Buchbesprechung: „Anna & Eva – Nur eine Frage der Liebe“ – J. Walther

Anna und Eva

Klappentext
Anna ist sofort fasziniert, als ihr die auf herbe Art schöne Eva begegnet und setzt alles daran, sie kennenzulernen. Schneller als gedacht kommen sich die beiden Künstlerinnen näher, obwohl es für Eva die erste Erfahrung mit einer Frau ist. Doch gelingt es Eva wirklich, sich auf eine Frau einzulassen? Und kann Anna mit dem umgehen, was Eva ihr anvertraut? Eine Erzählung um sexuelle Identität und wahre Weiblichkeit.

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Ich finde das Cover wunderschön und im Stil sehr gut zu den anderen Büchern aus der Reihe passend. Zudem sind mit den beiden abgebildeten Frauen die beschriebenen „Typen“ gut getroffen worden und man kann sich sehr gut vorstellen, wer Anna und wer Eva ist.

Ich hatte mich sehr auf diese Sidestory von „Nur eine Frage der Liebe“ gefreut und wurde nicht enttäuscht. Allerdings wurde ich dadurch überrascht, dass „Anna & Eva“ wieder eher im Stil von „Benjamins Gärten“ und „Phillips Bilder“ geschrieben wurde und nicht in dem etwas „leichteren“ von „Nur eine Frage der Liebe“.

Die Geschichte von Anna & Eva hat mich schon interessiert, als ich das erste Mal von ihnen gelesen hatte, denn gerade Evas Geschichte und die Annäherung an Anna kam mir damals viel zu kurz. Und genau das ist es was mir persönlich auch in diesem Buch etwas fehlt.
Die Entwicklung der Beziehung der beiden Frauen wird sehr schön erzählt und das so, als wenn man ihnen durch die verschiedenen Sequenzen „als direkter Zuschauer“ folgt. Manche „Umschwünge“ in der Beziehung der beiden Frauen gehen mir etwas schnell, hier hätte ich gerne ein paar „Gedankengänge“ mehr gehabt, aber im Gesamten ist es wieder einmal eine schöne, „typische“ J. Walther Geschichte 🙂

Als einziges Manko empfinde ich – und dies liegt wahrscheinlich nur an mir und meinem Interesse an dem Thema Transsexualität (siehe Blogeintrag hier) – dass an der Vergangenheit von Eva leider nur ein kleines bisschen gekratzt wird. Da sich aber nicht jeder Leser für diese Thematik interessiert, denke ich, dass für jeden, der gerne die Bücher von J. Walther liest, auch diese Erzählung wieder ein Lesegenuss ohne Einschränkung sein wird.

Fàilte El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2618 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 100 Seiten
Verlag: HJW (15. April 2016)
Preis:  €  2,99  (Kauf = klick aufs Bild)

Buchbeschreibung: „Nur eine Frage der Liebe“ – J. Walther

Nur eine Frage der Liebe

Klappentext:
Als der junge Fotografiestudent Phillip den 26 Jahre älteren Galeristen Christoph kennenlernt, wird aus Sympathie schnell Freundschaft. Doch eigentlich ist da ein Knistern zwischen ihnen, eine Anziehung, der sich beide auf Dauer nicht entziehen können. Vor allem Phillip hat Bedenken – gibt er ihrer ungewöhnlichen Liebe eine Chance?

Der Roman ist eine Fortsetzung von „Phillips Bilder“, kann aber auch ohne die Vorgeschichte gelesen werden.

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Nun endlich komme ich dazu die noch fällige Buchbeschreibung von „Nur eine Frage der Liebe“ zu schreiben. Dabei war dies das erste der Bücher aus dieser Reihe, das ich gelesen habe.

