundin verarbeiten, sondern auch einsehen, dass die Beziehung mit Dan dieser Belastung nicht standhält. Ausgerechnet in dieser dunklen Zeit lernt er Krankenpfleger Liam kennen. Sie fühlen sich einander sofort verbunden, aber Joel zögert. Kann er sich wirklich auf Liam einlassen, nachdem er bereits so viel verloren hat?

Entspricht 256 Romanseiten.

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Immer noch denke ich gerne an diese Geschichte zurück – und das auch noch ein paar Tage nach dem Lesen. Vergessen sind die Tränen aus dem ersten Drittel (und auch die ein paar Kapitel später).

Die (Anfangs-) Protagonisten dieser Geschichte haben eine Lebensplanung entwickelt und erreicht, die mich vor Neid blaß werden ließ. Auch wenn es im realen Leben nicht oft so harmonisch und perfekt aufeinander abgestimmt ist bzw. sein kann, in „Romanzen“ darf, nein sollte es das sein, denn das Leben draußen ist hart genug. Als Joel plötzlich alleine mit seiner Tochter da steht, hat sich ganz selbstverständlich eines ins andere gefügt. Abläufe funktionierten perfekt, die Familie hat „gegriffen“, nur seine Beziehung mit Dan war plötzlich nicht mehr das gelbe vom Ei, so dass irgendwann der Punkt kam, an dem es besser war einen Schlussstrich zu ziehen, als sich weiter mit der „unguten“ Situation zu belasten.

Auch diesen Lebensabschnitt hat Jay Northcote wunderbar rübergebracht, so dass ich beim Lesen selbst den Eindruck hatte, dass diese Trennung nun genau hier so stattfinden muss. Tja, und wie im wirklichen Leben „schauste dann aus wie ein Müllsack, kommt dein Traumtyp um die Ecke“…

Liam ist toll :-), ich will auch einen Liam haben *schmoll*
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Tja, es gibt Geschichten und die darin vorkommenden Protagonisten, die mag man einfach, obwohl es jetzt keine komplett „Heilewelt-Geschichte“ ist (oder vielleicht gerade deswegen?). Wie gesagt, ich habe nicht wenige Tränen vergossen, aber ich habe mich dennoch das komplette Buch über mit und in dieser Geschichte wohl gefühlt.

Manche Entscheidungen Joels empfand ich während des Lesens als unreif, im Nachgang jedoch glaube ich, dass ich vielleicht nicht so sehr viel anders gehandelt hätte. Manchmal ist Flucht die einfachste bzw. sicherste Variante um vermeintlich unbeschadet aus einer Situation herauszukommen. Nur später drüber nachdenken sollte man eher nicht…  Keine Bange, das Happy End kommt und Joel darf endlich sein Leben vorbehaltlos genießen 🙂

Es war mir ein Vergnügen, diese meine erste Geschichte von diesem Autor zu lesen. Ich habe noch einige Originale von Jay Northcote auf meinem Reader liegen, auf die ich ganz heiß wäre. Da aber noch so viele „vergessene“ deutschsprachige eBooks auf dem Reader und ungelesene Bücher im Regal stehen, wird es wohl (m)ein Wunschdenken bleiben, zu hoffen, dass ich die Zeit haben/finden werde, eines davon zeitnah lesen zu können 😦

Die wichtigste Triebkraft für die Verwirklichung unserer Träume ist die Zuversicht.
Helmut Glaßl (*1950), Thüringer Aphoristiker

oder wie man heute sagen würde: gib die Hoffnung nicht auf (irgendwann kommt ein Riesenzeitfenster auf mich zu – ich glaube fest daran *g*)

Bis bald

El Ma

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„Daniels Erleuchtung“ – Eli Easton

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Klappentext
Buch 2 in der Serie – Sex in Seattle

Der erfolgreiche Geschäftsmann Daniel Derenzo lebt nur für seine Arbeit. Doch dann wird er durch seinen sterbenden Vater daran erinnert, wie kurz das Leben ist. Daniel setzt seine Prioritäten neu und macht eine überraschende Entdeckung – er fühlt sich zu seinem Geschäftspartner und besten Freund Nick hingezogen, obwohl er immer davon ausgegangen war, ein absolut normaler, heterosexueller Mann zu sein. Auf seine typisch perfektionistische Art erkundet Daniel diese neue Entwicklung mit Hilfe der Experten von ‚Expanded Horizons‘, einer Sexklinik. Und anschließend geht er das Problem an, wie er es aus dem Geschäftsleben kennt – mit dem festen Entschluss, sich das Geschäft nicht durch die Finger rutschen zu lassen.

