„Zero at the Bone: Eiskalt bis ins Mark“ – Jane Seville

Zero at the bone

Nachdem er Augenzeuge eines Mafia-Mordes geworden ist, wird Chirurg Jack Francisco ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen und an einen sicheren Ort gebracht, bis es Zeit für ihn sein wird, vor Gericht auszusagen. Ein Profikiller, nur als D bekannt , wird durch Erpressung dazu gezwungen, Jack aufzuspüren und zu töten. Doch ein letzter Rest von Gewissen verbietet es D, einen unschuldigen Mann zu ermorden. Stattdessen geschieht das Unwahrscheinliche: Jack und D werden zu Verbündeten und sind bald schon gemeinsam auf der Flucht vor geheimnisvollen Feinden.

Um zu überleben, müssen die beiden Männer zusammenarbeiten. Aus diesem Zwang heraus formt sich zwischen ihnen eine emotionale Bindung, die bald schon zu einer unerwarteten Leidenschaft heranreift. Jack sieht die verwundete Seele unter Ds kaltem, emotionslosem Äußeren, und D erkennt in Jack den einen Menschen, der ihm helfen kann, wieder zu dem Mann zu werden, der er einst war. Je näher sie dem Tag von Jacks Aussage vor Gericht kommen, desto klarer erkennen Jack und D, dass sie nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch um ihre Zukunft… ihre gemeinsame Zukunft.

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Tja, und wieder einmal habe ich nach dem Lesen eines Buches meinen Kopf auf die Tischplatte fallen lassen… Wieder einmal habe ich ein Buch ein halbes Jahr auf dem Reader liegen lassen und immer weiter vor mir hergeschoben… tststs     Fehler, böser Fehler…, denn, es ist Mitte Januar und ich habe mit diesem Buch bereits ein absolutes Highlight in diesem Jahr gelesen 🙂

Ich kann es gar nicht genau festmachen, warum dies so ist. Es ist keine „nette“ Geschichte. Es gibt nur wenige wirklich kuschelige Sexszenen, meist ist es rauh und hart – dennoch hatte ich nie das Gefühl, das es mir unangenehm oder zu viel wurde.
Ich bin kein großer Fan von Thrillern und doch hat mich das Buch gepackt.
Gerade das knurrige Auftreten von „D“ sowie sein ausgeprägter Strassendialekt, seine extrem introvertierte Art, seine harte, unterkühlte und bissige Ausstrahlung hatten für mich einen Charme, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Im Gegenzug oder auch als ausgleichender Pol nimmt Jack dem Ganzen die oft nur schwer verdauliche Härte. Jack ist gefühlt der Gutmensch schlecht hin. Nett, ehrlich, sozial und hilfsbereit, ein guter Bürger, der seiner Bürgerpflicht nachkommt und sich als Zeuge zur Verfügung stellt und und und… Dennoch ist es nie zu viel davon, denn er ist u.a. auch dickschädelig, neugierig, ungeduldig und somit sehr menschlich.

Wie diese beiden Männer sich annähern und mit der Situation umgehen, in der sie sich befinden, finde ich wunderbar beschrieben. Die Autorin schafft es, dass man immer das Gefühl hat, mittendrin statt nur dabei zu sein. Ihr gelingt es, „D“ trotz seiner Vorgeschichte eine gute Portion Menschlichkeit mitzugeben, so dass ich ihm gegenüber von Beginn an ein gewisses Grundvertrauen und Verständnis entgegenbringen konnte.

Es passiert viel in diesem Buch, es gibt Überraschungen und Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Sehr bildhaft beschriebene Actionszenen wechseln sich mit ruhigeren – aber nicht langweiligen – Passagen ab. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass man an den Gedankengängen von „D“ und Jack teilhaben konnte. Dies erklärt vieles, was man sonst im normalen Geschehen gar nicht hätte nachvollziehen und auch nur schwer in der Geschichte hätte unterbringen können.

Eigentlich ist das Buch in sich abgeschlossen, könnte aber, da es ja (auch) ein Thriller ist, mit dem neuen Bösewicht, der am Ende noch „seine Handschrift“ hinterlässt, gerne eine Fortsetzung vertragen. Drum liebe Jane Seville, ich will noch viel mehr „D“! und auch noch ein schönes Stück „Jack“ erleben – also ran an Teil 2.

Und wie man mittlerweile schon weiß, ich liebe es, wenn ich in einem Buch einen Satz finde, der mir besonders gut gefällt. Auch in „Zero at the Bone“ wurde ich fündig :-). Mein Satz des Buches fängt mit Jack an und „spielt“ nach einer ziemlich unschönen Szene (und passt doch so herrlich auch auf das reale Leben)…

„Scheiße fällt einfach vom Himmel, oder?“
D nickte. „Ja. Musst eben schnell genug tanzen, dass dich nix von erwischt.“

In diesem Sinne, gibt es von mir für „Zero at the Bone“ eine volle Leseempfehlung (5 💜) und den Tipp:  Leute, tanzt was das Zeug hält ;-).

fáilte El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1641 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 554 Seiten
Verlag: Dreamspinner Press (7. Oktober 2014)
Preis:    €  6,56  (Kauf = klick aufs Bild)

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