Buchbesprechung: „Noch einmal mit Dir“ – Amy Jo Cousins

Noch einmal mit Dir

Klappentext
Jack Tarkington ist am absoluten Tiefpunkt angekommen. Eigentlich sollte er längst auf dem Weg nach Paris sein, um dort sein letztes Studienjahr zu verbringen. Stattdessen wurde er vom College suspendiert, weil sein Temperament einmal zu viel mit ihm durchgegangen ist. Ihm bleibt keine andere Wahl, als in seine kleine Heimatstadt in Iowa zurückzukehren. Die erste Person, die ihm dort über den Weg läuft, ist ausgerechnet Miguel, mit dem ihn schon früher mehr als nur eine Freundschaft verbunden hat. Doch die beiden sind damals nicht im Guten auseinandergegangen. Und selbst wenn Miguel ihm eine zweite Chance gibt, ist Jack sich nicht sicher, ob er diese überhaupt verdient hat …

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Bereits der erste Band dieser kleinen Serie „Lass es uns wagen“ hat mir sehr gut gefallen, so dass ich ungeduldig auf diesen zweiten Teil gewartet habe.

Fand ich die Geschichte um Thomas Edward Worthington III. schon sehr gut, so konnte ich hier mit Jack Tarkington so richtig mitleiden. Aufgewachsen in einem Elternhaus, das eigentlich keines war und eine  Schulzeit, die er mehr oder weniger nur mit Hilfe seines besten Freundes Miguel durchgestanden hat. Dazu noch eine Collegezeit, die er mehr oder weniger mit seinem „vor sich her getragenen Feindbild“ absolviert hat, bis er aufgrund dessen schließlich suspendiert wurde.
Aber auch Miguel hat sein Päckchen zu tragen. Allerdings hat er eine Familie auf die er sich immer verlassen kann. Genau wegen dieses „sich aufeinander verlassens“ hat er sich aufgrund der Erkrankung seines Vaters in der Nähe seiner Familie „eingerichtet“ und seine eigenen Wünsche ganz tief in sich vergraben.

Als ein paar Jahre früher der Zeitpunkt gekommen war, dass beide jungen Männer hätten aufs College gehen sollten, haben diese familiären Umstände eine Abreise von Miguel verhindert, so dass sich Jack alleine auf den Weg an die Ostküste machte. Drei Jahre haben die beiden Jungs – ja, man vergisst manchmal beim Lesen, dass sie ja erst +/- 21 Jahre alt sind – nichts voneinander gehört, als Jack aufgrund von persönlichen Verfehlungen wieder zurück in seine Heimatstadt kommt.

Miguel kann nur schwer verzeihen und möchte Jack eigentlich nie wieder so nahe an sich heranlassen, so dass ein langer und beschwerlicher Weg vor den beiden liegt. Beide entwickeln sich weiter und es ist schön, im Verlaufe der Geschichte zu sehen, welche Fortschritte diese beiden Charaktere machen.

Amy Jo Cousins ist es in diesem Buch meiner Meinung nach noch besser gelungen, die Gedankengänge der Protagonisten, ihre Schicksalsschläge, aber auch das Aufzeigen von Möglichkeiten, rüberzubringen. Ich habe mit Jack gelitten, mich gefreut und auch mit ihm gemeinsam ein paar Tränen vergossen. Zwischendurch wollte ich ihn einfach nur schütteln und ihm den Kopf zurechtrücken. Aber keine Angst, er lernt im Laufe der Geschichte durchaus auch Leute kennen, die es gut mit ihm meinen und ihn im richtigen Moment „in den Stiefel stellen“ ;-).

Für mich ist die Geschichte stimmig, lebt durch viele kleine Details und in sich abgeschlossen. Wobei ich schon gerne wissen würde wie es den beiden nach dem offiziellen Ende ergeht, denn genau das ist es, was für mich ein gutes Buch ausmacht, indem man einfach am Leben der Charaktere gerne weiter teilhaben möchte.

Um ein besseres Verständnis für die Geschichte von Jack zu bekommen, empfehle ich den ersten Teil zu lesen. Für mich geben diese beiden Bücher ein Ganzes und somit auch gemeinsame 5 💜 und eine volle Leseempfehlung.

Fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2660 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 284 Seiten
Verlag: Egmont LYX.digital (4. Februar 2016)
Preis:   €  6,99  (Kauf = klick aufs Bild)

und wer neugierig auf den ersten Band ist:

Lass es uns wagen

Nachdem sein Vater einen landesweiten Skandal verursachte, der ihn ins Gefängnis und seine Familie in die Klatschblätter brachte, will Tom Worthington eigentlich nur eines: sein Studium schnell und unkompliziert zu Ende bringen. Dass sein neuer Mitbewohner vom ersten Tag an versucht, ihn aus dem gemeinsamen Zimmer zu ekeln, ist da sein kleinstes Problem. Für den schwulen Reese Anders ist die Vorstellung, mit einem Mann wie Tom – attraktiv, selbstbewusst, eindeutig hetero – zusammenleben zu müssen, mehr als nur unangenehm. Der Student leidet noch immer schwer unter den Erinnerungen an seine frühere WG und einen Vorfall, der so schrecklich war, dass er sein Leben von einen auf den anderen Tag veränderte. Doch je näher er Tom kennenlernt, desto mehr gelingt es Reese, sich mit der Situation – und mit Tom – anzufreunden. Doch was, wenn zwischen ihnen mehr ist als nur Freundschaft?