„Ethan und Carter – Du bist meine Melodie“ – Ryan Loveless

Klappentext*)
Im Alter von vierundzwanzig Jahren ist Carter Stevenson aufgrund seines Stotterns und seiner Tics völlig verschüchtert. Er entschließt sich, von Los Angeles in eine kalifornische Kleinstadt zu ziehen, auch wenn seine Freunde ihm vorwerfen, dass er sein Tourette-Syndrom über sein Leben bestimmen lässt. Carter beabsichtigt, sich bedeckt zu halten und andere Menschen zu meiden. Aber er hat nicht erwartet, dass sein neuer Nachbar, Ethan Hart, in seine Einsamkeit eindringt und ihn dazu zwingt, hervorzukommen und zu leben.

Ethan macht aus seiner Liebe zu Carter von Anfang an kein Geheimnis. Aber er hat Angst, dass Carter nur seinen Hirnschaden sehen könnte, obwohl er dadurch besser auf seine eigenen Gefühle eingehen kann als andere Menschen. Aber Carter hat ein größeres Problem: er hat sich bisher an sogenannten Traumpartnern immer die Finger verbrannt und möchte sein Herz nicht noch einmal riskieren.

Ethan will Carter unbedingt zeigen, dass sie zusammengehören. Aber dann erhält er traurige Neuigkeiten und braucht Carter, damit er ihm Kraft und Beistand spendet. Aber wird Carter für ihn da sein, wenn Ethan ihn am meisten braucht?

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Gekauft hatte ich dieses Buch im Erscheinungsmonat Juli 2014. Somit war es eines der ersten Bücher, aus dem Gay-Genre, dass ich gelesen hatte. Und auch heute noch, über 3 Jahre später, ist es das Buch, das mir einfällt, wenn ich nach einem ganz besonderen Buch, einem meiner Lieblingsbücher, meinem Herzensbuch oder nach einer Eindruck hinterlassenden Liebesgeschichte gefragt werde.

Es gab bisher wenig Bücher, die mir die Tränen in die Augen haben steigen und dennoch während der ganzen Zeit ein gutes Gefühl hinterlassen haben. Ryan Loveless lässt sowohl Carter als auch Ethan als Menschen auf den Leser wirken, die ihren Weg gefunden, das Beste aus ihrem Leben gemacht und dabei – jeder auf seine Weise – Erfolg haben und gefühlt jedes Hindernis überwinden können. Treten Schwierigkeiten auf, ist der eine für den anderen da und das mit einer Selbstverständlichkeit, die manchen Menschen ohne Behinderung ziemlich blaß aussehen lassen würde. Ich hatte nie das Gefühl, dass die beiden sich „verlieren“ würden, egal wie erschütternd manche Geschehnisse aus der Vergangenheit auch sind.
Auch wenn wir Leser uns gerne die heile Welt vorspielen lassen, die Protagonisten so perfekt wie nur möglich auszusehen haben und der Ritt in den Sonnenuntergang fast vorprogrammiert sein muss, so sind es doch Geschichten wie diese, die das Herz berühren und im Gedächtnis bleiben.

Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet.
David Hume

Eigentlich wollte ich noch ein bisschen ausführlicher schreiben, wie gut in dieser Geschichte aufgezeigt wird, dass auch Menschen mit einer Behinderung oder Einschränkung ihr Leben meistern und eine Beziehung führen können, aber der erhobene Finger bleibt unten. Dafür gibt es für dieses Buch eine 100 %ige Leseempfehlung und wenn ich die Kategorie hätte, auf jeden Fall weit mehr als 5 💜. So ist es selbstverständlich, dass es auch nach dem Re-read auf der Liste der ganz „besonderen Bücher“ und der „meiner Lieblinge“ bleiben darf.
Im Moment gibt es die Geschichte leider nicht als Print. Doch sobald es wieder verfügbar ist, darf es endlich zu meinen anderen Lieblingen ins Regal.

