„Blaue Tage“ (Mangrove Stories 1) – Mary Calmes

Klappentext
Ein Titel der Mangrove Stories Serie

Sich in einen Kollegen zu vergucken, ist selten eine gute Idee, speziell für einen Mann, der eine letzte Chance bekommt, seine Karriere zu retten. Doch von dem Moment an, in dem Dwyer Knolls dem gutaussehenden, aber unbeholfenen Takeo Hiroyuki begegnet, scheint er nur noch die falschen Entscheidungen zu treffen.

Takeos Leben besteht aus einer Reihe vergeblicher Versuche, seinen konservativen japanischen Vater zufrieden zu stellen. Unglücklicherweise ist die erfolgreiche Ausübung seines Jobs genauso schwierig für ihn wie der Wechsel von homo- zu heterosexuell. Aber ein Augenmerk auf Dwyer Knolls zu haben – darin ist er wirklich gut.

Auf einer Geschäftsreise nach Mangrove, Florida, wird aus Takeos` und Dwyers zögerlicher Freundschaft plötzlich mehr – viel mehr. Ist ihre Liebe stark genug, um ihre Karrieren dafür zu riskieren, oder haben sie die plötzliche, intensive Leidenschaft nur der lauen Brise des blauen Ozeans zu verdanken?

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Ja ja, ich weiß, eine Kurzgeschichte ist eine Kurzgeschichte, weil sie eben kurz ist *g*. Ich bin da immer etwas zwiegespalten, denn ich mag es nicht, wenn eine wirklich nette Geschichte einem das Gefühl gibt, nicht „komplett“ erzählt worden zu sein. Ich muss mich aber auf eine Geschichte einlassen können, um sie zu genießen. Aus diesem Grund bin ich doch etwas vorsichtig an dieses Buch herangegangen.

Und was war? Es ist (fast) alles erzählt, es ist alles drin und ich habe mich wohlgefühlt mit den „Jungs“. Je mehr man über Takeo erfährt, um sehr mehr versteht man, warum er so geworden ist, wie andere ihn wahrnehmen. Niemand, außer Dwyer gibt sich überhaupt Mühe, hinter Takeos Fassade zu schauen.
Das Dwyer überhaupt noch in seinem Job arbeitet, liegt mittlerweile nur noch an Takeo, der ihn auf den ersten Blick hin fasziniert hat. Er kann gar nicht verstehen, dass die anderen sich gar keine Mühe geben, auch mal den wirklichen Takeo zu sehen. Scheinbar gilt auch hier

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupéry (Werk: Der Kleine Prinz)

Mit gefällt es, wohin sich die Geschichte entwickelt und es ist trotz der Kürze genügend Raum vorhanden, um auch mal ein bisschen „hinter die Kulissen“ zu sehen. Die Geschichte ist leicht und locker erzählt und ich mag sie wirklich sehr, allerdings und das gibt für mich den „Punktabzug“, hatte ich am Ende das Gefühl, dass das Ende kommen MUSS. Zudem wurden zum Schluss hin noch Punkte (Dwyer/Mak/Club | Takeo/Mr. Sutter) neu angeschnitten, die dann einfach irgendwie „hinten runter“ gefallen sind. Ob es sie überhaupt gebraucht hätte??? Vielleicht wird dies ja in den weiteren Teilen immer mal wieder angeschnitten, aber … und hier war es dann wieder mein Kurzgeschichtenproblem 😉

Nichtsdestotrotz (oder vielleicht gerade deswegen *g*) habe ich mir die anderen, bereits im Original erschienen Teile, mal auf die Wunschliste gepackt. Denn manches würde ich dann ja doch gerne wissen 🙂

Bis bald,

El Ma

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„Wie man die Sterne zählt“ – Diana Wintermeer

