„fels“ – Anyta Sunday

Klappentext
Vulkanisch.
Als sich Coopers Eltern scheiden lassen, zerbricht seine Welt – und plötzlich ist er in der einen Woche bei seiner Mutter und in der nächsten bei seinem Vater.
Aber sein Vater ist nicht der Einzige, mit dem er klarkommen muss: Da ist auch noch Lila, die andere Frau, die ihm den Boden unter Füßen weggezogen hat.
Und dann…
Gibt es noch Jace. Lilas Sohn. Lilas eingebildeten Sohn, dessen Augen so blau leuchten wie hochgewürgte Fischschuppen.
Cooper will seine alte Familie zurück haben, aber etwas an diesem Jungen sagt ihm, dass nichts wieder so sein wird, wie zuvor.

Sedimentär.
Cooper und Jace’ neues gemeinsames Leben beginnt holprig, aber mit der Zeit knüpfen sie etwas Neues. Eine enge… Freundschaft.
Denn mehr als das darf es zwischen ihnen nicht geben. Obwohl sie keine echten Brüder sind. Wenn man’s genau nimmt, sind sie ja noch nicht einmal Stiefbrüder…

Gestaltverändernd.
Aber was geschieht mit Freunden unter der felsenschweren Last, die das Leben ihnen auferlegt?
Die das Herz ihnen auferlegt?
***
„fels“ folgt der Geschichte von Cooper und Jace über 15 Jahre lang, und erzählt dabei von Familien, die zerbrechen und neu zusammengefügt werden, vom Erwachsenwerden, von Trauer und Neuanfang, vom Loslassen und Ankommen, von Freundschaft und Liebe.
Ein schwuler Liebesroman, der bewegt.

                                                                   ***
Deutsche Fassung des Bestsellers „rock“ von Anyta Sunday.

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Es gab schon so einige Bücher, die mich ziemlich wortlos zurückgelassen haben, dass ich sprachlos nach einem war, ist mir noch nicht so oft passiert. Dieses Buch hat mich eine schlaflose Nacht gekostet (ausgerechnet die von Sonntag auf Montag) und ich habe nicht eine einzige Minute davon bereut.

obsidian-505332_640Die Geschichte wird aus der Sicht von Cooper erzählt und schildert seine Beweggründe und Gedankenspiele wirklich gut und auch nachvollziehbar. Nicht nur einmal war ich emotional so berührt, dass mir beim Lesen die Tränen heruntergelaufen sind. Obwohl man weiß, dass es um das Leben von Teenagern geht, fühlt man mit ihnen und zwar so, dass man das Buch nicht wirklich aus der Hand legen will, da man das Gefühl hat, es könnte etwas passieren und man wäre nicht dabei.

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(c) Robert Lavinsky

Der Klappentext sagt viel über den Inhalt des Buches aus, ohne allzuviel zu verraten (auch das ist eine Kunst). Man verfolgt nicht nur Coopers Leben über 15 Jahre, nein, auch das der ganzen Familie und den Freunden. Jede Situation ist so dargestellt, dass man wirklich das Gefühl hat, dabei zu sein. „fels“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen soll und muss. Bei mir ist das soweit gegangen, dass ich bei manchen Szenen gerne noch viel tiefer eingetaucht wäre. Dies soll jetzt allerdings keine Kritik sein, sondern einfach nur zeigen, wie fest mich das Buch im Griff hatte.

amethyst-2054918_640Ich werde auch zukünftig sicher kein großer Fan von YA-Büchern werden. Aber sicherlich ein großer Fan der Bücher von Anyta Sunday :-). Nach „Verzettelt“ (ein leichtes, unkompliziertes Buch), „500 Küsse“ (locker, flockig und gut zu lesen) und „Experimentier Mit Mir: Taboo For You“ (ein klasse Buch – wobei mich der Titel schon erst einmal verwirrt hat), ist „fels“ die vierte Geschichte von ihr und wird mit Sicherheit nicht die letzte gewesen sein.