Ach ja, und ich denke sehr wohl, dass es ein Riesenkompliment ist, wenn man wie Ethan, den neuen Nachbarn sieht und wegen ihm Sperma macht 😘. Auch wenn ich seiner Mutter recht geben muss, dass das nicht unbedingt ein Thema für eine öffentliche Gesprächsrunde ist 😜

Bis bald,

El Ma

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„Café der Nacht“ – Susann Julieva

Klappentext
Als der schüchterne Maxim Besitzer des legendären Künstlertreffs „Café der Nacht“ werden soll, beginnt eine Reise zurück in seine Vergangenheit. Er wird mit schillernden alten Freunden, vor allem aber der Erinnerung an den genialen Schauspieler Monroe konfrontiert. Die Liebe zu dem charakterstarken Rebellen hat Maxim geprägt, doch alles kam anders, als erhofft.
Inspiriert vom Café und seinen Künstlern erkennt Maxim, dass ihm eine ungeheuerliche zweite Chance geschenkt wurde. Es ist noch lange nicht zu spät, seine Träume zu leben. Alles, was er dafür braucht, ist Mut.

Das Taschenbuch hat 344 Seiten.

  • von mir im Juni 2015 gekauft – zwischenzeitlich gibt es eine Neuauflage des Buches

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Es ist schon einige Zeit her, dass ich dieses Buch gelesen habe und immer noch fällt es mir schwer, die richtigen Worte dafür zu finden.

Von berührend, bis unglaublich, über eindringlich und intensiv, bis fesselnd und dramatisch ging und geht mir alles durch den Kopf. Die Protagonisten, allen voran Maxim, waren nicht nur „Darsteller“ in einem Buch, sie haben mich begleitet oder besser gesagt, ich durfte sie durch ihre Geschichte begleiten. Es war faszinierend für mich, eine relativ lange Zeitspanne mitverfolgen zu können, wie sich Maxim entwickelt, welche wirklich besonderen Menschen er trifft und wer sein Leben eben über diesen langen Zeitraum begleitet hat. Susann Julieva erzählt zwar eigentlich Maxims Geschichte, lässt aber dennoch auch die anderen Protagonisten nicht außen vor. Man erfährt viel über Monroe, der ebenfalls ein ganz besonderer Charakter ist, und dessen Aktionen und Reaktionen, je weiter man in das Buch eintaucht, immer verständlicher werden, aber auch Dela hinterließ ihre Spuren bei mir, sodass ich mich wirklich gut aufgehoben gefühlt habe.

Das Ende kam so wie es kam, auf der einen Seite überraschend, auf der anderen aber vollkommen logisch und verständlich. „Café der Nacht“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Die Art wie das Buch geschrieben ist, ist keinesfalls Mainstream.
Mich hat es gefordert, mitgenommen (in jeglicher Hinsicht) und mit einem tollen Gefühl zurückgelassen. Dennoch war ich traurig, Maxim und seine Freunde zurückzulassen und nicht mehr an ihrem Leben teilhaben zu können.
Ich hoffe schwer, dass ich demnächst einmal ein ruhiges und entspanntes Zeitfenster haben werde – denn dies ist kein Buch für „schnell mal zwischendurch“ – und freue mich schon jetzt auf den re-read dieses Buches.
Juliane vom Blog „Like a Dream“ schrieb in ihrem Review bereits vor längerer Zeit etwas von einer Fortsetzung. Und endlich ist sie da 🙂 und bereits auf meinem Reader, denn wie angemerkt, zu guten Freunden kehrt man immer wieder gerne zurück. Ich freu‘ mich wie ein Schnitzel darauf! Der Weihnachtsurlaub kann kommen, denn dann werden beide Bücher zusammen genossen, sodass es eine direkte „Verbindung“ zum „vorher“ und „jetzt“ geben wird.

Bis bald,

El Ma

Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr hier bei TheWorldofbigEyes, Like a Dream-1 & Like a Dream-2.