Klappentext
Einen Rucksack packen und dann einfach durch die Tür marschieren. In die Welt hinausziehen und die eigene Heimat Schweden zu Fuß entdecken, den Wind im Rücken und die Sonne im Gesicht – den Traum vom Wandern hat Nathan schon sein Leben lang und doch hat er diesen Rucksack bis heute nicht gepackt. Erst ist es sein Vater, der sie verlässt, dann die Krankheit seiner Mutter. Nathan muss die Familie zusammenhalten, da bleibt keine Zeit für Abenteuer oder gar für die Liebe und lange hat er deshalb das Gefühl, dass er gar nicht richtig lebt. Bis er Arik kennenlernt und sein Leben eine plötzliche Wendung nimmt. Nathan ist sofort fasziniert von dem jungen Mann mit dem ungewöhnlichen Handikap und auch wenn sie anfänglich nicht viel gemeinsam haben, erkennen sie doch bald, dass sie tief in ihren Herzen den gleichen Wunsch hegen: Einen Rucksack zu packen und dann einfach durch die Tür zu marschieren …

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Der Traum von Nathan – ein Traum – mein Traum. Nicht, dass ich zu Fuß durch Schweden möchte (naja, vielleicht schon, aber nicht als Lebenstraum), aber so einen „ähnlichen“ Traum habe ich auch. Dieser Traum hält einen aufrecht und hilft einem in schwierigen Situationen. Auch bei Nathan hatte ich das Gefühl, dass dieser Traum, ihn in seinem bis dato nicht sehr ergiebigen Leben aufrecht hält.

Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?
George Bernard Shaw

Bücher von Diana Wintermeer kommen sofort nach Erscheinen auf meinen Reader :-). Bisher war jedes einzelne Buch ein Lesehighlight. Wunderbar geschrieben und immer wieder ein wenig anders, hat sie mich mit jeder einzelnen bisher erschienenen Geschichte erreicht.
Nicht anders war es mit „Wie man die Sterne zählt“.

Alleine, dass Nathan einen Traum hat und diesen noch immer vor sich herschiebt, nur weil ihn sein Verantwortungsbewusstsein nicht loslässt, ist ein Thema, dass mich sofort neugierig gemacht hat. Manchmal muss man dann nur den richtigen Auslöser haben, etwas, dass einem den ultimativen Anschubser gibt, der einen dann seinen Traum leben lässt.

Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.
Laotse

Nachdem Nathan für seinen Bruder den Kopf hinhält, um dessen Strafe zu übernehmen, damit dessen Leben nicht schon vorbei ist, bevor es begonnen hat, trifft er in einem Kinder- & Jugendheim auf Arik. Es dauert etwas, bis die beiden miteinander warm werden und doch ist bereits von Beginn an ein ungewöhnliches „Selbstverständnis“ zwischen ihnen vorhanden. Zu Beginn schiebt Nathan jede Art von Gefühl weit von sich. Eigentlich will er sich emotional nicht an irgendjemanden binden und doch gelingt dies sowohl Arik, als auch der kleinen Risa, relativ mühelos. Spätestens, als er Arik aus einer nicht ungefährlichen Situation rettet, hatte sein sorgfältig verschlossenes Herz verloren. Tja, und ab da geht die Geschichte inkl. der Wanderung erst richtig los.

Es machte Spaß, den beiden auf ihrem Weg durch Schweden und der damit in Verbindung stehenden Entwicklung der beiden Männer zu folgen. Nicht alles war immer und jederzeit einfach, manches war schmerzhaft und anstrengend, aber gemeinsam haben die beiden jungen Männer alle Probleme bewältigt. Sie sind jeder für sich, aber auch mit- und aneinander gewachsen. Ich konnte die emotionale Entwicklung, die zwischen Arik und Nathan stattfand, wirklich gut nachvollziehen. Als Leser habe ich mich in und mit der Geschichte pudelwohl gefühlt. Diana Wintermeer hat auch die Problematik mit Ariks Handicap gut erklärt, so dass man verstehen konnte, was in ihm vorging.