Native_gold_nuggetsEinen klitzekleine Anmerkung habe ich dann aber doch noch (Achtung, jetzt kommt jammern auf allerhöchstem Niveau) und zwar zum Ende … Es passt, dies gleich vorneweg. Es kam für mich, so wie es kam, nur etwas unverhofft und mir einen Ticken zu schnell, da die Geschichte sonst sehr viel detaillierte Facetten aufweist. Es passte aber dann aber auch wieder, da der Augenmerk der Geschichte für mich in der Entwicklung der Protagonisten liegt und nicht auf dem „Endergebnis“. Es ist einfach schön, über diesen langen Zeitraum mitzubekommen, welche Wege die einzelnen Personen nehmen. Bei einigen Nebenprotagonisten wurde noch das eine oder andere Thema angeschnitten, dass dann etwas „kurz“ kam bzw. nicht näher erläutert wurde, aber auch dies wäre bei einem „normalen, oberflächlichen“ Buch noch nicht einmal eine Erwähnung wert. Bei „fels“ sind es aber genau diese kleinen Details, die für mich das Liebens- und Lesenswerte ausmachen.

(c) Andrew Sullivan

„fels“ ist auf jeden Fall ein Buch, das zeitnah ein re-reading erfahren wird. Das TB ist bereits bestellt und darf ins Regal :-). Jetzt hoffe ich auf eine zeitnahe Übersetzung von „nest“ 💜.

 

Bis bald,

El Ma

 

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„Die zweite Ernte“ (Men of Lancaster County #1) – Eli Easton

Klappentext
David Fisher hat sein ganzes Leben lang nach den Regeln gespielt. Er wurde in eine Mennoniten-Familie hineingeboren, deshalb hat er stets seinem Vater gehorcht, die Familienfarm übernommen, geheiratet und wurde Vater zweier Kinder. Jetzt sind seine beiden Kinder im College, seine Frau ist verstorben und er führt die Farm allein und ohne Freude, dabei zählt er die Tage seines nur halb gelebten Lebens.

Christie Landon, Grafikdesigner, Manhattaner und schwuler Partyboy aus Leidenschaft, braucht eine Veränderung. Jetzt ist er dreißig und findet, dass es an der Zeit ist, erwachsen zu werden und an seine Zukunft zu denken. Als sein bester Freund eine Überdosis nimmt, beschließt Christie, die Stadt für eine Weile zu verlassen. Er macht sich auf den Weg zu einem kleinen Haus in Lancaster County, Pennsylvania, um sich zu erholen und nachzudenken.

Aber das Leben auf dem Land ist langweilig, abgesehen von dem attraktiven Silberfuchs, der nebenan wohnt. Um seine kreative Seite beim Kochen auszuleben, beschließt Christie, an seinen verwitweten Nachbarn heranzutreten, um sich die Mahlzeiten und die Kosten für die Einkäufe zu teilen. David ist einverstanden und schnell stellen die ungleichen Männer fest, dass sie gern Zeit miteinander verbringen.

Christie fordert David heraus, über die Grenzen seiner Welt hinauszudenken und weckt Gefühle, die lange vergessen schienen. Wenn David sich von der Vergangenheit befreien kann, erhält er vielleicht eine zweite Chance auf sein Glück.

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Auch dieses Buch hatte ich bereits im Original auf meinem Reader liegen, weil mich damals der Klappentext förmlich angesprungen hat. Jedoch, wie es immer so ist, schiebe ich die englischen Bücher vor mir her, da das Lesen einfach immer noch länger dauert, als bei einem deutschen Text. Es ist ja auch nicht so, dass nicht genügend deutschsprachige Bücher auf meinem Reader wären, die dann immer wieder den Vortritt bekommen.
Wie es dann halt so ist, man nimmt das „Buch“ immer wieder in die Hand und will anfangen und wieder kommt was dazwischen. Tja, das macht man so lange, bis eben dann die Übersetzung da ist …

Nun denn, kaum war die deutsche Übersetzung auf dem Reader, habe ich mich hingesetzt, das Lesen begonnen und nicht mehr aufgehört.
Um ehrlich zu sein, kam ich etwas langsam in die Geschichte rein. Irgendwie war ich wohl total auf David fixiert und musste mich erst einmal zurechtfinden, dass es die Story mit Christie los ging (da war wieder mein Problem mit der Erwartungshaltung 😳).

