„Aus dem Nichts“ (Mitten im Irgendwo 2) – Roan Parrish

Klappentext *)
Buch 2 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Die einzige Sache, die Colin Mulligans Leben Sinn gibt, ist das Auseinandernehmen und wieder Zusammensetzen von Autos. In der Werkstatt, in der er zusammen mit seinem Vater und seinen Brüdern arbeitet, versucht er ohne Panikattacke und Wutausbruch durch den Tag zu kommen. Trinken hilft. Ebenso wie Laufen und Gewichtheben, bis er sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Nichts davon kann jedoch die Tatsache, dass er schwul ist, ändern – ein Geheimnis, das er vor allen verheimlicht.

Rafael Guerra hat einen Weg gefunden, mit seiner Vergangenheit, für die er sich schämt, zu leben. Sein Leben hat er der Sozialarbeit und der Hilfe von Jugendlichen, die wie er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, gewidmet. Für Liebe hat er keine Zeit. Verflucht, er hat kaum Zeit für sich selbst. Irgendwie zieht ihn alles an dem unglücklichen, selbstzerstörerischen Colin an. Der Weg dorthin ist jedoch mit den Schwierigkeiten gepflastert, die Rafe mit so viel Anstrengung hinter sich gelassen hat. Als ihre Beziehung tiefer wird, sind Rafe und Colin gezwungen, Geheimnisse ans Licht zu bringen, die jeder von ihnen gerne weiterhin im Dunkeln gelassen hätte.

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Da dies meine letzte Rezension im Jahr 2017 sein wird, bin ich wirklich froh, dieses Rezensionsjahr mit diesem wunderbaren Buch abschließen zu dürfen 💜.

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Oh, was habe ich Colin im ersten Band verflucht. So ein Mistkerl …

Aber wie immer, wenn man beide Seiten betrachtet, relativiert sich vieles. Klar, war Colin auch zu Beginn dieses zweiten Buches nicht wirklich ein sympathisches Herzchen,  aber je weiter man in die Geschichte eingetaucht ist, umso besser konnte ich seine Handlungen nachvollziehen (nun ja, verstehen nicht ganz, aber nachvollziehen). Irgendwie musste dieser Mistkerl ja irgendetwas an sich haben, dass er für gleich zwei seiner Brüder „das“ Vorbild war, dessen Handlungen sie sich zu Herzen nahmen.

Es war einfach schön, wie sich eben dieser wirklich eigene Charakter entwickelt hat und er an seinen „Aufgaben“ gewachsen ist und welch‘ positive Entwicklung er genommen hat. Der Blick hinter die/seine Kulissen war nicht immer erheiternd, aber dafür ziemlich erhellend, sodass man dann doch ziemlich schnell wirkliche Sympathie für ihn entwickeln konnte.

Mit jedem Schritt, den er aus seiner eigenen Dunkelheit ging, wurde die Welt um ihn freundlicher, offener und zugänglicher. Bande, die lange zerschnitten waren, fangen an wieder zusammenzuwachsen.
Auch wenn Colins Leben eine vermeintliche Einbahnstrasse ist, die seinen Weg vorgibt, gibt es auch für ihn eine Abzweigung, die er einfach nur nehmen muss.

Aber auch Rafael, der ihm einen Weg aufzeigt, hat sein eigenes Päckchen zu tragen und so muss Colin in dieser Lebensphase nach zwei ziemlich harten Situationen jeweils eine Entscheidung treffen, die ihn vorwärts bringen kann oder ihn da lässt, wo er eigentlich nicht mehr sein will. Bei Entscheidung eins, steht ihm Rafael zu Seite, Entscheidung zwei muss er ganz alleine treffen und wächst dabei über sich selbst hinaus. Manchmal hätte ich mir fast gewünscht, dass Rafael ein bisschen deutlicher wird, aber je weiter das Buch fortschreitet, umso verständlicher werden seine Reaktionen und umso mehr schätzt man ihn. Rafael ist gut für Colin, aber auch Colin gibt viel zurück, auch wenn dies oft nur schwer zu erkennen ist.

Als ich das Buch geschlossen habe, habe ich einen imaginären Hut vor Colin gezogen, denn nichts ist schwerer, als aus einer vermeintlichen Komfortzone auszubrechen und neue Wege zu beschreiten und das tut er. Oftmals in winzigen Schritten und dann überraschte er mich wieder damit, wie selbstverständlich er manchen Weg beschreitet. Sein Leben wird, ebenso wie Rafaels (wenn auch ganz anders), wohl ein ewiger Kampf sein, denn was hier in seiner Jugend, bis heute, „versaut“ wurde, wird sich sicherlich nicht in kurzer Zeit auflösen. Ich bin wirklich gespannt, was wir über ihn noch erfahren werden.

Ich freue mich jetzt riesig auf Band 3, in dem es um Leo und Will gehen wird, deren Geschichte ich ja zu gerne als zweites gelesen hätte, aber nachdem ich Colins Werdegang verfolgt habe, ist alles gut so wie es ist.