Nick Ross war vor vielen Jahren in Daniel verliebt, als sie sich ein Zimmer im Studentenwohnheim teilten. Aber Nick wusste schon damals, dass Daniel nicht schwul ist. Er reparierte sein gebrochenes Herz durch eine Heirat mit Marcia. Vierzehn Jahre und zwei Kinder später gleicht ihre Ehe zwei Schiffen, die sich nachts begegnen. Da Nick seine Kinder über alles liebt, verzichtet er auf eine Scheidung. Er hat Angst davor, dass Marcia das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommt. Aber wenn er seinem eigenen Herzen und den Gefühlen, die in Daniel erwacht sind, vertrauen kann, gibt es vielleicht doch noch ein glückliches Ende für sie beide.

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Ich war ja schon vom ersten Buch aus dieser Serie ganz angetan, „Tonys Therapie“ ist meiner Meinung nach ebenfalls eine Empfehlung wert. Gelesen hatte ich es bereits, als es noch nicht einmal die Idee für diesen Blog gab. So war meine Erwartungshaltung für  „Daniel’s Erleuchtung“ dementsprechend hoch und die Vorfreude groß. Es ist immer wieder schön, wenn dann solche  Erwartungen nicht enttäuscht werden *g*.

Blöd, wenn man in der Öffentlichkeit ist und es einem ein Grinsen ins Gesicht treibt, wenn man liest, mit welcher analytischen Herangehensweise Daniel sein „Problem“ angeht. Man hätte ja durchaus auch etwas dezenter an die „Sache“ herangehen können, aber nein, da wird mal schnell das ganze Programm abgespult *g*. Und da Mann dann schon mal weiß, was jetzt los ist, will man es auch gleich & ganz und entwickelt einen ausgeklügelten Schlachtplan.

„Zielstrebigkeit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Erfolg im Leben,
egal welches Ziel man verfolgt.“

John D. Rockefeller II.

Da das Leben aber anders spielt, als Herr Derenzo das gerne hätte, entwickelt sich daraus eine wirklich nette Geschichte. Nick ist erstmal völlig überfordert mit der ganzen Situation und steckt im Gegensatz zu Daniel zunächst schön den Kopf in den Sand. Aber Daniel wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch dafür einen Plan B hätte und diesen (fast) gnadenlos durchzieht. Tja, er käme ja auch durch damit, so fast, mit Abstrichen… nun ja, schwierig, denn es ist ja auch noch eine Frau im Spiel und die tanzt mal so gar nicht nach Daniels Musik… mmh… nun ja, es gibt ja auch noch einen Plan C 🙂

Freut euch auf ein liebenswertes, heiteres und – da Daniel „mitspielt“ – ein sehr lösungsorientiertes 😉 Lesevergnügen. Ich hatte meinen Spaß, ich hoffe, euch gefällt es genauso gut.

Bis bald,

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3476 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 196 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (17. Januar 2017)
Kaufen könnt ihr es hier & hier      (PS:     Band 1 dieser Serie „Tonys Therapie“ findet ihr hier & hier)

„Schneemannherzen schlagen leiser“ – Nasha Berend

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Klappentext
Björn kümmert sich liebevoll um eine alte Nachbarin, die mit einem Gipsbein gehbehindert ist. Sie erzählt ihm von ihrem Sohn, der vor langer Zeit ausgewandert ist und mit dem sie nur noch telefonisch Kontakt hatte. Vor ein paar Wochen hatte man ihr mitgeteilt, dass er durch einen Unfall ums Leben gekommen sei. Bei ihr hat sich ein Mann gemeldet, der vorgibt, ihr erwachsener Enkel zu sein, aber sie vertraut diesem Fremden nicht, den sie noch dazu, nur vom Telefon kennt. Schon beim ersten Gespräch mit ihm, verliebt sich Björn in die Stimme des Unbekannten, der sich über die Weihnachtsfeiertage angemeldet hat. Die Zeit bis zum Treffen, kann gar nicht schnell genug vergehen, aber dann erwischt Björn eine böse Erkältung und er bekommt gar nicht mit, was um ihn herum geschieht. In seinen Fieberträumen, sieht er die Gestalt eines Mannes vor sich, zu dem die Stimme passen würde, aber entspricht das auch der Wirklichkeit, oder fantasiert er nur? Er sieht sich schon in dessen Armen, in einem Land, dass er nur durch das Fernsehen kennt.
Der Kanadier, der endlich seine Großmutter kennenlernen will, von deren Existenz er bis vor ein paar Wochen noch nicht einmal etwas ahnte, wundert sich, dass das Telefon nicht mehr abgenommen wird, wenn er mit Björn reden möchte und dann meldet sich eines Tages auch noch ein fremder Mann. Da er sich längst in die Stimme des jungen Deutschen verliebt hat, bezweifelt er, dass für ihn das diesjährige Fest der Liebe, tatsächlich zu einem Solchen wird. Aber Weihnachten verfügt über seine ganz eigene Magie…

