„Guards of Folsom: Berührt“ – SJD Peterson

Klappentext
Für Micah steht fest: Er braucht einen erfahrenen Dom, der mit seiner Konzentrationsschwäche umgehen kann. Und er hat den Richtigen für diese Aufgabe auch schon gefunden. Doch Tackett ist nicht auf der Suche nach einem Sub, schon gar nicht nach einem, der so jung und ruhelos ist wie Micah. Als er sich dennoch für die vereinbarten zwei Wochen auf ihn einlässt, ist beiden noch nicht klar, dass ihre Sessions viel mehr berühren werden, als sie je für möglich gehalten hätten.

Buch 1 der „Guards of Folsom“-Reihe. In sich abgeschlossen.
Entspricht 228 Romanseiten.

*************************

Bei der großen Weihnachtsverlosung von „TheWorldofbigEyes“ habe ich den Gutschein für 3 eBooks aus dem Cursed-Verlag gewonnen. Ausgesucht habe ich mir die drei „Guards of Folsom“-Bände von SJD Peterson. Ich möchte es nicht versäumen, mich auf diesem Weg nochmals bei Frau Schwenk für diesen großzügigen Gewinn zu bedanken.

Da ich die Tage ein relativ großzügiges Zeitfenster zur Verfügung hatte, um auch mal eine Serie am Stück zu lesen, habe ich mir für diese Zeit genau diese drei Bücher ganz oben auf meinen „zu lesen“ Stapel gelegt und … es nicht bereut :-).

Ich mag BDSM, wenn Gefühle mit im Spiel sind. Ich mag BDSM nicht, wenn es rein um die Session geht und die Protagonisten „Einzelkämpfer“ sind.

Mit „Guards of Folsom“ hat SJD Peterson eine Serie auf den Büchermarkt gebracht, die voll und ganz meinem „Beuteschema“ entspricht :-). Wie ich zudem beim Stöbern gesehen habe, gibt es noch einige angelehnte Serien dazu *g*.

In Band 1 geht es um Micah, den ich als sehr warmherzigen und liebevollen jungen Mann „kennengelernt“ habe. Bedingt durch seine Konzentrationsschwäche braucht er feste Regeln und etwas, auf das er seinen Fokus richten kann. Mit Tackett hat er sich einen Mann ausgesucht, der es sich bis dato nicht hat vorstellen können, jemals ein Vollzeit Dom mit der dazugehörigen Verantwortung zu werden.
Wie gesagt … Micah ist liebenswürdig, liebenswert, sexy und seeeehr überzeugend *g*.

Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen. Mitzubekommen, wie sich beide annähern, wie glücklich Micah über seinen „Sir“ ist und wie gut ihm diese Beziehung tut, hat wirklich Spaß gemacht :-).

Zeitnah folgt dann mein Review zu Band 2, der mir dann doch noch einen „Ticken“ besser gefallen hat – aber dazu demnächst mehr.

Bis bald

El Ma

Kaufen kann man die Bücher hier und hier  |  mehr zum Cursed-Verlag findet ihr hier
mehr zur Autorin gibt’s hier bei Goodreads

„Blaue Tage“ (Mangrove Stories 1) – Mary Calmes

Klappentext
Ein Titel der Mangrove Stories Serie

Sich in einen Kollegen zu vergucken, ist selten eine gute Idee, speziell für einen Mann, der eine letzte Chance bekommt, seine Karriere zu retten. Doch von dem Moment an, in dem Dwyer Knolls dem gutaussehenden, aber unbeholfenen Takeo Hiroyuki begegnet, scheint er nur noch die falschen Entscheidungen zu treffen.

Takeos Leben besteht aus einer Reihe vergeblicher Versuche, seinen konservativen japanischen Vater zufrieden zu stellen. Unglücklicherweise ist die erfolgreiche Ausübung seines Jobs genauso schwierig für ihn wie der Wechsel von homo- zu heterosexuell. Aber ein Augenmerk auf Dwyer Knolls zu haben – darin ist er wirklich gut.

Auf einer Geschäftsreise nach Mangrove, Florida, wird aus Takeos` und Dwyers zögerlicher Freundschaft plötzlich mehr – viel mehr. Ist ihre Liebe stark genug, um ihre Karrieren dafür zu riskieren, oder haben sie die plötzliche, intensive Leidenschaft nur der lauen Brise des blauen Ozeans zu verdanken?

*************************

Ja ja, ich weiß, eine Kurzgeschichte ist eine Kurzgeschichte, weil sie eben kurz ist *g*. Ich bin da immer etwas zwiegespalten, denn ich mag es nicht, wenn eine wirklich nette Geschichte einem das Gefühl gibt, nicht „komplett“ erzählt worden zu sein. Ich muss mich aber auf eine Geschichte einlassen können, um sie zu genießen. Aus diesem Grund bin ich doch etwas vorsichtig an dieses Buch herangegangen.

