„Bear among the Books“ – T.J. Masters (engl. Original)

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Klappentext
Forty-eight-year-old Ben Thompson is a librarian, a passionate book lover, and a man who embodies the definition of a bear. He’s also lonely after the loss of his long-term partner. Young ex-gymnast Jason Barnes piques his interest, but Ben quickly realizes there’s more to Jason than his good looks. While Jason visits the library almost every day, he never checks out a book.

With gentle persistence, Ben befriends Jason and learns the nineteen-year-old’s tragic secrets. After years of abuse at his father’s hands, Jason was kicked out of his family home for being gay. And despite his apparent love of books, Jason never learned to read. Ben offers to teach him, and the two men bond over their lessons. Ben can’t deny his attraction to Jason, but he wonders if Jason is too young and too handsome to return his interest. With the help of the close-knit library team and Jason’s growing self-confidence, they move beyond the books and into the bedroom, where their own story is just beginning.

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Ich weiß heute gar nicht, wie ich anfangen soll. Zum einen wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, seit ich den Klappentext überflogen habe,  zum anderen hatte ich richtig Schiss davor, damit anzufangen, da englisch…  Wieder wurde mir gut zugeredet, ich solle mich doch einfach trauen und tatsächlich, mit der Kindle-App und dem darin integrierten Übersetzungsprogramm, war es auch wirklich gut „machbar“ 😀. Zudem schreibt T.J. Masters in einem wirklich leicht verständlichen Englisch, so dass ich die „Unterstützung“ gar nicht sooo oft gebraucht habe. Klar geht das Lesen in Englisch langsamer als bei deutschen Büchern. Hier bei diesem Buch würde ich sagen, dass das Verhältnis 1:3 ist. D.h. ist habe ungefähr 3 x so lange für die 230  Seiten gebraucht. Aber … ich habe es gelesen, beendet und jede Seite genossen 😀. Also sollte jemand unsicher sein und einen Wiedereinstieg in die englischen Originale suchen, hier ist man – rein vom Sprachlevel her – sicherlich gut aufgehoben.

Tja, wie soll ich das Buch beschreiben. Es ist ruhig, liebevoll und lehrreich (ich habe wirklich viel über englische Literatur und Gärten erfahren). Das Buch hatte also auch noch einen richtigen Mehrwert für mich. Es gibt keine großen Dramen, obwohl Ben und auch Jason ihr Päckchen zu tragen haben. Manches Mal wurde mir über Jasons „Vergangenheit“ etwas zu leicht hinweg gegangen, aber wir haben hier ja auch eine sich schön entwickelnde Romanze und kein Drama vorgelegt bekommen.

Ben ist fast 30 Jahre älter als Jason und die Gedanken, die er sich aufgrund dieses Altersunterschieds macht, kann glaube ich jeder nachvollziehen, der schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat „was wäre wenn mir so ein junger Mann über den Weg laufen würde und mir erzählt und zeigt, dass er mich will“.
Bedingt durch seine Vorgeschichte ist Jason aber nicht der typische 19-jährige, sondern doch schon sehr erwachsen. Sein Handicap, nicht lesen zu können, überspielt er gekonnt (der Technik sei dank), so dass dies erst einmal gar niemand merkt, zumal er ja Dauergast in der Bibliothek ist. Als sein Geheimnis dann doch auffliegt, kümmert sich Ben wirklich bewundernswert um den jungen Mann und so kommen sie sich langsam näher.
Als Jason gefragt wird, warum er so oft in der Bibliothek ist und warum er lesen lernen möchte, antwortet er

„Books are full of so many things that I can’t get to at the moment. Travels and dreams, amazing people and places, stories and adventures. I’m never going to be able to do any of that stuff, but if I could read about it maybe that would be enough.“  (Pos. 432) 

Ich finde diesen Satz auch jetzt im Nachgang immer noch bemerkenswert und vor allem so wahr 😊