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„Nachtisch für Zwei (Geschichten aus dem kuriosen Kochbuch 5)“ – Mary Calmes

Klappentext*
Eine Geschichte aus dem Kuriosen Kochbuch

Boone Walton hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Er lebt jetzt nur noch für seine Kunstgalerie in New Orleans und seine Freundschaft mit Scott Wren. Alles scheint sich langsam zu normalisieren und wieder in geregelten Bahnen zu verlaufen. Boone könnte nicht glücklicher sein.

Scott Wren, ein junger Koch und Restaurantbesitzer, möchte mehr als Freundschaft. Er will eine echte Beziehung zu Boone, doch der hat davor eine Heidenangst. Und das liegt nicht nur an dem Geist, der in Scotts Wohnung herumspukt. Es liegt auch nicht an Scotts Familie. Nein, es liegt daran, dass Boones Vergangenheit ihm einen unerwarteten Besuch abstattet. Es gibt eigentlich nichts, was sich zwischen Boone, Scott und die Mousse au Chocolate drängen kann, deren Rezept Scott in einem kuriosen, alten Kochbuch gefunden hat. Nichts, bis auf das Meer des Leidens, das Boone überqueren musste, um im Big Easy ein neues Leben zu beginnen. Doch das Rezept hat eine geheime Zutat, die in Boone ein Vertrauen und eine Liebe weckt, wie er sie bisher noch nie erfahren hat.

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Bisher hatte ich so meine Zweifel, ob es DIE perfekte Kurzgeschichte wirklich gibt. Ich finde es immer schwierig, so einen bunten Strauß an Emotionen, Personen und Geschehnissen auf ca. 100 Seiten oder weniger unterzubringen und nichts zu kurz kommen zu lassen und ganz ehrlich, allzu viele sind mir bis jetzt auch noch nicht untergekommen. Oh, es gab einige wirklich, wirklich gute, aber so, dass ich das Buch geschlossen habe und dachte: „passt, besser kann man es nicht machen“, kam so noch nicht wirklich oft vor.

Mary Calmes, deren Schreibstil ich sehr mag, hat in dieser kleinen Geschichte meiner Meinung nach alles perfekt verpackt. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich es bei einer KG einmal sagen würde: „Ich habe nichts vermisst“. Oh Gott, ich wiederhole mich, aber ich bin echt begeistert *g*. Klar, könnte man wie auch sonst alles noch etwas ausschmücken, mehr aus Boones Vergangenheit, noch mehr von Scotts Restaurant oder ausschweifender über New Orleans oder Japan erzählen, aber – und hier wiederhole ich mich noch einmal – die Balance zwischen „ist nötig“ und „es war zu viel des Guten“ ist wirklich gut ausbalanciert worden.

Man erfährt, warum Boone so zurückhaltend ist und immer den Ticken zu spät kommt, wenn er denn schon mal den Mut aufbringt, auf Scott zuzugehen. Ebenso werden die Gedanken Scotts überzeugend dargelegt, warum auch er die Initiative nicht ergreift, denn als Leser spürt man förmlich, wie die beiden umeinander herumschleichen und zwar wollen, aber nichts unternehmen.

Und dann gibt es ja noch die Mousse au Chocolate und Florence 😀, ganz ehrlich, beides hätte ich gerne mal in meinem Leben *g*.

Für mich ist „Nachtisch für Zwei“ eine rundum perfekte, liebevoll und herzerwärmende (auch wenn ich kurzzeitig bei Boones Vergangenheit die Tränen in den Augen stehen hatte) Geschichte um zwei tolle Männer und deren Freunde und Familie.

Bis bald,

El Ma

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„Und ein Stern fiel vom Himmel“ – Brandon Witt

Klappentext
Nach dem Tod seiner Frau vor vier Jahren ist Travis Bennett nur noch ein Schatten seiner selbst. Zusammen mit seinem Hund kümmert er sich um seine drei Kinder und verdient sein Geld mit einem Futtermittelladen und als Farmarbeiter. Aber jeden Tag, jede Minute, leidet er unter dieser Leere, die ihm jede Freude am Leben nimmt.