Christie lebt in New York, mit allem was dazugehört. Er ist erfolgreich im Beruf, kann sich sein Leben leisten, hat einen besten Freund, mit dem er um die Häuser zieht und und und … Eigentlich doch ein perfektes Leben – oder doch nicht? Erst als ein Partyabend wirklich unschön endet, wachen beide auf und merken, dass eben doch nicht alles Gold ist, was glänzt.

Nach diesem Schreck ist Christies Welt erst einmal in den Grundfesten erschüttert, aber da er sich eh um das Haus sein verstorbenen Tante kümmern muss,  zieht er aufs Land, um sich und und sein Leben zu überdenken und trifft hierbei auf David.

Da Christie gut und gerne kocht und sich damit auch wunderbar Zeit totschlagen lässt, macht er seinem Nachbarn ein Angebot, dass dieser nicht abschlagen kann. David ist eine Seele von einem Menschen, der in seinem bisherigen Leben immer nur für andere da war und das getan hat, was von ihm erwartet wurde. Er selbst stand immer hintenan. Als nun der neue Nachbar vor der Tür steht und ihm den Vorschlag mit der „Essensversorgung“ macht, ist David zwar erst skeptisch, dann aber sehr enthusiastisch dabei. Denn Christie kocht nicht nur Hausmannskost in Form von Fleisch, Kartoffeln und Bohnen, nein, er kocht auch „fremdländisch“ und ausgefallen 😀

David hat ein Hobby, er liest leidenschaftlich „National Geographic“ und war dadurch schon in vielen, vielen Ländern unterwegs. Nicht dass er irgendetwas davon persönlich kennen würde, aber neugierig auf das „Neue“ ist er schon und das in jeder Hinsicht …

„Morgen Abend würde er essen wie die Leute in diesem Artikel.
Er würde in Marokko essen.“
                                  Pos. 823

Es ist schön, dabei zuzusehen, wie sich die beiden Männer annähern, wie sie sich langsam aufeinander zubewegen und sich auf die „Geschichte“ einlassen. Dieses sich kennenlernen und herantasten bringt Eli Easton wunderbar rüber. Es ist eine ruhige Geschichte, die aber keinesfalls langweilig oder langatmig ist. Zu sehen, wie sich David langsam emanzipiert und lernt für sich selbst einzustehen, ist wunderbar. Zeitgleich merkt man, wie Christie sich langsam erdet, wie er bei sich selbst ankommt und sieht, dass sein altes Leben nicht das Nonplusultra gewesen ist, für das er es immer gehalten hat.

Die beiden haben Spaß zusammen, egal ob draußen an der frischen Luft, im Stall und auch Nachts (nein, sie haben nicht überall Sex, sie verbringen auch einfach „nur“ Zeit miteinander).

Aber auch dieses von Harmonie geprägte Leben hat „dunkle Seiten“. Die mennonitische Gemeinde ist streng religiös, meint für jeden nur das Beste zu wollen und macht dadurch David’s Leben nicht unbedingt leichter. Als dann auch noch rauskommt, dass sich die beiden Männer mehr als nur gut verstehen, wird’s nochmal richtig heikel.

Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht,
ehe sie ihn
 
gebrochen haben!
Franz von Liszt

Trotz aller Widerstände und guter Ratschläge bekommen die beiden Männer von Eli Easton das Happy End, das sie sich verdient haben.
Ich habe mich jedenfalls am Ende mit einem glücklichen Lächeln zurückgelehnt und bin zufrieden und entspannt ins Bett 😉.