Und was war? Es ist (fast) alles erzählt, es ist alles drin und ich habe mich wohlgefühlt mit den „Jungs“. Je mehr man über Takeo erfährt, um sehr mehr versteht man, warum er so geworden ist, wie andere ihn wahrnehmen. Niemand, außer Dwyer gibt sich überhaupt Mühe, hinter Takeos Fassade zu schauen.
Das Dwyer überhaupt noch in seinem Job arbeitet, liegt mittlerweile nur noch an Takeo, der ihn auf den ersten Blick hin fasziniert hat. Er kann gar nicht verstehen, dass die anderen sich gar keine Mühe geben, auch mal den wirklichen Takeo zu sehen. Scheinbar gilt auch hier

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupéry (Werk: Der Kleine Prinz)

Mit gefällt es, wohin sich die Geschichte entwickelt und es ist trotz der Kürze genügend Raum vorhanden, um auch mal ein bisschen „hinter die Kulissen“ zu sehen. Die Geschichte ist leicht und locker erzählt und ich mag sie wirklich sehr, allerdings und das gibt für mich den „Punktabzug“, hatte ich am Ende das Gefühl, dass das Ende kommen MUSS. Zudem wurden zum Schluss hin noch Punkte (Dwyer/Mak/Club | Takeo/Mr. Sutter) neu angeschnitten, die dann einfach irgendwie „hinten runter“ gefallen sind. Ob es sie überhaupt gebraucht hätte??? Vielleicht wird dies ja in den weiteren Teilen immer mal wieder angeschnitten, aber … und hier war es dann wieder mein Kurzgeschichtenproblem 😉

Nichtsdestotrotz (oder vielleicht gerade deswegen *g*) habe ich mir die anderen, bereits im Original erschienen Teile, mal auf die Wunschliste gepackt. Denn manches würde ich dann ja doch gerne wissen 🙂

Bis bald,

El Ma

Kaufen kann man es hier & hier  |   den Verlag Dreamspinner Press findet ihr hier
mehr über die Autorin erfahrt ihr hier

 

 

„Wie man die Sterne zählt“ – Diana Wintermeer

Klappentext
Einen Rucksack packen und dann einfach durch die Tür marschieren. In die Welt hinausziehen und die eigene Heimat Schweden zu Fuß entdecken, den Wind im Rücken und die Sonne im Gesicht – den Traum vom Wandern hat Nathan schon sein Leben lang und doch hat er diesen Rucksack bis heute nicht gepackt. Erst ist es sein Vater, der sie verlässt, dann die Krankheit seiner Mutter. Nathan muss die Familie zusammenhalten, da bleibt keine Zeit für Abenteuer oder gar für die Liebe und lange hat er deshalb das Gefühl, dass er gar nicht richtig lebt. Bis er Arik kennenlernt und sein Leben eine plötzliche Wendung nimmt. Nathan ist sofort fasziniert von dem jungen Mann mit dem ungewöhnlichen Handikap und auch wenn sie anfänglich nicht viel gemeinsam haben, erkennen sie doch bald, dass sie tief in ihren Herzen den gleichen Wunsch hegen: Einen Rucksack zu packen und dann einfach durch die Tür zu marschieren …

*************************

Der Traum von Nathan – ein Traum – mein Traum. Nicht, dass ich zu Fuß durch Schweden möchte (naja, vielleicht schon, aber nicht als Lebenstraum), aber so einen „ähnlichen“ Traum habe ich auch. Dieser Traum hält einen aufrecht und hilft einem in schwierigen Situationen. Auch bei Nathan hatte ich das Gefühl, dass dieser Traum, ihn in seinem bis dato nicht sehr ergiebigen Leben aufrecht hält.

Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?
George Bernard Shaw

Bücher von Diana Wintermeer kommen sofort nach Erscheinen auf meinen Reader :-). Bisher war jedes einzelne Buch ein Lesehighlight. Wunderbar geschrieben und immer wieder ein wenig anders, hat sie mich mit jeder einzelnen bisher erschienenen Geschichte erreicht.
Nicht anders war es mit „Wie man die Sterne zählt“.

Alleine, dass Nathan einen Traum hat und diesen noch immer vor sich herschiebt, nur weil ihn sein Verantwortungsbewusstsein nicht loslässt, ist ein Thema, dass mich sofort neugierig gemacht hat. Manchmal muss man dann nur den richtigen Auslöser haben, etwas, dass einem den ultimativen Anschubser gibt, der einen dann seinen Traum leben lässt.

Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.
Laotse

Nachdem Nathan für seinen Bruder den Kopf hinhält, um dessen Strafe zu übernehmen, damit dessen Leben nicht schon vorbei ist, bevor es begonnen hat, trifft er in einem Kinder- & Jugendheim auf Arik. Es dauert etwas, bis die beiden miteinander warm werden und doch ist bereits von Beginn an ein ungewöhnliches „Selbstverständnis“ zwischen ihnen vorhanden. Zu Beginn schiebt Nathan jede Art von Gefühl weit von sich. Eigentlich will er sich emotional nicht an irgendjemanden binden und doch gelingt dies sowohl Arik, als auch der kleinen Risa, relativ mühelos. Spätestens, als er Arik aus einer nicht ungefährlichen Situation rettet, hatte sein sorgfältig verschlossenes Herz verloren. Tja, und ab da geht die Geschichte inkl. der Wanderung erst richtig los.