Dieses aufeinander zugehen, das aneinander wachsen (ja auch Ben muss wieder lernen, dass da jemand ist) und das sich entwickeln einer gemeinsamen Zukunft, wird sehr ruhig und entspannt erzählt. Ich hatte das Gefühl, als stiller Beobachter an diesem Leben teilhaben zu dürfen und habe das sehr genossen. Die Fortschritte, die Jason macht, werden sehr schön und warmherzig erzählt, ich hätte nur gerne ein bisschen mehr Zwischeninfo über die Lernfortschritte von Jason bekommen.
Ben selbst ist ein sehr belesener, intelligenter Mann, der das unglaubliche Potential, das in Jason steckt nicht nur bemerkt, sondern auch aus ihm „herauskitzelt“. Er bringt Jason dazu, nicht mehr (so oft) zurückzublicken, sondern zu sehen, dass es eine wunderbare Zukunft für ihn gibt (manchmal ging mir das fast etwas zu leicht).

„From now on all your dreams can be turned into plans for the future.“
(sagt Ben zu Jason, Pos. 2346)

Eine fantastische Großmutter, dazu tolle Freunde, die sich im Laufe der Beziehung zwischen Ben und Jason, irgendwie ganz automatisch vermehren, grad so als wären sie schon immer dagewesen, machen die Geschichte rund. Einige von euch werden vielleicht sagen, dass das „Lummerland“ ist, das dies alles zu perfekt ist – aber ganz ehrlich, ist es zum einen nicht das, was wir uns alle wünschen und zum anderen, können wir uns nicht mehr vorstellen, dass es sowas wirklich gibt?

Nicht jeder wird diese Art von Geschichte mögen, aber für mich ist und war es ein wunderbares „Sonntagsbuch“. Was ich damit meine? Tja, Sonntag ist für mich der totale Relaxtag 😀. Reinschlüpfen in den Jogginganzug, die dicken Socken anziehen und ab auf Sofa … Genauso müsst ihr euch die Geschichte vorstellen. Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären soll. Frei nach dem Motto „warm and cozy“ aka „reinschlüpfen und wohlfühlen“.

Dass diese Geschichte ein Happy End hat, brauche ich in diesem Fall wohl eher nicht mehr erwähnen *g*. Der Schluss ist gut und passt zur Story, aber ich hätte halt gerne noch einen Epilog gehabt 😞, in dem erzählt wird, wie es den beiden nach z.B. einem Jahr oder später geht. Jaja, mein „Luxusproblemchen“, ich weiß 😉.
Aber nun ja, das Leben ist nicht immer perfekt und somit kann ich mit den Gegebenheiten auch gut weiter leben *g*.

Also denn, das nächste englische Buch liegt sicherlich schon in Lauerstellung (vorsichtig zum Reader linse, denn es gibt ja sooo viele) und *mutigaufdenSuBschau*.

In diesem Sinne

El Ma

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„Sunset Park (Fünf Stadtbezirke 2)“ – Santino Hassell

Sunset Park

Klappentext
Ein Titel der Fünf Stadtbezirke Serie

Verantwortung übernehmen war früher einfach nicht Raymonds Ding. Aber die Zeiten haben sich geändert, sein älterer Bruder und sein Partner wollen zusammenziehen, und Raymond bleibt gar nichts anderes übrig, als sich zusammenzureißen und sich eine eigene Wohnung zu suchen. Als David Butler, der offen schwul ist, vorschlägt, dass die beiden eine WG gründen, stimmt Raymond zu – aber nicht nur, weil er einen Platz zum Schlafen braucht.

David ist in fast jeder Hinsicht das krasse Gegenteil von Raymond. Der junge Lehrer kommt aus einer liberalen, weißen Familie in Connecticut, während der schnoddrige Raymond in Queens geboren wurde und am Hafen jobbt. Trotzdem sind die beiden enge Freunde. Alle staunen, dass die beiden sich so gut verstehen, und erst recht, als sie anfangen, gar nicht so diskret miteinander zu flirten. Schließlich hat Raymond seine Bisexualität bisher geheim gehalten.