„Nur eine Frage der Liebe“ ist in einem komplett anderen Stil geschrieben als die beiden anderen Bücher „Benjamins Gärten“ und „Phillips Bilder„. Philipp (ja, der aus Phillips Bilder) lebt nun, zwei Jahre später, in Berlin und trifft hierbei auf den wesentlich älteren Galeristen Christoph. Die Geschichte beschreibt den nicht immer einfachen Weg der Beiden, bis sie endlich zueinander stehen können, wobei sich Phillip noch viel schwerer mit dem Altersunterschied tut, als Christoph.
Jeder von uns hat sich sicherlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie es wäre, wenn man einen wesentlich älteren oder auch jüngeren Partner an seiner Seite hätte – J. Walther zeigt einem hier mit viel Gefühl eine Möglichkeit dessen auf. Phillip selbst kann sich emotional (noch) nicht wirklich von Seth lösen, hier hilft nur eine Reise in die alte Heimat und ein „sich stellen“ mit seiner Vergangenheit. Christoph hingegen hat große Bedenken, ob er denn diesen viel jüngeren Mann würde halten können.
Beide haben aber sehr gute Freunde, die ihnen durch diese nicht ganz einfache Zeit helfen.
J. Walther hat es wieder geschafft, bei mir eine emotionale Verbindung zu den Protagonisten zu erzeugen. Nicht nur die Hauptdarsteller Phillip und Christoph schafften es in mein Herz, nein auch Eva und Anna erreichten mich. Eva als Transfrau sogar so sehr, dass ich gerne noch mehr über sie gelesen hätte. In einer „sparsamen“ Version erzählt J. Walther „nebenher“ die sich anbahnende Verbindung zwischen den beiden Frauen. Sie gibt einem aber nie das Gefühl, hier nur eine Lücke füllen zu wollen, nein – die Verknüpfung mit Phillip und Christoph passt und ergibt eine runde Geschichte.

Ich lese die Bücher von J. Walther wahnsinnig gerne. Sie hat das Talent dem Leser eine emotionale Bindung mit den Protagonisten zu geben. Man liest das Buch und fühlt mit Freunden. Ich habe mir während des Lesens des Öfteren Gedanken gemacht, wie ich in der jeweiligen Situation reagiert hätte – egal ob emotional oder verbal, dies schaffen nicht viele Autoren.

Ich bin gespannt darauf, was J. Walther demnächst einfallen wird, hier jedoch darf ich eine liebevolle Leseempfehlung aussprechen und wieder

💜 💜 💜 💜 +

vergeben.

fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1611 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 234 Seiten
Verlag: HJW (16. Januar 2015)
Preis:   € 4,49  (Kauf: klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Die wahre Geschichte von Robinson Crusoe“ – J. Walther

Die wahre Geschichte...

Klappentext
Auch nachdem Robinson 20 Jahre allein auf seiner Insel verbracht hat, begegnet er dem »Wilden«, den er Freitag nennt, voller Überheblichkeit und Vorurteilen. Doch Freitag hat seine eigenen Mittel und Wege, Robinson Respekt abzunötigen und ihn schließlich auch für die Schönheiten des Lebens zu begeistern …

Die Erzählung basiert auf „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe.
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Die eigentliche Geschichte von Daniel Defoe kennt glaube ich jeder. Doch wenn man sich einmal Gedanken darüber macht, was in einem Menschen vorgeht, der mehr als zwei Jahrzehnte alleine auf einer Insel verbringen musste, ist man mehr als verwundert, dass er zu dem Zeitpunkt als „Freitag“ zu ihm auf die Insel kam noch nicht wahnsinnig geworden war.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er weder seinen Glauben, noch seinen Standesdünkel verloren. Er lernt…

Robinson lernt zu akzeptieren, dass Wilde auch Menschen sind, dass ihm „Freitag“ für Seele und Körper gut tut und er lernt, dass sein Status ohne die Gesellschaft des ihm vertrauten Menschen nichts zählt.

Die hier geschriebene Geschichte zeigt eine Seite auf, die so durchaus hätte passiert sein können. Sie wurde als Tagebuch in einem der damaligen Zeit sicherlich sehr ähnlichen Schreibstil verfasst. Mir hat sie gefallen, wobei es keine Geschichte zum „für einfach mal so“ zwischendurch lesen ist. J. Walther schreibt Geschichten, die einem immer einen Spielraum für eigene Gedanken „zwischen den Zeilen“ lässt.
Für mich sind ihre Bücher immer ein kleines Abenteuer, da man nie weiß, ob man das bekommt, was man erwartet. Es sind keine einfachen Bücher, doch bisher nahm jedes Abenteuer zu dem sie mich mitgenommen hat ein gutes Ende :-). Und was noch viel wichtiger für mich ist, ich nehme aus jeder ihrer Geschichten etwas für mich mit.