Es machte Spaß, den beiden auf ihrem Weg durch Schweden und der damit in Verbindung stehenden Entwicklung der beiden Männer zu folgen. Nicht alles war immer und jederzeit einfach, manches war schmerzhaft und anstrengend, aber gemeinsam haben die beiden jungen Männer alle Probleme bewältigt. Sie sind jeder für sich, aber auch mit- und aneinander gewachsen. Ich konnte die emotionale Entwicklung, die zwischen Arik und Nathan stattfand, wirklich gut nachvollziehen. Als Leser habe ich mich in und mit der Geschichte pudelwohl gefühlt. Diana Wintermeer hat auch die Problematik mit Ariks Handicap gut erklärt, so dass man verstehen konnte, was in ihm vorging.

(jetzt spoilert es ein wenig)

Weiterlesen

„Black Hawk Tattoo“ – Aundrea Singer

Klappentext
Gabe Navarro, Künstler aus Toronto, verbringt die meiste Zeit mit Tätowieren und seinem Masterstudium. Er ist sich seiner Überzeugung und künstlerischen Integrität völlig sicher und naiv genug, zu glauben, dass er niemals einen Kompromiss eingehen muss – bis der Irakveteran Jake MacLean in seinem Tattoostudio aufkreuzt.

Wütend und mit dem Schuldbewusstsein des Überlebenden ist Jake in einem Teufelskreis gefangen, der ihn zwingt, für Sünden zu büßen, die er sich selbst niemals wird vergeben können. Verzweifelt versucht er, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, und zieht zunächst zu seiner Schwester nach Toronto. Niemals hätte er erwartet, dort Gabes Charme zu verfallen.

Obwohl Jakes beharrliches Schweigen über seine Zeit im Irak Gabe frustriert, glaubt er lieber Jakes Beteuerungen, es ginge ihm gut, als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Doch schnell wird klar, dass Jake seine Panikattacken nicht kontrollieren kann, und dass sich sein Zustand verschlimmert. Jake steuert geradewegs auf den Abgrund zu – und läuft Gefahr, Gabe mit sich zu ziehen, wenn dieser es nicht schafft, ihm im Kampf gegen seine Dämonen beizustehen.

*************************

Puhhh, manchmal gibt es Geschichten, da lohnt es sich einfach dran zu bleiben. Ich habe bis 70% des Buches darauf gewartet, dass es zum großen Knall kommt. Das Jake eine wandelnde Zeitbombe ist, war eigentlich vom ersten Kapitel an klar. Das Liebe blind macht, weiß man auch, so dass man bedingt Verständnis für Gabe aufbringen kann. Zwischendurch hatte ich aber auch das Gefühl, dass er eigentlich  nicht wirklich wissen will, was mit Jake los ist.

Als es dann tatsächlich nach dem großen Knall zum Showdown kommt, habe ich, etwas erstaunt über Gabes soziale Kompetenz, verwundert die Augenbrauen gehoben. Irgendwie ist er in dieser Situation dann doch über sich hinausgewachsen. Wo diese Empathie plötzlich herkam, erschloss ich mir nicht so ganz, dennoch empfand ich seine Seite von ihm sehr hilfreich für die Gesamtsituation.

Mitgefühl ist das Verständnis des Herzens.
© Helga Schäferling  (*1957), deutsche Sozialpädagogin

Trotz dieses meiner Meinung nach komplexen Themas, ist es eine ruhige Geschichte, die ein bisschen an der Oberfläche eines PTSD kratzt. Lange liest man einfach nur wie sich die Beziehung zwischen Jake und Gabe entwickelt. Leider erfährt man zu wenig (oder wenn erst sehr spät), wer, wie und warum so gehandelt hat, wie gehandelt wurde.

Schön beschrieben ist das Umfeld von Gabe und Jake. Hier gibt es wunderbare Nebenprotagonisten die sich wirklich gut in die Geschichte einfügen und jede(r) von ihnen den richtigen „Platz“ einnimmt. Einzig Jakes Armyvergangenheit, als „Sanitäter/Helfer“ bleibt wirklich blaß. Kann es wirklich sein, dass niemand aus dieser Zeit (explizit sei hier Skites erwähnt, der mMn zumindest in irgendeiner Form Erwähnung – ausser in einem kurzen Satz – finden sollte) mit ihm in Verbindung geblieben ist? Keine weiteren Kollegen, kein Vorgesetzter zeigt in irgendeiner Form wenigstens ein bisschen Interesse an ihm? Hier klärt auch der Epilog nicht wirklich auf, was mich dann doch ein wenig enttäuscht hat.

Das die US-Army und auch die Regierung nicht wirklich Interesse daran hat, Soldaten, die an PTSD leiden, aufzufangen, ist leider hinlänglich bekannt. Entweder Soldaten funktionieren oder sie sind untauglich (ganz ehrlich, ich finde dies schlicht menschenverachtend). Es wird in diesem Buch allerdings nur ganz oberflächlich daran geschrammt, so dass man nicht wirklich einen Blick hinter die Kulissen bekommt und mit den vorgegebenen Tatsachen leben muss. Man erfährt leider auch nicht, ob Jake einfach keine Hilfe wollte, keine angeboten bekam, oder … Aber auch, als er sich dann ENDLICH Hilfe sucht, wird dies viel zu wenig thematisiert.