Wesley Ryan erinnert sich gerne an die kleine Stadt El Dorado in den Ozarks zurück. Er zieht in das alte Haus seiner Großeltern und führt eine Tierarztpraxis, weil er hier seine fehlgeschlagenen Beziehungen vergessen möchte. Eines frühen Morgens kommt Travis mit seinem Hund in die Praxis und weckt in Wesley Gefühle, die ihm alles andere als gelegen kommen. Denn wenn es etwas gibt, was er in seinem neuen Leben nicht brauchen kann, dann ist das ein Mann, der mit sich selbst nicht im Reinen ist und dazu noch drei Kinder am Bein hat.

Aber das Leben, so scheint es, hat andere Pläne.

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Es ist jetzt schon einige Zeit her, dass ich sagen konnte, dass ich mich in ein Buch verliebt habe. Das letzte müsste „Die zweite Ernte“ gewesen sein, denn ebenso wie diese Geschichte heute, ist das ein ruhiges, liebevolles und sich entwickelndes Buch. Ich merke einfach, dass mich derzeit diese Art von Geschichten emotional sehr ansprechen. Wenn sie dann noch dazu so gut geschrieben sind, wie „Und ein Stern fällt vom Himmel“, dann kann man mich mit einem seligen Grinsen in meinem Sessel sitzen sehen.
Allerdings kam dann kurz darauf die Phase, die mich hektisch werden ließ, denn (und jetzt greife ich vor), im Nachwort des Autors wird eine Sidestory erwähnt, die ebenfalls in El Do spielt. Schreck lass nach 😉, ich habe dieses Buch „The Shattered Door“ (es ist übrigens vor diesem Buch hier erschienen) rund um Brooke, der hier in diesem Buch Erwähnung findet, doch tatsächlich auf meinem Reader. Nun sitze ich verzweifelt hier und befürchte, dass meine Englischkenntnisse dafür noch nicht reichen … Aber ich will, unbedingt, jetzt sofort und …

Ich möchte euch als Empfehlung gerne vorne weg mitgeben, dass ihr euch Zeit und Muse für dieses Buch nehmt, damit ihr auch die Feinheiten mitnehmen könnt. Die Geschichte hat es meiner Meinung nach nicht verdient, zwischen zwei andere Bücher gepresst zu werden. (ja …, ich weiß, aber ich liebe diese Geschichte 😍)

Travis Bennett ist ein Mann, der wenn, dann mit Haut und Haaren liebt. Der sich aber bedingt durch seine Trauer, komplett zurückgezogen hat. Der lange gebraucht hat, um überhaupt wieder am Leben teilnehmen zu können und für seine Familie und Freunde da zu sein. Tja, und dann kommt Wesley Ryan als neuer Tierarzt nach El Do und bringt Travis komplett durcheinander.

Brandon Witt versteht es meisterlich, die innere Zerrissenheit von Travis darzustellen. Zerrissen zwischen „wollen“ und „nicht können, weil …“. Ich saß des Öfteren beim Lesen mit Tränen in den Augen da und habe den Kopf geschüttelt. Nicht, weil Travis‘ Verhalten genervt hat, nein, weil ich es so gut nachvollziehen konnte.
Er ist Familienvater und zwar ein (mittlerweile wieder) sehr verantwortungsbewusster. Egal wer in sein Leben tritt, seine Kinder haben Vorrang. Andererseits ist er in manchen Situationen einfach nur verliebt und entsprechend gedankenlos und macht einfach das, was sein Herz vorgibt. Allerdings holt ihn meist sehr schnell sein Kopf und damit auch die Realität wieder ein.