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fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition

Dateigröße: 1199 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 40 Seiten
Verlag: HJW (9. Oktober 2015)
Preis:   € 1,49  (Kauf: klick aufs Bild)

Buchbesprechung: „Phillips Bilder“ – J. Walther

Philipps BilderKlappentext:
Eigentlich soll Phillip eine Ausbildung zum Fotografen bei seinem Vater beginnen. Er würde zwar lieber studieren – aber reicht sein Talent dafür? Er geht der Entscheidung aus dem Weg und macht es sich bei Freunden in der Hängematte bequem. Dort trifft er den attraktiven, ungezwungenen Seth. Phillip stürzt sich in eine leidenschaftliche Affäre, aber Seth bewahrt lieber seine Geheimnisse. Und dann sind da noch seine Gastgeber Benjamin und David, die auf Phillip schon lange eine starke Anziehungskraft ausüben … „Phillips Bilder“ kehrt zurück in die Welt von „Benjamins Gärten“, erzählt aber eine eigenständige Geschichte.

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Die Geschichte „Phillips Bilder“ erzählt als unabhängige Fortsetzung von „Benjamins Gärten“ einen Ausschnitt aus Phillips Leben. Die Autorin versteht es wieder einmal mehr in geschriebenen Bildern eine ruhige, besonnene und „andere“ Geschichte zu erzählen.

Es handelt sich bei „Phillips Bilder“ nicht um eine klassische Liebesgeschichte. Eher erzählt sie uns die Aufarbeitung alter, noch nicht verarbeiteter Eindrücke, das Leben im „hier und jetzt“ und dies hauptsächlich aus Phillips Sicht. Jedoch kommen auch die anderen Charaktere – die man ggf. schon aus Benjamins Gärten kennt – nicht zu kurz. Denn auch Benjamins und Davids Entwicklung wird „nebenher“ sehr feinfühlig erzählt.
Vieles entknotet sich – was im vorangegangen Buch nur am Rande erzählt wurde – und wird somit zu einem schlüssigen Gesamtbild. Dennoch ist es nicht zwingend notwendig, die Vorgeschichte gelesen zu haben, verhilft einem aber zu einem besseren Verständnis.

J. Walther malt Bilder mit Worten, erzählt fast beiläufig wie es Phillips Freunden in den letzten Jahren ergangen ist. Die Entwicklung Phillips meint man selbst mit im Garten sitzend mitzuerleben. Nicht eine Szene ist reißerisch verfasst, alles liest sich weich, rund, stimmig und dies ohne kitschig zu sein.

In dem Moment, als Phillip entdeckt, dass ihm die Fotografie doch sehr viel bedeutet, öffnet sich sein Blick und sein Herz für das Wesentliche. Das Verhältnis zu seinem Vater bessert sich, seine Zukunftsaussichten werden klarer und alles was vor dem Eintreffen bei seinen Freunden grau in grau gezeichnet wurde, wird wieder bunt.

Wenn man das Buch am Ende „zuklappt“, wünscht man Phillip, dass ihm seine Freunde noch sehr lange erhalten bleiben, dass ihm seine Zukunft das bringt, was er sich erträumt und er endgültig seinen inneren Frieden findet. Es ist mit Sicherheit kein Buch, dass man mal schnell nebenbei liest. Vieles verbirgt sich zwischen den Zeilen.

Wem das Buch gefällt, dem kann ich „Nur eine Frage der Liebe“ empfehlen. Auch dieses Buch kann man unabhängig von den anderen lesen, ergänzt aber – in einem anderen Stil geschrieben – perfekt die Geschichte / den Lebensweg Phillips.