Bis bald,

El Ma

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„In Erfüllung seiner Pflicht“ – Mathilda Grace

Klappentext
Gefallen in Erfüllung seiner Pflicht. Das dachte Garrett Wilks zumindest, als sein für tot erklärter Verlobter, der Marine Tyler Mason, plötzlich quicklebendig vor seiner Tür steht. Jahrelang hat Garrett um Tyler getrauert. Jahrelang hat er Kade McQueen verflucht, der ihm die Nachricht von Tylers Tod überbrachte und gleichzeitig dessen bester Freund war. Heute haben sich beide Männer ein gemeinsames Leben aufgebaut, das mit Tylers Auftauchen auf den Kopf gestellt wird. Garrett und Kade sind mit der Situation vollkommen überfordert und Tylers auffälliges Verhalten macht ihnen schnell deutlich, dass es mehr brauchen wird als Medikamente und Besuche bei einem Traumatherapeuten, damit Tyler das, was ihm in seiner fünfjährigen Gefangenschaft angetan wurde, überstehen kann.

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Meine erste Reaktion nach diesem Buch? Zumachen, tiiiiief Luft holen, Taschentücher wegbringen, Schnaps trinken und sacken lassen.

Mich hat die Geschichte wirklich gefesselt und mitgenommen und das in jeglicher Hinsicht (die ersten Taschentücher habe ich bereits im ersten Kapitel gebraucht). Lang hat Garrett Wilks gebraucht, um über den Tod seines Verlobten hinweg zu kommen. Tylers bester Freund Kade war in dieser schweren Zeit stets für Garrett da und irgendwann wurde aus diesem Beistand Freundschaft und letztendlich Liebe, denn für diese beiden Männer ging das Leben ja weiter, bis … ja bis …

… Tyler vor der Tür steht. Mathilda Grace schreibt sehr anschaulich, wie Garrett und Kade sich um ihren Freund kümmern und wie dessen Zustand ihre eigene Beziehung belastet. Sie stoßen alle an ihre Grenzen. Die einen müssen loslassen, denn was nicht freiwillig passiert, wird nicht zum Erfolg führen, der andere läuft weg, weil er mit den Gegebenheiten eines „normalen Lebens“ nicht mehr zurecht kommt.
Zu lesen, was mit Tyler passiert, jeder Schritt, jeder Nackenschlag, der ihn wieder zurückwirft, hat mich Kraft gekostet. Aber jeder kleine Erfolg hat mir auch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Zu wissen, dass zwar die Geschichte Fiktion ist, aber das eigentliche „Thema“ dahinter heute noch tagtäglich wirklich passiert und existiert, lässt mir eine Gänsehaut aufstehen.

Bis es dann zum – für alle – wohlverdienten Happy End kommt, müssen viele kleine Schritte getan, müssen „Eiertänze“ überstanden werden. Oftmals waren es die „normalen“ Kleinigkeiten, die beim Weitergehen geholfen haben. Hier eine Begegnung mit einem Hund, da ein Eis oder etwas Schokolade und und und …
Garrett und Kade merken, dass sie nicht alleine sind. Ihre Freunde, ihre Familie und ein Arzt, der zum Freund wird, sind für sie da.
Und … alte „Freunde“ aus der Ostküstenreihe finden Erwähnung 😉 – hier habe ich breit grinsen müssen 😀

Und – wie die Faust auf’s Auge – passend zum Thema „The Boss“ mit einem Titel, der leider allzu oft völlig falsch interpretiert wurde

Mathilda Grace erzählt „nur“ eine Geschichte, diese ist aber so intensiv, dass ich sie nicht einfach so beiseite legen kann. Drum – wer will – darf nachfolgend mit meinen persönlichen Gedanken leben. Wer keine Lust drauf hat, ist hier dann fertig.

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„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

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Klappentext
Buch 1 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drin war, als es dann aber soweit war, habe ich mich über jede Stunde geärgert, in der ich nicht in diesem Buch lesen konnte.

Nach und nach erfährt man, was Daniel in der Vergangenheit alles widerfahren ist und kann sein Verhaltensmuster so mit der Zeit wirklich gut verstehen. Aber auch Rex hat sein Päckchen zu tragen und fühlt sich aufgrund (s)eines Handicaps, für das z.T. auch seine Vergangenheit eine Verantwortung trägt, nicht als wirklich vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Aber er hat Träume und so wie ich rausgelesen habe, auch den Willen, diese irgendwann umzusetzen. Zudem erzählt der Klappentext schon viel über die beiden Jungs, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen muss.