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The first time I saw you, my heart whispered „that’s the one“.
                                                              Verfasser unbekannt

Wenn man dieses Buch in einem Satz zusammenfassen sollte, dann wäre es für mich „(zu) viel und trotzdem zu wenig und zu oberflächlich“.
Es ist die erste Geschichte, die ich von Nasha Berend gelesen habe und kann von daher nicht beurteilen, ob dieses „viel an Gefühl“ für ihre Geschichten normal ist. Allerdings trifft sie damit ganz sicher den Nerv eines jeden Romantikers, der sich genau das wünscht. Es ist ein Buch, das sehr gut in die (Vor-) Weihnachtszeit gepasst hätte – ich habe es aber erst jetzt entdeckt – und da es im Sommer endet, kann man es eigentlich zu jeder Jahreszeit lesen *g*.

Tja, was soll ich schreiben… Ich fange mal mit dem „zu viel“ an. Wir haben hier eine „Friede, Freude, Eierkuchen“-Geschichte, die zuckersüß, romantisch und rosarot ist. Jeder Handlungsstrang löst sich in guten Ideen, perfekten Gelegenheiten und in großem Wohlgefallen auf (also doch eine Weihnachtsgeschichte). Egal um welche(s) Paar oder Person aus der Geschichte es sich handelt, alles wird gut :-).

Zum „zu wenig und zu oberflächlich“ genügt eigentlich auch ein einziger Satz: „Das Buch hätte gut ein paar Seiten mehr mit etwas ausführlicheren Schilderungen, etwas mehr Tiefe und ein runderes Ende vertragen“. Ich mag es nicht, wenn ich ein Buch lese und Protagonisten immer nur an der Oberfläche schwimmen. Oft sind es ja genau diese (hier fehlenden) Kleinigkeiten, die eine Geschichte ausmachen. Nein, ich muss in einem Buch nicht immer Sexszenen haben, denn das diese hier nur gestreift wurden, nimmt dem Ganzen nichts weg und hat mich überhaupt nicht gestört. Allerdings hätten manche Szenen aus dem täglichen Leben ruhig etwas detaillierter beschrieben sein können, z.B. die Weihnachtsmannaktion im Kinderheim, die Aktion im Laden usw… – halt einfach nur ein paar Kleinigkeiten mehr, um die Protagonisten greifbarer zu machen.
Ein paar mehr Details hätten hier so viel bewirkt :-(, denn eigentlich kennt man Björn am Ende der Geschichte gar nicht wirklich, außer, dass er total auf Luis fixiert ist und man weiß, dass er ein guter Kerl ist und das empfinde ich als so schade, denn er wäre es wert gewesen. Ein kleines bisschen mehr erfährt man über Luis (seinen Beruf, zudem ein klein wenig aus der Vergangenheit der Familie), aber wirklich greifbar macht es ihn auch nicht. Jetzt wo ich das über Luis Beruf schreibe, überlege ich gerade was Björn eigentlich tut…

Ich hoffe, ich habe das „(zu) viel und zu wenig“ einigermaßen erklären können und bin gespannt, wie andere Leser es empfunden haben.
Zudem würde ich beim nächsten Buch eine letzte zusätzliche Korrekturlesung vorschlagen. Es waren keine großen Stolpersteine drin, aber eine korrekte Groß- und Kleinschreibungen sowie ein paar getauschte „m“ und „n“ wären von Vorteil gewesen.

Ich möchte diese Rezension nicht als Kritik, sondern eher als Anregung dafür sehen, was man beim nächsten Buch anders machen könnte, denn Potential für zuckersüße Geschichten, die man ja hin und wieder für’s Gemüt braucht, ist definitiv da. Von daher gibt es doch eine kleine Empfehlung für dieses Buch und einen zuckrigen, unkomplizierten Abend ohne große Aufregung.