„Black Hawk Tattoo“ basiert auf einem sehr schwierigen Thema, welches leider immer nur ein wenig gestreift wurde. Es fällt mir, auch im Nachhinein, persönlich schwer, hier nur die Romanze zu sehen, die die Geschichte wohl sein soll. Vielleicht stört/verwundert den einen oder anderen diese Rezension, aber ich kann hier nicht einfach nur sagen, dass es eine sich gut entwickelnde Story ohne wenn und aber ist, hier muss ich einfach meinen „Senf“ dazugeben. Schwierige Themen bedürfen einer besonderen Behandlung, dies ist hier – für meinen Geschmack – nur bedingt gegeben. Sollten andere Leser das Thema Kriegstrauma wirklich nur als gegebenen „Hintergrund“ sehen können, dürfen sie sich auf eine schöne Geschichte freuen.

Um diesem Buch 5* zu geben, ist es mir an einigen wichtigen Stellen zu oberflächlich geblieben, für „nur“ 3* aber im Gesamten zu gut geschrieben.

Bis bald,

El Ma

Kaufen kann man es hier & hier  |   den Verlag Dreamspinner Press findet ihr hier
mehr über die Autorin erfahrt ihr hier

„Der steinerne Garten“ (Band 1) – Jayden V. Reeves

Klappentext
Gay Drama. Empfohlen ab 16 Jahren.

Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen Nuts-Transport zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird.

Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.

*************************

Um diese 607 Seiten zu lesen, brauchte ich die Ostertage. Dieses Buch hätte ich  nicht so „zwischen Tür und Angel“ lesen mögen, denn es kommen „Dinge“ darin vor, die mir ganz schön zugesetzt haben.

Ich weiß nun auch wieder, warum ich dramatische Geschichten, Krimis und Thriller nicht wirklich mag bzw. warum sie nicht ganz oben auf meiner „must have“-Liste stehen. Vielleicht bin ich zu emotional, zu sensibel oder zu gerne im „Lummerland“? Dass das Leben kein Ponyhof ist, weiß ich selbst, aber ich muss es mir ja dann nicht auch noch selbst ins Haus holen.
Ich bin bereits einige Tage um diesen Titel herumgeschlichen, aber aus den vorgenannten Gründen (noch) nicht bereit gewesen es zu kaufen. Als mir dann das Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde, musste ich, bevor ich zugesagt habe, erst noch ein paar Details geklärt haben. Wie ihr seht, wurden meine Fragen im Vorfeld beantwortet und nun war es die Tage „fällig“.

*****

Ich lese viele Bücher, gute Bücher, aber so detailliert ausgearbeitet wie dieses, waren nur wenige. Ganz egal, ob es um die Schreibweise, den korrekten Umgang mit deutscher Grammatik und der Zeichensetzung, die anspruchsvolle Handlung oder die schonungslose Darstellung der Protagonisten ging. Zudem wurde kein Nebenstrang vernachlässigt, was mir immer ganz wichtig ist.
Allerdings habe ich selten von so vielen A***löcher auf einem Haufen gelesen. Nicht nur, dass diverse Charaktere kriminell sind oder zumindest eine kriminelle Vergangenheit haben, nein, auch die charakterlichen Eigenschaften und teilweise nicht vorhandenes (oder falsch verstandenes) Rückgrat, waren bemerkenswert angehäuft.

Am Anfang dachte ich mir noch „mein Gott“ Riley, in was bist du denn da reingerutscht – und ich hatte Mitleid mit ihm. Je weiter ich jedoch im Buch kam, umso weniger konnte ich ihn leiden (und trotzdem hatte er mich). Oberflächlich, naiv, gedankenlos, egoistisch, selbstzerstörerisch, aber auch ohne Probleme, andere „über die Klinge“ springen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass wenn er in psychologischer Behandlung gewesen wäre, es eine relativ vernichtende „Diagnose“ aka Einschätzung seiner Persönlichkeit gegeben hätte. Für mich war er eine wandelnde Zeitbombe, die jederzeit zum vernichtenden „Schlag“ ausholen könnte und dies dann ja auch letztendlich, als er sich wieder einmal „schlecht behandelt“ gefühlt hatte, auch getan hat. Klar, hätte man es auch wieder mal auf die schwierige Kindheit schieben können, aber diese „Ausreden“ sind mir in diesem Fall einfach zu billig. Riley hat Defizite, aber diese liegen meiner Meinung nach nicht (nur) in seiner Vergangenheit, sondern in seiner Psyche.

