„Tom“ – Mary R. Smith

Tom und Hayato führen seit Jahren eine sehr harmonische Beziehung, die getragen wird von Liebe und Respekt. Tom vertraut seinem Ehemann und überzeugt ihn davon, den Platz seines erst kürzlich verstorbenen Vaters einzunehmen und mit seiner Mutter auf Kreuzfahrt zu gehen.

Während Hayatos Abwesenheit trifft er auf einen alten Bekannten, der ihm ein interessantes Angebot macht. Nach kurzem Zögern geht er darauf ein, nichts ahnend, dass in dieser Nacht etwas geschieht, das sein Leben aus der Bahn wirft und ihn an den Rand der Verzweiflung treibt sowie eine Verkettung unglücklicher Umstände nach sich zieht.

Info: 106.000 Wörter; 440 TB-Seiten

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ich bin durch …
… mit dem Buch und mit den Nerven 😉

Mit den Vorgängerbänden (meine Reviews hierzu findet ihr für „Carl I“ hier, für „Carl II“ hier, für „Will(iam)“ hier und für „Lorenzo“ hier)  aus der Serie der „Londoner Jungs“ hat Mary R. Smith die Messlatte für Tom verdammt hoch gehängt.

Folgende Lesereihenfolge wäre zu empfehlen:
1. Carl
2. Lorenzo (optional – hier taucht Will das erste Mal auf)
3. Will (optional – weil die beiden ja eher nebensächlich sind)
4. Carl II
5. Carl – wie es begann (könnte theoretisch auch vor Carl gelesen werden … aber ist ja eher ein Bonus )
6. Tom

und nein, das soll jetzt keine Verkaufsplattform sein, aber mir hilft es immer, dass wenn ich eine Serie vor mir habe, ich weiß, in welcher Reihenfolge ich sie lesen sollte, damit eins ins andere greift und somit ist auch für die Zukunft für meine grauen Zellen vorgesorgt.

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Nun aber wirklich zu Tom, denn um ihn geht es ja schließlich 😀

Tom war in den vergangenen Bänden immer der stets freundliche, hilfsbereite und gut gelaunte beste Freund von Carl. Als das Leben „nicht besonders nett“ zu Carl war, war er (aber auch der restliche Freundeskreis) immer da, um zu helfen, zu unterstützen, zu trösten und wieder aufzubauen.

Tom so am Boden zu sehen, war jetzt nicht unbedingt das, was ich von dem Sonnenscheinchen lesen wollte. Es erschreckt mich immer, wenn solch vermeintlich starke Menschen so zusammenbrechen und dann auch noch völlig irrational reagieren. So wollte ich Tom wirklich nicht näher kennenlernen …
Die Zeit, in der Hayato mit seiner Mutter auf Kreuzfahrt geht, deckt Seiten von Tom auf, die so nicht einmal seine Freunde von ihm kannten. Mit Menschen, die mit ihrer freien Zeit Probleme haben, da sie nicht wissen, was man damit anfangen soll … tststs … habe ich auch im „realen Leben“ so meine Probleme –  und das was Tom tut, ist wahrlich keine Lösung …

Hayato wollte ja erst nicht mit seiner Mutter auf Kreuzfahrt gehen, aber Tom hat ihn davon überzeugt, es doch zu tun. Als es während der Reise zur Katastrophe kommt, bricht für Tom (s)eine Welt zusammen, da diese sich komplett um Hayato dreht. In seinem geistigen Hamsterrad gefangen, begeht er einen folgenschweren Fehler, der einen Rattenschwanz an Reaktionen nach sich zieht.

Zu sehen, wie schnell Tom ganz nach unten abzusacken droht, hat mir in der Seele weh getan. Dazu noch ein ebenfalls traumatisierter Hayato und keiner reagiert mehr so, wie er im „Normalzustand“ reagiert hätte.

Keine Bange, alles wird gut, der Weg dahin ist allerdings beschwerlich für Tom. Zu merken, dass seine Freunde nicht für alle seine Ausrutscher Verständnis aufbringen, aber dennoch für ihn da sind, hilft ihm durch diese schwere Zeit hindurch. Er muss viel dafür tun, dass alles wieder „gut“ wird und man davon träumen kann, dass wir den „alten“ Tom wieder zurückbekommen. Aber auch Hayato hat mit den ganzen Vorkommnissen zu kämpfen und tut sich schwer damit, schnell wieder auf Tom zuzugehen.