(jetzt spoilert es ein wenig)

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„Black Hawk Tattoo“ – Aundrea Singer

Klappentext
Gabe Navarro, Künstler aus Toronto, verbringt die meiste Zeit mit Tätowieren und seinem Masterstudium. Er ist sich seiner Überzeugung und künstlerischen Integrität völlig sicher und naiv genug, zu glauben, dass er niemals einen Kompromiss eingehen muss – bis der Irakveteran Jake MacLean in seinem Tattoostudio aufkreuzt.

Wütend und mit dem Schuldbewusstsein des Überlebenden ist Jake in einem Teufelskreis gefangen, der ihn zwingt, für Sünden zu büßen, die er sich selbst niemals wird vergeben können. Verzweifelt versucht er, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, und zieht zunächst zu seiner Schwester nach Toronto. Niemals hätte er erwartet, dort Gabes Charme zu verfallen.

Obwohl Jakes beharrliches Schweigen über seine Zeit im Irak Gabe frustriert, glaubt er lieber Jakes Beteuerungen, es ginge ihm gut, als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Doch schnell wird klar, dass Jake seine Panikattacken nicht kontrollieren kann, und dass sich sein Zustand verschlimmert. Jake steuert geradewegs auf den Abgrund zu – und läuft Gefahr, Gabe mit sich zu ziehen, wenn dieser es nicht schafft, ihm im Kampf gegen seine Dämonen beizustehen.

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Puhhh, manchmal gibt es Geschichten, da lohnt es sich einfach dran zu bleiben. Ich habe bis 70% des Buches darauf gewartet, dass es zum großen Knall kommt. Das Jake eine wandelnde Zeitbombe ist, war eigentlich vom ersten Kapitel an klar. Das Liebe blind macht, weiß man auch, so dass man bedingt Verständnis für Gabe aufbringen kann. Zwischendurch hatte ich aber auch das Gefühl, dass er eigentlich  nicht wirklich wissen will, was mit Jake los ist.

Als es dann tatsächlich nach dem großen Knall zum Showdown kommt, habe ich, etwas erstaunt über Gabes soziale Kompetenz, verwundert die Augenbrauen gehoben. Irgendwie ist er in dieser Situation dann doch über sich hinausgewachsen. Wo diese Empathie plötzlich herkam, erschloss ich mir nicht so ganz, dennoch empfand ich seine Seite von ihm sehr hilfreich für die Gesamtsituation.

Mitgefühl ist das Verständnis des Herzens.
© Helga Schäferling  (*1957), deutsche Sozialpädagogin

Trotz dieses meiner Meinung nach komplexen Themas, ist es eine ruhige Geschichte, die ein bisschen an der Oberfläche eines PTSD kratzt. Lange liest man einfach nur wie sich die Beziehung zwischen Jake und Gabe entwickelt. Leider erfährt man zu wenig (oder wenn erst sehr spät), wer, wie und warum so gehandelt hat, wie gehandelt wurde.

Schön beschrieben ist das Umfeld von Gabe und Jake. Hier gibt es wunderbare Nebenprotagonisten die sich wirklich gut in die Geschichte einfügen und jede(r) von ihnen den richtigen „Platz“ einnimmt. Einzig Jakes Armyvergangenheit, als „Sanitäter/Helfer“ bleibt wirklich blaß. Kann es wirklich sein, dass niemand aus dieser Zeit (explizit sei hier Skites erwähnt, der mMn zumindest in irgendeiner Form Erwähnung – ausser in einem kurzen Satz – finden sollte) mit ihm in Verbindung geblieben ist? Keine weiteren Kollegen, kein Vorgesetzter zeigt in irgendeiner Form wenigstens ein bisschen Interesse an ihm? Hier klärt auch der Epilog nicht wirklich auf, was mich dann doch ein wenig enttäuscht hat.

