„Die Muse im Heuhaufen“ – Remmy Duchene

die-muse-2

Klappentext
Als sich Jackson Rawlings outet, verliert er alles: Von seiner Plattenfirma bis zu seinem Selbstbewusstsein, das er braucht, um die Bühne zu betreten. Jackson hat das Gefühl, dass die ganze Welt gegen ihn ist. Gebrochen und voller Angst flieht er nach Hallesford und auf die Ranch, die er sein Zuhause nennt. Alles, was er will, ist den Rest seines Lebens in Ruhe und Frieden und außerhalb des Rampenlichts zu verbringen.

Aber das Schicksal liebt es, sich in sein Leben einzumischen.

Marques Lopez ist der Eigentümer von Phoenix Records, und er hasst nicht nur das, was Jackson wiederfahren ist, sondern meint auch, dass Jackson Rawlings der Musikindustrie noch eine Menge zu geben hat. Er wagt sich in das kleinstädtische Amerika, um den Sänger zu finden, und als ihm das gelingt, ist Jackson nur noch ein Schatten des Mannes, der er einst war. Und um alles noch schlimmer zu machen, schalten sich Marques Körper und Herz ein und stellen ihn vor die Wahl zwischen Geschäft und Vergnügen – es sei denn, er könnte eben doch auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen …

*************************

Wow, was für ein vielversprechender Klappentext… Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Ich mag Geschichten mit Musikern bzw. Künstlern, weil diese – trotz ihrer Sensibilität – meist Ecken und Kanten haben und die Geschichte dadurch oft sehr vielschichtig wird.

Hier allerdings wurde ein Thema, aus dem man so viel hätte machen können, durchgepeitscht, ohne dass man eine Chance gehabt hätte, die Beweggründe Jacksons auch nur im geringsten zu erahnen. Bei Marques als Produzent, wusste man wenigstens, warum er sich mit Jackson treffen will. Das daraus mehr wird, war für ihn (und ich denke auch für Jackson) das Sahnehäubchen obendrauf.
Was Jackson dazu gebracht hat, so zu reagieren, wie er es getan hat, hat sich mir im Laufe der Geschichte nicht im geringsten erschlossen. Hallo? Ein erfolgreicher und gefeierter Sänger outet sich, wird bei seinem letzten Konzert gefeiert ohne Ende und dann verkriecht er sich, nur weil ihm (s)EIN homophober Produzent gekündigt hat?
Hätte man auf Jacksons Hintergrund bzw. seine Beweggründe genau so viel Energie darauf verwendet, wie auf die Sexszenen, hätte aus dieser Geschichte echt was werden können. Der Weg von „mimimi“ zum Powerlover war kurz, schnell und schnörkellos.
Ein gebrochener Mann, dem man aufgrund seines Outings seine „Lebensgrundlage“ entzieht und der emotional am Ende ist, hat meiner Meinung nach ein bisschen mehr „Hintergrund“ und Tiefe in seiner Geschichte verdient. Dies war hier leider so gar nicht gegeben.
Zudem wurden Redewendungen verwendet, bei denen ich mir gedacht habe „reden wir jetzt über Männer im mittleren Alter (hier ist alles möglich von ca. 30 – 40/45) oder von Kleinkindern im Kindergarten…?“
Tut mir leid, in einem Roman, in dem einem ein Blick ins Schlafzimmer gewährt wird, möchte ich nicht lesen, dass ein erwachsener Mann „auf den Stuhl klettert“ und nach dem Essen wieder „heruntersteigt“ (im Original mag das eine gebräuchliche Redewendung sein, im Deutschen klingt das für mich etwas seltsam).

Von daher gibt es 3* für die Idee und die netten Protagonisten, aber mehr wird’s von mir leider nicht. Und dabei – und hier wiederhole ich mich – hätte man aus dieser Geschichte so viel mehr machen können 😢

Bis bald,

El Ma

PS   Das man zu diesem Buch auch eine andere Meinung haben kann, seht ihr hier bei Matty, eine weitere Rezension findet ihr hier bei Ulla

Kaufen kann man es hier & hier | den Verlag „Dreamspinner Press“ findet ihr hier
mehr zur Autorin findet ihr hier