Bis bald

El Ma

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„Liebe, die wie Wasser fließt“ – Rowan Speedwell

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Drei Jahre als verdeckter Ermittler in einer der übelsten Banden des Landes haben FBI Agenten Joshua Chastain gebrochen. Im Kampf gegen Albträume und Abhängigkeit verlässt er den Asphaltdschungel und reist ins Pferdeland New Mexico, wo er hofft, auf der Ranch seines Onkels neu anzufangen.

Vorarbeiter Eli Kelly verbringt sein Leben damit, misshandelte Tiere zu rehabilitieren, und Joshua ist für ihn nur eine weitere, verlorene Seele. Aber als Joshua langsam beginnt, sein Leben wieder aufzubauen, erkennt Eli, dass Joshua sehr viel mehr ist als nur sein neustes Projekt.

Joshuas Plan scheint aufzugehen – vielleicht war ein Neuanfang wirklich genau das, was er gebraucht hat. Dann, gerade, als er endlich Frieden gefunden hat, zerstören Gewalt und Hass beinahe all seine harte Arbeit und zwingen ihn dazu, darüber nachzudenken, was er sich eigentlich erhofft – von der Freundschaft mit Eli und vom Leben.

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 313 Seiten

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Oh mein Gott… Wie oft saß ich beim Lesen da und habe den Kopf geschüttelt. Über das FBI, den behandelnden Psychologen, aber auch über Joshua selbst. Wie kann ein Mensch sich so in sein – meiner Meinung nach unnötiges – schlechtes Gewissen und seine negativen Gedanken verrennen… und das trotz vieler, vieler Sitzungen. Das ist aber die Gefahr, wenn ein so intelligenter Mensch im Umgang mit Anderen das filtert, was seiner Meinung nach nicht weitergegeben werden soll…

Zu Beginn haben wir einen gebrochenen Mann vor uns, der nur noch vor sich hin lebt, weil er halt noch lebt. Oft hatte ich das Gefühl, dass er gar keine Hilfe will, weil er das seiner Meinung nach gar nicht verdient hat.

Eli ist ein Traum :-). Dieser Mann hat bereits beim „sich lesen lassen“ eine Ruhe ausgestrahlt, so dass ich mich, aber ich glaube auch jeder andere, gut bei ihm aufgehoben gefühlt habe. Er geht langsam auf Joshua zu und gibt ihm somit das Gefühl, die Kontrolle über das miteinander zu haben. Denn schneller als Eli schauen kann, hat Joshua sich immer wieder in sich selbst zurückgezogen.

Der geduldige Mensch bezieht seine Kraft aus der Einsicht
in das positive Wirken von Zeit und Raum.

© Dr. Carl Peter Fröhling (*1933)

Tja, und als dann Elis Geduld endlich Früchte trägt, passiert etwas, dass das ganze zarte Gebilde in Gefahr bringt… und wieder macht Joshua kehrt und verhält sich impulsiv wie ein junges, aufgeschrecktes Fohlen. Wie wird Eli dieses Mal reagieren, ist seine Geduld und Ruhe wirklich so unendlich?

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, denn Joshuas Schicksal hat mir einfach keine Ruhe gelassen – gut dass ich ausschlafen konnte *g*.

Rowan Speedwell hat mit diesem Buch wieder viel dafür getan, dass sie sich auch weiterhin auf einem guten Weg zu einer meiner Lieblingsautorinnen befindet. Sie hat ein echtes Händchen dafür, Charaktere sehr lebendig und mit einer Tiefe zu beschreiben, dass man direkt das Gefühl hat, sie wirklich zu kennen und wie in diesem Fall bei Joshua, eigentlich schon nach einem fähigen Traumaspezialisten und/oder dem FBI suchen möchte. Zudem vermittelt sie einem sehr gekonnt, das nicht nur die Oberfläche einer Geschichte wichtig ist, sondern eben auch die vielen Kleinigkeiten/Facetten, die darunter schlummern. Dennoch…

… und obwohl mir diese Geschichte ausnehmend gut gefallen hat, hat mich das Ende relativ unbefriedigt zurückgelassen – tut mir leid, DAS geht so gar nicht für mich. Zudem noch ein – zwei Kleinigkeiten, die angeschnitten, aber nicht weiterverfolgt wurden (ich kann das halt so gar nicht leiden) und manch anderem wahrscheinlich wieder gar nicht auffallen würden, haben mich veranlasst, ein 1/2 💜 von der Gesamtpunktzahl abzuziehen.