Das die US-Army und auch die Regierung nicht wirklich Interesse daran hat, Soldaten, die an PTSD leiden, aufzufangen, ist leider hinlänglich bekannt. Entweder Soldaten funktionieren oder sie sind untauglich (ganz ehrlich, ich finde dies schlicht menschenverachtend). Es wird in diesem Buch allerdings nur ganz oberflächlich daran geschrammt, so dass man nicht wirklich einen Blick hinter die Kulissen bekommt und mit den vorgegebenen Tatsachen leben muss. Man erfährt leider auch nicht, ob Jake einfach keine Hilfe wollte, keine angeboten bekam, oder … Aber auch, als er sich dann ENDLICH Hilfe sucht, wird dies viel zu wenig thematisiert.

„Black Hawk Tattoo“ basiert auf einem sehr schwierigen Thema, welches leider immer nur ein wenig gestreift wurde. Es fällt mir, auch im Nachhinein, persönlich schwer, hier nur die Romanze zu sehen, die die Geschichte wohl sein soll. Vielleicht stört/verwundert den einen oder anderen diese Rezension, aber ich kann hier nicht einfach nur sagen, dass es eine sich gut entwickelnde Story ohne wenn und aber ist, hier muss ich einfach meinen „Senf“ dazugeben. Schwierige Themen bedürfen einer besonderen Behandlung, dies ist hier – für meinen Geschmack – nur bedingt gegeben. Sollten andere Leser das Thema Kriegstrauma wirklich nur als gegebenen „Hintergrund“ sehen können, dürfen sie sich auf eine schöne Geschichte freuen.

Um diesem Buch 5* zu geben, ist es mir an einigen wichtigen Stellen zu oberflächlich geblieben, für „nur“ 3* aber im Gesamten zu gut geschrieben.

Bis bald,

El Ma

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„Kaffeekavalier“ – A.C. Lelis

Klappentext
Alles hätte Eike bei dem späten Termin in seinem Friseursalon erwartet, aber nicht, dass sein Kunde außer einer Frisur auch noch ein Ausbildungsplatz von ihm möchte. Nicht nur, dass Timm älter ist als seine potentiellen Mitbewerber, er sieht mit seinen Tattoos und der etwas rauen Schale auch nicht aus wie der typische Anwärter auf diesen Job. Als Eike ihm dennoch eine Chance gibt, ahnt er noch nicht, was in Timms Vergangenheit lauert – und auch das Knistern zwischen den beiden Männern steht nicht in der Stellenbeschreibung. Doch Timm ist Eikes Angestellter und damit absolut tabu…

Entspricht 412 Romanseiten. Buch ist in sich abgeschlossen.

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Jepp, dieses 2. Buch aus der Reihe war eher meins 🙂.

Dafür, dass Eike mit seinen 30 Jahren erfolgreich einen angesagten Friseursalon führt und die Verantwortung für seine Angestellten hat, ist er im Privatleben ein eher zögerlicher und konservativer Mann. Die Fernbeziehung zu seinem Partner macht ihn nicht glücklich, aber den vorprogrammierten Schlussstrich will er dann aber auch nicht ziehen. Erst dachte ich „Oh Mann, komm halt in die Pötte“, aber dann konnte ich seine Gedankengänge immer besser nachvollziehen.
Eine Beziehung aufzugeben ist nicht einfach und derjenige zu sein, den Schlussstrich zu ziehen, weil man das Gefühl hat, es „passt“ nicht mehr wirklich, ohne mit dem anderen persönlich gesprochen zu haben … das wäre auch nicht meine Lösung gewesen.

Dann das „Problem“ mit Timm, ich konnte sehr gut nachvollziehen, welche Gedanken sich Eike bzgl. des Altersunterschieds gemacht hat. Zumal das Thema, dass Timm ja sein Auszubildender ist, auch ein gewisses Konfliktpotential birgt, denn hier gibt es sehr wohl nicht nur moralische Hemmschwellen, nein auch das Thema „Abhängigkeitsverhältnis“ muss gut abgewägt werden.