Mit ganz leisen Schritten führt uns Roan Parrish durch diese sehr hintergründige Geschichte. Eigentlich ist es ganz schön harter Tobak, den sie uns so nebenbei ganz flüssig erzählt. Sie braucht nicht das ganz große Drama, sondern sticht immer ganz nebenbei in die Wunden der beiden tollen Protagonisten. Ich musste zwischendurch das Buch aus der Hand legen, um auch mal Luft zu holen, denn so ab und zu habe ich mich selbst wieder erkannt. Aus reinem Selbstschutz werden Mauern aufgebaut, die ewig lange standhalten, bis diese eine Person kommt und diesen Schutzwall Stück für Stück wieder einreißt.

Dazu noch ein schönes, friedliches Kleinstadtidyll (sowas kann für einen Großstadtmenschen auch ganz schnell bedrückend wirken), tolle neue Freunde und viele unbekannte Eindrücke. Dies kann dazu führen, dass man sich selbst den Spiegel vorhält und dann endlich den Menschen findet, der hinter der Fassade steckt.

„Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene,
sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen.“

                                                                                               Ron Kritzfeld

Rex und Daniel sind ein tolles Paar, die irgendwann über ihren Schatten springen, um einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu wagen. Dazu, wie gesagt, tolle Freunde und ein seltsamer Bruder, die alle ihre eigene(n) Geschichte(n) verdient haben.
Im Englischen gibt es sie schon (hier & hier), d.h. wieder einmal warte ich nun dringend entweder auf die deutschen Übersetzungen oder aber auf ein großes Zeitfenster, um die Originale zu lesen …

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Ich kann euch diese Geschichte, die im aktuellen Verlauf ohne wirklich große „Katastrophen“ auskommt, aber dennoch ausreichend Drama „versteckt“ hält, wärmstens empfehlen. Solltet ihr wie ich etwas schwer in die Geschichte reinkommen, bleibt dran – ihr werdet es nicht bereuen.

Bis bald,

El Ma

Nachtrag:  Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr hier bei Frau Laberladen, hier bei Gaylesen, hier bei Ulla, bei Sabrina hier und hier in Mattys Schmökerecke.  (Das dürften jetzt fast alle Gay-Buchblogger sein, die ich kenne *g*. Wobei sich ein Besuch bei den anderen dreien Jules, I love Gaybooks und Like a Dream auch so auf jeden Fall immer lohnt – einen guten Tipp bekommt man dort immer.)

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„Talker“ (Serie 1 – 3) – Amy Lane

„Talker“
„Talker – Am Ender einer langen Nacht“
„Talkers Reifeprüfung“

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Klappentexte

Talker

Buch 1 in der Serie

Tate „Talker“ Walker hat den größten Teil seines Lebens damit verbracht, seine Narben unter der grellen Fassade eines Punks zu verstecken und bis er sich das erste Mal neben Brian Cooper in den Bus setzte hat es auch funktioniert. Aber Brian hat sein ganzes Leben als unsichtbarer Zuschauer verbracht und ist daran gewöhnt hinter die Fassade zu schauen. Was er in Talker sieht ist ein sehr zerbrechlicher und liebenswerter Mensch.

Brian ist vermeintlich heterosexuell aber Tate sehnt sich so verzweifelt nach Liebe, und als sein Verhalten einige schmerzhafte Konsequenzen nach sich zieht muss Brian sich outen – auf dramatische Art und Weise. Er würde alles tun um sicherzustellen dass Tate diesmal erkennt dass er der Prince Charming ist den Talker immer gebraucht hat.

