Buchbesprechung: „Liebeswirbel“ – Gabriele Oscuro

Liebeswirbel

Klappentext
Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern.
Coco Chanel

Eine kurze Begegnung im Fahrstuhl …
Ein Blick aus sturmgrauen Augen …
Ein Lächeln …
Gedanken, die nur noch um diesen Mann kreisen …
Kann man sich auch in der zweiten Hälfte seines
Lebens unsterblich auf den ersten Blick verlieben?

Dirk, fast fünfzig, geschieden und Vater eines erwachsenen Sohnes, begegnet Jakob und gerät in einen Wirbel, der sein Leben völlig verändert.

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Mit „Liebeswirbel“ habe ich jetzt so kurz vor Weihnachten ein Buch gelesen, das mit voller Breitseite einen Nerv bei mir getroffen hat und dem ich mich auch als Frau – im Alter der Protagonisten – nicht entziehen konnte.
Gabriele Oscuro erzählt gekonnt, mit welchen Zweifeln, Hoffnungen und Gefühlen sich gerade reifere Menschen „quälen“. Sie sind nicht weniger unsicher, als manch Jugendlicher, aber durch verschiedenste Lebenserfahrungen geprägt und z.T. vorsichtiger. Eigentlich sollte man annehmen, dass sie über manchen Dingen stehen, aber wenn man verliebt ist, spielt Alter keine Rolle. Sie sind immer noch die Kinder ihrer Eltern und erschwerend dazu vielleicht selbst schon Eltern und von daher genauso verunsichert, was deren Reaktion angeht, wie damals bei der ersten große Liebe.

Die Entwicklung der Geschichte bis hin zum Happy End wird in allen Facetten geschildert, die Sexszenen sind heiß und gut beschrieben (ja, auch in diesem Alter hat man noch Sex 😉 ), viele Gedankengänge der beiden werden sehr klar und dennoch emotional geschildert. Vielleicht kann ein junger Mensch nicht alle Ängste und Sorgen nachvollziehen, die Autorin trifft aber genau den Kern der Sache.

Selbstverständlich merkt man in manchen Situationen auch die Lebenserfahrung dieser beiden Männer. Hier ein Satz aus dem Buch, der mir in diesem Zusammenhang sehr gut gefallen hat und den man wohl nur mit ausreichend Lebenserfahrung nachvollziehen kann: „Wer nicht verzeiht, obwohl er liebt, beraubt sich selbst der Liebe.“  <Dieser Satz steht u.a. im Zusammenhang mit dem Buch „Weihnachtswirbel“ und zweier Nebencharaktere, die auch so ihr Päckchen zu tragen haben und deren Geschichte in eben dem vorgenannten Buch erzählt wird. (Auch dieses Buch ist übrigens sehr lesenswert 🙂 ) >.

Ein bisschen Crime mit einem durchgeknallten Stalker gibt es auch, dies bringt ein bisschen „Aufregung“ in die Story.

Wenn man das Buch gelesen hat, möchte man eigentlich gerne mehr über die Nebendarsteller wissen. Es gibt auf jeden Fall noch Potenzial für weitere Bücher der Autorin – ich sage nur „Laurin“ ggf. „Philipp“ (vielleicht weiter in der Zukunft, denn ein bisschen „Nach- oder Nebenberichterstattung“ wie es ihm erging, hat mir gefehlt). Was es mit „Hannes & Ajith“ auf sich hat, könnt ihr – wie schon erwähnt – in „Weihnachtswirbel“ nachlesen.

Zu guter Letzt, da das Buch „altersgemäß“ 😉 echt offene Türen bei mir eingerannt hat, noch ein Satz daraus, den sich gerade Eltern – aber nicht nur diese – zu Herzen nehmen sollten:

„Trotzdem, wenn das eigene Kind sagt: ich bin glücklich, welches Recht haben Eltern dann, sich einzumischen? Völlig egal, ob es mit einem Mann oder einer Frau glücklich ist.“

Dies gilt selbstverständlich ebenso für Freunde und Bekannte ;-). Kein Mensch hat das Recht, andere für ihr Leben zu kritisieren oder zu verurteilen. Vielleicht gefällt manch anderem „die eigene Art zu Leben“ auch nicht…

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes, besinnliches und friedliches Weihnachtsfest, auf das alle Menschen so angenommen werden wie sie sind.

fáilte El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 946 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 242 Seiten
Verlag: BookRix (20. August 2015)
Preis:    € 3,99   (Kauf = klick aufs Bild)

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