„Schuld“ – K.C. Wells

Klappentext
Das abrupte Ende einer zweijährigen Beziehung hat Mitch Jenkins den Boden unter den Füßen weggezogen. Selbst zwei Monate später leidet er immer noch. Der Versuch eines Kollegen, ihn aufzuheitern, führt Mitch in einen geheimen „Club“. Mitch hat keinerlei Interesse an den Twinks, die herumstolzieren wie Pfauen. Doch dann entdeckt er ganz hinten im Raum einen jungen Mann mit einem Buch vor der Nase, der nichts von seiner Umgebung wahrzunehmen scheint. Jetzt ist Mitch interessiert.

Nikko Kurokawa will nur seine Schulden begleichen und dann nichts wie raus aus dem Black Lounge – wo er nicht nur zum Sex gezwungen wird, sondern manchmal auch Misshandlungen erdulden muss, um Kunden zufriedenzustellen. Sein Leben wird ein klein bisschen leichter, als er Mitch kennenlernt, der so ganz anders ist als die anderen Männer, die den Club besuchen. Und als Mitch ihm erst unter die Haut und dann in sein Herz kriecht, meint Nikko alles ertragen zu können. Schon bald wird er frei sein, und dann können er und Mitch zusammen herausfinden, ob es eine gemeinsame Zukunft für sie gibt.

Keiner von beiden rechnet mit denen, die Nikko nicht gehen lassen wollen …

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„Schuld“ ist eine Geschichte, die mich zwar positiv gestimmt, aber dennoch etwas zwiegespalten, zurücklässt. Mitch ist ein Mensch, den man einfach mögen muss. Im Herzen gut, aber wie er findet bzw. ihm sein Expartner eingeredet hat, einfach nur langweilig. Um aus seiner melancholischen Phase wieder einen ersten Schritt herauszukommen, lässt er sich auf den Tip eines Kollegen ein und besucht einen geheimen Club. Und wieder ist es ein vermeintlicher Griff ins *Klo*, als er die Typen, die sich dort präsentieren, sieht. Doch da kommt Nikko ins Spiel. Dessen introvertierte Art spricht ihn sofort an und er versucht sein Glück.

Mit Nikko hatte ich zu Beginn wirklich Schwierigkeiten. Nicht, dass er nicht auch nett wäre, aber dass ein junger Mann Anfang zwanzig so naiv sein kann, konnte ich nicht glauben. Sich einfach blindlings in die „Rettung“ seines Bruders zu stürzen, ohne irgendwelche Hintergrundgespräche zu führen bzw. zu wissen was er, wie lange tun muss und welche Konsequenzen auf ihn zukommen … Alter Falter … habe ich mir beim Lesen so gedacht. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich nicht sogar wirklich den Kopf geschüttelt habe.

Als sich Nikko immer mehr auf Mitch einlässt und dieser mitbekommt, dass Nikko diesen „Job“ nicht freiwillig ausübt und schon gar nicht darauf vorbereitet war, was und vor allem wer etwas mit ihm macht, reift in Mitch der Plan, dass er „seinen“ Nikko da rausholen muss, egal was es kostet.

Was war ich froh, dass Mitch so eine tolle Familie hat, denn auch bei ihm traf dann der Spruch „Liebe macht blind bzw. das Hirn leer“. Egal ob sein großer Bruder, seine teils sehr kritischen (aber liebevollen) Schwestern oder gar seine Eltern, alle stehen ihm mit sinnvollem Rat zur Seite. Dieser Teil der Geschichte hat mir am besten gefallen, denn er war wirklich gut durchdacht und wurde von Mitch aus konsequent so durchgezogen –

– gut, dass er zudem noch eine so gute Freundin, mit den richtigen Beziehungen hat. Für Mitch ging das alles – zum Wohle von Nikko – in seiner Gedankenwelt nicht schnell genug, für mich als Leser war die Zeitspanne von „Überlegung, zu Handlung – bis zur Umsetzung des großen Schlags“ extrem schnell. Ob dies in der realen Welt – trotz laufendem Fall – so umsetzbar gewesen wäre, lass ich mal so dahingestellt …  Aber, und deswegen lesen wir ja fiktive Geschichten und keine Tatsachenberichte, dürfen manche Dinge sich auch einfach mal in Wohlgefallen auflösen 😀, denn was weiß ich schon vom amerikanischen Strafverfolgungsprozedere bzw. vom Ablauf eines dortigen Polizeieinsatzes.

Nichtsdestotrotz endet „Schuld“ rund und mit einem Happy End, so dass ich mich entspannt zurücklehnen konnte. Einzig der Verbleib des Bruders war dann doch noch etwas wage für mich (und ich denke auch für Nikko, zumindest klang das für mich ein bisschen so durch).

Ich mag die Geschichte. Sie hat manche Stelle, die mich mal so richtig hat schlucken lassen, dann musste ich zwischendurch mal die Augen verdrehen und den Kopf schütteln, dann wieder vor mich hinseufzen und ganz zum Schluss zufrieden grinsen. Was will man als Leser mehr 😀.

Bis bald,

El Ma

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