Buchbesprechung „Rich & Stubborn“ – Angie Snow

rich-stubborn

Klappentext
Roadtrip ins Glück? Oder doch eher Höllentrip?
Gestatten – mein Name ist Tameran Brady. Milliardenerbe und Playboy. Derzeit befinde ich mich auf einer Wohnmobiltour durch Kanada und die USA. Unfreiwillig. Meine wunderbaren Freunde haben mir diese Reise zum dreißigsten Geburtstag geschenkt. Unfassbar. Wohnmobile! Wildnis!
Leider haben sie ein effektives Druckmittel, sodass ich diese Reise antreten musste. Und jetzt sitze ich neben meinem absoluten Traummann in der Fahrerkabine. Alles könnte halb so schlimm sein, hätte Justin Walker nicht einen fünfjährigen Sohn und die Manieren eines Neanderthalers.

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Darf ich vorstellen: Tam, genauer gesagt Tameran Brady, der Nabel der schwulen Welt und Besitzer von Tinkabell. Hochintelligent, aber lebensfremd…

Und wie viel kostet das Gratiswochenende?
                                        Homer Simpson

also einfach in anderen Sphären schwebend und und und…

Dazu haben wir dann noch Justin Walker (der feuchte Traum Tams), Vater eines tollen Sohnes namens JJ (der lebende Alptraum Tams 😉 ). Das kann doch eigentlich nur in einer Katastrophe enden – sollte man zumindest meinen 😉.  Am besten ist also, Justin ist einfach nur so wie er sonst auch ist und handelt auch danach

Dreierlei Leuten muß man ihre freie Meinung lassen:
Herren
(Tam), Kindern (JJ), Narren (Tam).
                                                 Deutsches Sprichwort

Ich habe Justin des Öfteren um seine Geduld – sowohl bei seinem Sohn, als auch bei Tam – bewundert 😄

Tja, eigentlich hätte man aus dieser Kombination auch einen Slapstickfilm drehen können, aber nein, Angie Snow macht daraus eine Geschichte, die mich den ganzen Rückweg aus Schottland gefesselt hat. So manches mal, hatte ich wohl ein ziemlich dämliches Grinsen im Gesicht (was hoffentlich niemandem um mich herum aufgefallen ist), denn was diese 4er Combo (ja, man muss Tinka mit einbeziehen) auf ihrem Roadtrip miteinander erlebt, ist ziemlich beeindruckend, liebenswert und ja, auch interessant.

Um Tam aus seinem Luftschloss herauszuholen, sind ziemlich viele Aktionen der beteiligten Protagonisten notwendig und das diese dann auch noch in toll beschriebenen Landschaftsbildern geschildert werden, ist es mir bei diesem (gelungenen) Reisebericht 😉 nicht ein Mal langweilig geworden. Aber nein, Quatsch, selbstverständlich handelt es sich bei „Rich & Stubborn“ nicht um einen Reisebericht, sondern um eine richtig süße Liebesgeschichte, die man eben genau auf dieser Wohnmobiltour hautnah miterleben darf. So oft wie ich ein Grinsen im Gesicht hatte, genau so oft saß ich da und habe den Kopf geschüttelt.

Ich hatte während des Lesens des Öfteren das Gefühl, dass sowohl Tam, als auch Tinkabell nach dieser Reise keinen ihrer Psychiater bzw. Therapeuten (ja, Tinka hatte einen eigenen 🙄 ) mehr brauchen, denn manchmal kann ein normales, bodenständiges Leben und der Umgang mit „normalen“ Leuten durchaus auch heilsame Wirkung zeigen.

Die Vier lernen eine Menge Leute kennen, schließen Freundschaften, machen aber durchaus auch negative Erfahrungen und erleben tolle Abenteuer – sprich all das, was uns „normalen“ Leuten eben auch passiert, wenn wir uns im Urlaub auf Land und Leute einlassen. Für uns ist das alles normal, für Tam jedoch eher der Schritt ins Ungewisse… und wer will das, wenn das eigene Leben doch so perfekt eingerichtet ist.

Für mich hat Angie Snow mit „Rich & Stubborn“ – nach der „Never stay“-Serie ein beeindruckendes „Come back“ (wenn man das nach einem Jahr so sagen darf) hingelegt und mMn den nächsten Schritt gemacht.

Von mir gibt es für dieses Buch eine volle Leseempfehlung 💜.