Aber auch Wesley hat schon einiges in seinem Leben durch und wollte auf dem Land eigentlich nur wieder zu sich selbst finden … Öhm … es hat ihm wohl keiner gesagt, dass „Leben das ist, was passiert …“. Denn wie kann es anders sein, wenn man es am wenigsten auf dem Schirm hat, kommt die Liebe vorbei und klingelt an der Tür 😀.
Ich habe ihn für seine Geduld bewundert, allerdings macht es ihm die Familie Bennett auch nicht gerade einfach, ihnen den Rücken zu kehren und sein Leben  – wie eigentlich geplant – weiterzuleben.

Ach ja, die Familie Bennett 😀 … (und hier zähle ich Jason jetzt einfach mal dazu). Wäre Travis nicht schon der Hit gewesen, alleine für diese Familie würde man alles stehen und liegen lassen.  Die „Mädels“ sind der aktivere und tonangebende Part, die „Jungs“ jedoch die ruhigen, gelassenen und fürsorglichen Charaktere (und sie lassen die Mädels in dem Glauben, dass sie die „Bestimmer“ sind *g*). Dazu noch Dunkyn und Dolan – einfach eine perfekte Familie, die mich auch eins ums andere Mal breit hat grinsen lassen. (Wenn man die Geschichte kennt, weiß man, wenn man das Bild ansieht, genau, wer Dunkyn und wer Dolan ist 😉 – das Bild ist übrigens von der HP des Autors).

Zudem gibt es noch einen Bösewicht, der ein bisschen „Schmutz“ und Gemeinheit in die Geschichte bringt. Hier versteht es Brandon Witt meisterlich, den Leser bei der Stange zu halten, denn man wartet und wartet, dass dieser endlich aus seinem Bau kommt. Ich kann euch verraten, es bleibt kein Handlungsstrang offen, so dass man diese Geschichte wirklich zufrieden abschließt.

Da es jetzt minimal spoilern könnte, kann wer will weiterlesen, wer nicht, hört hier einfach auf 😀
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„Cookies“ – Teodora Kostova

Klappentext
Kriegsheimkehrer Amir Gopal besitzt eine kleine Bäckerei, hat einen Freundeskreis, der immer für ihn da ist, und hat sich weitestgehend mit seinen Narben arrangiert. Allerdings lässt er niemanden mehr wirklich an sich heran und spürt, dass ihm dadurch irgendetwas Tiefgreifendes fehlt. Als Jay in sein Leben tritt, haben seine Verteidigungsmechanismen von Anfang an keine Chance gegen den jungen, lebensfrohen Mann. Doch die Unsicherheit bleibt: Wird Jay noch mit ihm zusammen sein wollen, wenn Amir ihm sein Herz öffnet und all die Albträume offenbart, die ihn seit Jahren nicht mehr loslassen?

Entspricht 282 Romanseiten.

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Ein unglaubliches Buch 💜

Amirs Schicksal hat mich von Anfang berührt, denn unter der zurückhaltenden und fast kühlen Schale verbirgt sich ein warmherziger und liebevoller Mann, der für alle ein gutes Wort und seine sensationellen Backwaren bereit hält. Nur (interessanten) Männern gegenüber ist er zurückhaltend, kühl und fast schon  abweisend. Bis, ja bis Jay vor ihm steht.

Die Geschichte der beiden wird von Teodora Kostava wirklich schön erzählt. Ich war so im Buch drin, dass ich wirklich meinte, die warmen Kekse riechen zu können.

Aber „Cookies“ ist beileibe keine zuckersüße, rosa Herzchen-Geschichte, ganz im Gegenteil. Amir hat im Krieg nicht nur ein Bein, sondern auch viele Kameraden verlorenen. Mitgebracht hat er dafür eine ausgewachsene PTBS, die immer noch in alltäglichen Situationen wieder „hochkommt“. Sein körperliches Handicap hat Amir gut im Griff, mit seiner Psyche sieht es leider noch anders aus … Für mich ist Jay genau das, was Amir braucht. Ein lebensfroher, optimistischer und offener junger Mann, der alles, aber nicht oberflächlich ist.
Die beiden miteinander zu erleben, zu sehen, wie sie sich gegenseitig ergänzen und aufbauen, fand ich wirklich klasse.
Zu lesen, wie die beiden miteinander umgehen, wie Amir neben Jay offener wird, wieder Menschen in sein Leben lässt und in einer für Jay lebensgefährlichen Situation über sich hinauswächst.

