„Jace … and no way back“ – M.S. Kelts

jace-and-no-way-back

Klappentext
Dass Dirk Dohlinger ein „Problem“ mit Männern hat, weiß er nicht erst seit dem Abend, an dem er seinen Bruder Mike und dessen Lebensgefährten Jamie bei einer heißen Nummer überrascht hat. Er versucht jedoch krampfhaft, an seinem Leben als Ehemann und Vater festzuhalten und überspielt seine Unzufriedenheit. Es gelingt ihm auch gut, bis er von Mike zu einem Casting für ihre Agentur gedrängt wird. Dort begegnet er dem Model Jace Stolz. Zwischen den beiden völlig unterschiedlichen Männern fliegen die Funken und sie beginnen eine Affäre, die ihrer beider Leben komplett auf den Kopf stellt.

******************************

Schwierig… schwierig – für mich diese Geschichte zu greifen. Ich glaube, dies wird mal wieder ein „etwas anderes“ Review…

Habe ich Loving Silver und Mr. Ironheart geliebt, so kann ich bei „Jace …and no way back“ auf jeden Fall für ein „ich mag es sehr“ unterschreiben. Ganz kommt dieses Buch für mich leider nicht an die beiden anderen Bände heran, aber ich denke es ist auch verdammt schwer sich mit einem der besten Gay-Romance-Bücher, das ich kenne, messen zu lassen (auch wenn es aus der selben Feder kommt).

Jace ist toll, leider kommt er für mich in dieser Geschichte ein bisschen zu kurz, dafür ist Dirk als Charakter, rein von der Buchpräsenz her, dominanter – aber nur dort, denn er ist ein bequemer, verbohrter und eigentlich langweiliger, spießiger Softie. Ich habe mich lange gefragt, was passieren muss, damit dieser Mann in „Wallung“ gerät. Wie kann ein Mann mit Mitte dreißig nur so „grrrr“ sein. Es ist mir selten passiert, dass mich ein Charakter aggressiv macht, aber Dirk hat es geschafft (auch eine Leistung *g*). Leider kenne ich wirklich einige erfolgreiche Männer, die im Berufsleben ihren Mann stehen, tolle Leistungen bringen und Erfolge ohne Ende haben, die aber im Privatleben absolute Luschen sind und was Empfindungen und Empathie angeht, autistische Züge vorweisen. Von daher muss ich sagen (so leid es mir tut) hier hat M.S. Kelts durchaus einen Charakter aus dem wahren Leben beschrieben.

Ich habe die Geschichte von Jace und Dirk gerne und in einem Rutsch gelesen. Die Sexszenen sind heiß und schön geschildert und der Weg zum Ziel vielleicht einen Ticken zu lang, aber mMn durchaus lesenswert. Auch Jace hat sein Scherflein zu tragen, das Leben hat durchaus Spuren an ihm hinterlassen und dennoch ist er im Gegensatz zu Dirk weiter gegangen und nicht stehengeblieben. Dies merkt man über die ganze Geschichte hinweg, auch wenn er in manchen Situationen durchaus kopflos und überstürzt handelt. Er war aber für mich einfach der sympathischere Protagonist. Um Dirk toll zu finden, muss man entweder so wie seine Frau sehr materiell und statusbezogen eingestellt sein oder aber eine latent dominante Art haben 😉 oder als Mann durchaus auch mal „nur“ mit dem kleinen Gehirn ein paar Etagen tiefer denken. Tja, und nachdem er seiner Frau Melanie ja nie etwas entgegen gesetzt hat, hat sie es wie Zsa Zsa Gabor gehandhabt, die der Meinung war:

Natürlich muß man die Männer nehmen, wie sie sind. Aber man darf sie nicht so sein lassen.

Aber, vielleicht entwickelt sich Dirk ja nun weiter, jetzt wo er nicht mehr im Schrank leben, er nicht mehr allen Ansprüchen Dritter – die er sich jahrelang eingeredet hat – gerecht werden muss. Erste Anzeichen dafür hat es ja gegeben.
Gegen Ende der Geschichte ist Dirk langsam in meiner Achtung gestiegen, denn sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, sich um andere zu kümmern und sich nicht mehr von allen in eine Rolle pressen zu lassen, ist ein erster Schritt zum „Selbst sein“.
Man darf die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben also nie aufgeben ;-).
Man mag es nach vielen gelesenen Seiten mit dem Softie Dirk gar nicht glauben, er geht tatsächlich den ersten Schritt, entwickelt Empathie und sorgt sich um seine Mitmenschen. Ich könnte hier noch stundenlang weitermachen, so wahnsinnig hat mich dieser Mann gemacht, aber da zum Schluss alles gut wird… 🙂

Zudem war es wunderbar wieder auf Mike & Jamie und Roman & Chris zu treffen, die der Geschichte immer wieder einen Schubs in die richtige Richtung geben konnten und zu sehen, dass es diesen Paaren immer noch gut geht.