Ich fand die Entwicklung der Geschichte sehr schlüssig. Timms Schicksal wird gut und glaubwürdig erzählt, auch seine persönlichen Ängste werden gut rübergebracht.
Eikes Freunde & Bekannte inkl. der Mitarbeiter runden die Geschichte wunderbar ab, so dass man sich wirklich gut unterhalten fühlt.

Wie schon beim ersten Band gibt es im Anschluss an den Hauptteil eine Kurzgeschichte mit direktem Bezug auf den Hauptteil, was mir sehr gut gefallen hat.

Mit persönlich hat der Kaffeekavalier viel besser gefallen als der Kaktuskavalier, aber wenn man die unterschiedlichen Reviews betrachtet, ist es auch hier so, dass die Geschmäcker wie immer verschieden sind – und das ist auch gut so 🙂

Bis bald,

El Ma

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„Die zweite Ernte“ (Men of Lancaster County #1) – Eli Easton

Klappentext
David Fisher hat sein ganzes Leben lang nach den Regeln gespielt. Er wurde in eine Mennoniten-Familie hineingeboren, deshalb hat er stets seinem Vater gehorcht, die Familienfarm übernommen, geheiratet und wurde Vater zweier Kinder. Jetzt sind seine beiden Kinder im College, seine Frau ist verstorben und er führt die Farm allein und ohne Freude, dabei zählt er die Tage seines nur halb gelebten Lebens.

Christie Landon, Grafikdesigner, Manhattaner und schwuler Partyboy aus Leidenschaft, braucht eine Veränderung. Jetzt ist er dreißig und findet, dass es an der Zeit ist, erwachsen zu werden und an seine Zukunft zu denken. Als sein bester Freund eine Überdosis nimmt, beschließt Christie, die Stadt für eine Weile zu verlassen. Er macht sich auf den Weg zu einem kleinen Haus in Lancaster County, Pennsylvania, um sich zu erholen und nachzudenken.

Aber das Leben auf dem Land ist langweilig, abgesehen von dem attraktiven Silberfuchs, der nebenan wohnt. Um seine kreative Seite beim Kochen auszuleben, beschließt Christie, an seinen verwitweten Nachbarn heranzutreten, um sich die Mahlzeiten und die Kosten für die Einkäufe zu teilen. David ist einverstanden und schnell stellen die ungleichen Männer fest, dass sie gern Zeit miteinander verbringen.

Christie fordert David heraus, über die Grenzen seiner Welt hinauszudenken und weckt Gefühle, die lange vergessen schienen. Wenn David sich von der Vergangenheit befreien kann, erhält er vielleicht eine zweite Chance auf sein Glück.

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Auch dieses Buch hatte ich bereits im Original auf meinem Reader liegen, weil mich damals der Klappentext förmlich angesprungen hat. Jedoch, wie es immer so ist, schiebe ich die englischen Bücher vor mir her, da das Lesen einfach immer noch länger dauert, als bei einem deutschen Text. Es ist ja auch nicht so, dass nicht genügend deutschsprachige Bücher auf meinem Reader wären, die dann immer wieder den Vortritt bekommen.
Wie es dann halt so ist, man nimmt das „Buch“ immer wieder in die Hand und will anfangen und wieder kommt was dazwischen. Tja, das macht man so lange, bis eben dann die Übersetzung da ist …

Nun denn, kaum war die deutsche Übersetzung auf dem Reader, habe ich mich hingesetzt, das Lesen begonnen und nicht mehr aufgehört.
Um ehrlich zu sein, kam ich etwas langsam in die Geschichte rein. Irgendwie war ich wohl total auf David fixiert und musste mich erst einmal zurechtfinden, dass es die Story mit Christie los ging (da war wieder mein Problem mit der Erwartungshaltung 😳).