Für mich war „Cookies“ ein nahezu perfektes Buch. Es wurde kein Handlungsstrang offen zurückgelassen, alles ergab Sinn. Also einfach eine richtig runde Sache.
Es gibt Bücher, die macht man zu, wenn man fertig ist – gut ist’s. Und es gibt Bücher wie „Cookies“, da lässt man Freunde zurück und bedauert, dass man sie so schnell nicht wiedersehen wird.

Ich sage danke, für ein wunderbares Leseerlebnis und lege Amir & Jay nicht nur auf die re-reading-Liste, sondern schiebe das Buch auch in die Kategorie „besondere Bücher“.

Bis bald,

El Ma

 

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„Die Rückkehr“ (Die Austin-Trilogie 2) – Brad Boney

Klappentext
Buch 2 in der Serie – Die Austin-Trilogie

Musik. Topher Manning kann an nichts anderes denken. Er träumt davon, ein Rockstar zu werden. Dummerweise steht sein Job als Automechaniker seinen Ambitionen im Weg. Wenn er nicht eine Möglichkeit findet, die vielen Lieder in seinem Kopf endlich freizusetzen, wird seine Band bald in der Versenkung verschwinden.

Dann geschieht es. Ein Musikfestival und ein liegengebliebenes Auto bringen Stanton Porter, den bekannten Musikkritiker aus New York, in Tophers Leben. Stanton lädt ihn zu dem Konzert von Bruce Springsteen ein, wo ein schüchterner Kuss und das eingebildete Vibrieren von Tophers Handy in einer Liebesgeschichte münden, die alle Erwartungen zu übertreffen verspricht.

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Für die Amerikaner ist der 04. Juli ein besonderer Tag. Ein besonderer Tag hat ein Review zu einem meiner Meinung nach außergewöhnlichen Buch verdient 😀.

Ganz ehrlich? „Die Rückkehr“ ist ein unglaublich intensives Buch, das ich zu Beginn des zweiten Kapitels fast aus der Hand gelegt hätte. Die Geschichte wird in unterschiedlichen Zeitabschnitten erzählt und wechselt von Kapitel zu Kapitel. Da das bei Kapitel zwei für mich etwas unvorhergesehen kam, hat mein Hirn wohl nicht so schnell umschalten können und blieb mit einem kurzen „Häh“ hängen, so dass ich zurück zu Kapitel eins ging, um zu schauen, ob ich irgendetwas versäumt habe. Da ich aber wirklich mal Zeit und Muse hatte und mir der erste Band der Reihe so gut gefallen hat, dachte ich mir, versuch’s doch einfach, denn eine Geschichte in zwei Zeitperspektiven zu erzählen, ist eine hohe Kunst. Was soll ich sagen … lasst euch darauf ein, ihr bekommt hier eine wunderbare Romanze mit paranormalen Einschlägen, die so gut rübergebracht werden, dass ich wirklich da saß und mir gewünscht hätte, so etwas würde wirklich passieren.

Wer den ersten Band „Ben und das Glück im Unglück“ gelesen hat, kann sich vielleicht noch an Topher Manning erinnern. Dieser hatte bereits in der Geschichte um Ben & Travis einen kurzen Auftritt als Arbeitskollege von Travis. Und genau in dieser Autowerkstatt trifft er auf den um einiges älteren Stanton.
Die beiden verstehen sich trotz des Altersunterschieds auf Anhieb, haben eine wunderbare (Gesprächs-) Basis durch ihre Liebe zur Musik – die in diesem Buch eine wirklich, wirklich große Rolle spielt – und alles könnte sich so einfach entwickeln, wenn Stanton nicht immer wieder zurückschrecken würde. Um seine Gründe dafür zu verstehen, sind die Einblicke in seine Vergangenheit für den Leser von großer Wichtigkeit. Brad Boney hat es geschafft (bis auf eben dieses eine Mal zu Beginn), dass ich nie aus dem Lesefluss kam, obwohl man gerade mal wieder viele Jahre zurückblicken durfte. Dies hinzubekommen ist meiner Meinung nach eine Gratwanderung, die der Autor mit Bravour bestanden hat.