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Talker – Am Ende einer langen Nacht

Fortsetzung zu Talker
Buch 2 in der Serie – Talker

Tate Walkers Vergangenheit ist zu schmerzhaft, um sich einfach in Luft aufzulösen, obwohl sein Märchenprinz, Brian Cooper, immer an seiner Seite ist. Brian tut sein Bestes, aber Talker war schon immer gut darin, seinem Schmerz aus dem Weg zu gehen. Er kann sich der Wahrheit über das, was passierte, als er dem falschen Mann sein Vertrauen schenkte, nicht stellen. Als diese Wahrheit ans Licht kommt und Brian ins Krankenhaus bringt, muss Talker eine Entscheidung treffen. Entweder stellt er sich den Dämonen in seinem zerbrechlichen, geschundenen Herzen, oder er überlässt es wie immer Brian, ihn vor dem alles verzehrenden Feuer zu schützen, so wie er es von Anfang an getan hat.

Aber selbst Talker weiß, dass man seinen Märchenprinz nicht alleine lässt, wenn er einem gerade das Leben gerettet hat. Wird er stark genug sein, für Brian einzustehen, wenn Brian ihn am meisten braucht?

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„Talkers Reifeprüfung“

Fortsetzung zu Talker – Am Ende einer langen Nacht
Buch 3 in der Serie – Talker

Was kommt nach dem nackten Überleben? Brian Cooper hat sich von dem Angriff erholt, bei dem er beinahe getötet wurde, und Tate Walker hat seine inneren Dämonen besiegt. Nun haben die beiden nur noch … sich selbst. Zusammen erwachsen werden und in ihre Liebe hineinwachsen ist alles andere als einfach.

Sind Talkers ewiger Optimismus und Brians stetiges Vertrauen genug, die großen und kleinen Hindernisse zu überwinden, die ihnen im Weg stehen – und alle Schwierigkeiten auszuräumen, damit ihre Träume sich erfüllen?

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Mir gefällt diese „Serie“ sehr. Warum man allerdings aus solchen Geschichten immer drei Bücher machen muss, werde ich nie verstehen, denn zusammen kommen sie auf +/- 240 Seiten, so dass es dann eine normale TB-Stärke gehabt hätte. Ich hatte das große „Glück“ erst über Talker zu stolpern, als schon alle drei Bände auf dem Markt waren und konnte so einfach munter drauf los lesen.

Ich mochte Talker und auch Brian sehr. So wie sie ihr Leben meistern, mit eigentlich „nichts“ zurechtkommen und dennoch einfach glücklich darüber sind, dass sie sich haben – und das auch schon, bevor sie sich dann endlich „hatten“. Da ich kein Mediziner bin, möchte ich nicht beurteilen, ob Talker ADS hat oder ob seine Eigenheiten doch von den Nachwirkungen der Verbrennung kommen. Ich fand es wunderbar, mitzuverfolgen, wie die beiden sich entwickeln, wie Talker über sich hinauswächst, nachdem er – und was für ihn viel schlimmer war, Brian – wieder einmal auf dem Boden lag. Als Brian mit dem Leben kämpft, wird deutlich, wozu Tate wirklich in der Lage ist und was er alles für Brian tut, wenn es – so wie in diesem Fall – notwendig ist.

Nur durch Arbeit und mühsame Anstrengung, durch unerbittliche Tatkraft und
entschiedene Beherztheit, bewegen wir uns voran zu besseren Dingen.
                                                            Theodore Roosevelt

Viele Menschen kreuzen den Weg der beiden und nicht jeder ist ihnen wohlgesonnen, aber eben die, die es doch sind, machen den Unterschied aus. Immer, wenn sich bei einem von beiden eine Tür schließt, geht eine andere auf, bis sich ein Weg aufzeigt, den man so eigentlich nicht erwartet hätte – ich fand ihn wunderbar 😁.

Sag nicht, daß du nichts ändern kannst.
Wenn du die Kraft hast, dich zu ändern, wird sich alles ändern.
Ernst Ferstl (*1955),
österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten, mit den verschiedenen Sicht- und Erzählweisen, doch je weiter ich kam, umso schlüssiger wurde es für mich.
Das Ende ist „passend“, aber für mich (rein persönlich) war der Epilog so nicht genug. Ich hätte zu gerne gewusst, wie es den beiden nach ein paar Jahren ergangen ist und ob sich ihre Wünsche und Träume erfüllt haben. Denn für das Ende, so wie verfasst wurde, wurden mir zu viele Andeutungen „fallen“ gelassen, als dass ich mich mit dem „was ich bekommen habe“ zufrieden geben könnte.
Ihr seht, die beiden sind mir echt ans Herz gewachsen und es fiel mir wirklich schwer, sie loszulassen.