Christie lebt in New York, mit allem was dazugehört. Er ist erfolgreich im Beruf, kann sich sein Leben leisten, hat einen besten Freund, mit dem er um die Häuser zieht und und und … Eigentlich doch ein perfektes Leben – oder doch nicht? Erst als ein Partyabend wirklich unschön endet, wachen beide auf und merken, dass eben doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Nach diesem Schreck ist Christies Welt erst einmal in den Grundfesten erschüttert, aber da er sich eh um das Haus sein verstorbenen Tante kümmern muss,  zieht er aufs Land, um sich und und sein Leben zu überdenken und trifft hierbei auf David.

Da Christie gut und gerne kocht und sich damit auch wunderbar Zeit totschlagen lässt, macht er seinem Nachbarn ein Angebot, dass dieser nicht abschlagen kann. David ist eine Seele von einem Menschen, der in seinem bisherigen Leben immer nur für andere da war und das getan hat, was von ihm erwartet wurde. Er selbst stand immer hintenan. Als nun der neue Nachbar vor der Tür steht und ihm den Vorschlag mit der „Essensversorgung“ macht, ist David zwar erst skeptisch, dann aber sehr enthusiastisch dabei. Denn Christie kocht nicht nur Hausmannskost in Form von Fleisch, Kartoffeln und Bohnen, nein, er kocht auch „fremdländisch“ und ausgefallen 😀

David hat ein Hobby, er liest leidenschaftlich „National Geographic“ und war dadurch schon in vielen, vielen Ländern unterwegs. Nicht dass er irgendetwas davon persönlich kennen würde, aber neugierig auf das „Neue“ ist er schon und das in jeder Hinsicht …

„Morgen Abend würde er essen wie die Leute in diesem Artikel.
Er würde in Marokko essen.“
                                  Pos. 823

Es ist schön, dabei zuzusehen, wie sich die beiden Männer annähern, wie sie sich langsam aufeinander zubewegen und sich auf die „Geschichte“ einlassen. Dieses sich kennenlernen und herantasten bringt Eli Easton wunderbar rüber. Es ist eine ruhige Geschichte, die aber keinesfalls langweilig oder langatmig ist. Zu sehen, wie sich David langsam emanzipiert und lernt für sich selbst einzustehen, ist wunderbar. Zeitgleich merkt man, wie Christie sich langsam erdet, wie er bei sich selbst ankommt und sieht, dass sein altes Leben nicht das Nonplusultra gewesen ist, für das er es immer gehalten hat.

Die beiden haben Spaß zusammen, egal ob draußen an der frischen Luft, im Stall und auch Nachts (nein, sie haben nicht überall Sex, sie verbringen auch einfach „nur“ Zeit miteinander).

Aber auch dieses von Harmonie geprägte Leben hat „dunkle Seiten“. Die mennonitische Gemeinde ist streng religiös, meint für jeden nur das Beste zu wollen und macht dadurch David’s Leben nicht unbedingt leichter. Als dann auch noch rauskommt, dass sich die beiden Männer mehr als nur gut verstehen, wird’s nochmal richtig heikel.

Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht,
ehe sie ihn
 
gebrochen haben!
Franz von Liszt

Trotz aller Widerstände und guter Ratschläge bekommen die beiden Männer von Eli Easton das Happy End, das sie sich verdient haben.
Ich habe mich jedenfalls am Ende mit einem glücklichen Lächeln zurückgelehnt und bin zufrieden und entspannt ins Bett 😉.

Bis bald,

El Ma

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„Diese Kleinigkeit namens Liebe“ – Mathilda Grace

Klappentext
Eine Sammlung von 5 dramatisch/romantischen Kurzgeschichten über die Liebe zwischen Männern, die mitten im Leben stehen, inklusive grauer Schläfen, tausend Falten und all den kleinen oder größeren Sorgen, die eine gewisse Lebenserfahrung so mit sich bringt.

