„Der Unbeugsame (Krieg der Werkstätten 1)“ – L.A. Witt

Klappentext
Ein Titel der Krieg der Schraubenschlüssel Serie

Jeder in Jim Irvings Werkstatt will nichts mehr, als bei Krieg der Werkstätten, einer neuen Reality-Show über Mechaniker, mitzumachen. Jeder, außer des talentierten Mechanikers Chandler Scott, der einzige Angestellte, der sich weigert, den Vertrag zu unterschreiben. Die anderen versuchen, ihn zu überreden, denn ohne Chandler — und den Streitigkeiten mit seinem Chef — wird niemand an der Show teilnehmen.

Chandlers einziger Verbündeter ist Jims Sohn, Mark, der gezwungen ist, in der Werkstatt seines Vaters zu arbeiten, bis er sein Studentendarlehen zurückgezahlt hat oder einen besseren Job findet — und der seit einer Weile Chandlers heimlicher Liebhaber ist.

Dann artet eine kleine Fummelei in der Werkstatt aus und gibt dem Sender Munition, um Chandler zu erpressen, mit der Drohung, dass sie Mark bei seinem Vater outen. Jetzt wird Chandler in die Enge getrieben und Mark muss sich entscheiden, wie weit er bereit ist zu gehen, um den Mann zu beschützen, mit dem er sich das Bett teilt … und der ihm möglicherweise auch das Herz gestohlen hat.

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Heute gibt es mal wieder ein Review der Marke „ich weiß nicht wie …“ und ACHTUNG, es könnte etwas spoilern.

Ich weiß, dass Autoren es nicht mögen, wenn man bei einer Geschichte unter 100 Seiten schreibt, dass man viel mehr daraus hätte machen können, aber …
Hier hätte man nicht nur können, sondern machen müssen. Die beiden Protagonisten haben eine gute Chemie untereinander, die unterdrückten Gefühle, um ja nichts falsch zu machen, geben eigentlich viel Potential her.

Das Leben mit einem homophoben Vater gibt Marks Zukunft nicht viel Perspektive und scheinbar ist auch sein Mut irgendwann verloren gegangen, denn er hängt in seiner Heimatstadt fest. Warum das so ist, wie es ist, erfährt man leider nicht. Denn Studienkredite haben so viele junge Menschen, dass das nur ein schwaches Argument sein kann.
Dann wiederum geht Mark mit seiner Leidenschaft für Chandler volles Risiko und verschliesst (wissentlich?) die Augen vor möglichen Konsequenzen und und und …
Leider kann ich mich auch nicht daran erinnern, wie alt die beiden Jungs sind (ja Jungs, denn die meisten Erwachsenen würden meiner Meinung nach so nicht reagieren).

Chandler, Marks bester Freund und Bettpartner, muss lange leiden (hier hätten mir ein paar Gedanken  Chandlers sicherlich ein tieferes Verständnis  für die Situation geben können), bis Mark endlich anfängt seinen „Mann“ zu stehen.
Seit langem bietet Chandler Jim (Marks Vater) die Stirn. Dies jedoch in einer Fernsehshow auf Kommando machen zu müssen widerspricht seinem Naturell. Wie gesagt, ein paar Gedankengänge mehr und man hätte vielleicht gewusst, was die Sache für ihn so schwierig macht.

Alles in allem fand ich die Geschichte nett, allerdings etwas schnell und oberflächlich erzählt und mit einem Ende versehen, dass mich jetzt innerhalb kurzer Zeit wieder einmal „halbgar“ zurückgelassen hat. Wieder haben wir hier ein „Happy for now“-Ende, welches zwar für Chandlers zukünftiges Leben eine gute Perspektive liefert, Marks (berufliche) Zukunft lässt mich aber mit mehr als einem Fragezeichen zurück.

Allerdings gibt es auch hier bereits drei Folgebände – vielleicht erfährt man ja da nebenbei (denn in den Klappentexten dieser Bücher spielen andere Protagonisten die Hauptrolle), wie Marks Leben weiter geht und ob auch er eine rundum glückliche Zukunft vor sich hat. So wie es hier endet, ist es für mich auf jeden Fall nix.

Bis bald,

El Ma

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