In dieser Zeit erfährt man viel über Tom und Hayato, über Vergangenes, gemeinsame Wünsche und Ziele. In der Zeit ohne Hayato hat Tom mit einigen Blackouts fertig zu werden, über die man dann so nach und nach auch noch einiges erfährt und bei denen  ein Typ namens Eric, eine nicht zu kleine Rolle in dem ganzen Wirrwarr spielt. Es stellt sich heraus, dass dieser ein richtig netter Kerl ist, der es nicht verdient hat, als der böse Buhmann hingestellt zu werden (wer die Bücher von Mary R. Smith kennt, wird sich sicher an Eric erinnern. Wir haben ihn ja bei Will schon mal „getroffen“).
Ich fand ihn auf jeden Fall so sympathisch und nett, dass ich mir für ihn gut eine eigene Geschichte vorstellen kann. Denn so wie ich ihn in diesem Buch kennengelernt habe, hat auch er einen tollen Partner verdient 😀.

Und obwohl die eine oder andere Träne bei Toms Geschichte geflossen ist, kam sie für mich nicht ganz an die vorangegangenen Geschichten heran – aber dies sind Nuancen und haben dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Indiz dafür ist, dass neben dem eBook demnächst auch noch das TB bei mir einziehen darf.
Zudem hoffe ich auf weitere Geschichten aus dem Londoner Universum denn noch ist meiner Meinung nach auch die Geschichte von Tom & Hayato (bezüglich ihrer Wünsche und Hoffnungen) noch nicht zu Ende erzählt und wie gesagt, Eric gibt’s ja auch noch (jahaa, ich wiederhole mich, aber vielleicht hat es ja irgendjemand noch nicht mitbekommen 😉).

In diesem Sinne,

bis bald

El Ma

Kaufen könnt ihr das Buch hier  |  mehr zur Autorin findet ihr hier

„Carl II“ – Mary R. Smith

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Klappentext
Nach Jahren scheint Carls Glück endlich perfekt, als er Robert das Ja-Wort gibt. Doch schon nach den Flitterwochen gibt Roberts merkwürdiges Verhalten ihm Anlass zur Sorge. Misstrauisch geworden, möchte Carl dem Geheimnis auf die Spur kommen, nichts ahnend, dass es ihm den Boden unter den Füßen wegziehen wird. Alte Ängste treten plötzlich ans Tageslicht und es heißt diesmal: ALLES oder NICHTS! Ein Kampf um sein persönliches Glück und seine große Liebe.

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Auch heute noch – einige Tage später – fällt es mir schwer, dieses Review zu schreiben. Ich hatte ja schon in „Carl I“ mit den Protagonisten mitgelitten und mich mitgefreut. Es war wie ein eintauchen in einen neuen, eigenen Freundeskreis. Schon „Carl I“ war keine leichte Kost, aber was uns Mary R. Smith mit „Carl II“ serviert, war/ist – zumindest für mich, auch wegen persönlicher Betroffenheit – eine sehr emotionale Kost. Ich weiß nicht, ob ich während des Lesens – zumindest nach den Anfangskapiteln – irgendwann mal kein Taschentuch in der Hand hatte. Sie hat es auch diesmal geschafft, mich mit den Charakteren mitfiebern zu lassen, zumal es im 2. Band (der 6. der Serie) hauptsächlich um Robert, meinen persönlichen Lieblingsprotagonisten, geht.

Man muss „Carl I“ nicht zwingend gelesen haben, ich würde es dennoch empfehlen, da ihr es euch sicherlich im Anschluss an „Carl II“ eh kaufen werdet, um mehr Hintergrundwissen zu bekommen *g*.

Achtung jetzt könnte es spoilern… Weiterlesen

„William (K)ein Mann zum Verlieben“ – Mary R. Smith

William

Klappentext
William ist zufrieden mit seinem Leben. Er hat einen guten Job, eine tolle Wohnung, treue Freunde und zahlreiche Affären, zu denen er stets ehrlich ist. Er behauptet bei jeder sich bietenden Gelegenheit, kein Mann für eine Beziehung zu sein.
Als der bis dahin unerreichbar geglaubte und frisch geschiedene Matthew ihm beichtet, dass er schwul ist, stellt er damit Wills Welt völlig auf den Kopf.
Plötzlich sieht Will sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert und gerät zwischen die Fronten von Matt und dessen Exfrau Amy.
Viel zu kompliziert für ihn … oder doch nicht?