Ich bin mir aber auf jeden Fall sicher, dass ich die Geschichte von Tate und Brian nicht zum letzten Mal gelesen habe 😀

El Ma

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„Refugium: Seelenstaub“ (Buch 1) – Susann Julieva

refugium

Klappentext
Poe läuft die Zeit davon: Von mysteriösen, dunklen Mächten gejagt, schlägt er sich mit seinem besten Freund Remy als Taschendieb und Trickbetrüger durchs Leben. Doch auch Remy flieht vor einem Schicksal, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt – wären da nicht Poes geheimnisvolle Kräfte, die das Blatt noch wenden könnten. Während ihre Lage immer bedrohlicher wird, begreift Poe, dass es für ihn keine Zukunft ohne Remy gibt, denn dieser ist der Teil seiner Seele, den er unmöglich verlieren kann…

Entspricht 332 Romanseiten. Buch ist in sich abgeschlossen.

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Wow!
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass Fantasy eigentlich so gar nicht mehr Genre ist, Urban-Fantasy habe ich bis dato gemieden, wie der Teufel das Weihwasser. Dennoch habe ich es auf einen Versuch ankommen lassen und mich auf eine Empfehlung und das „versuch’s einfach mal“ eingelassen. Und nochmal wow!
Selten gab es ein Buch, das mich auf jeder einzelnen Seite so mitgenommen hat. Ich habe mit Remy mitgelitten, mit Poe gebangt, mich mit beiden mitgefreut, wenn es wieder mal ein kleines Highlight für sie gab und ich habe Tränen mit und wegen ihnen vergossen (und zwar nicht wenige!).
Ich habe zusammen mit den beiden Jungs Abenteuer erlebt und eine Welt kennengelernt, die so bildhaft beschrieben wird, dass man meint selbst dort zu sein.

Poe weiß, dass er anders ist als andere Menschen. Dies durfte er schon als Teenager feststellen, als er seinen Freund Remy gerettet hat. Seit diesem Ereignis sind die beiden auf der Flucht und schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Sie erleben sagenhafte Abenteuer, lernen neue Menschen kennen und sind verwundert, dass diese es gut mit ihnen meinen. Bis zum großen Showdown stehen Poe und Remy Seite an Seite, auch während Remys ganz schweren Zeiten.

Ich habe einige Seiten gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, dies lag aber eher an meinen Vorbehalten dem Genre gegenüber als an der Geschichte selbst, denn die ist fantastisch  💜.

Für alle die Bedenken haben könnten, weil es das erste Buch einer Reihe ist, denen sei gesagt, das Buch ist in sich abgeschlossen und hat ein Happy End. Es werden aber doch einige sehr interessante Nebencharaktere vorgestellt, die meiner Meinung nach durchaus jeder für sich eine eigene Geschichte verdient haben.

Macht es wie ich, lasst euch darauf ein und genießt eine wunderbare Geschichte mit zwei absolut liebenswerten Protagonisten.

Liebe ist was dich lächeln lässt wenn du müde bist.
                                                                  Paulo Coelho

 Fragt Remy, er weiß das 🙂

Bis bald,
El Ma

Nachtrag:  Ich hole mir auf jeden Fall noch das Taschenbuch dazu 🙂 

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Buchbesprechung „Mehr als eine Affäre“ – Nora Wolff

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Klappentext
Als Felix‘ Partner Karsten nach sechs Jahren auf die Idee kommt, ihre bis dato monogame Beziehung in eine offene zu verwandeln, bricht für Felix eine Welt zusammen. Notgedrungen stimmt er dem Vorschlag zu, um Karsten nicht zu verlieren und in der Hoffnung, dass Eifersucht seinen Freund kuriert, wenn auch Felix mit anderen Männern Sex hat. Doch damit nicht genug, denn sein erstes Sex-Date Peer entpuppt sich nicht nur als absoluter Volltreffer, sondern weckt in Felix etwas, das so nicht geplant war: Gefühle, die weit über ihre körperliche Anziehung hinausgehen…

Entspricht 366 Romanseiten.

