„Cookies“ – Teodora Kostova

Klappentext
Kriegsheimkehrer Amir Gopal besitzt eine kleine Bäckerei, hat einen Freundeskreis, der immer für ihn da ist, und hat sich weitestgehend mit seinen Narben arrangiert. Allerdings lässt er niemanden mehr wirklich an sich heran und spürt, dass ihm dadurch irgendetwas Tiefgreifendes fehlt. Als Jay in sein Leben tritt, haben seine Verteidigungsmechanismen von Anfang an keine Chance gegen den jungen, lebensfrohen Mann. Doch die Unsicherheit bleibt: Wird Jay noch mit ihm zusammen sein wollen, wenn Amir ihm sein Herz öffnet und all die Albträume offenbart, die ihn seit Jahren nicht mehr loslassen?

Entspricht 282 Romanseiten.

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Ein unglaubliches Buch 💜

Amirs Schicksal hat mich von Anfang berührt, denn unter der zurückhaltenden und fast kühlen Schale verbirgt sich ein warmherziger und liebevoller Mann, der für alle ein gutes Wort und seine sensationellen Backwaren bereit hält. Nur (interessanten) Männern gegenüber ist er zurückhaltend, kühl und fast schon  abweisend. Bis, ja bis Jay vor ihm steht.

Die Geschichte der beiden wird von Teodora Kostava wirklich schön erzählt. Ich war so im Buch drin, dass ich wirklich meinte, die warmen Kekse riechen zu können.

Aber „Cookies“ ist beileibe keine zuckersüße, rosa Herzchen-Geschichte, ganz im Gegenteil. Amir hat im Krieg nicht nur ein Bein, sondern auch viele Kameraden verlorenen. Mitgebracht hat er dafür eine ausgewachsene PTBS, die immer noch in alltäglichen Situationen wieder „hochkommt“. Sein körperliches Handicap hat Amir gut im Griff, mit seiner Psyche sieht es leider noch anders aus … Für mich ist Jay genau das, was Amir braucht. Ein lebensfroher, optimistischer und offener junger Mann, der alles, aber nicht oberflächlich ist.
Die beiden miteinander zu erleben, zu sehen, wie sie sich gegenseitig ergänzen und aufbauen, fand ich wirklich klasse.
Zu lesen, wie die beiden miteinander umgehen, wie Amir neben Jay offener wird, wieder Menschen in sein Leben lässt und in einer für Jay lebensgefährlichen Situation über sich hinauswächst.

Für mich war „Cookies“ ein nahezu perfektes Buch. Es wurde kein Handlungsstrang offen zurückgelassen, alles ergab Sinn. Also einfach eine richtig runde Sache.
Es gibt Bücher, die macht man zu, wenn man fertig ist – gut ist’s. Und es gibt Bücher wie „Cookies“, da lässt man Freunde zurück und bedauert, dass man sie so schnell nicht wiedersehen wird.

Ich sage danke, für ein wunderbares Leseerlebnis und lege Amir & Jay nicht nur auf die re-reading-Liste, sondern schiebe das Buch auch in die Kategorie „besondere Bücher“.

Bis bald,

El Ma

 

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