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Da ich bisher alle Bücher der „Londoner Jungs“ von Mary R. Smith gelesen habe, kannte ich Will bereits aus „Carl“ und „Lorenzo„. Auch wenn Will stets den Eindruck eines „sehr wechselfreudigen“ Mannes hinterlassen hat, war er neben Robert immer mein Lieblingscharakter. Er war stets ehrlich und fair zu seinen Sexpartnern und hat sie nie über seine Vorstellung, wie er sein Leben leben möchte, im unklaren gelassen. Aus diesem Grund ist er auch im Nachhinein bei seinen „Verflossenen“ immer wieder gerne gesehen und hat dabei sogar Freunde fürs Leben gefunden.

Nun aber zur eigentlichen Handlung des Buches. Will schwärmt schon lange für seinen Allergologen Matt und ist erstmal hoffnungslos überfordert, als dieser ihm erzählt, dass er seit einiger Zeit geschieden ist und eigentlich auf Männer steht.
Will hat aus gutem Grund viele Jahre auf eine Partnerschaft verzichtet und kann sich nur langsam dafür erwärmen etwas dauerhaftes mit Matt anzufangen. Aber was wäre man ohne gute Freunde, die einem vorleben, wie schön eine Beziehung sein kann und die einem in jeder Lebenssituation ohne wenn und aber zur Seite stehen.

Wie immer bei Mary R. Smith konnte ich mich komplett auf die Geschichte einlassen. Man lernt die Protagonisten wirklich kennen, man möchte ihnen am liebsten den Tee reichen, wenn es mal wieder anstrengend wird oder bei Rod in der Stammkneipe den Whisky einschenken und sagen, dass alles wieder gut wird. William ist rein optisch eine glatte 10 auf der Scala. Er ist groß, sieht fantastisch aus, hat einen Traumberuf, verdient gut, engagiert sich sozial – also einfach ein Traum von einem Mann? Will ist  krank, hat schweres allergisches Asthma und wird dadurch für mich so richtig menschlich. Denn mal ganz ehrlich, wer will schon wirklich den perfekten Mann zu Hause haben?
Er hat ein großes Herz, handelt aber manchmal sehr spontan wenn ihn etwas ärgert. Die Kombination aus beidem bringt Trouble in die noch fragile Beziehung zwischen Will und Matt, es kommt dadurch aber auch etwas Bewegung rein und die Situation klärt sich :-).

Die Geschichten von Mary R. Smith haben Tiefe, sind nicht hektisch und überdreht, haben aber immer einen Handlungsstrang, den man gerne verfolgt und man mag das Buch nur schwer aus der Hand legen. Ähnlich einer Lieblingsfilmserie, bei der man immer aufs Neue wissen will, wie es den Darstellern ergeht.

Ich mag die Bücher über die Jungs. Carl war für mich eine ganz besondere Geschichte. Mit Lorenzo habe ich mitgelitten und hier bei Will konnte ich eine Entwicklung mitverfolgen, die mich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln hat schließen lassen. Es ist schön, wenn ein Lieblingsprotagonist endlich sich selbst findet und alle alten Geschichten hinter sich lassen kann.
Wie würde ich mein „Verhältnis“ zu Will (wenn ich denn müsste) am Besten beschreiben? Ganz einfach, wenn er nicht schwul wäre, dann würde ich meine Bewerbung um die Position an seiner Seite mit in den Ring werfen 🙂

Auch in diesem Buch kamen wieder Personen vor, über die man gerne mehr wissen möchte. Ob es nun um Tom und Hayato, um Paddy oder Eric geht. Die Autorin schafft es immer wieder, dass man neugierig auf mehr wird und damit einhergehend die Hoffnung hat, dass…

Wie kann ich besser erklären, wie gut mir dieses eBook gefallen hat, als…? Zum einen visuell mit 5 💜 und noch viel deutlicher: das Taschenbuch für’s Regal ist ebenfalls schon bestellt und darf sich neben Carl und Lorenzo einreihen.

Fàilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 5609 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 381 Seiten
Preis:   € 6,99   (Kauf = klick aufs Bild)

„Carl“ – Mary R. Smith

Carl

Klappentext
Der Mathematikprofessor Carl Baker fühlt sich in seiner Beziehung zu dem Abgeordneten Robert Wilson mehr und mehr vernachlässigt, da dieser nicht öffentlich zu ihm steht und ihn schon des Öfteren versetzt hat. Carl ist das langsam Leid, aber er liebt ihn und ist ihm treu. Doch dann tritt der 32-jährige Damian Smith als neuer Student in sein Leben und bringt Carls Gefühlswelt immer mehr ins Wanken. Eine Beziehung entsteht, die ihren Tribut fordert und das Schicksal ist mal wieder unberechenbar … wird Carl am Ende glücklich sein?

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Kurz bevor der dritte Band der Londoner Jungs von Mary R. Smith erscheint, wollte ich noch einmal den ersten Teil „Carl“ lesen, denn es ist jetzt doch schon einige Zeit her und eine Auffrischung tut immer gut.
Wie auch damals, kurz nachdem es erschienen ist, nahm mich auch dieses Mal dieses „stille“ Buch mit. Ich durfte mit den Charakteren leiden, mit ihnen weinen, mich mit ihnen freuen und am Ende ein ruhiges Happy End genießen, da ein großes Feuerwerk nicht zu dieser Geschichte gepasst hätte. Wer also ein mitreißendes Buch im Sinne von auffallen, laut und bunt erwartet, der ist hier falsch.
Wie es der Buchtitel schon richtig verheißt, ist die Geschichte Carl, dem ruhigen Mathematikprofessor gewidmet. Er ist die Hauptperson um die sich das Buch dreht und der einem das Gefühl gibt in seinem Leben dabeisein zu dürfen. Aber auch Damian wird im Laufe der Geschichte zu einem Freund und besonders Robert ist mir persönlich ans Herz gewachsen (und mein persönlicher Favorit). Er ist derjenige, der trotz aller Widrigkeiten, der Protagonist mit dem großen Herzen ist.

Dadurch, dass man in dem Buch über die doch vielen Seiten sowohl eine Liebesgeschichte – eigentlich sind es ja zwei – ebenso erlebt wie ein Drama, hatte das Buch für mich keine Längen und ich wollte zu jedem Zeitpunkt wissen, wie es denn weitergeht. Carl und auch Robert haben nicht mehr das Alter der typischen Gay-Romance, sondern sind gestandene Männer um die Vierzig, die wissen was sie wollen, es aber aufgrund ihrer jeweiligen Berufswahl und den äußeren Umständen nicht leben können. Von daher kann wohl auch nur derjenige manche Entscheidungen nachvollziehen, der selbst schon einiges erreicht hat und dies dann gezwungenermaßen aufgeben müsste.

Ich habe mich für Damian bis zum Tag X gefreut, mit Carl getrauert und mit Robert gelitten, konnte Tom verstehen und hätte manchmal gerne dem einen oder anderen Protagonisten in den Allerwertesten treten wollen.

„Carl“ wird in meiner persönlichen „Bestenliste“ immer einen Platz in der Poolposition behalten. Ich liebe dieses Buch mit all seinen Höhen und Tiefen inkl. dem notwendigen Taschentuchbedarf und werde es sicherlich immer wieder zur Hand nehmen – 2 x war noch nicht genug.

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Satz von Konfuzius, der meinem Lieblingscharakter Robert am Gerechtesten wird, mitgeben:

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer“

In diesem Sinne – fàilte

El Ma

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1484 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 600 Seiten
Preis:   €  4,80

„Lorenzo“ – Mary R. Smith

Lorenzo

Klappentext
Schon lange ist Lorenzo nicht mehr zufrieden mit seinem Leben, doch er ist zu bequem etwas daran zu ändern. Sein Dasein gleicht einem Versteckspiel. Sollten Lorenzos streng katholische Eltern jemals herausfinden, dass er schwul ist, würde die Hölle ihre Pforten öffnen.

Der einzige Lichtblick in seinem Leben ist die ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarrgemeinde, die ihm sehr am Herzen liegt. ›Gott hat für jeden einen Plan‹, ist der Leitsatz seines Mentors. Als dieser jedoch aus seinem Leben scheidet, gerät für ihn die Welt ins Wanken. Auf der Suche nach Ablenkung geht er mit Freunden in einen Londoner Nachtclub und lernt dort Nicolas kennen, der ihn auf der Stelle in den Bann zieht. Doch Nicolas birgt ein Geheimnis. Obwohl Lorenzo genau weiß, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat, lässt er sich auf Nicolas ein.