Es ist keine locker, leichte Geschichte, denn Stanton hatte schon „ein Leben“ und eine große Liebe vor Topher und dieses bekommt man eben durch genau diese Rückblicke erzählt. Je tiefer ich in die Geschichte hineinkam, umso mehr konnte ich mit Stanton mitfühlen.
Aber auch Topher ist ein sehr vielschichtiger Mann, der mich das eine oder andere Mal wirklich überrascht hat. Dazu seine Freunde, die Familie Walsh (die im ersten Band eine Hauptrolle spielte) und einige Protagonisten aus der Vergangenheit, die mich zum Lachen, Tränen wegblinzeln, Weinen (kommt im Flieger ganz besonders gut …) und Seufzen gebracht haben.
Dieses Buch hat mich echt gefordert und ich war froh, dass ich es im Urlaub lesen, mich komplett darauf einlassen und vor allem drüber bleiben konnte. Zudem war es gut, Buch eins gelesen zu haben, denn gerade das, was Tophers Freunde und die Familie rund um Ben betraf, konnte ich so doch besser zu- und einordnen. Somit wäre es meine Empfehlung (auch wenn es nicht zwingend nötig ist) die Geschichte rund um Ben & Travis vorher zu lesen.

Ich habe mich wahnsinnig über das Ende der Geschichte gefreut – nein, nicht dass das Buch zu Ende war 😉 – und bewundere Brad Boney dafür, wie er die Geschichte aufgebaut, aber auch aufgelöst und mir damit ein glücklich machendes Happy End beschert hat. Diese Geschichte ist für jeden, der daran glaubt, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, eine, an der man sich festlesen kann. Für jeden anderen ist sie eine schöne Romanze mit paranormalen Elementen 🙂. Aber alles in allem, ist sie auf jeden Fall eine intensive und berührende Geschichte, die ich in nicht missen möchte (liegt schon im re-reading – sowie im „besondere Geschichten“- Ordner *g*).
Leider gibt es den dritten Teil der Serie „The Eskimo Slugger“ noch nicht auf Deutsch 😔, so das ich ihn, sollte ich es vom Schwierigkeitsgrad her hinbekommen, mir auf jeden Fall zeitnah auf Englisch zu Gemüte führen werde 🙂 und freue mich bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit den mir bereits bekannten Protagonisten 💜.

Für mich war dieses Buch eindeutig MEIN BUCH des Monats Juni!

Lasst es euch gut gehen,

El Ma

Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr bei Frau Laberladen, in Mattys Schmökerecke, sowie bei Risa und Corina bei Goodreads

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mehr über den Autor erfahrt ihr hier

 

Es gibt bei YouTube eine Playlist zu diesem Buch, wer sich dafür interessiert, findet diese hier

„Mr. & Mr. Auster“ (Auf den ersten Blick 3) – TJ Klune

Klappentext
Fortsetzung zu Die Queen und der Homo Jock King

Anlässlich der Vermählung von
Paul Auster und Vincent Taylor
Geben sich das glückliche Paar mit ihren Familien und Freunden die Ehre
Euch alle herzlich einzuladen

Paul Auster und Vince Taylor wollen keine große Feier. Sie wollen einfach nur heiraten. Ist das etwa zu viel verlangt?

Als der große Tag näher rückt, droht die Lage außer Kontrolle zu geraten. Wohlmeinende Freunde und eine Familie, die sich ständig einmischt, dazu noch eine Dragqueen mit ihren ganz eigenen Ideen darüber, wie man einen Junggesellenabschied gebührend feiert … Paul und Vince sind wahrlich nicht zu beneiden.

