„Paragraphenreiter“ – Louisa C. Kamps

Klappentext *)
Florian Richter heißt nicht nur so, er ist auch Richter – und zwar in Hamburg.
Nach einem Fahrradunfall wird Florian ausgerechnet in das Krankenhaus eingeliefert, mit dem er einige düstere Erinnerungen verbindet. Dementsprechend ist seine Laune, die er prompt an allen Anwesenden auslässt. Nur Mathias Winkler, der die Stationsleitung innehat, hält dagegen. Florian ist beeindruckt – doch mehr von Mathias‘ dunkelbraunen Augen und seiner sexy Stimme.
Durch Zufall treffen sich die beiden unterschiedlichen Männer wieder und tasten sich langsam aneinander heran. Doch ihre Auffassungen von Freundschaft kollidieren sehr bald – Florian will sich nicht outen, um seine Karriere nicht zu gefährden. Und das Letzte, was Mathias will, ist eine heimliche Affäre.

Das Taschenbuch hat 336 Seiten

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Hach ja, der SuB-Abbau *g*
Da liegen dann schöne, gut lesbare Bücher Ewigkeiten auf dem Reader, weil man nach dem Kauf nicht gleich dazukommt, sie zu lesen und dann verschwinden sie in den unendlichen Tiefen …

Auch Paragraphenreiter war so ein Buch, bei dem mich der Klappentext wirklich angemacht hat. Nicht wegen der Geschichte, denn da gibt es zuhauf welche mit Paaren, von denen eine Hälfte aus welchen Gründen auch immer noch im Schrank leben. Aber es hat mich interessiert, wie ein hoher Staatsbediensteter damit umgeht und wie wichtig diesem sein Status ist.

Aaaalso, als Mathias auf Florian trifft, zeigt sich dieser von seiner unangenehmsten Seite und doch ist auf Anhieb etwas zwischen diesen beiden Männern, das den Leser das Buch erstmal nicht aus der Hand legen lässt. Gerne würde man Florian schütteln und ihm sagen, dass das so nicht geht, jedoch kommen so nach und nach die Gründe ans Licht, warum er so handelt, wie er es tut.

Manchmal weiß das Schicksal einfach besser, was man im Moment braucht und schickt einem dann genau dieses. Mathias schafft es, dass Florian im Laufe der Geschichte merkt, wie er die vergangenen Jahre gelebt und vor was er sich alles verschlossen hat. Wie es manchmal jedoch ist, sind das wollen, das können und dann auch noch die Umsetzung mindestens zwei paar Schuhe, wenn nicht noch mehr.

Aber auch Mathias hat sein Päckchen zu tragen und ist nicht gewillt, alles, was Florian ihm (nicht) gibt, zu akzeptieren. Der Weg zum Happy End ist nicht einfach für die beiden. Sie dabei zu verfolgen war durchaus unterhaltend.
Wir haben in dieser Geschichte ein bisschen Drama, Intrigen, gute Freunde, bedingt durch einen Fall, ein bisschen Krimi und dazu noch einen Blick hinter die Kulissen eines Gerichtes (das fand ich jetzt sehr interessant).

Die Geschichte ist gut geschrieben, der Blick hinter die Kulissen war wirklich interessant. Ich wüsste zudem gerne, wo das Häuschen in Dänemark genau steht *g* und noch so einiges mehr.

Dennoch hat die Geschichte ein kleines „aber“ für mich. Ja, ich weiß … jetzt hat sie schon einen Epilog und sie meckert trotzdem …
Das es ein Happy End gibt ist glasklar. Das die beiden zufrieden und glücklich leben, auch. Allerdings, und es war irgendwann klar, dass Florians Weg so nicht weitergehen kann, hätte ich mir nachdem er mit Herrn Dr. Knaur einen „gefühlten Mentor“ hatte, einen anderen Weg für ihn vorstellen können – angesichts seiner Beweggründe bei der Berufswahl. So hatte ich wirklich diesen *häh*-Effekt, als ich das Buch geschlossen habe.

Aber nun ja, jeder Mensch darf so leben, wie er mag, auch wenn manche Leute (auch in dem Buch) dies anders sehen. Drum ist es gut so, wie es ist.

Bis bald,

El Ma

Eine weitere Meinung zu diesem Buch findet ihr hier bei TheWorldofbigEyes

Nachfolgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als mögliche Werbung, auch wenn ich nichts daran verdiene:

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*) Das Copyright für Bild und Klappentext liegt beim Dead Soft Verlag

 

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5 Kommentare zu “„Paragraphenreiter“ – Louisa C. Kamps

  1. ich meinte das eher umgekehrt, da es ein Roman ist hätte ich ein idealistischeres Ende bevorzugt.
    Das was die beiden machen kann ich durchaus im richtigen Leben nachvollziehen, irgendwann isr eben mal Egoismus ganz gesund und eine gewisse Desillusion verständlich
    Finde ich ☺
    LG Anja

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  2. Oh, da habe ich dich falsch verstanden. Aber ja, du hast natürlich recht. Richtig rund wäre es für mich gewesen, wenn sein Prof ihn „adoptiert“ hätte. Aber nun ja, als Leser darf man sich ja so einiges ausmalen, was gewesen wäre wenn *g* und die Freiheit nehme ich mir dann auch so manches Mal.

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  3. Die Story klingt wirklich interessant. Ich dachte immer, im öffentlichen Dienst wäre Homosexualität heute kein Problem mehr und gerade als Richter ist mal sowieso komplett unabhängig. Aber das ist nur meine laienhafte Vorstellung, die ich so habe. Einen Blick hinter die Kulissen fände ich interessant. Das Buch ist gleich mal auf meine Leseliste gewandert.
    LG Gabi

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