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Mary R. Smith hat es mir diesmal nicht ganz leicht gemacht, mich in dieses Buch einzufinden. Mag es daran liegen, dass ich keinerlei Verhältnis zur (in diesem Fall katholischen) Kirche und ihrer „zum Teil sehr gespaltenen Auslegung mancher Dinge“ habe oder auch daran, dass ich nicht verstehen kann, dass ein 25-jähriger junger Mann seinen A*** nicht hochbekommt, um dem Elend zu Hause zu entkommen, zumal er ja sehr gute Freunde hat, die ihm immer wieder Brücken bauen und jederzeit für ihn da sind.

Lorenzo ist bequem. Er hat sich einerseits mit seinem „Schicksal“ als Paketfahrer bei seinem Vater zu arbeiten und den schlechten Arbeitsbedingungen abgefunden und hängt andererseits seinen Träumen nach, die er sich im Kleinen mit Proben zum weihnachtlichen Krippenspiel erfüllt. Seine sexuelle Befriedigung holt er sich ab und zu am Wochenende in seinem Lieblingsclub. Der „alte“ Gemeindepfarrer war seine Bezugs- & Vertrauensperson und hat ihm als Lebensmotto „Gott hat für jeden einen Plan“ mitgegeben. Mag sein, dass so ein Motto in schweren Zeiten helfen kann, Lorenzo aber hat sich darauf ausgeruht und vertraut…
Bis Lorenzo in seinem eigenen Leben wirklich ankommt passiert vieles. Er verliert einen wichtigen Menschen und verliebt sich kurz darauf, kann dies aber -aus unterschiedlichen Gründen- nicht offen zeigen. Ihm widerfährt schreckliches, als er sein Coming Out vor der Familie hat. Er wird von ihm nahestehenden Menschen schwer enttäuscht und er lernt (endlich), dass es zwar gut sein mag, wenn „andere“ einen Plan mit ihm haben, aber dass wenn man etwas wirklich will, sein Leben in die eigene Hand nehmen muss, um dies zu erreichen.

Ganz besonders liebenswert fand ich, dass Mary R. Smith in diesem Buch kurz auch einige Protagonisten aus „Carl“ mit hat „auftreten“ lassen. Es ist allerdings kein Problem, wenn man dieses Buch vorher nicht gelesen hat – eine Empfehlung ist es allemal wert :-).

Mir hat diese Geschichte rund um Lorenzo sehr gut gefallen. Manche Dinge hätte man noch etwas mehr vertiefen können, manches ging mir persönlich an einigen Stellen etwas schnell, dies hat aber dem Lesefluss und -vergnügen keinerlei Abbruch getan, so dass ich am Ende das Buch mit einem guten Gefühl schließen konnte.

Ich liebe Geschichten mit Personen, die sich immer mal wieder in nachfolgenden Büchern wiederfinden – sei es dann als Hauptprotagonist oder auch nur als „Besucher“. Ich habe so immer das Gefühl, wieder auf alte Bekannte zu stoßen, um dann kurz zu erfahren, ob es etwas Neues aus deren Leben gibt. Fest davon ausgehend, dass ich dann auch William wieder treffen werde ;-), freue ich mich schon heute auf neue Geschichten aus London und den Jungs rund um Carl :-).

fàilte

El Ma

 

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1856 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Preis:   € 4,99  (Kauf = klick aufs Bild)