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Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Kopf nicht ein.
                                                             Arthur Schopenhauer
                                                                                   (1788 – 1860), deutscher Philosoph

Das ist das, was Felix so gar nicht auf die Reihe bekommt. Als Karsten mit seiner Idee um die Ecke kommt, eine in Felix‘ Augen glückliche Beziehung auf ein „anderes, neues“ Level zu heben. Felix ist zutiefst verletzt, sucht Fehler bei sich und will zeitgleich nicht der „verarschte“ sein.

Tja, so hat Karsten sich das nicht vorgestellt. Der sonst so zurückhaltende Felix geht in die Offensive und will Karsten keinesfalls nachstehen, nicht der Verlierer sein. Das er allerdings gleich beim ersten Treffen auf Peer trifft, wirft alle Regeln, die er mit Karsten aufgestellt hat, über den Haufen.

Beide müssen lernen, dass
„Leben das ist, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden“  
                                                                                                                        frei nach John Lennon
und dass es meist anders kommt, als man denkt…

Zu Beginn geht es um Felix und Karsten, die sich schon von jung an kennen und – wie Felix meint – immer noch im 7. Himmel schweben. Tja, bis… bis Karsten auf die Idee kommt, dass er ja was verpasst haben könnte. Um Karsten nicht zu verlieren, willigt Felix in das Arrangement ein, obwohl er, wenn er auf seinen Bauch gehört hätte, wohl schon viel früher gewusst hätte, dass so ein Vorschlag nie ohne Grund gemacht würde (wenn der Partner nicht schon immer so tickt), aber da sein Herz noch an seinem Partner hängt, stimmt er zu. Und da das Leben nun mal kein Wunschkonzert ist, läuft es nicht ganz so, wie Karsten es sich insgeheim vorgestellt hat. Felix entwickelt ein Eigenleben, dass ihn sein bisheriges Leben mit Karsten einmal komplett überdenken lässt. Wer kann denn aber auch ahnen, dass Peer so ein Volltreffer sein könnte… *g*. Aber nicht nur Karsten macht Fehler, die eine Beziehung belasten oder gar zerstören könnten, nein auch Felix ist nicht fehlerfrei und tut Dinge, die nicht astrein sind. Es kommen Belastungsproben auf die jungen Männer zu, die diese in irgendeiner Form meistern müssen.

Nora Wolff erzählt uns hier eine Geschichte, die jedem so jeden Tag passieren kann und uns somit einfach ins „wirkliche“ Leben mitnimmt und das ohne, dass es zu überladen, zu süß oder zu unrealistisch ist. Jeder Protagonist ist gut dargestellt und zeigt sich mehrdimensional in all den Empfindungen. Man merkt einfach, dass die Autorin dieses Buch mit viel viel Liebe geschrieben hat.
Ich habe nach der Leseprobe auf Fanfiction auf diese Geschichte hingefiebert und wurde nicht enttäuscht. Ich fand sie einfach klasse :-), ich habe mich sooft in Felix wiedergefunden, dass ich mir zwischendurch echt gedacht habe, dass mich die Autorin sicherlich kennt (und nein, tut sie nicht *g*)
Allerdings weiß ich, dass verletzter Stolz, ein angeknackstes Selbstbewusstsein und Impulsivität ein ganz schlechter Ratgeber sind, aber ich konnte es ja auch von „außen“ betrachten und rede mir leicht. Wenn ich selbst in Felix‘ Situation wäre, wüsste ich nicht, ob ich an seiner Stelle viel anders gehandelt hätte.

An diesem Buch gibt es für mich mal so gar nichts auszusetzen, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen, mitgefiebert, mitgehofft, den einen oder anderen Charakter in Gedanken auch mal geschüttelt – sprich ich war mittendrin, statt nur dabei. Von mir gibt es für dieses Buch von 💜 eine volle Leseempfehlung :-).

Freut euch drauf!

El Ma

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