Für dieses „andere, besondere“ Buch, das so aus dem sonst so „üblichen“ Rahmen fällt, vergebe ich

♥ ♥ ♥ ♥+

fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1011 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 156 Seiten
Verlag: dead soft verlag (9. August 2013)
Preis:  € 3,99

Buchbesprechung: „Benjamins Gärten“ – J. Walther

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Klappentext:
Nach dem Tod seiner Eltern lebt der 19- jährige Benjamin allein in seinem Elternhaus. Verhaftet in seinen Erinnerungen, lässt er sich treiben, ohne zu wissen, was er mit seinem Leben anfangen will. Auch wenn er in seinem Heimatdorf keine Perspektive für sich sieht, ist er eingesponnen in die Natur und die idyllische Umgebung. In die Großstadt zu ziehen kann er sich nicht vorstellen. Doch eines Tages taucht in der leer stehenden Villa der geheimnisvolle Marek auf. Benjamin muss sich entscheiden …

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In wunderschönen Bildern zeichnet J. Walther die Geschichte Benjamins. Sie zeigt, dass man, obwohl man in einer kleinen Dorfgemeinschaft lebt, wo jeder jeden kennt, einsam und alleine leben kann. Gefangen in seiner Trauer zieht sich Benjamin immer mehr in die Einsamkeit zurück, die ihm eine trügerische Geborgenheit bietet. Er lebt in seinen traurigen Erinnerungen, die ihn auch durch gelegentliche Träumereien an schöne Ereignisse nicht aus seiner Lethargie reißen können. Schon als Schüler war ihm bewusst, dass er auf Jungs/Männer steht, meint, dies jedoch in der dörflichen Umgebung nicht oder nur sehr begrenzt ausleben zu können.

Schon bei der ersten Begegnung ist er von Marek beeindruckt, als er ihn dann wirklich trifft, ist Marek für ihn der erste Schritt aus seinem „Hamsterrad“.

Es treffen zwei nicht einfache Charaktere aufeinander, die zwar sexuell gut und ohne Probleme harmonieren, jedoch in der Kommunikation miteinander große Schwierigkeiten haben. Benjamin tut sich schwer über sich, seine Vergangenheit, banale Alltäglichkeiten und seine (zu Beginn) nicht vorhandene Zukunftsplanung zu reden. Ich konnte mich in vielen Bereichen in Benjamin hineinversetzen. Gerade die Szenen, in denen er in der Ruhe und Einsamkeit die Sicherheit findet, die er in manchen Situationen braucht, hat J. Walther wunderbar skizzieren können.
Auch Marek ist kein leichter Charakter, der ebenso nie wirklich aus sich herausgeht und es so für Benjamin sehr schwer macht, über seinen Schatten zu springen und einfach mal nur belanglose Dinge zu erzählen.
Marek gibt Benjamin nicht das Gefühl, dass er an eine Zukunft glaubt, so das sich Benjamin wieder von Verlustängsten getrieben verschießt und förmlich auf den Abschied von Marek wartet.
Benjamin wächst an Marek, bringt es irgendwann fertig, mit den zurückliegenden Jahren abzuschließen und geht gestärkt aus der der Zeit mit Marek heraus.
Dieser Weg war für Benjamin – so schwer er auch zu gehen war – nötig, um wirklich frei und ohne Altlasten auf Marek zu- und eine gemeinsame Zukunft anzugehen. Ich gehe davon aus bzw. hoffe, dass man die Beiden als Paar in der Geschichte „Phillips Bilder“ wiedertrifft.

Benjamins Gärten war für mich keine Geschichte für „mal schnell“ zwischendurch. Dafür konnte ich (zu)viel zwischen den Zeilen herauslesen. Für mich war es keine leichte Kost. Vielleicht auch, weil ich mich in vielen Szenen selbst wiedererkannt habe.

Danke J. Walther für den kleinen in Bildern vorgehaltenen Spiegel.

Die Geschichte um Benjamin und Marek bekommt von mir tief berührte

♥ ♥ ♥ ♥ +

fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1983 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 154 Seiten
Preis: € 3,99