„Herbst, Handicap und heiße Herzen“ – Anthologie

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Autoren & Autorinnen
Sissi Kaipurgay – Handicap oder nur Brett vorm Kopf?
1. Jayden Leander – Lautlos ins Glück
2. AnBiÖz – Schwankend ins Glück – Oder Nicht?
3. Ani Rid – (K)eine Frage des Alters
4. E. R. Thaler – Two Spirits
5. Karo Stein – Picknick mit Mr. Right
6. Màili Cavanagh – Kreuzwege
7. Savannah Lichtenwald – Brittle life
8. Marie Chaos – Geliebter Feind
9. Sitala Helki – Wem du vertraust
10. Mary R. Smith – Blind Dinner
11. Angie Snow – Ein völlig neues Leben
12. Bernd Schroeder – Wir sehen uns dann morgen
13. Alexa Lor – Gekauft?!
14. Mia Grieg – Dunkle Seiten
15. Ani Rid – Schännieh Dunkelstrauch – Schuld-Gefühle
Zugabe: Sissi Kaipurgay – Fetisch: Kronjuwelen
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Persönliche Worte der Nudel*
Zum dritten Mal in diesem Jahr spenden Autorinnen und Autoren Storys für den guten Zweck. Diesmal stand das Thema Handicap, neben Herbst und heißen Herzen, im Vordergrund. Anfangs konnten viele gerade dem Hauptthema ‚Behinderung‘ nicht viel abgewinnen. Umso schöner ist es, dass zahlreiche gute Ideen bei mir eintrudelten. Ich danke allen Spendern von Geschichten und vorab schon mal denen, die das Buch kaufen und damit dem Projekt überhaupt zu Erfolg verhelfen. Zudem allen, die fleißig korrigiert haben. Jedem, der irgendwie Anteil daran hat, dass dieses Projekt zustande kommt, ein Dankeschön.
Die Erlöse gehen wieder an die Schwestern der perpetuellen Indulgenz in Berlin. Hier der link, falls sich jemand für deren Arbeit interessiert. http://www.indulgenz.de/
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  1. Ich bin platt! Was sich die Autoren zu diesem sicherlich nicht einfachen Thema haben einfallen lassen… Ich ziehe meinen Hut davor.
  2. Jede einzelne Geschichte war es Wert gelesen zu werden. Es war keine einzige dabei, bei der ich mir gedacht habe „och nee…“
  3. Ich habe mich beim Lesen des Öfteren gefragt, wie ich reagiert hätte – und ganz ehrlich? Ich weiß es nicht…

Die überwiegende Anzahl der Geschichten erzählen von sichtbaren Handicaps – diese können wir uns vor Augen führen, eine Reaktion zeigen (oder auch nicht) – denn meistens (wenn überhaupt) reagieren wir doch nur auf eine Situation und agieren nicht – teils weil wir Hemmungen haben, teils weil wir Angst haben etwas falsch zu machen und teils weil wir emotional einfach hilflos sind. Dabei haben wir doch ein denkendes und fühlendes „Wesen“ vor uns, das man (eigentlich) nur nach seinen „Bedürfnissen“ fragen müsste, aber…
Ganz zu schweigen, wenn dann der Gedanke hochkommt, was andere von uns (mit einem gehandicapten Partner an der Seite) denken könnten… Ehrlich? Sch… egal, denn es ist völlig „umps“ was andere von uns denken. Denn wenn es drauf ankommt, können wir es eh nicht beeinflussen und haben uns dennoch unser Leben lang wegen anderen verbogen…

Der andere Teil erzählt von Handicaps/Erkrankungen, die man eben nicht sieht. Von Erkrankungen die den Betroffenen in der Lebensqualität (extrem) einschränken; von seelische Blockaden die nie gelöst wurden, weil nicht darüber gesprochen wurde und an denen man(n) durchaus zerbrechen kann (vergesst nicht, es ist noch gar nicht so lange her, da war es noch nicht „chic“ einen Therapeuten zu haben) .

Ich liebe es, aus gelesenen Geschichten „etwas“ mitzunehmen – sei es ein positives Fazit oder ein bemerkenswerter Satz. In diesem Fall war es ein Zitat, welches mir spontan nach Beendigung dieses Buches einfiel:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antoine de Saint-Exupéry (Werk: Der Kleine Prinz)

Diesen Satz sollten wir uns alle immer wieder mal vor Augen führen und uns wenigstens ab und zu hinter die ganze Oberflächlichkeit unserer Welt schauen lassen.

In diesem Sinne seid gegrüßt, lest dieses Buch mit all den unterschiedlichen Geschichten. Es ist bestimmt für jeden etwas dabei.

Von mir – für Euch Autoren

♥ ♥ ♥ ♥ ♥ !

fàilte

El Ma                                                                                                                  

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1931 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 456 Seiten
Preis:  € 7,99   (und für mich jeden Cent wert)

*) Die Nudel der HomoSchmuddelNudeln