Gedankenlosigkeit tötet. Andere.
Stanislaw Jerzy Lec

Bei Nathanyel war mir relativ schnell klar, in welche Richtung seine Symptome gehen. Hätte sich Riley nur ein bisschen mehr, als nur um sich selbst und seine Befindlichkeiten gekümmert, hätte er bei allen Anzeichen, allen Gesprächen mit Nathanyels Verwandten und ein bisschen nachlesen der Symptome ganz schnell herausfinden können, was Sache ist – so blauäugig kann man gar nicht sein …

Die gemeinsame Geschichte der beiden jungen Männer ist keine leichte Kost. Es ist erschreckend, wie klar dargestellt wird, wie die wirkliche Welt sein kann. Ja, das Buch ist Fiktion und dennoch ist man so in der Geschichte drin, dass man Angst hat, die Zeitung aufzuschlagen und genau so eine Geschichte zu lesen.
Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst einmal tief Luft holen, denn mitzuerleben, wohin sich ein sich gegenseitiges hochschaukeln, bewusste Manipulation von verschiedenen Protagonisten und manche Mauern, die man sich selbst gedanklich gebaut hat, hinführen können, ist erschreckend.
Zu lesen, wer Nathan ist, warum er zum Teil so geworden ist, wie er ist, wie wenig Akzeptanz er von seiner Familie und auch anderen Personen erhält, ist teils schwer zu ertragen. Wenn man dann aber liest, wie manipulativ er mit seiner exorbitanten Intelligenz ist, hält sich das Mitgefühl für ihn sehr rasch wieder in Grenzen. Denn ja, ich bin der Meinung, das eine Beeinträchtigung (und das ist seine Erkrankung) zwar vieles, aber nicht alles entschuldigt.

Wie gesagt, dieses wirklich gut geschriebene Buch ist keine leichte Kost. An manchen Stellen war es etwas langatmig, jedoch nie so, dass man den Faden verloren hätte, denn irgendwie ging der Weg immer wieder zur Haupthandlung zurück.
Was es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte, war der etwas lapidare Umgang mit der Vergewaltigung. Mag Nathanyel auch eine gestörte Wahrnehmung haben, ist dies für mich kein Thema, über welches man einfach so hinweggehen sollte. Beide Männer gehen beim Sex nicht gerade zimperlich miteinander um, aber nicht jeder, der das Buch liest, ist versiert im Umgang mit Analverkehr, d.h. obwohl die einzelnen m/m Sexszenen eh schon nicht von Liebe und Rücksichtnahme geprägt waren, ist ein nicht im gegenseitigen Einvernehmen durchgeführter Akt noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Es gibt Menschen, die eine härtere Gangart bevorzugen, ohne Frage. Aber ohne die Zustimmung des Partners ist und bleibt es eine Vergewaltigung. Es mag Genres geben (z.B. japanische Manga) in denen dies gang und gäbe ist – bei uns hier Gott sei Dank nicht! Auch wenn eine Anzeige nicht zum Tenor des Buches gepasst hätte, hätte mir an dieser Stelle ein etwas differenzierter Umgang damit, ein besseres Gefühl gegeben.

Das Ende ist halb offen, d.h. man kann damit gut – bis zum Erscheinen des zweiten Bandes – leben. Auch diese Information war mir vor dem Lesen wichtig, denn ein Cliffhanger, den man mindestens ein Jahr so stehen lassen müsste, ist für mein Empfinden ein absolutes „no go“.

Trotz meiner Bedenken zum vorgenannten Punkt der Vergewaltigung, kann ich für dieses Buch (eben mit dem Hinweis, dass auch „nicht einvernehmlicher Sex/Vergewaltigung“ darin vorkommt) eine Leseempfehlung aussprechen – man sollte es eben einfach wissen.

Ich darf mich noch einmal herzlich bei Jayden V. Reeves für das Leseexemplar bedanken!

Bis bald

El Ma

 

Kaufen kann man es z.B. hier  | mehr über den Autor erfahrt und findet ihr hier

Andrew Greys „Geschichten aus der Ferne“ Miteinander (1) | Dunkle Wolken (2) | Unruhige Zeiten (3)

Ein weites Land – Miteinander
(Geschichten aus der Ferne 1)

Klappentext
Nach einem Jahr an der Universität gibt Dakota Holden sein Medizinstudium auf und kehrt nach Hause zurück, um die elterliche Ranch zu übernehmen und sich um seinen Vater zu kümmern, der an Multipler Sklerose erkrankt ist. Aus Pflichtgefühl erlaubt sich Dakota nur eine Woche Urlaub im Jahr. Diese verbringt er meist an exotischen Orten und gönnt sich soviel Spaß, wie er nur ertragen kann. Während seines letzten Urlaubs, einer Kreuzfahrt, schließt er mit Phillip Reardon eine Freundschaft, die bald eine wichtige Rolle in Dakotas Leben spielt.

Als Phillip beschließt, Dakotas Einladung zu einem Besuch auf der Ranch anzunehmen, ist Dakota glücklich, ihn wiederzusehen und auch seinen Freund, den Tierarzt Wally Schumacher kennenzulernen, Ungeachtet Wallys Bedürfnis, den Wölfen zu helfen, die von Dakotas Männern gejagt werden, um die Rinder zu schützen, verbindet die beiden bald viel mehr als ein starkes, beiderseitiges erotisches Interesse. Doch irgendwann wird sich entscheiden müssen, ob das Hochland von Wyoming weit genug ist für Dakotas Rinder, Wallys Wölfe und ihre Liebe.