Von mir gibt es dennoch eine volle Leseempfehlung, denn die Gesamtgeschichte mit diesen beiden wunderbaren Kerlen ist es auf jeden Fall wert, auch mal eine Nacht durchzulesen.

Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr in Mattys Schmökerecke und bei Ulla.

Bis bald

El Ma

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„Wilde Magie“ (Triade 4) – Poppy Dennison

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Klappentext
Buch 4 in der Serie – Triade

Es brach Joseph Anderson das Herz, als der beste Freund seiner Kindheit, Dominick Levent, wegzog. Jahre später ist Joseph ein erfolgreicher Immobilienmakler, der gern lächelt, mit guten Freunden und einem beeindruckenden Haus. Als er einen sterbenden Berglöwen findet, der sich auf wundersame Weise in Dominicks Schwester verwandelt, muss Joseph Dominick finden und ihn mit den beiden kleinen Söhnen vereinen, die sie zurückgelassen hat.

Als der Berglöwenwandler Dominick durch einen Anruf erfährt, dass seine Schwester tot ist, eilt er nach Hause, um seine Neffen zu beschützen und seine Schwester zu rächen. Joseph wiederzusehen, weckt Gefühle, die Dominick längst begraben wollte, und er wagt zu hoffen, dass sie endlich zusammen sein können, nun, da Joseph über die Gestaltwandler Bescheid weiß.

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Ok… ich weiß jetzt nicht, ob ich traurig, enttäuscht oder beleidigt sein soll.

Nach drei wunderbaren Wolfsbänden aus der Feder von Poppy Dennison, hatte ich mich so richtig auf diese neue Runde mit den Berglöwen gefreut. Das hier eine Geschichte kommen würde, war nach dem sehr guten Ende des dritten Bandes so klar wie sonst was.

Und was wurde hier serviert? Eine Geschichte, durch die man durchgepeitscht wird, die nicht einen der Protagonisten wirklich angemessen darstellt, die alles ein bisschen anreißt, überhastet wirkt und zu keinem der einzelnen Abschnitte irgendeine Art Hintergrundinformationen liefert. Egal was, über alles wird in einer Geschwindigkeit hinweggegangen, dass einem beim Lesen eigentlich schummrig werden müsste. Der Krimiplot wurde angerissen und nicht vertieft (hofft man hier auf den 5. Band?), für dieses Buch hätte es ihn jedenfalls fast nicht gebraucht :-(.

Ich weiß nicht, ob Poppy Dennison eine Verpflichtung hatte, diesen 4. Teil zu schreiben und erst kurz vor der Deadline mit dem Schreiben angefangen hat oder ob sie hierfür einen Ghostwriter und nur den Plot vorgegeben hatte… denn wenn ich diesen Teil mit den drei vorangegangenen vergleiche… Keine Ahnung….

Was ich aber sicher weiß, dass das aber auf keinen Fall das war, was ich habe lesen wollen bzw. was ich „erwartet“ habe. Man hätte aus diesem Plot soviel machen können, hier wurde für mich eine tolle Geschichte einfach verhunzt – sorry! Ja, es ist „nur“ eine Novelle, dass das aber besser geht, haben andere Autoren zur Genüge bewiesen.

Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt.
                                                                          Wilhelm Busch

Tut mir leid, dass ich vor lauter Enttäuschung nicht mehr auf die Protagonisten eingegangen bin, aber sie blieben für mich so blass, dass ich nicht wirklich sagen könnte, welche Eigenschaften wer hatte. Die vergebenen „*“ sind für mich ein Bonus, da die vorangegangenen Bücher wirklich gut waren und ein Vorschuss auf einen möglichen besseren Folgeband. Denn ich habe die Hoffnung, dass sich Frau Dennison für einen 5. Band wieder die Zeit und Muse nimmt, die die Protagonisten, egal ob Berglöwe, Wolf oder Magier, verdienen. So harre ich mal der Dinge die da kommen werden, denn DAS kann so nicht alles gewesen sein. Allerdings liegt das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum des englischen Originals schon 3 Jahre zurück – vielleicht hatte sie auch einfach keine Lust mehr…

Während wir noch traurig sind über etwas, das geschehen ist,
wächst ganz tief in uns schon der neue Mut für das, was sein wird.
Leise, beharrlich, unaufhaltsam.
Jochen Mariss, (*1955), Autor und Fotograf

Bis bald

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3422 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 117 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (3. Januar 2017)
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