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Oh mein Gott, hätte mir nicht jemand im Vorfeld der Geschichte sagen können, dass man sie nicht zwingend in der Öffentlichkeit lesen sollte … 😉 Na ja, so einen wirklichen Vorwurf kann ich ja eigentlich niemand machen, denn wer die Bände 1 und 2 kennt, sollte schon wissen, was auf einen zukommen kann. Tja, da war es wieder „sollte“, „hätte“ ….  Meine Eier, ich stell‘ mich aber auch an …
Meint ihr? Sitzt ihr mal am Flughafen und prustet in der Wartehalle einfach mal so los 😂

Ok, ich also in Wartestellung auf dem Flughafen und mitten in der Geschichte von Mr. & Mr. Auster. Nur mal so am Rande, ich steh‘ nicht auf Hochzeiten. Na ja, halt nicht auf die im großen Stil und schon gar nicht auf die, bei denen man die Regie aus der Hand gibt. Ich weiß, ich bin da eine echte Spaßbremse 😉. Ihr dürft davon ausgehen, dass Paul mein vollstes Mitgefühl hatte und dennoch habe ich mich für ihn und Vince gefreut wie ein Schnitzel 😁.

Ich also ran an die Geschichte, mein Mitgefühl ganz nach oben gepackt (hätte ich das doch lieber mal mit den Taschentüchern gemacht …) und die Hochzeitsvorbereitungen der Familie und Freunde der beiden begleitet. Nun kennen ja die Leser der ersten beiden Bände ja schon Pauls Problem mit seinen „angeblich“ zu viel vorhandenen Pfunden – hier schlagen die weiblichen Gene Pauls durchaus durch – denn was zieht man an 😉.

„Immer, wenn ich Don Johnson sein will, sehe ich aus wie Kate Blanchett – Titten, blasse Haut und nicht ein einziges Härchen. Vielen Dank auch!
Position 1873

Welche Braut kann das nicht nachvollziehen? Dazu noch Familie Auster und Sandy aka Helena um einen rum, da soll man nicht wahnsinnig werden? Aber um alle zu beruhigen, Sandy wäre nicht Pauls bester Freund, wenn er nicht ausschließlich Pauls Wohl im Auge hätte.

Freut euch auf eine unterhaltsame Zeit, mit äußerst liebenswürdigen Protagonisten, Hochzeitsvorbereitungen, die Menschen in den Wahnsinn treiben können und einem Junggesellenabschied, der sich „von“ schreiben lässt. (Achtung, die nächsten grünen Zeilen sind nur für 18+ geeignet – ich wünsche euch viel Spaß mit eurem Kopfkino *g*)

„Wenn du mich auch in Zukunft noch an den Eiern lecken willst,
solltest du mich jetzt hochziehen, weil sie mir sonst abfallen.
Gottverdammte Scheiße aber auch, ich stecke hier fest.
Ernsthaft, Vince. Ich stecke fest!“

Position 2201

Nun denn, ich hoffe ich konnte euch ein bisschen „heiß“ auf diese Hochzeitsgeschichte machen, denn verdient haben es Paul & Vince auf jeden Fall.

MEINE große Frage am Ende der Geschichte ist: Wird Vince jemals erfahren, was oder wer Freddie Prince Junior ist???
Ich gehe zudem nach dem Ende von Band 3 jetzt einfach mal davon aus, dass wir noch nicht das letzte Mal von Paul, Vince, Sandy, Darren und Kori/Corey gehört haben.

Was mir persönlich an der Geschichte so gut gefallen hat war, dass bei allem Humor und vielen überspitzt dargestellten Szenen niemals die ernste Komponente hinter allem vergessen wurde (und das versteht TJ Klune meisterlich und vor allem unaufdringlich).

Ich liebe die Geschichten von TJ Klune und bedauere zutiefst, dass meine englischen „Lesekünste“ noch nicht für seine noch nicht übersetzten „ernsthaften“ Stories genügen 😢

Bis bald,

El Ma

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