Seit Raymond und David unter einem Dach leben, ist aus dem Flirten viel mehr geworden, und schon bald wird die unkomplizierte Freundschaft der beiden von frustrierender sexueller Spannung belastet, und die extremen kulturellen Unterschiede ihrer Herkunft drohen sie auseinanderzubringen. Jetzt muss Raymond sich nicht nur dazu bekennen, dass er neuerdings erwachsen geworden ist, er muss auch zu seinen Gefühlen für David stehen, um ihn nicht zu verlieren.

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Und weiter geht’s mit dem zweiten Buch aus der „Fünf Stadtbezirke Serie“.

Nachdem es ja schon im ersten Band um eine große Liebe zwischen zwei Protagonisten ging (man mag gar nicht glauben, dass hinter dieser ungeschminkt harten Geschichte tatsächlich auch eine „Romanze“ gesteckt hat), erfährt man auch hier, fast nebenbei, wie sich die Beziehung zwischen Raymond und David entwickelt.

Auch im 2. Band hat jeder der beiden Protagonisten sein Päckchen zu tragen, dass je nachdem, von wessen Seite aus man es betrachtet, nicht wirklich schmeichelhaft für jeden einzelnen ist. Raymond hinterlässt auf den ersten Blick den Eindruck, man habe ein verwöhntes Nesthäkchen vor sich, dass sich im Leben noch um nichts hat kümmern müssen. Das viel mehr in ihm steckt und dass er das auf die harte Art und Weise lernen muss, erzählt uns der Autor wieder einmal sehr schonungslos.
Aber auch David, der so erfolgsverwöhnte, gutsituierte und allseits beliebte Lehrer hat hinter der blendenden Fassade mit Problemen zu kämpfen. Das er diese und auch sein Umfeld „totquatscht“, ständig alles hinterfragt und analysiert war nicht nur für diese anstrengend, auch ich habe das eine oder andere Mal den Wunsch verspürt ihn einfach zu ignorieren. Kurz auf den Punkt gebracht: David ist eine Nervensäge 😉

Viele von uns tragen eine Maske um nicht verletzt zu werden,
aber gerade dadurch machen wir uns verletzlich.
© Rose von der Au
(*1953), deutsche Lyrikerin und Aphoristikerin

Wir treffen in diesem Band auch Michael und Nunzio wieder und können dadurch die weitere Entwicklung dieses Paares beobachten. Nicht nur, dass Michael Raymonds Bruder ist, Nunzio ist zudem sein bester Freund, von daher ist diese Verknüpfung gut und notwendig. Bedingt durch dessen Einfluss und das stete Vorbild Davids „reift“ Raymond Stück für Stück zu einem Mann, der sich Ziele steckt und merkt, dass das Leben mehr bietet als „chillen und Gras“. Es ist schön, trotz allem was passiert – und all das musste passieren, sonst hätte es ziemlich finster für die beiden Rodriguez Männer ausgesehen -, dass einem Santino Hassell immer das Gefühl gibt, dass mit jedem Schritt, den die beiden Männer zurückgehen, zwei folgen mit denen es vorwärts geht. Zu sehen, wie und wohin sich Raymond entwickelt – trotz aller A***lochallüren, gab er mir ein gutes Lesegefühl. Mit dem Moment, in dem ich das Buch beendet habe, hatte ich das Gefühl, die Protoganisten zu kennen, sie aber „unfertig“ zurückgelassen zu haben. Allerdings gehe ich davon aus, da es Band 3 & 4 auf Englisch bereits gibt und 5 & 6 laut Homepage des Autors schon in Arbeit sind, dass ich sie alle wiedertreffen werde 🙂

Ein persönliches Highlight, waren für mich die „Touren“ durch New York. Santino Hassell hat hier SEINE Stadt beschrieben, das hat man mit jedem Satz gelesen.

Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muß.
Johann Gottfried von Herder (1744 – 1803),
deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Auch für den zweiten Band gibt es eine Leseempfehlung für jeden, der einmal keine butterweiche, softe und rosarote Romanze lesen möchte. Es gibt eben auch „Kerle“, die ihre eigene Art von Geschichte brauchen.