*************************

Ein weites Land – Dunkle Wolken
(Geschichten aus der Ferne 2)

Klappentext
Die benachbarten Farmen der Holdens und Jessups stehen sich alles andere als nachbarschaftlich gegenüber – Jefferson Holden und Kent Jessup hassen sich. Doch trotz des jahrzehntelangen Grolls seines Vaters, kann sich Haven Jessup nicht dazu durchringen, seine Nachbarn zu hassen. Erst recht nicht, nachdem ihn Dakota Holden während eines gewaltigen Sturms bei sich aufnimmt, und er Dakotas Freund, Phillip Reardon, kennenlernt.

Phillip akzeptiert Haven so wie er ist. Als Einziger sieht er hinter die Maske, die Haven benutzt, um sein Verlangen nach Männern zu verstecken. Doch ihre zaghafte Annäherung und ihre heimliche Beziehung stehen unter großem Druck. Sabotierte Zäune, verletzte Tiere, geschmacklose Pläne und Jessups Familiengeheimnisse, bedrohen Havens neu gefundenes Glück und seine Hoffnung auf eine Zukunft mit Phillip.

*************************

Ein weites Land – Unruhige Zeit
(Geschichten aus der Ferne 3)

Klappentext
Liam Southard hätte mit Sicherheit nicht erwartet, von zwei schwulen Ranchern aufgenommen zu werden, als er seinem gewalttätigen Vater endlich entkommen kann. Bald darauf hat er einen neuen Job, eine neue Sicht auf seine Sexualität und ein Leben, das sich in eine neue Richtung wendet. Doch dann zielt jemand mit einer Schusswaffe auf ihn.

Zu Troy Gardeners Verteidigung; er weiß, dass das mit der Waffe ein Fehler war. Nach seiner gescheiterten Ehe lebt er in der abgeschiedenen Jagdhütte seines Onkels. Seine Nerven sind ein wenig angespannt, trotzdem möchte er sich bei Liam entschuldigen. Als er herausfindet, wie viel sie beide gemeinsam haben, möchte er sogar noch mehr. Dann taucht Liams Vater unerwartet bei ihnen auf und eine Bergbaugesellschaft bedroht die Wasserversorgung der Ranch. Das Leben hier wird garantiert nicht langweilig.

*************************

Wie würde man bei uns sagen „a schwierige Woar“ …
Ich mag die Geschichten von Andrew Grey, allerdings nicht immer und zu jeder Zeit. Hier allerdings habe ich direkt nach Santino Hassell, der ja doch relativ schwer und „düster“ schreibt, das „heile Welt“ Szenario von A. Grey gebraucht. Die ersten beiden Bände hatte ich (wie gewohnt …) schon länger auf dem Reader, aber nach dem es ja mit Band 3 dieser Tage eine weitere Folge gab, durften sie ganz nach oben auf den SuB und so habe ich mit einem Schlag nicht nur ein neues, sondern auch zwei ältere Bücher „erledigt“.

Alle drei Geschichten spielen überwiegend auf der Ranch der Holdens, auf der sich im ersten Band Dakota und Wally kennenlernen.

Dakota, ein Bild von einem Cowboy, der für seinen kranken Vater all seine eigenen Pläne aufgegeben hat, lernt bei einem Besuch seines Freundes Philipp den „Städter“ und Tierarzt Wally kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Allerdings treffen hier auch zwei Welten aufeinander, die Probleme aufwerfen, die man nicht so ohne weiteres lösen kann. Beide Männer müssen lernen, dass es nur funktionieren kann, wenn man aufeinander zugeht und die „Eigenheiten“ und Lebensanschauungen des anderen akzeptiert. Kein leichtes Unterfangen, zumal auch von Dakotas Seite aus die Interessen der Ranch und sein Vater oberste Priorität haben. Wie die beiden ihre Vorstellungen kombinieren, erzählt Andrew Grey in einem ruhigen, harmonischen Erzählstil. Wenn man seine Geschichten kennt, weiß man, dass zuviel Harmonie des Öfteren auch ganz schnell langweilig werden kann. An dieser Kante schrammt er knapp vorbei, so dass man mit „Miteinander“ einen netten Einstieg in eine Serie bekommt, in der es in der englischen Version „Ranch Serie“ mittlerweile bereits 7 Bände gibt.

***

Im zweiten Band treffen Dakotas bester Freund Philipp und der Sohn des verfeindeten Nachbarn, Haven Jessup, aufeinander. Auch hier gibt es sofort eine unterschwellige Faszination. Dies kann Philipp für sich allerdings nur schwer einordnen, da er bisher noch nie das Verlangen gespürt hatte, einen Partner und nicht nur einen Kurzzeitlover ohne Ansprüche, haben zu wollen. Wie schwer Havens Leben mit und unter seinem Vater war und ist, erfahren wir im Laufe der Zeit. Der ganz leicht angehauchte Krimipart wird in die „Romanze“ mit eingewebt und erfüllt ihren Zweck.

Viel wichtiger war es für mich zu erfahren, ob Haven es schafft, endlich zu sich selbst zu stehen. Zu sehen, dass er mit Dakota und Wally (und diversen Rancharbeitern auf der Holden Ranch) richtig gute Freunde findet und das Philipp für sich feststellt, was wirklich wichtig im Leben ist.

Auch diese Geschichte ist jetzt nicht der Quell aufregenden Dramas, sondern macht einfach Spaß und garantiert gemütliche Lesestunden.

