„Gewähre unserem Dasein Sinn“ – Tinnean

tinnean

Klappentext
Im Alter von sieben Jahren kommt Ashton Laytham als Waise nach Fayerweather auf das Landgut seines Onkels. Weder von seiner Familie noch von der Dienerschaft erfährt der Junge Zuwendung oder Akzeptanz; auch als Erwachsener bleibt Ashton, abgesehen von gelegentlichen verbotenen Rendezvous, distanziert und allein. Als sein Onkel stirbt, hat Ashton als dessen Erbe neben dem bankrotten Gut noch eine weit größere Bürde zu schultern: er muss für die Spielschulden seines Onkels geradestehen.

Da auch noch der Familien-Talisman gestohlen wurde und die Verdächtigen geflohen sind, steht Ashton vor dem sicheren Ruin, bis Geo Stephenson auftaucht, der alle Schuldscheine von Sir Laytham besitzt. Geo bietet eine Lösung an: Ashton wird ihm im Bett zu Willen sein und damit die Schulden begleichen. Weil er sich gegen seinen Willen zu Geo hingezogen fühlt und geradezu verzweifelt nach menschlicher Wärme hungert, stimmt Ashton zu…

Nie hätte er erwartet, sein Herz an einen Mann zu verlieren, der geschworen hat, sein eigenes niemals verschenken zu wollen.

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Ok… langsam kann ich mir aus den Perlen, die ich in den Untiefen meines SuBs „finde“ eine Kette basteln… und nein, keine halsnahe… wirklich nicht.
Gekauft habe ich dieses Buch im September 2014 und es war mit eines der ersten Gay-Bücher, die es auf meinen Reader geschafft haben. Vielleicht lag es daran, dass ich zu der damaligen Zeit, so als Neuling in dem „Genre“ zwar den Klappentext mochte, dann aber doch lieber zu den locker, flockig, leichten Geschichten gegriffen habe. Dazu kam eine Neuerscheinung, dann die nächste usw… tja und dann rutschen auch die besten Bücher immer weiter nach hinten 😔

Asche über mein Haupt, denn auch noch kurz bevor ich dieses Buch (nun endlich) gelesen habe, habe ich noch überlegt, ob ein historischer Roman wirklich das ist, was ich gerade lesen will. Angefangen habe ich dann wirklich eher aus dem schlechten Gewissen heraus, dieses Buch schon so lange ignoriert zu haben, als dass ich so richtig „heiß“ drauf gewesen wäre. UND…

…wie schon so oft hat mir ein schmählich vernachlässigtes Buch den Stinkefinger gezeigt. Wahrscheinlich lacht es jetzt noch über mich *g* (Ja, ich glaube daran, dass Bücher Seelen haben. Manche schwarze, manche eher ironisch-bissige, andere wiederum eine zuckersüße 😉 ). Tja, in dieser Lesenacht hat es mich um den Schlaf gebracht, ich konnte es nicht aus der Hand legen und dass, obwohl der Wecker um 6.30 Uhr geklingelt hat.

Was soll ich sagen? Die Geschichte um Ashton und Geo ist wunderbar flüssig geschrieben, die beiden Charaktere sind liebevoll dargestellt und ihre Annäherung trotz der damaligen Zeit nicht wirklich sooo heimlich wie man es sich eigentlich vorstellen würde. Wie schon geschrieben, habe ich das Buch nicht aus der Hand legen können, doch als ich es dann gezwungenermaßen doch tun musste, fiel es mir extrem schwer. Ich fand es klasse, wie Ashton gereift und mit seinen Aufgaben gewachsen ist. Er ist ein toller Gutsherr und Freund geworden – Hut ab vor dieser nicht ganz selbstverständlichen Entwicklung.

Nimm jemand seine Maske und senke deine und du wirst sehn,
wie der andere wirklich ist, aber auch wer du bist.
Rose von der Au

Die Geschichte um Ashton ging mir wirklich zu Herzen. Allerdings ist mir Geo daneben fast etwas blaß geblieben, hier wurde für mich etwas viel Geheimniskrämerei um seine „Aufgaben“ gemacht, auch er hätte mehr Tiefe vertragen können.
Wenn ich jetzt schreibe, was mich „gestört“ hat, so hatte das keinen Einfluß auf meinen Lesefluss, sondern sind nur meine persönlichen „Kniefieseleien“, die sich mir im Nachgang (d.h. noch nicht mal während des Lesens) in meine Gedanken geschlichen haben

– die Abreise der drei Jungs und der wahre Grund warum (hier saß ich nach dem Ende beim Abendessen und plötzlich ging mir ein kurzes „Häh“ durch den Kopf. Dies wirkte (aber wirklich erst im Nachgang als das Buch „sackte“) etwas sehr konstruiert für mich;
– zum Ende zu einige plötzliche „Zeitsprünge“, z.B. als William wieder am Tisch saß und wie das zu Stande kam und noch ein paar (wenige) andere;
– die Erklärung zu Burt, die ich toll fand – und dann war das Buch Schluß 😞 einfach zu Ende… Hallo? kein Epilog, kein wie „erging es ihnen nach dieser Erklärung…“ Nein, einfach Schluß 😞.

Nein, keine Sorge, das Happy End ist nachvollziehbar, aber ich wollte und will mehr. Ich will für die beiden den Regenbogen bei strahlendem Sonnenschein, ein Leben wie gemalt, einen Ashton, der einfach so sein darf, wie er wirklich ist und einen Geo, der diesen tollen Mann (sehr lange) mehr als zu schätzen weiß 🙂 Ich will für Ashton einfach das Rundumwohlfühlpaket mit einer dicken roten Schleife drumrum! Basta!

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Sollte also jemand von euch gute historische Gay-Romanzen mögen – ich hätte hier eine im Angebot 🙂

In diesem Sinne

El Ma

 

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