„Schneemannherzen schlagen leiser“ – Nasha Berend

schneemannherzen

Klappentext
Björn kümmert sich liebevoll um eine alte Nachbarin, die mit einem Gipsbein gehbehindert ist. Sie erzählt ihm von ihrem Sohn, der vor langer Zeit ausgewandert ist und mit dem sie nur noch telefonisch Kontakt hatte. Vor ein paar Wochen hatte man ihr mitgeteilt, dass er durch einen Unfall ums Leben gekommen sei. Bei ihr hat sich ein Mann gemeldet, der vorgibt, ihr erwachsener Enkel zu sein, aber sie vertraut diesem Fremden nicht, den sie noch dazu, nur vom Telefon kennt. Schon beim ersten Gespräch mit ihm, verliebt sich Björn in die Stimme des Unbekannten, der sich über die Weihnachtsfeiertage angemeldet hat. Die Zeit bis zum Treffen, kann gar nicht schnell genug vergehen, aber dann erwischt Björn eine böse Erkältung und er bekommt gar nicht mit, was um ihn herum geschieht. In seinen Fieberträumen, sieht er die Gestalt eines Mannes vor sich, zu dem die Stimme passen würde, aber entspricht das auch der Wirklichkeit, oder fantasiert er nur? Er sieht sich schon in dessen Armen, in einem Land, dass er nur durch das Fernsehen kennt.
Der Kanadier, der endlich seine Großmutter kennenlernen will, von deren Existenz er bis vor ein paar Wochen noch nicht einmal etwas ahnte, wundert sich, dass das Telefon nicht mehr abgenommen wird, wenn er mit Björn reden möchte und dann meldet sich eines Tages auch noch ein fremder Mann. Da er sich längst in die Stimme des jungen Deutschen verliebt hat, bezweifelt er, dass für ihn das diesjährige Fest der Liebe, tatsächlich zu einem Solchen wird. Aber Weihnachten verfügt über seine ganz eigene Magie…

*************************

The first time I saw you, my heart whispered „that’s the one“.
                                                              Verfasser unbekannt

Wenn man dieses Buch in einem Satz zusammenfassen sollte, dann wäre es für mich „(zu) viel und trotzdem zu wenig und zu oberflächlich“.
Es ist die erste Geschichte, die ich von Nasha Berend gelesen habe und kann von daher nicht beurteilen, ob dieses „viel an Gefühl“ für ihre Geschichten normal ist. Allerdings trifft sie damit ganz sicher den Nerv eines jeden Romantikers, der sich genau das wünscht. Es ist ein Buch, das sehr gut in die (Vor-) Weihnachtszeit gepasst hätte – ich habe es aber erst jetzt entdeckt – und da es im Sommer endet, kann man es eigentlich zu jeder Jahreszeit lesen *g*.

Tja, was soll ich schreiben… Ich fange mal mit dem „zu viel“ an. Wir haben hier eine „Friede, Freude, Eierkuchen“-Geschichte, die zuckersüß, romantisch und rosarot ist. Jeder Handlungsstrang löst sich in guten Ideen, perfekten Gelegenheiten und in großem Wohlgefallen auf (also doch eine Weihnachtsgeschichte). Egal um welche(s) Paar oder Person aus der Geschichte es sich handelt, alles wird gut :-).

Zum „zu wenig und zu oberflächlich“ genügt eigentlich auch ein einziger Satz: „Das Buch hätte gut ein paar Seiten mehr mit etwas ausführlicheren Schilderungen, etwas mehr Tiefe und ein runderes Ende vertragen“. Ich mag es nicht, wenn ich ein Buch lese und Protagonisten immer nur an der Oberfläche schwimmen. Oft sind es ja genau diese (hier fehlenden) Kleinigkeiten, die eine Geschichte ausmachen. Nein, ich muss in einem Buch nicht immer Sexszenen haben, denn das diese hier nur gestreift wurden, nimmt dem Ganzen nichts weg und hat mich überhaupt nicht gestört. Allerdings hätten manche Szenen aus dem täglichen Leben ruhig etwas detaillierter beschrieben sein können, z.B. die Weihnachtsmannaktion im Kinderheim, die Aktion im Laden usw… – halt einfach nur ein paar Kleinigkeiten mehr, um die Protagonisten greifbarer zu machen.
Ein paar mehr Details hätten hier so viel bewirkt :-(, denn eigentlich kennt man Björn am Ende der Geschichte gar nicht wirklich, außer, dass er total auf Luis fixiert ist und man weiß, dass er ein guter Kerl ist und das empfinde ich als so schade, denn er wäre es wert gewesen. Ein kleines bisschen mehr erfährt man über Luis (seinen Beruf, zudem ein klein wenig aus der Vergangenheit der Familie), aber wirklich greifbar macht es ihn auch nicht. Jetzt wo ich das über Luis Beruf schreibe, überlege ich gerade was Björn eigentlich tut…

Ich hoffe, ich habe das „(zu) viel und zu wenig“ einigermaßen erklären können und bin gespannt, wie andere Leser es empfunden haben.
Zudem würde ich beim nächsten Buch eine letzte zusätzliche Korrekturlesung vorschlagen. Es waren keine großen Stolpersteine drin, aber eine korrekte Groß- und Kleinschreibungen sowie ein paar getauschte „m“ und „n“ wären von Vorteil gewesen.

Ich möchte diese Rezension nicht als Kritik, sondern eher als Anregung dafür sehen, was man beim nächsten Buch anders machen könnte, denn Potential für zuckersüße Geschichten, die man ja hin und wieder für’s Gemüt braucht, ist definitiv da. Von daher gibt es doch eine kleine Empfehlung für dieses Buch und einen zuckrigen, unkomplizierten Abend ohne große Aufregung.

Bis bald

El Ma

Kaufen kann man das Buch hier  | mehr Bücher von der Autorin findet ihr hier

 

Advertisements