***

Im dritten Teil kommen nun ganz „neue“ Männer auf die Holden Ranch, die sich mittlerweile so vergrößert hat, dass es eine komplett neue „Unternehmensstruktur“ gegeben hat und die Männer, die wir aus den Bänden 1 & 2 schon kennen haben mittlerweile jeder einen festen Aufgabenbereich. Da Wally immer noch als Tierarzt – auch für die anderen Rancher –  tätig ist und ein riesengroßes Herz hat, hat sich sein „Zoo“ noch um einige Exoten erweitert. Das dies manchmal auch schwierig sein kann, aber eben auch Vorteile mit sich bringt, ist ein schöner Nebenstrang, der sich durch alle drei Bände zieht.

Als Liam von den Männern der Holden Ranch gefunden wird, ist er mehr tot als lebendig. Seine Vorgeschichte ist hart, wird aber nicht allzu sehr dramatisiert. Nach seiner Regeneration kann er auf der Ranch bleiben und bekommt ein eigenes Aufgabengebiet, was für sein Selbstwertgefühl unglaublich wichtig ist. Als er auf Troy Gardener trifft, für den die Welt nur noch düster ist, treffen zwei Welten aufeinander – jede fasziniert von der anderen. Liam fand ich toll. So wie er sein Schicksal angenommen hat und damit umgeht – Respekt!

Tja, und dann gibt es Troy, erst vor kurzem aus dem Schrank raus, ein vor Selbstvorwürfen erschütterter Mann, den ich zu gerne ab und zu in den Allerwertesten getreten hätte. Aber auch er ist lernfähig ;-).
Auch in dieser Geschichte gibt es ein wenig Drama, in welchem Troy sein früheres Leben nützlich ist und er seinen Weg in die Gemeinschaft der Ranch findet.
Allerdings wird mir persönlich eben genau dieser Part, in dem Troy der Ranch weiterhilft, viel zu oberflächlich behandelt. Ein paar geheimnisvolle Anrufe hier, eine erwähnte Sitzung da und alles ist gut. Mir persönlich war das zu wenig – sorry.

***

Ja, da wäre ich dann wieder mit der „schwierigen Woar“.
Es sind alles nette Geschichten für ruhige Stunden. Es gibt in jedem Teil einen „Drama“-Anteil, der für mich leider immer nur kurz abgehandelt wird und daher nicht wirklich befriedigend ist. In jedem Buch hat ein Protagonist sein Päckchen zu tragen, für mich hätte dieses aber durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Dafür etwas weniger „Kosenamen“ für die harten Kerle und gut wär’s *g*.
Wären die einzelnen Charaktere nicht so tolle Typen, die die Geschichten – jede für sich – rausreißen, würde ich sagen: „Nix für mich“. Da aber das Lesen der „Beziehungskisten“ wirklich Spaß macht, sagen ich „ganz ok“ und ich möchte gerne wissen, wie es mit den Jungs und auf der Großranch weitergeht und wer noch alles auf Dakota, Wally, Haven & Philipp zukommt.

Jetzt lese ich das Review zum X-ten Mal durch und finde immer noch, dass es nicht Fisch und nicht Fleisch ist – ok, passt zu den Büchern 😉 macht mich aber nicht wirklich glücklich …

Bis bald,

El Ma

Kaufen kann man sie hier & hier | mehr zum/vom Dreamspinner-Verlag findet ihr hier
mehr über den Autor erfahrt ihr hier

„Bear among the Books“ – T.J. Masters (engl. Original)

bear-among-the-books

Klappentext
Forty-eight-year-old Ben Thompson is a librarian, a passionate book lover, and a man who embodies the definition of a bear. He’s also lonely after the loss of his long-term partner. Young ex-gymnast Jason Barnes piques his interest, but Ben quickly realizes there’s more to Jason than his good looks. While Jason visits the library almost every day, he never checks out a book.

With gentle persistence, Ben befriends Jason and learns the nineteen-year-old’s tragic secrets. After years of abuse at his father’s hands, Jason was kicked out of his family home for being gay. And despite his apparent love of books, Jason never learned to read. Ben offers to teach him, and the two men bond over their lessons. Ben can’t deny his attraction to Jason, but he wonders if Jason is too young and too handsome to return his interest. With the help of the close-knit library team and Jason’s growing self-confidence, they move beyond the books and into the bedroom, where their own story is just beginning.

*************************

Ich weiß heute gar nicht, wie ich anfangen soll. Zum einen wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, seit ich den Klappentext überflogen habe,  zum anderen hatte ich richtig Schiss davor, damit anzufangen, da englisch…  Wieder wurde mir gut zugeredet, ich solle mich doch einfach trauen und tatsächlich, mit der Kindle-App und dem darin integrierten Übersetzungsprogramm, war es auch wirklich gut „machbar“ 😀. Zudem schreibt T.J. Masters in einem wirklich leicht verständlichen Englisch, so dass ich die „Unterstützung“ gar nicht sooo oft gebraucht habe. Klar geht das Lesen in Englisch langsamer als bei deutschen Büchern. Hier bei diesem Buch würde ich sagen, dass das Verhältnis 1:3 ist. D.h. ist habe ungefähr 3 x so lange für die 230  Seiten gebraucht. Aber … ich habe es gelesen, beendet und jede Seite genossen 😀. Also sollte jemand unsicher sein und einen Wiedereinstieg in die englischen Originale suchen, hier ist man – rein vom Sprachlevel her – sicherlich gut aufgehoben.