Und wieder muss ich meinen persönlichen Wermutstropfen erwähnen, denn ich habe immer noch nicht genug über Nunzio erfahren, aber vielleicht …

Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass mir trotz der „düsteren“ und oftmals schonungslosen Schreibweise, der Schreibstil des Autoren wirklich gut gefällt und ich mich auf die noch folgenden Bände (hoffentlich bald in der deutschen Übersetzung) freue.

Bis bald,

El Ma

Weitere Meinungen zu diesem Buch gibt es mittlerweile bei Sabrina, bei Gaylesen, bei Frau Laberladen, in Matty’s Schmökerecke und bei Ulla liebt Bücher

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„Sutphin Boulevard (Fünf Stadtbezirke 1)“ – Santino Hassell

Klappentext
Ein Titel der Fünf Stadtbezirke Serie

Michael Rodriguez und Nunzio Medici sind seit zwei Jahrzehnten Freunde. Sie haben alles miteinander geteilt; vom Verlassen ihrer gestörten Familien im Scherbenviertel von South Jamaica in Queens, bis hin zum Unterrichten in einer der schwulenfreundlichsten Schulen in Brooklyn. Zumindest dachten sie so, bis eine schwüle Nacht des Tanzens zu einer unerwarteten Begegnung führt, die für immer ihre Freundschaft verändert.

Jetzt sind beiläufige Berührungen und verweilende Blicke mit sexueller Spannung überladen, und Michael kann das Gefühl der Hände seines besten Freundes auf ihm nicht vergessen. Als es sowohl im Beruf als auch zuhause zu Problemen kommt, sucht Michael immer wieder Vergessen in der ungezwungenen Intimität und dem überwältigenden Sex, die er bei Nunzio findet. Aber die Dinge bleiben nicht lange so einfach.

Als Michaels Welt anfängt, unter einer Flut aus Tragödie und Komplikationen zusammenzustürzen, weiß er, dass er eine Entscheidung treffen muss: Erlösung auf dem Weg der Selbstzerstörung finden oder die Liebe des Mannes zu akzeptieren, der seit zwanzig Jahren an seiner Seite ist.

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Ab und zu fällt es mir wirklich schwer, für ein Buch die passenden Worte zu finden …

Eigentlich wollte ich ja Band 2 „Sunset Park“ lesen, das am Dienstag erschienen ist, aber nach den ersten paar Seiten, hatte ich das Gefühl, dass das ohne eben diesen ersten Band für mich nicht funktionieren würde, obwohl mir versichert wurde, dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen könne. Dafür bin ich dann aber doch zu sehr Buch-Serien-Junkie. Ich liebe es, Charaktere immer wieder zu treffen und mögliche Verbindungen zu knüpfen und somit … schwups landete auch Buch 1 auf meinem Reader *g*.

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass so aus dem „Leben gegriffen“ geschrieben wurde. Egal ob Aktionen oder Reaktionen der Protagonisten, alles kam für mich absolut greifbar rüber. Michaels Elternhaus war eigentlich eine Katastrophe, die nur durch die Mutter immer wieder mit einem gefühlten „heile Welt“ Deckchen zugedeckt wurde. Durch einen eisernen Willen, einem unglaublichen Selbsterhaltungstrieb und seinem guten Freund Nunzio gelang es ihm, sich zumindest körperlich aus diesem Milieu zu entfernen, auch wenn er sich vom Kopf her noch lange nicht davon gelöst hat. Dies kommt, bedingt durch den Tod des Vaters, ganz deutlich und ziemlich „brutal“ zum Vorschein.
Was passiert, wenn plötzlich all die verborgenen Ängste hochkochen, sich die Gefühle zu seinem besten Freund verändern und die so mühsam aufrecht erhaltene, gut bürgerliche Fassade zusammenbricht, erfahren wir sehr direkt und in einem – meiner Meinung nach – erstklassigen und sehr realistischen Schreibstil. Santino Hassell schafft es, dass man meint, alle Gegebenheiten direkt mitzuerleben, er zeigt auf, wie schnell es nach unten gehen kann, obwohl man sich alle Chancen und einen eigentlich sicheren Lebensstandard erarbeitet hat. Er gibt einem zudem das Gefühl, dass er weiß von was er schreibt. Selten habe ich ein so intensives Buch gelesen, selten war ich während eines Buches so angespannt, dass ich es immer mal wieder aus der Hand legen musste, um selbst wieder Luft zu holen. Und doch ist es ein Buch, das einem die Hoffnung gibt, dass wenn man etwas wirklich will, es auch schaffen kann – gerne auch mit Hilfe des besten Freundes.

Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.
Winston Churchill

Sicherlich fragt ihr euch, ob es denn so gar keinen „Kritikpunkt“ an dieser Geschichte gibt. Doch, einen habe ich: Manchmal war mir Michael etwas zu labil, was für mich dann doch im Widerspruch zu seinem erreichten Status stand. Ich denke aber, dass uns hier jeder Psychologe einen stundenlangen Vortrag über Kindheit, Lebensumstände und Verdrängung halten wird …
UND, mir kam Nunzio eindeutig zu kurz, denn auch er hat eine ziemlich bescheidene Kindheit hinter sich gebracht und gerne hätte ich mehr über ihn erfahren, da er mir auf den „ersten Satz“ sympathisch war 🙂

Ob ich eine Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen will – ja, unbedingt.
Ob es eine Geschichte – so mal für zwischendurch – ist – nein, keinesfalls, dafür ist sie meiner Meinung nach zu intensiv.
Ob die Geschichte so im wirklichen Leben stattfinden kann – auf jeden Fall, sie ist uns näher als wir uns wahrscheinlich eingestehen wollen.

Nun freue ich mich auf Band 2, in dem es um Michaels kleinen Bruder Raymond geht. Der Klappentext liest sich vielversprechend, zumal man ihn hier in diesem Buch schon mal ein bisschen kennenlernen durfte.

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„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

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Klappentext
Buch 1 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drin war, als es dann aber soweit war, habe ich mich über jede Stunde geärgert, in der ich nicht in diesem Buch lesen konnte.

Nach und nach erfährt man, was Daniel in der Vergangenheit alles widerfahren ist und kann sein Verhaltensmuster so mit der Zeit wirklich gut verstehen. Aber auch Rex hat sein Päckchen zu tragen und fühlt sich aufgrund (s)eines Handicaps, für das z.T. auch seine Vergangenheit eine Verantwortung trägt, nicht als wirklich vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Aber er hat Träume und so wie ich rausgelesen habe, auch den Willen, diese irgendwann umzusetzen. Zudem erzählt der Klappentext schon viel über die beiden Jungs, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen muss.

Mit ganz leisen Schritten führt uns Roan Parrish durch diese sehr hintergründige Geschichte. Eigentlich ist es ganz schön harter Tobak, den sie uns so nebenbei ganz flüssig erzählt. Sie braucht nicht das ganz große Drama, sondern sticht immer ganz nebenbei in die Wunden der beiden tollen Protagonisten. Ich musste zwischendurch das Buch aus der Hand legen, um auch mal Luft zu holen, denn so ab und zu habe ich mich selbst wieder erkannt. Aus reinem Selbstschutz werden Mauern aufgebaut, die ewig lange standhalten, bis diese eine Person kommt und diesen Schutzwall Stück für Stück wieder einreißt.

Dazu noch ein schönes, friedliches Kleinstadtidyll (sowas kann für einen Großstadtmenschen auch ganz schnell bedrückend wirken), tolle neue Freunde und viele unbekannte Eindrücke. Dies kann dazu führen, dass man sich selbst den Spiegel vorhält und dann endlich den Menschen findet, der hinter der Fassade steckt.

„Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene,
sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen.“

                                                                                               Ron Kritzfeld

Rex und Daniel sind ein tolles Paar, die irgendwann über ihren Schatten springen, um einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu wagen. Dazu, wie gesagt, tolle Freunde und ein seltsamer Bruder, die alle ihre eigene(n) Geschichte(n) verdient haben.
Im Englischen gibt es sie schon (hier & hier), d.h. wieder einmal warte ich nun dringend entweder auf die deutschen Übersetzungen oder aber auf ein großes Zeitfenster, um die Originale zu lesen …

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Ich kann euch diese Geschichte, die im aktuellen Verlauf ohne wirklich große „Katastrophen“ auskommt, aber dennoch ausreichend Drama „versteckt“ hält, wärmstens empfehlen. Solltet ihr wie ich etwas schwer in die Geschichte reinkommen, bleibt dran – ihr werdet es nicht bereuen.

Bis bald,

El Ma

Nachtrag:  Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr hier bei Frau Laberladen, hier bei Gaylesen, hier bei Ulla, bei Sabrina hier und hier in Mattys Schmökerecke.  (Das dürften jetzt fast alle Gay-Buchblogger sein, die ich kenne *g*. Wobei sich ein Besuch bei den anderen dreien Jules, I love Gaybooks und Like a Dream auch so auf jeden Fall immer lohnt – einen guten Tipp bekommt man dort immer.)

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„Ausgerechnet Jonas“ – Kay Monroe

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Klappentext
Jonas ist sieben, als seine Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Seither wächst er bei seinem elf Jahre älteren Bruder Jasper auf. Auch dessen Freund und späterer Ehemann Andrew kümmert sich zärtlich um den Kleinen und Jonas wächst in einer liebevollen Familie zu einem glücklichen Teenager heran, der keine Probleme hat, als er feststellt, dass er ebenfalls schwul ist.
Als er siebzehn ist schlägt das Schicksal erneut zu. Sein Bruder stirbt an Krebs. Andrew und Jonas geben sich gegenseitig den dringend nötigen Halt, um diesen Schicksalsschlag überwinden zu können und kommen sich dadurch immer näher.
Doch wie geht man damit um, wenn man merkt, dass man für den Witwer seines Bruders mehr empfindet als harmlose Zuneigung? Wie versteckt man seine Gefühle vor einem Mann, der einen großgezogen hat und man sich doch eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als von ihm als ebenbürtig betrachtet zu werden?
Und wie sieht es überhaupt mit den Gefühlen Andrews aus? Wird er jemals wieder einen Mann finden, den er so sehr lieben kann wie Jasper?

Ca. 42.000 Wörter  |  Die Taschenbuchausgabe hat 150 Seiten

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Die Bücher von Kay Monroe sind bekannt dafür, dass sie einen sehr hohen „Zuckergehalt“ und immer ein Happy End haben. Somit kam das Buch nach einer anstrengenden Arbeitswoche genau richtig, um entspannt ins Wochenende zu gehen.

Ich konnte mir die Zwickmühle in der Jonas und Andrew stecken richtig gut vorstellen. Es ist sicherlich nicht einfach, wenn aus „Bruderliebe“ eine Liebe zwischen zwei Erwachsenen wird. Es gibt keinerlei gesetzliche Hürden, nein, diese finden ganz alleine im Kopf der betroffenen Menschen statt. Diese Entwicklung von „er war der Mann meines Bruders und immer für mich da“ zu „er ist der Mann meines Lebens“ wird von der Autorin – inkl. aller Verwicklungen und Missverständnisse – sehr schön aufgedröselt.

Und nein, es geht nicht alles aalglatt durch und nein, es ist keine 150 Seiten lange „Friede, Freude, Eierkuchen“ Romanze. Die beiden müssen schon ein paar Hindernisse überwinden, haben aber stets gute Freunde an ihrer Seite, die ihnen immer wieder den nötigen Tritt in den Allerwertesten geben, damit sie wieder auf Spur kommen.

Ich mag so süße Geschichten zwischendurch, wenn ich mich z.B. im Büro mal wieder so richtig geärgert habe oder der Tag extrem stressig war, dann will ich keine großen Probleme mit diversen Protagonisten lösen. Dann will ich mich einfach durch eine Geschichte suhlen und von vorneherein wissen, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es manche Situationen heraufbeschwören könnten.

happyendgeschichteIn diesem Sinne

El Ma

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