Bis bald,

El

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*) Das Copyright für Bild und Klappentext liegt beim Verlag: Dreamspinner Press

 

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„Mitten im Irgendwo“ – Roan Parrish

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Klappentext
Buch 1 in der Serie – Mitten im Irgendwo

Daniel Mulligan ist tätowiert, hart im Nehmen und besitzt eine scharfe Zunge. Seine Unsicherheit versteckt er hinter Sarkasmus. Daniel hat nie irgendwo dazugehört – nicht zu Hause in Philadelphia, bei seinem Vater und seinen Brüdern, die alle Automechaniker sind, nicht an der Uni, wo seine Klassenkameraden von den Ivy League Eliteuniversitäten auf ihn herabgesehen haben. Jetzt ist Daniel erleichtert, eine Stelle an einem kleinen College in Holiday, Nord-Michigan, bekommen zu haben. Er ist jedoch durch und durch ein Stadtmensch und es ist klar, dass diese kleine Stadt nur ein weiterer Ort ist, an dem er nicht dazugehören wird.

Rex Vale klammert sich an seine tägliche Arbeit, um so die Einsamkeit in Schach zu halten: er verpasst seinem muskulösen Körper den letzten Schliff, perfektioniert seine Rezepte und fertigt maßgeschreinerte Möbel an. Rex lebt schon seit mehreren Jahren in Holiday, doch seine Schüchternheit und eindrucksvolle Körpergröße haben ihn daran gehindert, mit den Menschen näher in Kontakt zu treten.

Als sich die beiden Männer begegnen, ist die Chemie zwischen ihnen explosiv. Rex fürchtet jedoch, Daniel könnte nur ein weiterer Mensch sein, der ihn verlassen wird und Daniel hat gelernt, dass jemandem zu vertrauen, eine fatale Schwäche bedeuten kann. Gerade als sie beginnen, die trennenden Mauern, die sie um sich errichtet haben, einzureißen, muss Daniel nach Hause, nach Philadelphia. Dort entdeckt er ein Geheimnis, das alles, was er geglaubt hat, verändert.

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Es hat ein bisschen gedauert, bis ich in der Geschichte drin war, als es dann aber soweit war, habe ich mich über jede Stunde geärgert, in der ich nicht in diesem Buch lesen konnte.

Nach und nach erfährt man, was Daniel in der Vergangenheit alles widerfahren ist und kann sein Verhaltensmuster so mit der Zeit wirklich gut verstehen. Aber auch Rex hat sein Päckchen zu tragen und fühlt sich aufgrund (s)eines Handicaps, für das z.T. auch seine Vergangenheit eine Verantwortung trägt, nicht als wirklich vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Aber er hat Träume und so wie ich rausgelesen habe, auch den Willen, diese irgendwann umzusetzen. Zudem erzählt der Klappentext schon viel über die beiden Jungs, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen muss.

Mit ganz leisen Schritten führt uns Roan Parrish durch diese sehr hintergründige Geschichte. Eigentlich ist es ganz schön harter Tobak, den sie uns so nebenbei ganz flüssig erzählt. Sie braucht nicht das ganz große Drama, sondern sticht immer ganz nebenbei in die Wunden der beiden tollen Protagonisten. Ich musste zwischendurch das Buch aus der Hand legen, um auch mal Luft zu holen, denn so ab und zu habe ich mich selbst wieder erkannt. Aus reinem Selbstschutz werden Mauern aufgebaut, die ewig lange standhalten, bis diese eine Person kommt und diesen Schutzwall Stück für Stück wieder einreißt.

Dazu noch ein schönes, friedliches Kleinstadtidyll (sowas kann für einen Großstadtmenschen auch ganz schnell bedrückend wirken), tolle neue Freunde und viele unbekannte Eindrücke. Dies kann dazu führen, dass man sich selbst den Spiegel vorhält und dann endlich den Menschen findet, der hinter der Fassade steckt.

„Liebe: die Kraft, nicht nur die eigene,
sondern auch die Unvollkommenheit eines anderen lebenslang zu ertragen.“

                                                                                               Ron Kritzfeld

Rex und Daniel sind ein tolles Paar, die irgendwann über ihren Schatten springen, um einen gemeinsamen Blick in die Zukunft zu wagen. Dazu, wie gesagt, tolle Freunde und ein seltsamer Bruder, die alle ihre eigene(n) Geschichte(n) verdient haben.
Im Englischen gibt es sie schon (hier & hier), d.h. wieder einmal warte ich nun dringend entweder auf die deutschen Übersetzungen oder aber auf ein großes Zeitfenster, um die Originale zu lesen …

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Ich kann euch diese Geschichte, die im aktuellen Verlauf ohne wirklich große „Katastrophen“ auskommt, aber dennoch ausreichend Drama „versteckt“ hält, wärmstens empfehlen. Solltet ihr wie ich etwas schwer in die Geschichte reinkommen, bleibt dran – ihr werdet es nicht bereuen.

Bis bald,

El Ma

Nachtrag:  Weitere Meinungen zu diesem Buch findet ihr hier bei Frau Laberladen, hier bei Gaylesen, hier bei Ulla, bei Sabrina hier und hier in Mattys Schmökerecke.  (Das dürften jetzt fast alle Gay-Buchblogger sein, die ich kenne *g*. Wobei sich ein Besuch bei den anderen dreien Jules, I love Gaybooks und Like a Dream auch so auf jeden Fall immer lohnt – einen guten Tipp bekommt man dort immer.)

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