„So nötig wie Kopfweh“ – J.H. Knight

Klappentext
Seit seinem fünfzehnten Lebensjahr zieht Tommy O’Shea seine sieben jüngeren Geschwister alleine groß. Sein drogensüchtiger Vater und seine ebenfalls drogensüchtige Stiefmutter sind ihm dabei alles andere als eine Hilfe. Er hat es bisher immer geschafft, die Kinder zu ernähren und vor der Pflegeunterbringung zu bewahren. Dafür braucht er seine gesamte Energie, und eine Romanze, die sein Leben noch komplizierter macht, hat er so nötig wie Kopfweh.

Der junge Polizist Bobby McAlister gehört nicht in Tommys raue Welt, aber Tommy kann ihn einfach nicht loswerden. Während aus ihrer ungewöhnlichen Freundschaft ganz zaghaft eine Beziehung wird, überstehen sie gemeinsam die alltäglichen Stürme von Tommys Leben mit viel Gelächter und mehr als einem Streit.

Tommy ist es nicht gewohnt, Außenseitern zu vertrauen, und er hat in seinem ganzen Leben noch nie um Hilfe gebeten. Doch als ein tragisches Schicksal die Familie O’Shea trifft und alles bedroht, wofür Tommy gekämpft hat, muss er beides lernen, um sich von dem brutalen Schlag zu erholen.

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Wenn ich noch etwas gewartet hätte, hätte dieses Buch durchaus auch noch ein rundes Jubiläum auf meinem SuB schaffen können, da kurz nach dem Erscheinen gekauft und … Aber, die Vorsätze meinen SuB betreffend stehen noch, so dass nun immer mal wieder ein „altes“ Buch hervorgeholt wird. Und wieder einmal wurde ich mehr als positiv überrascht 😀.

Am Anfang hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, da man gleich mit dem ersten Satz schon mitten in der Geschichte drin ist und keine Gelegenheit hat, die doch ziemlich vielen Protagonisten für sich zu sortieren und kennenzulernen. Es lohnte sich aber auf jeden Fall dran zu bleiben und so mitzuerleben, wie es in einer Großfamilie am unteren Existenzlevel zugehen kann. Wieviel Liebe, Verständnis und gegenseitige Fürsorge möglich sind, um gemeinsam das tägliche Leben zu meistern.

Bereits mit 16 Jahren musste Tommy für seine sechs Geschwister die Eltern ersetzen, da seinem Vater der Alkohol und seiner Stiefmutter die Drogen wichtiger waren, als die Kinder. Einige Jahre und viele negative Erfahrungen später, trifft er auf Bobby, der dadurch, dass er einfach immer wieder auftaucht so nach und nach einen festen Platz im Leben der Familie O’Shea und ganz besonders bei Tommy einnimmt.
Fast unbemerkt beeinflusst Bobby die Familie positiv und als auch noch dessen Mutter,  nach einem weiteren Tiefschlag für Tommy, einfach in ihr Leben stürmt, scheint sich eigentlich alles zum Guten zu wenden, wenn da nicht immer wieder neue Nackenschläge wären. Zudem muss sich die Familie jedesmal neu sortieren, wenn Vater und Stiefmutter ohne Vorwarnung auftauchen. Aber auch das kostet Kraft, viel Kraft, von der sowohl Tommy als auch seine Schwester Colleen nicht mehr allzu viel haben.

Woher soll ich die Stärke nehmen, weiterzumachen, wenn meine Stärke im Lauf der Zeit
durch die sinnlosen Versuche, stark zu sein, aufgebraucht wurde?
© Margot S. Baumann
(*1964), Schweizer Lyrikerin und Aphoristikerin

Mit Bobby und Judy wird das Leben der Familie O’Shea etwas leichter, aber es wären nicht die O’Sheas, wenn auf Sonnenschein nicht wieder Starkregen folgen würde …

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn es erschreckend ist, dass so ein Leben überhaupt möglich ist. Das eine so große Familie es schaffen kann, permanent unter dem Radar zu leben und trotzdem zu überleben. Für mich hätte der Epilog durchaus noch etwas länger sein können, aber er gibt einem dennoch, so wie er geschrieben wurde, einen versöhnlichen Abschluss.

Dieses nicht ganz einfache Thema wurde von der Autorin meiner Meinung nach wunderbar umgesetzt. Trotz aller Problematik kommen Gefühle und Emotionen nicht zu kurz. Man muss die O’Sheas, aber auch Bobby und seine Mutter sowie Gene einfach mögen.

Bis bald,

El Ma

 

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