Bye airson nis

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 530 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 292 Seiten
Verlag: dead soft verlag (11. September 2016)
Preis:  €   5,99   (Kauf = klick aufs Bild)

„Herbst, Handicap und heiße Herzen“ – Anthologie

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Autoren & Autorinnen
Sissi Kaipurgay – Handicap oder nur Brett vorm Kopf?
1. Jayden Leander – Lautlos ins Glück
2. AnBiÖz – Schwankend ins Glück – Oder Nicht?
3. Ani Rid – (K)eine Frage des Alters
4. E. R. Thaler – Two Spirits
5. Karo Stein – Picknick mit Mr. Right
6. Màili Cavanagh – Kreuzwege
7. Savannah Lichtenwald – Brittle life
8. Marie Chaos – Geliebter Feind
9. Sitala Helki – Wem du vertraust
10. Mary R. Smith – Blind Dinner
11. Angie Snow – Ein völlig neues Leben
12. Bernd Schroeder – Wir sehen uns dann morgen
13. Alexa Lor – Gekauft?!
14. Mia Grieg – Dunkle Seiten
15. Ani Rid – Schännieh Dunkelstrauch – Schuld-Gefühle
Zugabe: Sissi Kaipurgay – Fetisch: Kronjuwelen
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Persönliche Worte der Nudel*
Zum dritten Mal in diesem Jahr spenden Autorinnen und Autoren Storys für den guten Zweck. Diesmal stand das Thema Handicap, neben Herbst und heißen Herzen, im Vordergrund. Anfangs konnten viele gerade dem Hauptthema ‚Behinderung‘ nicht viel abgewinnen. Umso schöner ist es, dass zahlreiche gute Ideen bei mir eintrudelten. Ich danke allen Spendern von Geschichten und vorab schon mal denen, die das Buch kaufen und damit dem Projekt überhaupt zu Erfolg verhelfen. Zudem allen, die fleißig korrigiert haben. Jedem, der irgendwie Anteil daran hat, dass dieses Projekt zustande kommt, ein Dankeschön.
Die Erlöse gehen wieder an die Schwestern der perpetuellen Indulgenz in Berlin. Hier der link, falls sich jemand für deren Arbeit interessiert. http://www.indulgenz.de/
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  1. Ich bin platt! Was sich die Autoren zu diesem sicherlich nicht einfachen Thema haben einfallen lassen… Ich ziehe meinen Hut davor.
  2. Jede einzelne Geschichte war es Wert gelesen zu werden. Es war keine einzige dabei, bei der ich mir gedacht habe „och nee…“
  3. Ich habe mich beim Lesen des Öfteren gefragt, wie ich reagiert hätte – und ganz ehrlich? Ich weiß es nicht…

Die überwiegende Anzahl der Geschichten erzählen von sichtbaren Handicaps – diese können wir uns vor Augen führen, eine Reaktion zeigen (oder auch nicht) – denn meistens (wenn überhaupt) reagieren wir doch nur auf eine Situation und agieren nicht – teils weil wir Hemmungen haben, teils weil wir Angst haben etwas falsch zu machen und teils weil wir emotional einfach hilflos sind. Dabei haben wir doch ein denkendes und fühlendes „Wesen“ vor uns, das man (eigentlich) nur nach seinen „Bedürfnissen“ fragen müsste, aber…
Ganz zu schweigen, wenn dann der Gedanke hochkommt, was andere von uns (mit einem gehandicapten Partner an der Seite) denken könnten… Ehrlich? Sch… egal, denn es ist völlig „umps“ was andere von uns denken. Denn wenn es drauf ankommt, können wir es eh nicht beeinflussen und haben uns dennoch unser Leben lang wegen anderen verbogen…

Der andere Teil erzählt von Handicaps/Erkrankungen, die man eben nicht sieht. Von Erkrankungen die den Betroffenen in der Lebensqualität (extrem) einschränken; von seelische Blockaden die nie gelöst wurden, weil nicht darüber gesprochen wurde und an denen man(n) durchaus zerbrechen kann (vergesst nicht, es ist noch gar nicht so lange her, da war es noch nicht „chic“ einen Therapeuten zu haben) .

Ich liebe es, aus gelesenen Geschichten „etwas“ mitzunehmen – sei es ein positives Fazit oder ein bemerkenswerter Satz. In diesem Fall war es ein Zitat, welches mir spontan nach Beendigung dieses Buches einfiel:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antoine de Saint-Exupéry (Werk: Der Kleine Prinz)

Diesen Satz sollten wir uns alle immer wieder mal vor Augen führen und uns wenigstens ab und zu hinter die ganze Oberflächlichkeit unserer Welt schauen lassen.

In diesem Sinne seid gegrüßt, lest dieses Buch mit all den unterschiedlichen Geschichten. Es ist bestimmt für jeden etwas dabei.

Von mir – für Euch Autoren

♥ ♥ ♥ ♥ ♥ !

fàilte

El Ma                                                                                                                  

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1931 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 456 Seiten
Preis:  € 7,99   (und für mich jeden Cent wert)

*) Die Nudel der HomoSchmuddelNudeln