Wie man mittlerweile weiß, liebe ich Folgegeschichten und Sidestories, in denen man immer wieder etwas über das Leben von Buchprotagonisten erfährt. Ich hoffe dann mal fleißig auf Weihnachten, Hochzeitstage, „Schottenfeste“ und und und 🙂

 zaunpfahl

In diesem Sinne

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 899 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 567 Seiten / tatsächliche 608 Seiten 🙂
Verlag: dead soft verlag (20. September 2016)
Preis:   € 6,99  (Kauf = klick aufs Bild)

Eine Anmerkung zum Lekorat des Dead Soft Verlages, hier muss /sollte zukünftig noch nachgelegt werden.

Advertisements

Buchbesprechung: „Allicanto – Goldvogel“ – M.S. Kelts

Allicanto

Klappentext
Tom findet einen bewusstlosen Mann im Wald, umgeben von Tausenden von goldenen Federn. Er nimmt ihn mit und kann der Anziehungskraft des Fremden nicht widerstehen.
Aber einen Allicanto muss man frei lassen, sonst bringt er das Verderben …

***********************

Bei „Allicanto – Goldvogel“ handelt es sich um eine Gay-Fantasy Geschichte. Warum ich dies gleich an den Anfang setze? Ganz einfach, es handelt sich vorrangig um eine Fantasy-Geschichte, das heißt für mich, es muss nicht alles logisch, nicht alles und jedes en detail erklärt werden. Hier darf der Autor – anders als z.B. bei einem Thriller oder Krimi seine Fantasie schweifen lassen.

Ich habe diese Geschichte einfach nur genießen können, musste mir keine Gedanken machen, ob und wie etwas funktioniert. Ich habe, wie viele von uns Buchverrückten, bevor ich das Buch gekauft habe, die verschiedensten Rezensionen gelesen, da ich ja nicht unbedingt der Fantasy-Fan bin. Hier wurde u.a. bemängelt, dass Tom seinem „inneren Drang“ gefolgt ist. Why not? Jeder von uns hatte sicherlich schon einmal das Gefühl, dass er dringend zu genau diesem Zeitpunkt etwas tun muss, wozu er 10 Minuten vorher noch nicht einmal einen Gedanken verschwendet hat. Ich habe festgestellt, dass Erwartungen immer ein ganz schlechter Ratgeber sind (und dies nicht nur bei Büchern 😉 ). „Allicanto – Goldvogel“ ist anders, ganz anders als „Loving Silver“ und wieder anders als „Mr. Ironheart“. Es ist Fantasy und meiner Meinung nach eine wunderbare Geschichte, die sich flüssig und angenehm lesen lässt, die Spaß macht, Bilder im Kopf entstehen lässt und einem einfach ein schönes Wochenende bereitet.
Wer Bilder im Kopf braucht: z.B. die Beschreibung des Fischreihers, wer schon einmal diesen wunderschönen Vogel in Natura gesehen hat, kann ihn sich bei der bildhaften Schilderung von M.S. Kelts wie auf einer Kinoleinwand vorstellen.

Wer also eine Gay-Fantasy-Geschichte lesen will und sich auf ein Buch einlassen kann, dass einfach nur eine schöne Liebesgeschichte erzählt, bei der man lächeln kann, ein paar Tränen verdrücken muss und sich am Ende einfach nur entspannt zurücklehnen kann, dem sei Allicanto-Goldvogel ans Herz gelegt.

Zum Abschluss bin ich so frei und nehme wieder einmal „den“ für mich besonderen Satz aus diesem Buch heraus, denn er ist ebenso für das tägliche Leben geeignet und passt gerade in der aktuellen Zeit sehr gut:

„Manchmal muss man dem Fremden einfach eine Chance geben und auf seinen Instinkt hören […]“

In diesem Sinne, genießt das Buch ohne Vorbehalte und Erwartungen, es ist es auf jeden Fall wert.

Fàilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2239 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 265 Seiten
Preis:    € 4,99