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Wie ihr ja mittlerweile wisst, mag ich es nicht wirklich, Anthologien oder Kurzgeschichten/-sammlungen  zu reviewen. Ich habe immer das Gefühl, dass ich mit meinem Geplaudere schon die ganze Geschichte erzählt habe.

Dass ich ein Fan der Geschichten von Mathilda Grace bin, ist wahrscheinlich auch schon hinlänglich bekannt. Wobei ich sagen muss, dass ich im Laufe der Zeit doch immer mehr zu ihren etwas dramatischeren Geschichten tendiere. Das soll nun nicht heißen, dass ihre humorvollen Geschichten nicht wirklich gut sind – denn das sind sie durchaus 😊 und ich werde sie auch weiterhin gerne lesen, denn jedes Buch und jede Story hat ihre Zeit.

Auch mit diesem Band hat sie mir einige wirklich schöne Stunden mit nicht ganz so „einfachen“ Männern geliefert. In jeder Geschichte hatte einer der Protagonisten zu einem früheren Zeitpunkt etwas erlebt, was ihn den Glauben an Beziehungen hat verlieren lassen und/oder ihn in einer gewissen Weise traumatisiert hat und er dadurch „Angst“ hat, sich auf etwas Neues einzulassen. Dies ist, wenn man die Vergangenheit dieser Männer kennt, auch durchaus verständlich. Der Weg zum Glück, das Auflösen der Blockaden und das Zusammenfinden wird wirklich schön erzählt, so dass man mit dem jeweiligen Paar mitfühlen und sich mitfreuen kann.
Was alle Geschichten gemeinsam haben, ist der jeweilige „Gegenpart“, der es, dank  viel Geduld, der Liebe zu diesem einen Mann und noch mehr Empathie, schafft, die Schutzmauer einzureißen.

Tja, und dann gibt es noch Carver, der gar nicht glauben kann, dass die beiden attraktiven Männer von nebenan, Interesse an ihm haben. Vertrauen zu haben ist gar nicht so einfach, aber die beiden zeigen ihm, dass Nähe zuzulassen nicht immer etwas schlechtes ist. Warum ich diese Geschichte separat hervorhebe? Ich habe glaube ich ein Faible für 3-er Beziehungen entwickelt 😜

Ich weiß, dass Kurzgeschichten kurze Geschichten sind, weil sie eben keine 200 Seiten pro Geschichte haben. Dennoch hätte ich von dem einen oder anderen (oder allen) Pairing(s) liebend gerne noch viel mehr gelesen *g*.
Diese fünf Geschichten, die mir den vergangenen Freitagabend (danke für eine kurze Nacht 😉) und den darauffolgenden Samstag versüßt haben, haben wirklich Spaß gemacht 😀.

Bis bald,

El Ma

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Mein Monatsrückblick 04/2017

Es war mal wieder ein Monat ohne „Reinfall“ *g*. So langsam frage ich mich wirklich, ob ich bei meiner Buchauswahl derzeit nur richtig viel Glück habe oder ob ich beim Lesen von Klappentexten mittlerweile wirklich das „cherry-picking“ beherrsche … Ich tippe mal auf gaaaanz viel Glück 🙂

Nun denn, hier sind sie, die Bücher aus dem April:

„In Erfüllung seiner Pflicht“ – Mathilda Grace  |  5 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

„Schlamassel inbegriffen“ – Mary Calmes  |  4,5 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

„Payback“ – John Inman  |  4 💜 von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

„So nötig wie Kopfweh“ – J.H. Knight  |   4,5 💜  von 5💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

„Du aber liebe mich … Monster“ – Gabriele Oscuro  |  4,5 💜 von 5 💜
Ich tue mir immer schwer mehrere Kurzgeschichten aus einem Buch zu reviewen, Gabriele Oscuro schafft es aber, genau wie beim Vorgängerband „Du aber liebe mich … unerreichbar“ den Leser mitzunehmen in eine nicht immer ganz einfach Handlung.
Zudem mag ich Geschichten, in denen es um „nicht ganz so perfekte“ Protagonisten geht, sehr 😍.