Tja, wie soll ich das Buch beschreiben. Es ist ruhig, liebevoll und lehrreich (ich habe wirklich viel über englische Literatur und Gärten erfahren). Das Buch hatte also auch noch einen richtigen Mehrwert für mich. Es gibt keine großen Dramen, obwohl Ben und auch Jason ihr Päckchen zu tragen haben. Manches Mal wurde mir über Jasons „Vergangenheit“ etwas zu leicht hinweg gegangen, aber wir haben hier ja auch eine sich schön entwickelnde Romanze und kein Drama vorgelegt bekommen.

Ben ist fast 30 Jahre älter als Jason und die Gedanken, die er sich aufgrund dieses Altersunterschieds macht, kann glaube ich jeder nachvollziehen, der schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat „was wäre wenn mir so ein junger Mann über den Weg laufen würde und mir erzählt und zeigt, dass er mich will“.
Bedingt durch seine Vorgeschichte ist Jason aber nicht der typische 19-jährige, sondern doch schon sehr erwachsen. Sein Handicap, nicht lesen zu können, überspielt er gekonnt (der Technik sei dank), so dass dies erst einmal gar niemand merkt, zumal er ja Dauergast in der Bibliothek ist. Als sein Geheimnis dann doch auffliegt, kümmert sich Ben wirklich bewundernswert um den jungen Mann und so kommen sie sich langsam näher.
Als Jason gefragt wird, warum er so oft in der Bibliothek ist und warum er lesen lernen möchte, antwortet er

„Books are full of so many things that I can’t get to at the moment. Travels and dreams, amazing people and places, stories and adventures. I’m never going to be able to do any of that stuff, but if I could read about it maybe that would be enough.“  (Pos. 432) 

Ich finde diesen Satz auch jetzt im Nachgang immer noch bemerkenswert und vor allem so wahr 😊

Dieses aufeinander zugehen, das aneinander wachsen (ja auch Ben muss wieder lernen, dass da jemand ist) und das sich entwickeln einer gemeinsamen Zukunft, wird sehr ruhig und entspannt erzählt. Ich hatte das Gefühl, als stiller Beobachter an diesem Leben teilhaben zu dürfen und habe das sehr genossen. Die Fortschritte, die Jason macht, werden sehr schön und warmherzig erzählt, ich hätte nur gerne ein bisschen mehr Zwischeninfo über die Lernfortschritte von Jason bekommen.
Ben selbst ist ein sehr belesener, intelligenter Mann, der das unglaubliche Potential, das in Jason steckt nicht nur bemerkt, sondern auch aus ihm „herauskitzelt“. Er bringt Jason dazu, nicht mehr (so oft) zurückzublicken, sondern zu sehen, dass es eine wunderbare Zukunft für ihn gibt (manchmal ging mir das fast etwas zu leicht).

„From now on all your dreams can be turned into plans for the future.“
(sagt Ben zu Jason, Pos. 2346)

Eine fantastische Großmutter, dazu tolle Freunde, die sich im Laufe der Beziehung zwischen Ben und Jason, irgendwie ganz automatisch vermehren, grad so als wären sie schon immer dagewesen, machen die Geschichte rund. Einige von euch werden vielleicht sagen, dass das „Lummerland“ ist, das dies alles zu perfekt ist – aber ganz ehrlich, ist es zum einen nicht das, was wir uns alle wünschen und zum anderen, können wir uns nicht mehr vorstellen, dass es sowas wirklich gibt?

Nicht jeder wird diese Art von Geschichte mögen, aber für mich ist und war es ein wunderbares „Sonntagsbuch“. Was ich damit meine? Tja, Sonntag ist für mich der totale Relaxtag 😀. Reinschlüpfen in den Jogginganzug, die dicken Socken anziehen und ab auf Sofa … Genauso müsst ihr euch die Geschichte vorstellen. Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären soll. Frei nach dem Motto „warm and cozy“ aka „reinschlüpfen und wohlfühlen“.

Dass diese Geschichte ein Happy End hat, brauche ich in diesem Fall wohl eher nicht mehr erwähnen *g*. Der Schluss ist gut und passt zur Story, aber ich hätte halt gerne noch einen Epilog gehabt 😞, in dem erzählt wird, wie es den beiden nach z.B. einem Jahr oder später geht. Jaja, mein „Luxusproblemchen“, ich weiß 😉.
Aber nun ja, das Leben ist nicht immer perfekt und somit kann ich mit den Gegebenheiten auch gut weiter leben *g*.

Also denn, das nächste englische Buch liegt sicherlich schon in Lauerstellung (vorsichtig zum Reader linse, denn es gibt ja sooo viele) und *mutigaufdenSuBschau*.

In diesem Sinne

El Ma

Kaufen kann man es hier & hier | den Verlag „Dreamspinner Press“ findet ihr hier
mehr zum Autor findet ihr hier