„Nie passiert etwas“ – Sue Brown

Klappentext
Andrews Leben ist ein Klischee: Er ist ein schwuler Mann, der wegen seiner religiösen, herrschsüchtigen Mutter in einer lieblosen Ehe gefangen ist. Dann zieht ein neues Paar in ihre Straße und Andrew erwischt sich dabei, wie er sich Hals über Kopf in Nathan verliebt. Nathan ist hetero, verheiratet und kurz davor, Vater zu werden, aber nach einer schicksalhaften Nacht in einem Club muss Nathan sich der Tatsache stellen, dass seine Gefühle für Andrew weit über die für einen Freund und Nachbarn hinausgehen.

Als Andrews Frau die Scheidung verlangt, wird das Leben beider Männer über den Haufen geworfen. Auseinandersetzungen über ihre Verantwortung ihren Frauen und Kindern gegenüber, Selbstzweifel und Zweifel aneinander und einige erschütternde Lügen reißen sie auseinander … Aber niemals verschwinden sie aus den Gedanken des anderen.

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Ich mag die Bücher von Sue Brown sehr, so sehr, dass ich auch einige Originale von ihr auf dem Reader habe, die ich hoffentlich irgendwann auch einmal lesen werde, auch wenn sie nicht übersetzt werden sollten.

Bei „Nie passiert etwas“ hatte ich während des gesamten Buches immer das Gefühl „halb zog er ihn, halb schob er ihn“. Andrews Lebenslauf lässt einem ein Schaudern über den Rücken laufen, wenn man erfährt, was er schon alles wegen seiner zutiefst religiösen Mutter hat ertragen müssen. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass seine Ehe lieblos war, ganz im Gegenteil. Sie war trotz allem von einer tiefen Freundschaft und Verbundenheit zweier Menschen geprägt, die sich gegenseitig trotz der familiären Zwänge das bisschen Freiheit gönnten, das sie benötigten. Klar sieht man, da sich die Geschichte ja um Andrew und Nathan dreht, vordergründig nur deren Schicksal, dass daran auch noch andere Menschen beteiligt sind, geht dabei sehr leicht unter.

Andrew ist trotz seiner Vorgeschichte ein offener und gradliniger Mensch, der unter dem „wischiwaschi“ Verhalten von Nathan sehr leidet. Manchmal hatte ich selbst das Gefühl, ihn so lange schütteln zu müssen, bis sich seine verqueren Gedankengänge von selbst neu sortiert haben.

Als dann, wie im Klappentext erwähnt, Andrews Frau endlich ihr eigenes Leben leben will, zeigen sich die wahren Abgründe in diesem ganzen „heile Welt“ Bildnis rund um Andrew und Nathan. Aber man sagt ja immer, dass wenn sich eine Tür schließt … oder aber

„Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag,
an dem Sie die hundertprozentige Verantwortung für Ihr Tun übernehmen.“
Dante Alighieri

Andrew geht, lässt los und … tja, lest selbst *g*

Es gibt richtig gute Freunde :-), nette Nachbarn, nervige Nachbarn, Personen, die es „gut“ meinen sowie Eltern die es gut machen und andere, die meinen, dass sie es gut machen. Ein Kleinstadtklischee a la „Stepford“ und und und …

Trotz dessen, dass ich so manche Träne verdrückt habe, kann ich nicht wirklich sagen, wie ich diese Geschichte empfunden habe. Auf der einen Seite hat sie mich wirklich emotional berührt, ich konnte sie auch nur schwer aus der Hand legen. Auf der anderen Seite konnte ich so manche Handlung und so einige Gedankengänge und -sprünge – gerade von Nathan – nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht lag es am Alter der Protagonisten, die ja sehr jung Eltern geworden sind, aber ein so spießiges Leben führen, dass es für mich rein aus dem Lesefluss heraus des Öfteren einen Widerspruch zwischen Handlung und Lebensweise gegeben hat und ich mich immer mal selbst wieder zurechtrücken und mir eben diesen Spagat „wahres Alter“ und „gelebtes Alter“ vor Augen führen musste.

Es ist eine gute Geschichte, es ist aber auch eine traurige Geschichte – wir haben ein Happy End, trotz einiger Schicksalsschläge und dennoch lässt mich das Buch mit einem „eigenartigen“ Gefühl zurück. Ich kann tatsächlich nicht sagen, ob das Ende unbefriedigend, unausgegoren, offen oder doch ausreichend war 😦

Bis bald,

El Ma

 

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Ein Kommentar zu “„Nie passiert etwas“ – Sue Brown

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