„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

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Klappentext
Buch 1 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drin war, als es dann aber soweit war, habe ich mich über jede Stunde geärgert, in der ich nicht in diesem Buch lesen konnte.

Nach und nach erfährt man, was Daniel in der Vergangenheit alles widerfahren ist und kann sein Verhaltensmuster so mit der Zeit wirklich gut verstehen. Aber auch Rex hat sein Päckchen zu tragen und fühlt sich aufgrund (s)eines Handicaps, für das z.T. auch seine Vergangenheit eine Verantwortung trägt, nicht als wirklich vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Aber er hat Träume und so wie ich rausgelesen habe, auch den Willen, diese irgendwann umzusetzen. Zudem erzählt der Klappentext schon viel über die beiden Jungs, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen muss.

Mit ganz leisen Schritten führt uns Roan Parrish durch diese sehr hintergründige Geschichte. Eigentlich ist es ganz schön harter Tobak, den sie uns so nebenbei ganz flüssig erzählt. Sie braucht nicht das ganz große Drama, sondern sticht immer ganz nebenbei in die Wunden der beiden tollen Protagonisten. Ich musste zwischendurch das Buch aus der Hand legen, um auch mal Luft zu holen, denn so ab und zu habe ich mich selbst wieder erkannt. Aus reinem Selbstschutz werden Mauern aufgebaut, die ewig lange standhalten, bis diese eine Person kommt und diesen Schutzwall Stück für Stück wieder einreißt.

Dazu noch ein schönes, friedliches Kleinstadtidyll (sowas kann für einen Großstadtmenschen auch ganz schnell bedrückend wirken), tolle neue Freunde und viele unbekannte Eindrücke. Dies kann dazu führen, dass man sich selbst den Spiegel vorhält und dann endlich den Menschen findet, der hinter der Fassade steckt.

„Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene,
sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen.“

                                                                                               Ron Kritzfeld

Rex und Daniel sind ein tolles Paar, die irgendwann über ihren Schatten springen, um einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu wagen. Dazu, wie gesagt, tolle Freunde und ein seltsamer Bruder, die alle ihre eigene(n) Geschichte(n) verdient haben.
Im Englischen gibt es sie schon (hier & hier), d.h. wieder einmal warte ich nun dringend entweder auf die deutschen Übersetzungen oder aber auf ein großes Zeitfenster, um die Originale zu lesen …

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Ich kann euch diese Geschichte, die im aktuellen Verlauf ohne wirklich große „Katastrophen“ auskommt, aber dennoch ausreichend Drama „versteckt“ hält, wärmstens empfehlen. Solltet ihr wie ich etwas schwer in die Geschichte reinkommen, bleibt dran – ihr werdet es nicht bereuen.

Bis bald,

El Ma

Nachtrag:  Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr hier bei Frau Laberladen, hier bei Gaylesen, hier bei Ulla, bei Sabrina hier und hier in Mattys Schmökerecke.  (Das dürften jetzt fast alle Gay-Buchblogger sein, die ich kenne *g*. Wobei sich ein Besuch bei den anderen dreien Jules, I love Gaybooks und Like a Dream auch so auf jeden Fall immer lohnt – einen guten Tipp bekommt man dort immer.)

Kaufen kann man es hier & hier | den Verlag „Dreamspinner Press“ findet ihr hier
mehr zur Autorin findet ihr hier

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Ein Kommentar zu “„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

  1. Entgegen der allgemeinen Ansicht, dass es einem der Anfang ein bisschen schwer macht, bin ich gleich gut in die Geschichte hineingekommen. Darüber, dass der große Rest des Buches in jedem Fall toll und sehr lesenswert ist, sind wir uns einig 🙂

    Vielen Dank für die Verlinkung.

    LG Gabi

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