„Bear among the Books“ – T.J. Masters (engl. Original)

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Klappentext
Forty-eight-year-old Ben Thompson is a librarian, a passionate book lover, and a man who embodies the definition of a bear. He’s also lonely after the loss of his long-term partner. Young ex-gymnast Jason Barnes piques his interest, but Ben quickly realizes there’s more to Jason than his good looks. While Jason visits the library almost every day, he never checks out a book.

With gentle persistence, Ben befriends Jason and learns the nineteen-year-old’s tragic secrets. After years of abuse at his father’s hands, Jason was kicked out of his family home for being gay. And despite his apparent love of books, Jason never learned to read. Ben offers to teach him, and the two men bond over their lessons. Ben can’t deny his attraction to Jason, but he wonders if Jason is too young and too handsome to return his interest. With the help of the close-knit library team and Jason’s growing self-confidence, they move beyond the books and into the bedroom, where their own story is just beginning.

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Ich weiß heute gar nicht, wie ich anfangen soll. Zum einen wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, seit ich den Klappentext überflogen habe,  zum anderen hatte ich richtig Schiss davor, damit anzufangen, da englisch…  Wieder wurde mir gut zugeredet, ich solle mich doch einfach trauen und tatsächlich, mit der Kindle-App und dem darin integrierten Übersetzungsprogramm, war es auch wirklich gut „machbar“ 😀. Zudem schreibt T.J. Masters in einem wirklich leicht verständlichen Englisch, so dass ich die „Unterstützung“ gar nicht sooo oft gebraucht habe. Klar geht das Lesen in Englisch langsamer als bei deutschen Büchern. Hier bei diesem Buch würde ich sagen, dass das Verhältnis 1:3 ist. D.h. ist habe ungefähr 3 x so lange für die 230  Seiten gebraucht. Aber … ich habe es gelesen, beendet und jede Seite genossen 😀. Also sollte jemand unsicher sein und einen Wiedereinstieg in die englischen Originale suchen, hier ist man – rein vom Sprachlevel her – sicherlich gut aufgehoben.

Tja, wie soll ich das Buch beschreiben. Es ist ruhig, liebevoll und lehrreich (ich habe wirklich viel über englische Literatur und Gärten erfahren). Das Buch hatte also auch noch einen richtigen Mehrwert für mich. Es gibt keine großen Dramen, obwohl Ben und auch Jason ihr Päckchen zu tragen haben. Manches Mal wurde mir über Jasons „Vergangenheit“ etwas zu leicht hinweg gegangen, aber wir haben hier ja auch eine sich schön entwickelnde Romanze und kein Drama vorgelegt bekommen.

Ben ist fast 30 Jahre älter als Jason und die Gedanken, die er sich aufgrund dieses Altersunterschieds macht, kann glaube ich jeder nachvollziehen, der schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat „was wäre wenn mir so ein junger Mann über den Weg laufen würde und mir erzählt und zeigt, dass er mich will“.
Bedingt durch seine Vorgeschichte ist Jason aber nicht der typische 19-jährige, sondern doch schon sehr erwachsen. Sein Handicap, nicht lesen zu können, überspielt er gekonnt (der Technik sei dank), so dass dies erst einmal gar niemand merkt, zumal er ja Dauergast in der Bibliothek ist. Als sein Geheimnis dann doch auffliegt, kümmert sich Ben wirklich bewundernswert um den jungen Mann und so kommen sie sich langsam näher.
Als Jason gefragt wird, warum er so oft in der Bibliothek ist und warum er lesen lernen möchte, antwortet er

„Books are full of so many things that I can’t get to at the moment. Travels and dreams, amazing people and places, stories and adventures. I’m never going to be able to do any of that stuff, but if I could read about it maybe that would be enough.“  (Pos. 432) 

Ich finde diesen Satz auch jetzt im Nachgang immer noch bemerkenswert und vor allem so wahr 😊

Dieses aufeinander zugehen, das aneinander wachsen (ja auch Ben muss wieder lernen, dass da jemand ist) und das sich entwickeln einer gemeinsamen Zukunft, wird sehr ruhig und entspannt erzählt. Ich hatte das Gefühl, als stiller Beobachter an diesem Leben teilhaben zu dürfen und habe das sehr genossen. Die Fortschritte, die Jason macht, werden sehr schön und warmherzig erzählt, ich hätte nur gerne ein bisschen mehr Zwischeninfo über die Lernfortschritte von Jason bekommen.
Ben selbst ist ein sehr belesener, intelligenter Mann, der das unglaubliche Potential, das in Jason steckt nicht nur bemerkt, sondern auch aus ihm „herauskitzelt“. Er bringt Jason dazu, nicht mehr (so oft) zurückzublicken, sondern zu sehen, dass es eine wunderbare Zukunft für ihn gibt (manchmal ging mir das fast etwas zu leicht).

„From now on all your dreams can be turned into plans for the future.“
(sagt Ben zu Jason, Pos. 2346)

Eine fantastische Großmutter, dazu tolle Freunde, die sich im Laufe der Beziehung zwischen Ben und Jason, irgendwie ganz automatisch vermehren, grad so als wären sie schon immer dagewesen, machen die Geschichte rund. Einige von euch werden vielleicht sagen, dass das „Lummerland“ ist, das dies alles zu perfekt ist – aber ganz ehrlich, ist es zum einen nicht das, was wir uns alle wünschen und zum anderen, können wir uns nicht mehr vorstellen, dass es sowas wirklich gibt?

Nicht jeder wird diese Art von Geschichte mögen, aber für mich ist und war es ein wunderbares „Sonntagsbuch“. Was ich damit meine? Tja, Sonntag ist für mich der totale Relaxtag 😀. Reinschlüpfen in den Jogginganzug, die dicken Socken anziehen und ab auf Sofa … Genauso müsst ihr euch die Geschichte vorstellen. Ich weiß nicht, wie ich es sonst erklären soll. Frei nach dem Motto „warm and cozy“ aka „reinschlüpfen und wohlfühlen“.

Dass diese Geschichte ein Happy End hat, brauche ich in diesem Fall wohl eher nicht mehr erwähnen *g*. Der Schluss ist gut und passt zur Story, aber ich hätte halt gerne noch einen Epilog gehabt 😞, in dem erzählt wird, wie es den beiden nach z.B. einem Jahr oder später geht. Jaja, mein „Luxusproblemchen“, ich weiß 😉.
Aber nun ja, das Leben ist nicht immer perfekt und somit kann ich mit den Gegebenheiten auch gut weiter leben *g*.

Also denn, das nächste englische Buch liegt sicherlich schon in Lauerstellung (vorsichtig zum Reader linse, denn es gibt ja sooo viele) und *mutigaufdenSuBschau*.

In diesem Sinne

El Ma

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