„Der steinerne Garten“ – Jayden V. Reeves  |  4 💜  von 5 💜
ein ausführliches Review findet ihr hier

„Landluft“ – Mia Grieg  |  3,5 💜 von 5 💜
eine nette kleine Geschichte für zwischendurch.

                                            

„Il Gusto di Lauro – Lucas Rezepte (Buch 1)  & Herzberührer (Buch 2)
– Jobst Mahrenholz 
|  jeweils 4,5 💜 von 5 💜
Zwei wirklich schöne Geschichten, die man gemeinsam genießen sollte.

„Trust – Eine Frage des Vertrauens“ – Barbara Corsten  |  4 💜 von 5 💜
eine schöne, aber auch dramatische Liebesgeschichte. Für meinen Geschmack ein bisschen viel Drama und Action, aber die Lovestory „dahinter“ entschädigt 😀. Ich habe das Buch bereits im Dezember 2015 gekauft, aber erst jetzt gelesen. Für mich kommt „Trust“ nicht an „Der Klippenspringer“ heran, hier hat die Autorin das Level aber auch verdammt hoch geschraubt und wird sich auch zukünftig von mir daran messen lassen müssen … 😀  (siehe auch „Mein Fazit“ am Ende des Artikels)

„NuR – Zyklus 1“ – Kaye Alden  |  4 💜  von 5 💜
anders, aber gut :-). Man muss sich wirklich drauf einlassen, unterschiedliche Geschichten von immer den beiden gleichen Männern zu lesen. Nicht ganz einfach für mich, ich musste wirklich zwischen den einzelnen Geschichten eine Pause machen, aber so gab es an verschiedenen Abenden wirklich nette Gute-Nacht-Geschichten 🙂

„Vielleicht für immer“ – Susann Julieva  |  4 💜 von 5 💜
Review folgt

 

Mein Fazit für den April:

Auch ich lerne während des Lesens dieser so unterschiedlichen Bücher immer wieder neue Seiten an mir kennen. Der „NuR – Zyklus“ von Kaye Alden hat mir gezeigt, dass ich Schwierigkeiten habe, immer neue Geschichten mit den selben Protagonisten – direkt hintereinander – in immer neuen Rollen in meinem Kopf zu „sortieren“. So habe ich sie mir als „Gute Nacht Geschichten“ an unterschiedlichen Abenden zur Hand genommen – so hat das prima funktioniert.

Und dann habe ich mir schwer getan, ein „älteres“ wirklich gutes Buch, nach einem gerade erst erschienen Roman einer Autorin zu lesen. Barbara Corsten hat in der Zeit zwischen „Trust“ und dem „Klippenspringer“ einen meiner Meinung nach gewaltigen Entwicklungssprung gemacht. Es ist sicher nicht ganz fair, dass ich für die 4 💜 bei „Trust“ als Maßstab den erst vor kurzem erschienenen und von mir gelesenen „Klippenspringer“ angelegt habe  (schließlich liegen 2 Jahre zwischen diesen beiden Büchern), der von mir ganz klare 5 💜 bekommen hat. Aber es hat eben auch deutlich den extrem positiven Sprung der Autorin belegt.

Mein Buch des Monats:

Eindeutig Mathilda Grace‘ „In Erfüllung seiner Pflicht“. Ein gut recherchiertes Buch, durch welches auch ein Schicksal aus „meiner“ Vergangenheit wieder präsent wurde.

Mein Highlight:

Neben „In Erfüllung seiner Pflicht“ war das diesmal ein älteres Buch, welches ich aus den Untiefen meines SuB herausgekramt habe.
„So nötig wie Kopfweh“ ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert 😀

 

So, das war’s für heute – man liest sich 😉

El Ma